Schreibwelt

Weshalb nutzen Autoren eigentlich manchmal Pseudonyme?

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Es fängt bereits bei kleinen Veränderungen im Nachnamen an. Oder wenn Teile abgekürzt werden. Kleinigkeiten werden weggelassen oder hinzugefügt. Doch warum macht man das eigentlich? Will man der Welt als Autor denn eigentlich nicht zeigen, dass das Buch von einem selbst geschrieben wurde?

Anonymität

Der erste Grund liegt natürlich auf der Hand: So manch einer ist einfach zu scheu für die Öffentlichkeit. Will nicht, dass vielleicht jemand erfährt, dass man Erotikbücher schreibt. Oder ziemlich düstere Krimis. Oder überhaupt Bücher. Vielleicht ist es dem einen unangenehm, vielleicht will man auch einfach nicht allzu bekannt werden? Wobei man den Erfolg zu Beginn der Karriere eigentlich nicht wirklich abschätzen kann, dennoch möchte man vielleicht auch vor wenigen Lesern unerkannt bleiben.

Künstlernamen sind manchmal auch einfach viel schöner

Das ist so ein weiterer Punkt: Es ist auch irgendwie schön, sich einen neuen Namen geben zu dürfen. Frei entscheiden zu können. Einfach etwas aussuchen, sich ausdenken, sich neu zu erfinden. Einen neuen Menschen erschaffen, den niemand kennt.

Der unaussprechliche Eigenname

Das kann natürlich auch sein. Exotische Nachnamen haben schon ihren Reize, doch was ist, wenn er so anders ist, dass man sich ihn auf keinen Fall merken kann? Etwas unaussprechliches, etwas was nicht in den Gedanken hängen bleibt. Vielleicht möchte man etwas knackiges haben, etwas, was im Gedächtnis bleibt und andere sofort wissen woran sie sind, wenn sie diesen Namen hören.

Jenny-Mai Nguyen. Der Name sieht etwas anders aus, meint ihr? Die deutsche Fantasyautorin hat sich vom Verlag dazu überreden lassen ihren Namen in Jenny-Mai Nuyen umzugestalten, um ihn leichter aussprechen zu können.* 

Marketing-Strategie

Ja, ganz recht. Das wird wohl einer der häufigsten Gründe sein. Klingt vielleicht erst einmal komisch, doch es gibt zahlreiche Beispiele.

J.K. Rowling. Ja, die Dame heißt fast wirklich so. Doch in der tat ist das „K“ nur erfunden. Sie hat ihren Namen bewusst so gewählt, um den Eindruck zu erschaffen, ihre Bücher würden von einem Mann geschrieben werden. Warum das? Nun, weil Harry Potter in erster Linie den Kinderbüchern zugeordnet wurde und Jungs ungerne Bücher lesen, die von Frauen verfasst wurden. Daher wählte sie ihren Namen so aus, dass der Anschein aufkam, die Bücher wären von einem Mann. 

Robert Galbraith. J.K. Rowling begann nach der Harry-Potter-Reihe unterschiedliche Romane zu verfassen. Unter anderem Krimis. Dort wählte sie einen komplett anderen Namen, damit man diese Bücher nicht mit den Harry-Potter-Büchern in Verbindung bringen würde und die Bücher so unvoreingenommen gelesen werden konnten. Erst viel später lies sie durchblicken, dass die Bücher von ihr verfasst wurden.

Oft kommt es auch vor, dass Autoren ihren Namen dem Genre anpassen. Es gibt schließlich auch Männer, die gerne Liebesromane schreiben (wobei das eher die Ausnahmen sind, doch why not?), allerdings einen weiblichen Namen als Pseudonym verwenden, um bei den Lesern einen besseren Anklang zu finden. Darüber hinaus nutzen viele Deutsche Autoren Englische Namen. Sie kommen einfach besser an, wirken international und wie etwas, das man schon kennt. Ein Beispiel? Marah Woolf, Poppy J. Anderson. Kennt ihr, ja? Nun, diese Damen heißen aber in echt nicht so. Es macht sich jedoch in der Romance-Branche besser, wenn die Namen etwas süßes an sich haben, etwas, woran man sich als Leser gut orientieren kann. Etwas, das schön klingt.

