Schreiben

Jenny Karpe: Ein Roman in 3 Tagen

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Vor einiger Zeit schon habe ich von Jenny Karpes Projekt gehört: Einen Roman (Umfang 60 000 Wörter) in drei Tagen zu schreiben. Natürlich klingt das auf dem ersten Blick etwas Weltfremd. Und lockt genial Hörer und Leser an.

Jenny Karpe hat sich ausführlich auf ihren Roman vorbereitet und detailiert geplottet. Sie hat die Handlung exakt aufgelistet und sich eine Struktur erarbeitet, mit der sie erhofft die Geschichte innerhalb von drei Tagen zu Papier zu bringen. Eine wirklich interessante und aufregende Idee!

Durch den NaNoWriMo 2015 habe ich selbst fantastische Erfahrungen über das Marathon-Schreiben gelernt. Noch nie zuvor sind durch mich so viele Ideen geströmt und zu Papier geflossen. Wenn ein Projekt so intensiv erarbeitet wird, dann fügt sich das große Ganze perfekt zusammen. So entstehen Kapitel nicht über Monate, sondern über Stunden hinweg. Es war faszinierend und erfolgswirksam.
Zunächst ist man stets motiviert zu schreiben und hat ein exaktes Ziel. Es macht Spass sich die noch bevorstehenden Wörter zu erdenken und dem Ende entgegen zu sprinten. Man fiebert mit sich selbst mit und will mit jedem Wort mehr Zeilen zu Papier bringen. Die Geschichte ist einem so nah, wie sonst nie zuvor.

Manch einer mag sagen, dass die Qualität auf der Strecke bleiben würde, doch das sehe ich ganz und gar nicht so. Es prasseln unfassbar viele Ideen auf das Papier nieder, die Geschichte fühlt sich wie ein Satz, wie ein zielgerader Faden an, der gewiss zu wissen scheint, wo er entlang schwinden muss. Die Überarbeitung muss immer folgen, genauso die Vorbereitung. Ganz gleich, ob es nun mehrere Jahre oder wenige Tage sind, in der das Manuskript niedergeschrieben wird.
Jedes Buch umfasst die Zeit, die es braucht, um das Ende finden zu können.

Ich bin gespannt, wie Jennys Erfahrungen sein werden und werde mir selbst ähnliche Gedanken um einen Schreibmarathon machen, hehe.

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Sarah

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5 Kommentare zu „Jenny Karpe: Ein Roman in 3 Tagen

  1. Generell eine ganz interessante Idee, aber das mit den 3 Tagen ist ja ohnehin schon mal falsch. Wie viel zeit ging denn für das Plotten drauf? Ich finde es immer interessant, dass die Arbeit daran einfach oft unterschlagen wird. Beim NaNoWriMo oder wie das Ding heißt ist es ja ähnlich. Da heißt es: Schreib einen Roman in einem Monat. Bald ist es so weit. Fang schon mal an deine geschichte zu plotten und alles zu recht zu legen usw und bla.
    Ich selber plotte kaum und trotzdem gehen selbst bei mir Tage drauf, um nur eine Idee soweit auszubauen, dass ich mit dem Schreiben anfangen kann. Wie ist das dann erst, wenn man wirklich alles bis ins kleinste Detail plant?
    Finde schon, dass man diese Zeit mit berechnen muss. Schließlich gehört das einfach dazu. Und da es immer noch Leute gibt, die glauben, dass sich so ein Roman mal eben aus dem Ärmel schütteln lässt, finde ich es um so wichtiger die koplette Arbeit zu würdigen und nicht nur das Schreiben an sich.
    Sorry, musste ich gerade mal loswerden und passte hier ganz gut.

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    1. Da hast du natürlich vollkommen recht, dadurch kann ein Roman auch unterbewertet werden, weil der tatsächliche Aufwand nicht beachtet wird. Die Frage ist, was man überhaupt als Zeitraum betrachtet. Bei meinem Nano-Projekt würde ich am Ende nicht behaupten das Buch in einem Monat geschrieben zu haben, nur der Kern ist so entstanden😄

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      1. Das meine ich. Die Planung (egal ob jetzt ins kleinste Detail oder nur grob) dauert eben auch seine Zeit und wird leider sehr oft unterschlagen. Deshalb mag ich auch diese Titel von sogenannten Schreibratgebern nicht, wie „Wie sie einen perfekten Roman in XX Tagen schreiben“. Ist einfach kompletter Humbug.
        Wie du ja selbst sagst: Es dauert so lange, wie es eben dauert. Da hilft auch kein so tolles Buch mit einem Konzept, das für einen selber eventuell sowieso nicht funktionier. Ich könnte zB nie ein Buch schreiben, wie es Jenny Karpe macht. Einfach weil ich für das deteilgenaue Plotten schon 42 Jahre brauchen würde, da Plotten für mich einfach das Langweiligste ist, was das Geschichtenschreiben mit sich bringt.

        Gefällt 1 Person

  2. Da stimme ich meinem Vorredner zu: zum Erarbeiten eines Buches gehört wirklich alles.
    Und was den NaNoWriMo betrifft, bin ich schon ein bisschen zappelig.
    Solange man in die Schule geht ist das immer so eine Sache, sich im November voll auf das Schreiben zu konzentrieren, weil grundsätzlich in diesem Monat Klausurenphase ist, aber dieses Jahr machen wir endlich unseren Abschluss und dann, ja dann…
    Bin gespannt was das so bringt!
    Liebe Grüße und einen wunderschönen Tag!
    Itchy

    Gefällt 1 Person

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