Rezensionen

Rezension: Girl on the Train

Bewertung: ★ ★ ★★ ☆(4/5)

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Inhalt:
Rachel fährt jeden Tag Zug. Auf ihrem Weg betrachtet sie immerzu eine Reihe von Häusern und erfindet in ihren Gedanken Geschichten zu den Menschen, die sie dort für kurze Zeit beobachten kann. Ein Liebespaar hat nach der Zeit ihre Aufmerksamkeit erhascht und sie werden in ihren Gedanken Teil ihrer Zugfahrt und irgendwie auch ihres Lebens. Während sie sie regelmäßig vom Zug aus beobachtet, überlegt sie sich, was für Menschen dies wohl sind. Dann plötzlich geschieht etwas: Die Frau verschwindet. Genau jene Frau, die sie von ihrem Zugabteil aus viele Tage und Wochen lang beobachten konnte, wird in den Nachrichten als vermisst gemeldet. Rachel macht sich auf dem Weg um diesem Verschwinden auf dem Grund zu gehen, ohne zu verstehen, warum sie eine fremde Person derart in Sorge treibt.

Was mir gut gefiel:
Das Buch ist sehr strukturiert aufgebaut. Es wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt und ist in regelmäßigen morgens- und abends-Abschnitten gegliedert. Diese Abschnitte spiegeln zu Beginn die Zugzeiten wieder, zu derer sich Rachel auf dem Weg hin und zurück zu ihrer Arbeit befindet. Die Protagonistin ist Alkoholikerin, was die Autorin sowohl durch den Schreibstil als auch durch die Achterbahnfahrten der Sucht sehr gut darstellen konnte. Als Leser fiebert und fühlt man mit den Charakteren mit, sie stehen einem sehr nah. Durch den Schreibstil nehmen die unterschiedlichen Personen sehr schnell Gestalt an und wirken real. Jede Person hat seine eigene Geschichte, die die Autorin gekonnt immer nur Häppchenweise dem Leser präsentiert und so dafür sorgt, dass das Buch kaum niedergelegt werden kann. Sie weiß, wie man mit Details spielt und hat gekonnt den Leser in unterschiedliche Richtungen gelockt, um für Verwirrung zu sorgen.

Was mir nicht gefiel:
Hin und wieder wirkte der Schreibstil etwas zu einfältig. Vielleicht liegt es auch an der deutschen Übersetzung, das kann ich an dieser Stelle natürlich nicht sagen, doch der Wortschatz ist recht übersichtlich. Es kann natürlich sein, dass dies von der Autorin aufgrund der Wahl der Charaktere, beabsichtigt war. Spannung ist zwar in Überdruss vorhanden, dennoch fehlte mir zum Schluss der Kick.

Fazit:
Ein gelungener Thriller, der mich nicht schlafen ließ, bis ich die letzten Seiten in den späten Morgenstunden durchgelesen hatte. Es ist ein Thriller, der sich hauptsächlich auf Eheprobleme und die Alkoholsucht fokussiert, so dass das typische „Angsteinjagen“ und „Blutvergießen“ außen vor blieb. Allerdings hat dies nicht allzu sehr gefehlt, durch die vielen Wege und Zweige, die sie eingebaut hat, ist es ihr gelungen mich zwischendurch sehr in die Irre zu führen und hier und dort zu überraschen.

Cover: randomhouse

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7 Kommentare zu „Rezension: Girl on the Train

  1. Ich habe das Hörbuch gehört und kann deine Eindrücke bestätigen. Es ist spannend, es hat aber auch Längen. Vielleicht lag es an mir, aber ich fand den Einstieg etwas langatmig, genau genommen hätte der ganze Roman wohl etwas kürzer sein können. Deine Rezension ist gut gelungen!

    Gefällt 1 Person

    1. Dankeschön für dein Feedback! Ja beim Anfang hätte man es wohl knapper fassen können, das stimmt, den Teil hatte ich schon vergessen 😄 es gibt nicht so viele Szenenwechsel, allerdings soll das wohl so sein😎

      Gefällt mir

  2. Gegenbesuch 🙂

    Ich kann das Post von weiter oben bestätigen: im englischen Original ist die Sprache nicht das Problem (kenne die deutsche Version nicht, kann daher nicht direkt vergleichen).

    Was mir persönlich nicht so 100% gefallen hat, war das Ende, bzw die Auflösung des ganzen und die letzten Entwicklungen.

    Trotzdem ein sehr interessantes und über weite Passagen auch spannendes Buch.

    Gefällt 1 Person

    1. Für gewöhnlich lese ich die Bücher grundsätzlich nur im Original, damit ich den Autor quasi kennenlerne und es sich so besser ließt (sonst weiß ich ja nicht, ob der Übersetzer oder der Autor es vermasselt hat, hehe). Doch irgendwie wollte ich etwas lesen und da lag das Buch schon in meinen Händen (von der Autobahnraststätte :D)

      Ja, irgendwie fehlte noch etwas, was mich mehr überrascht hätte, doch die neue Perspektive gefiel mir, daher die gute Bewertung. Der Kick, den man von anderen Romanen gewohnt ist, fehlte.

      Lieben Dank für den Besuch 🙂

      Gefällt 1 Person

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