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Ich möchte lieber einer Ritter sein

Schrubb,schrubb, da schwappt und wabbert der Schwamm über den Boden. Ein Stückchen nach rechts, ein Stückchen nach links und schrubb, schrubb und fast ist es geschafft. Genervt keucht Claera auf und schaut auf die Uhr. Das Ticken donnert wie ein Erdbeben durch ihre Ohren. Tick.Tack.Tick. Und weitermachen. Und dies jeden Tag. Für ihr gesamtes Leben. Oh ja! Gewiss, das Schrubben jedes Bodens dieser Stadt, das sollte ihr Lebensinhalt werden. Und schrubb, schrubb, tick, tack, tick. Und dann hört sie sie! Metall bricht auf Metall, ein klirrendes helles Geräusch drängt sich in ihre Ohren an der Uhr vorbei und lässt die Aufregung in ihrem Innren aufwallen. Die Ritter! Sie trainierten! Mit vollem Tatendrang und Leidenschaft. ZAAAAM. BAAAAM. KLIIIRRRR! Ja, so stellte sie sich ihr Leben vor. Schnell, hektisch, mit einem Funken Gewalt und einer Euphorie, wie sie sie noch nie erlebt hatte. Ein Kampfesgebrüll hier und ein Japser dort. Eilige Ausfallschritte, Sprünge und flinke Hiebe! Ja! Dieses Gefühl muss so erfüllend, so berauschend, ja gleich einer Ekstase sein, die einen in eine Art Trance-Zustand überträgt. Doch Claera war hier, hoch oben im obersten Turm und schrubbte fleissig den Boden. Schrubb, Schrubb.

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