Schreiben

Buchcover

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Buchcover trügen, belügen und verführen uns zum Kauf. Dazu sind sie schließlich da. Durch ihr hübsches Aussehen bezaubern sie unsere Augen, lassen schon Geschichten abspielen, bevor die ersten Seiten gelesen sind und erregen so unsere Aufmerksamkeit.

Trugschluss

Ein hübsches Cover verspricht noch lange keinen gelungenen Inhalt. Oft ist es so, dass das Cover einem sogar einen falschen Eindruck vermittelt und dem Leser eine gänzlich andere Idee des Werks überbringt. Andersherum gibt es auch Cover, die ganz und gar misslungen sind und so einen wahren Schatz einer Geschichte vielleicht vor den Augen des Lesers verschließen. Wer möchte schon ein hässliches Buch kaufen? Lassen wir uns so naiv verführen und blicken erst beim dritten oder vierten Blick auf ein eher unsympathisch wirkendes Buch?

Erste Eindruck

Ich würde sagen, dass das Buchcover ähnlich dem ersten Eindruck einer Bewerbung kommt: Man geht schließlich auch nicht im Jogginganzug und ungeduscht zu einem Vorstellungsgespräch. Genauso kann sich ein schlecht gestaltetes oder unzureichend umgesetztes Cover ebenso wenig durchsetzen. Auch in der Bücherwelt lassen wir uns zunächst vom Äußeren beeinflussen und blicken erst danach in das Innenleben. Schnell kann so ein schlechtes Buch mit hübschen Cover im Warenkorb landen.
Doch anders herum bedeutet ein gut gestaltetes Cover meist auch gleichzeitig, dass viel Arbeit und reichlich Überlegung, sowie eine gute Verkaufsstrategie an den Tag gelegt wurde, um den Inhalt so erfolgreich wie möglich an den Mann oder die Frau zu bringen. Genauso zeige ich bei einem Bewerbungsgespräch durch ein gepflegtes Äußeres, dass ich mir Mühe gegeben habe, um einen guten Eindruck in der Personalabteilung zu hinterlassen. Harte Arbeit wird sofort deutlich. Allerdings ist dies kein Versprechen auf einen ebenso guten Inhalt. Nur weil der Grafiker etwas drauf hat, bedeutet dies nicht, dass ein fantastischer Autor dahinter steckt. Doch zum Glück gibt es da noch Leseproben, die einen zweiten Eindruck vermitteln können. Daher sollte ein Buchkauf auf keinen Fall nur durch Cover&Titel vonstattengehen!

Der zweite Eindruck

Zum zweiten Eindruck kann es jedoch nur kommen, wenn wir das Buch überhaupt in die Hand nehmen und durchstöbern. Oft ist es so, dass ein originelles oder vielsagendes Cover uns in die Hände fällt und wir erst dann durchblättern, um zu schauen, ob der Inhalt ebenso überzeugen kann. Dies bedeutet nicht, dass wir schlecht gestaltete Cover keines Blickes würdigen. Doch es kann ein Weilchen dauern, bis es in die richtigen Hände fällt.

Mitspracherecht bei Verlagen

Leider ist es so, dass das Mitspracherecht bezüglich des Cover als Autor mit der Größe des Verlags immer weiter sinkt. Am Ende entscheiden sie, welches Cover sich Marketingtechnisch am besten durchsetzen würde. Obgleich ich den Verlagen ans Herz legen möchte, dass ein Autor allzu oft am besten weiß, welches Cover den Inhalt am besten präsentieren kann. Vielleicht sollte man sich in der Hinsicht mehr die Hände reichen. Kleinere Verlage hingegen arbeiten oft sehr eng mit Autoren zusammen und ein Mitspracherecht ist dort keine Seltenheit. Allerdings muss auch bedacht werden, dass so die Verkaufszahl nicht besonders hoch ausfallen könnte. Ein großer Verlag orientiert sich am Mainstream und möchte so viele Bücher, wie nur irgend möglich verkaufen. Deshalb fokussieren die Cover sich am allgemeinen Gefallen. Kleine Verlage legen hingegen Wert auf Detailtreue und ein umfassendes Gesamtpaket eines Buches.
Allerdings kann ich verstehen, dass ein professionelles Team durchaus sehr gute Entscheidungen treffen kann, um das Buch so gut und schön wie möglich zu repräsentieren. Am Ende kann es den meisten Menschen gefallen, doch vielleicht dem Autor nicht. Bei einer Bewerbung bei einem Verlag sollte einem bewusst sein, dass viele Entscheidungen, (neben dem Cover natürlich auch der Buchtitel) ohne den Autor gefällt werden. Es ist nachvollziehbar, dass ein Verlag durch seine Erfahrungen in der Hinsicht auch einfach besser weiß, was richtig und wichtig ist, um das Buch vermarkten zu können.

Innere Werte

Da nicht jeder Schriftsteller unbedingt auch einen guten Geschmack haben muss oder aber überhaupt über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sollte derjenige sich im Selfpublishing versuchen, um ein geeignetes oder professionelles Cover zu entwerfen, sollten wir uns von Glitzer-Glamor-Covern nicht allzu oft verleiten lassen und manchmal auch einen Blick in ein Buch werfen, was vielleicht nicht gerade beim ersten Eindruck überzeugt. Es könnten sich wahre Schätze vor unseren Augen verbergen, nur weil wir uns vom Äußeren abschrecken lassen.

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X Sarah

Titelbild: pixabay.com
Comic: islieb.de

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Ein Kommentar zu „Buchcover

  1. Ich kaufe meine Bücher leider meistens, ohne den Klappentext zu lesen oder eine Leseprobe. Entweder weil mir der Titel/Cover gefällt oder mir das Buch empfohlen worden ist. Damit greife ich zwar leicht daneben, aber das ist es wert. Manchmal lasse ich mich so auf ein Genre ein, dass ich nach dem Lesen des Klappentextes nie angefasst hätte. 🙂

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