Manuskript

Die Geschichte des Todes

Wenn ich mich vorstellen darf, ganz ohne Umwege oder all der Geheimnistuerei: Ich bin der Tod. Für all die zahmen und empfindlichen Gemüter dürfte es absonderlich und geradezu abschreckend wirken, weshalb wohl viele jetzt oder schon vorher die Augen von den bislang wenigen geschriebenen Worten abwenden und sich einen friedlicheren Ort, vielleicht eine Blumenwiese und eine Apfelschorle genehmigen werden. Dabei wird das hier viel interessanter!

Nun denn, das langweilige Publikum hat sich verabschiedet, dann kann ich ja loslegen. Das mit dem Tod war kein Vorwand oder gar eine Scheinlüge, um meine Geschichte spannender zu gestalten, nein, wirklich: Ich bin der Tod. Klingt ganz schön abgehoben, werdet ihr wohl denken. Ja, aber was soll ich denn tun? Ich bin nun einmal wer ich bin. Ausgesucht habe ich mir das gerade auch wieder nicht. Eigentlich schon. Doch das führt an dieser Stelle zu Weit. Noch möchte ich niemanden an diesem Punkt überfordern oder zu sehr in Anspruch nehmen. Fangen wir einfach an. Ganz bequem.

Wie schon erwähnt bin ich der Tod (ich konnte das noch nicht allzu oft öffentlich preisgeben, daher kann mein Outing ein paarmal zu oft von mir erwähnt werden, entschuldigt, falls sich etwaige Wiederholungen stapeln werden) und einige werden sich fragen, warum ich mich nach all meiner Existenz nun zu Wort melde. Vorrangig will ich mein Image etwas auffrischen, schließlich herrschen in manchen Völkern (vorrangig das der Menschen) noch recht mittelalterliche, geradezu antike Vorstellungsbilder meinerseits – also des Todes. Viele werden es kaum glauben, doch die meisten fürchten mich. Ja, wirklich! Eine erschreckende Angst und Panik verbreitet sich, sobald meine Anwesenheit nur im entferntesten wahrgenommen wird. Um das mal ganz deutlich klarzustellen: Das finde ich ganz schön unhöflich! Stelle sich nur einer vor, ich würde immerzu wie ein eingeschrecktes Gespenst vor allen anderen weglaufen (abgesehen davon, dass das ganz schön lächerlich aussehen würde, gäbe es rein populationstechnisch dann einige Probleme)! Damit dürfte geklärt sein, dass Angst in meinem Charakter eher an letzter Stelle anzutreffen ist, was nicht heißt, dass ich sie nicht empfinden kann! Doch auch dazu gibt es andere Geschichten zu berichten, die ebenfalls an dieser Stelle noch unwichtig sind.

Um mein Vorwort abzurunden und vorab nicht zu viel zu verraten, nun ich habe ja die Pointe quasi vorweg genommen, schließlich habe ich zu Beginn schon verraten, dass ich der Tod bin, möchte ich folgendes zusammenfassend und etwas bedrohlich und mit einem Hauch Spannung verbunden deklarieren: Ich bin der Tod, ich werde euch meine Geschichte offenbaren und danach werdet ihr ganz gewiss ein vollkommen anderes, ganz und gar umgeworfenes und gewiss kein negatives Weltbild mehr von mir haben.

Viel Spaß

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Ein Kommentar zu „Die Geschichte des Todes

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