Was ist mit meinem Namen?

Bei mir ist alles echt. Haha. Nein mal im ernst: Mir gefällt mein Nachname so, wie er ist. Allerdings erwäge ich ein Pseudonym zu wählen, sollte ich in einem anderen Genre als Fantasy veröffentlichen. Es ist so auch einfacher für die Leser: Schließlich verbindet man meist ein Genre mit einem Autorennamen. Wenn man FITZEK liest, erwartet man schließlich einen Thriller, und das immer. Selbst wenn das Cover rosa wäre, würde ich noch eher denken, dass das Thema ein Rosa Killerhase wäre, als dass Sebastian Fitzek Liebesromane schreiben würde.
Man verbindet Erinnerungen, alte Geschichten und Bücher mit diesen Autorennamen, weshalb es nicht allzu abwegig wäre, einen neuen für neue Geschichten zu wählen.

Wie schaut es bei euch aus? Nutzt ihr ein Pseudonym? Wenn ja, warum? Und wenn nicht: Ja warum eigentlich dann nicht? 😉

Alles Liebe ❤
SR


Quelle:
*Wikipedia

Titelbild: Copyright by Sarah Ricchizzi
Foto: Pixabay.com

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8 Kommentare zu „Weshalb nutzen Autoren eigentlich manchmal Pseudonyme?

  1. Ich hab mal darüber nachgedacht, meinen Namen etwas abzukürzen und dann als „Marc Michaels“ Ruhm und Ehre zu erlangen. Aber irgendwie hab ichs nicht durchgezogen und immer meinen richtigen Namen benutzt. Und der ist jetzt halt bei meinen 5 Lesern etabliert. Das lässt sich nicht mehr ändern.

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      1. Ja, ich denke auch, dass ich da keine großen Probleme haben sollte.
        Das Pseudonym behalte ich einfach mal im Hinterkopf für etwaige Genrewechsel. Wenn ich zum Beispiel irgendwann Schnulzen schreibe, dann natürlich als Mary Michaels.

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  2. Ich veröffentliche ja nur hier auf meinem Blog. Habe aber auch erstmal meinen Blognamen von tarlucy auf Rina P. geändert. Sollte ich jemals richtig veröffentlichen wüsste ich gar nicht ob mit echtem Namen oder weiterhin als Rina P. Eigentlich denke ich, dass ich will, dass mein Name wieder erkannt wird, aber ein aussagekräftiger Name hat auch was. Vorallem Nachname. Marina würde ich lassen, bzw dann bei Rina bleiben. Hm…Schöner Beitrag.

    LG

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    1. Hallo Rina 🙂
      dann lautet dein „richtiger“ Name wohl Marina? Das ist aber auch sehr schön 🙂 Längere Vornamen, bleiben einem irgendwie gut im Gedächtnis :3
      Ja, es hat alles so seine eigenen Vorteile, ob man nun seinen eigenen Namen oder ein Pseudonym verwendet. Natürlich ist es unglaublich, wenn man seinen eigenen Namen dann auf seinen selbst eigens geschriebenen Büchern lesen kann. Andererseits sehen ausgedachte Namen so herrlich aus :3 Und es hat irgendwie seine Reize, sich selbst neu erfinden zu können 🙂
      Liebe Grüße
      Sarah

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      1. Ja – richtig. Es hat alles was. Eine wirklich schwierige Entscheidung. Sollte es jemals bei mir soweit sein – bin ich gespannt, dann werde ich wohl eine Münze werfen ;-)Liebe Grüsse

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