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Plagiat – Warum tut man so etwas?

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Durch etliche Medien bin ich heute auf den Plagiatsvorwurf aufmerksam geworden. Zuerst habe ich den literarischen Skandal auf der Facebookseite von Mika gelesen. Tintenfeder hat dazu noch einen ausführlichen Beitrag geschrieben.

Kurzfassung: Hannah N. Heitmeyer hat den Manga Boys Nextdoor zu einem Roman umfunktioniert und dort neben der Story auch ganze Passagen wortwörtlich kopiert.

Warum macht man so etwas? 

Ich bin vollkommen sprachlos. Nicht annähernd kann ich nachvollziehen, warum man das geistige Eigentum eines anderen Menschen derart ausnutzt, um sich selbst zu bereichern. Durch all die vielen Möglichkeiten heutzutage Bücher zu veröffentlichen, ist es umso leichter geworden, Bücher ganz oder zum Teil zu kopieren oder besser ausgedrückt: Zu stehlen. Es ist Diebstahl. Als Autorin ist man so doch sehr verängstigt.
Dass diese Menschen überhaupt den Beruf der Schriftstellerei gewählt haben, verstehe ich ganz und gar nicht. Es ist so schwer in dieser Branche einen Ruf zu ergattern und etwas zu publizieren, was wirklich Leser anzieht. Wir alle arbeiten sehr hart daran authentisch und möglichst kreativ an unser Schreibwerkzeug heran zu treten. Die meisten verdienen nicht einen müden Pfennig daran, doch das macht uns nichts. Schreiben bedeutet nicht sich mit Erfolg und Reichtum zu rühmen. Es ist weitaus mehr. Leidenschaft steckt hinter. Ein gewisser Nervenkitzel Welten, Wesen und Menschen aus den eigenen Gedanken zu erschaffen, Geschichten zu erfinden und vielleicht sogar mit viel Glück Leser begeistern zu können.

Wenn man nicht kreativ genug ist, eigene Geschichten zu erfinden, dann sollte man sich schlichtweg von der Schreib-Welt fern halten. Schriftstellerei hat nichts mit der bewussten Auswahl eines Berufs zu tun. Es ist vielmehr eine Berufung zu der man sich leidenschaftlich hingibt.

Wenn ihr noch mehr über Plagiats-Fälle wissen möchtet, dann schaut am besten bei der selfpublisherbibel vorbei. Dort wurden schon mehrere Fälle unter die Lupe genommen. Erschreckend, wie oft sich Menschen so erdreisten.

Titelbild: pixabay

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13 Kommentare zu „Plagiat – Warum tut man so etwas?

  1. Das war ja sogar der zweite Plagiatsfall innerhalb weniger Wochen. Scheinbar mehren sich dolche Sachen. wie du schon sagst, macht das Internet es recht leicht zu kopieren. Allerdings macht das Internet es auch recht leicht, es herauszufinden. Ich schätze mal, dass diese Plagiaten … Plagirer … Abschreiber denken, dass die kopierten Werke eh nur ein geringer Teil der Leser kennt und somit der Zusammenhang gar nicht erst auffliegt. Und ich will gar nicht wissen, bei wie vielen Autoren/Autorinnen von den immer gleichen Schnulzen und momentan angesagten YA-Romanen damit bisher durchgekommen sind.

    Alerdings leben wir auch in einer Zeit, in der man mit Ultramüll wie 50 Shades zum Millionär werden kann, also wen wunderts, dass alle das schnelle Geld durchs Schreiben wollen? Richtig ist das nicht, gar keine Frage. Aber überraschend auch eher weniger.

    So, ich schreibe dann mal weiter an meinem Roman „Der Herr der Dinge“ über einen Kleinwüchsigen mit behaarten Beinen, der ein Ding in einen Vulkan werfen muss.

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  2. Meine Meinung zu dem Thema kennst du ja schon. Die anderen beiden Plagiatsfälle, von denen ich weiß, haben mich schon gestört, aber diesen nehme ich persönlich. Von einem sehr bekannten Manga, das ich selbst geliebt habe, abzuschreiben und auch noch Namen (Adrian) und Titel ( Boys next Door) zu übernehmen, das ist zu viel des Guten. Warum man sowas macht? Es wird behauptet, das liege am Druck, so schnell wie möglich neue Bücher zu schreiben, da man sonst in der Versenkung verschwindet. Ich finde, das ist nicht mehr als eine Ausrede. Jedes Buch hat seine Zeit verdient. Und wenn es fünf Jahre dauert, dann ist es eben so.
    +Mika+

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  3. Die Sache mit dem Druck – das ist nicht nur eine Ausrede, sondern geradezu frech. Denn es heißt ja im Grunde: Andere Schriftstellerinnen sind dumm, die setzen sich dem Druck aus, halten durch, arbeiten – ich mach’s mir einfach und keinen Druck, sondern klaue dreist bei anderen (die ehrlich arbeiten).

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  4. Schöner Beitrag.

    Die Beispiele, die jetzt an die Oberfläche gekommen sind, sind ja letztendlich nur die Spitze des Eisberges. Denn ich habe auf einem Profil gelesen, dass es zwischenzeitlich 350 überführte Werke gibt, die eben Plagiate sind. Wobei es weniger Autorinnen / Autoren sind, da einige MehrfachtäterInnen sind.

    Aber man sollte trotzdem vorsichtig sein, denn vieles, was ja ähnlich klingt, ist nicht automatisch ein Plagiat. So hatte man ja eine Autorin vorgeworfen, dass sie ein Plagiat von sich selbst geschrieben habe, weil sie einen Cameoauftritt schrieb *headdesk*

    Ansonsten, wer Schrifstellerin oder Schrifsteller werden will, muss eben genau das tun, schreiben.

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    1. Danke für deinen Kommentar =) die wirkliche Dunkelziffer werden wir wohl nie erfahren. Es ist schade, dass sich so viele Menschen keine eigenen Gedanken machen und den Sinn kreativer Arbeit nicht begreifen. Das ist natürlich nicht nur in der Schriftsteller-Branche so. Ganz gleich wohin man schaut: Überall wird kreatives Gedankengut missbraucht und geklaut.

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  5. Leider ja. Ich habe vorhin den Wikibeitrag zum Film „Die Insel“ durchgelesen. Auch hier gab es Plagiatsvorwürfe. Und die müssen wohl wahr sein, weil man eine „Entschädigung“ gezahlt hat.

    Es gab und gibt Plagiate, das ist ein Fakt. Und es ist gut, wenn man darauf aufmerksam macht. Aber momentan scheint es wirklich bei einigen zu sein, dass sie auf Verdacht alles als Plagiat brandmarken, was auch nur ähnlich wie eine andere Geschichte klingt. Und dieses Verhalten bereitet mir auch ein wenig Sorgen. Dadurch könnte der Ruf einer Autorin oder eines Autors leiden, der gar nicht geklaut hat 😦

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    1. Das stimmt natürlich auch wieder…Geschichten können sich durchaus von der Grundsubstanz ähneln. Ich mein immerhin können zwei Menschen den gleichen Gedanken haben, ihn aber komplett anders umsetzen. Schließlich können wir nicht alle Bücher lesen, um zu erfahren, ob es die Geschichte schon gibt. In dem Punkt muss man sehr vorsichtig sein.
      Andererseits finde ich es schade, dass solche, die offensichtlich betrügen, es meist nicht einmal zugeben, sondern behaupten es wären falsche Anschuldigungen.

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