Schreiben · Themen der Welt

Von der Pusteblume zur Welt

milky-way-916523_1280

Dort stehe ich nun, auf dieser Wiese und starre gen wolkenlosen blaudurchtränkten Himmel. Meine Gedanken kreisen um die Sonne, die allein mich anzustrahlen scheint. Ich bilde mir ein allein in diesem Moment an diesem Fleckchen Welt zu sein, dass die Vögel allein für mich das satte Blau kreuzen, um nur mir eine Freude zu bereiten. In diesem Gedanken verliere ich mich und hinterfrage, ob ich mit dieser Vorstellung die Welt verändern könnte. Diese Welt, so unbedeutend wichtig. Unscheinbar, kaum wahrnehmbar großartig. Einsam in diesem Sonnensystem, umfasst von unzähligen Lebewesen, die sich hier nieder genistet und sie übervölkert haben.
Wenn ich nun die Geschichte in die Hand nehmen und ihren Verlauf beeinflussen könnte, frage ich mich, während ein bunter Schmetterling mein Antlitz kreuzt und meine trüben Gedanken in eine Richtung streben lässt. Seine Flügel schlagen besinnlich gegen den seichten Sommerwind und ahnen nicht, welch bedrohliche Wirkung sie entfalten könnten. In dem Moment so frage ich mich, ob ich es nicht auch sein könnte. Ein Schmetterling, der die Welt verändert, sie beeinflusst und die Pfade ebnet. Sollten Schmetterlingsflügel Orkane auslösen können, so wäre es gewiss möglich, dass meine Stimme, meine Gedanken und mein Handeln es doch ebenfalls könnten. In der Vorstellung dies zu tun, möchte ich mich erheben, stelle mir vor, wie ich die Welt rette, sie  beeinflusse und durch Winzigkeiten das Nichts in Etwas verwandle.
Um meinen Gedanken die Wirklichkeit begreiflich zu machen, umfasse ich eine mir Nahe stehende, letzte verbliebene, Pusteblume, die eigentlich bereits im späten Frühling hätte ihr zeitliches segnen sollen. Allein ihre Anwesenheit lässt mich meine persönliche Wichtigkeit für die Welt nicht nehmen. So entreiße ich jene zerbrechlich wirkende Schönheit und lasse sie mit bebendem Herzen vor meinen Lippen erzittern. Es vergeht ein Herzschlag, ehe ich mich entschließe sie fortfliegen zu lassen, um die Welt zu verändern. Jede einzelne Spore soll die Zeit in ihrem Sein zum Stillstand oder Fortbestand führen. Sie lenken und leiten, in die Richtung, die allein meinem Atem zu verdanken sei. Dabei stelle ich mir vor, wie allein durch sie die Welt weiterleben würde.
Mit diesem Gedanken, dass ein Einzelner vielleicht doch alles verändern könnte, Wege einschlagen und jemand Besonderes sein könnte, nehme ich Stift und Papier zur Hand und versuche durch mein Kreuz die Welt der Menschen zu verändern.

_

Für mich persönlich finden Morgen keine Wahlen statt, doch ich fordere ein jeden auf, unser liebes Land nicht zu etwas heranwachsen zu lassen, zu was wir nie wieder bereit sein sollten.

  • SR

Titelbild: pixabay

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s