Schreiben

Entwicklung von Charakteren

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Die Geschichten werden durch die handelnden Personen getragen. Sie schmücken und vertiefen die Geschehnisse und sorgen dafür, dass der Leser sich nicht mehr von den Seiten lösen kann.

Geschichten zeichnen sich vor allem durch die Charaktere aus. Wir kennen sie mit jeder verstrichenen Seite fast so gut wie wahrhaftige Freunde oder Familie. Wir entdecken uns selbst oder Menschen, die wir kennen und lieben in ihnen wieder. Doch wie schafft der Autor das?

Charaktere entwickeln

Wenn ich eine Idee zu einem Buch habe, schreibe ich mir zu Beginn allerhand Ideen und Gedanken zu dem Plot auf. Darunter fällt natürlich auch die Hauptfigur. Soll es ein Held sein? Oder ein Feigling? Jung oder alt? Erfahren oder ein Neuling? Frau oder Mann? Kind oder Erwachsener? Es ist wichtig zu wissen, wer die Geschichte leiten soll. Dann dahin richtet sich die gesamte Handlung. Eine Erzählung aus der Perspektive eines Kindes wird sich gänzlich anders abspielen, als aus der Sicht eines Teenagers oder gar einer Person, die mitten im Leben steht, mit einem Beruf oder in einer Ausbildung.
Neben dem Alter spielen noch allerhand weitere Faktoren eine große Rolle. Die Person muss echt erscheinen, wirklich real sein. Dazu muss man alles über diese Person erfahren. Diese Dinge müssen gar nicht im Buch auftauchen, doch sie sind wichtig, um dem Autor in erster Instanz ein Gefühl für den Charakter zu geben. Denn erst wenn sie mir lebendig erscheinen, kann ich sie auch so im Buch darstellen und agieren lassen.

Viele Autoren notieren sich auch die Geburtstage, Sternzeichen, Lieblingsfarbe und Musik, so wie Idole. Je nach dem, was für ein Buch es werden soll, notiere ich mir die jeweiligen Merkmale für meinen Charakter. Daneben muss natürlich auch eindeutig sein, was die Person ausmacht. Ist sie höflich? Offen oder eher distanziert? Bei mir kommt es manchmal vor, dass sich der Charakter mit der Geschichte selbst entwickelt. Das klingt erst mal komisch, doch geschieht ganz automatisch. Selbst, wenn der Plot komplett steht, kann der Charakter sich durch plötzliche Handlungen oder Dialoge die spontan entstehen, ganz anders entwickeln. Er oder sie lebt durch die Geschichte auf und beginnt auf eine merkwürdige, kaum erklärbare Art ein Eigenleben. Gruslig, was 😉

Stammbaum

Bei Fantasy-Geschichtne spielen meist sehr viele Charaktere auf einmal mit. Damit so eine gewisse Übersicht entsteht, schreibe ich mir oft ganze Familien-Baumstämme auf. Zum einen schreibe ich gerne über viele Personen zugleich, damit die Geschichte lebendig und hautnah wirkt. Schließlich tummeln sich um uns herum auch allerhand Menschen, Freund und Familie, die unser Leben beeinflussen. So sehe ich das in meinen Geschichten auf. Natürlich kann man nicht jeden einzelne Charakter ausführlich darstellen, man darf nicht Gefahr laufen sich in Details von nebensächlichen Personen zu verlaufen, damit der Leser nicht die Lust an der Geschichte verliert. Es kommt oft vor, dass ich zu allerhand Personen eine ganze Lebensgeschichte aufdichten könnte, doch sie bleibt ganz bei mir und findet seinen Platz oft nicht zwischen den Zeilen. Wie viel Aufwand der Autor tatsächlich hatte, um den Buchstaben das nötige Leben einzuhauchen, wird meist gar nicht deutlich. Doch es ist wichtig diesen Aufwand zu betreiben, damit der Leser die Geschichte so nah fühlt, als spiele sie sich direkt vor ihren Augen ab.

Nebencharaktere

Es ist nicht nur wichtig, wer die Hauptperson ist und welche Merkmale sie annimmt. Auch all die anderen Figuren im Buch sind wichtig, damit die Beziehungen untereinander klar sind und die Dialoge nicht zu langweilig werden. Jemand der nur zustimmt, reizt keine wirklich beeindruckende Diskussion hervor. Einen Bösen im Buch gibt es immer, es wichtig zu wissen, warum er böse ist, was ihn dazu gebracht hat, wie er denkt, was er unternimmt. Intrigen? List? Ist es schlau?

Abschluss

Am Ende jeder Geschichte lösen sich zu meist alle Geheimnisse, die während der Story entstanden sind. Dabei dürfen auch die Auflösungen der Nebenfiguren nicht fehlen. Ich habe schon hier und dort ein Buch gelesen, in dem sich so manch Geheimnis nicht gelüftet hat, weil sie schlichtweg vergessen wurden.

 

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Sarah

Titelbild: pixabay

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2 Kommentare zu „Entwicklung von Charakteren

  1. Figuren echt zu gestalten, ist unwahrscheinlich schwer. Ich denke wie du, dass es viel Zeit braucht, sich zu überlegen, wen man vor sich hat. Meist denke ich mir ein Schlagwort oder einen Satz aus, der zu der Figur passt. Der klingt meist banal, drückt allerdings den Grundkonflikt der Figur aus und dessen Motivation. Aber, wie bei allen Dingen im Schreiben, ist es wichtig, dass sich die Figuren auch eigenständig entwickeln. Besonders dann sind sie wirklich authentisch.
    Einziger Einspruch meinerseits betrifft die Geheimnisse. Ich bin überzeugt, nicht jedes Detail muss aufgedeckt werden.
    +Mika+

    Gefällt 1 Person

    1. Ich finde es als Autor noch schwierig zu entscheiden ab welchem Punkt Geheimnisse im Dunkeln gelassen werden sollten und was wirklich gelüftet werden muss. Ich fürchte dann den Sinn nicht gut darstellen zu können. Dafür sind dann wohl die Testleser zuständig😄

      Gefällt mir

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