Themen der Welt

Durch die Augen eines Kindes

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Ein Vierjähriger lies mich diesen Text hier schreiben. Laut der WDR Lokalzeit Aachen, wurde ein Vierjähriger gefragt, ob in seinem Kindergarten denn Ausländer wären. Darauf antwortete er folgendes:

Nein, da sind Kinder.

Ein scheinbar harmloser Satz eines Kindes, doch hinter diesen Wörtern steckt vielmehr, obwohl das Kind sich dessen wohl kaum bewusst ist. So zeigt diese Antwort, dass lediglich Kinder von Mensch zu Mensch unterscheiden und nicht wie die Erwachsenen: Zwischen Ausländern und uns Deutschen.
Es ist grausam, fast schon grotesk, wenn man sich einmal Gedanken darüber macht, wie das Denken heutzutage gesteuert wird. Statt von Menschen zu reden, suchen wir Gruppierungen und Schubladen und kategorisieren nach Lust, Vorurteilen und Laune, wie es uns beliebt. Diejenigen, die darunter zu leiden haben, sind die Randgruppen. Jene, die sich zu integrieren versuchen, denen es sowieso schwer fällt sie selbst zu sein, die allein für ihre Herkunft, ihr dasein, ihre alleinige Existenz am falschen Ort unter falschen Menschen, diskriminiert, ausgrenzt und erbarmungslos verurteilt werden.

Wären wir so offen und fröhlich, ja gleichsam friedlich wie es Kinder schließlich sind, dann wäre diese Welt ein weitaus besserer Ort. Anstatt den jungen und unwissenden, nicht von Vorurteilen und Beleidigungen geprägten Kindern ein Ohr zu schenken, belächeln wir lediglich ihre Worte und widmen uns unseren Gedanken. Sie sehen die Welt so unschuldig, wie sie eigentlich sein sollte. Sie erkennen, dass jeder Gut sein kann, dass jedem die Hand gereicht und mit jedem alles geteilt werden kann. Das größte Problem wäre nur, ob man jemanden aufgrund seines Charakters oder einfach weil man ihn doof findet, leiden und lieb haben kann. Kinder verschenken ihre Liebe vorbehaltlos und sehen den Menschen so wie er ist.

Schade, dass wir Kinder dazu erziehen Erwachsen zu werden.

Foto: Flickr. Peace. By Bart.

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4 Kommentare zu „Durch die Augen eines Kindes

  1. Mit der Zeit übernehmen kleine Kinder die Meinung ihrer Eltern, des Umfeldes und werden zu Kopien der Erwachsenen. Je nachdem wie die Eltern ticken, können dann auch Kinder mit rassistischen Schimpfwörtern um sich werfen ohne wirklich sich darüber bewusst zu sein, was sie da sagen. Sie spüren vermutlich nur die Wirkung ihrer Worte, dass sie Macht haben zu verletzen.
    Die Unschuld der Kindheit wünschen wir uns oft zurück, doch vor der Realität des Erwachsenen können wir nicht flüchten. Dein Beitrag ist mutig in einer Zeit, wo viele das Schweigen vorziehen. Danke. Serpil

    Gefällt 1 Person

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