Manuskript

Das Flüstern der Nacht

Ein Flüstern durchzog Rimmbout am nächsten Morgen. Es drang in so manches Ohr, durch den Schlaf, gezwängt zwischen jede Ritze, jedem Spalt. Und so rannte ein kleiner Junge, von vielleicht fünf Jahren, geschickt und mit großer Eile, durch die wirren Gassen dieser noch schlafenden Stadt, am frühen Morgen, zu einer Zeit, als selbst die Sonne es noch nicht wagte hinaus zu treten und die Nacht zu unterbrechen. Seine Lungen rebellierten, sein Herz schlug so wild und hoch erfreut, sein Gesicht glänzte vor Freude. Ohne Unterbrechung wiederholte er immer und immer zu die Worte, die ihm noch vor wenigen Momenten zugeraunt wurden, als er sich mit den anderen Kindern der Stadt heimlich bei Nacht herum getrieben hatte, um die Menschenhändler zu ärgern. Gewiss war es riskant, wenn nicht sogar leichtsinnig, sich als Kind bei Nacht in dieser Stadt herum zu treiben, gerade bei Zeiten wie diesen, wenn Kinder verschwinden und nicht wieder kehren. Und doch waren sie nur Kinder und Kinder denken nicht über Gefahren nach, wenn sie das Abenteuer wittern und die Hoffnung schnuppern Schabernack treiben zu können.

Seine Lippen grinsten so breit, wie es sein Gesicht zu ließ, es schmerzte schon, so sehr musste er Lachen, doch es war ein guter Schmerz. Der beste, seit er denken konnte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s