Schreibwelt

Zwischen Ramschpreisen und wieso man es niemandem recht machen kann

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Ebooks kosten ja eigentlich nichts, oder? Schließlich bestehen sie aus nichts – oder? Ich als Leser habe nichts in der Hand, kein Buch, was ich noch einmal verkaufen kann, ich selbst erhalte also quasi nichts. Bis auf die Geschichte natürlich, doch die ist ja eigentlich nichts wert, immerhin hat sie ja nur irgendsoein Autor runter geschrieben. Das ist ja keine Arbeit.

Was ist eigentlich los?

Etwas sprachlos und mit müden Augen konnte ich gestern Abend nicht schlafen. Aufgewühlte Gedanken durchtrieben mich, machten mich rasend. Doch warum? Was war geschehen?

An dieser Stelle möchte ich keine Personen oder Gruppierungen persönlich ansprechen, verallgemeinere die Geschichte daher, da es schließlich nur um den Kern der Geschichte geht und nicht um die Details: Ein Leser erhielt durch eine Aktion von einem Autor ein Ebook gratis. Derjenige freute sich sehr. Dieses Ebook umfasste 150 Seiten. Es war der erste Teil eines 11-teiligen Serials. Die übrigen Teile hätten insgesamt einen Wert von 33 Euro für über 990 Seiten beinhaltet. Wie ich finde, ein ziemlich fairer Preis, doch das sah der Leser nicht so. Derjenige fühlte sich hintergangen. Abgezockt. In die Irre geführt. Einer hinterlistigen Marktstrategie verlockt. Es wäre unverschämt für ein Ebook am Ende so viel zu verlangen, wie für ein Taschenbuch, so heißt es. Da schließlich dann pro Buch um die 10 Euro bei 330 Seiten fällig wären. Und das als Ebook. Darüber hinaus noch durch ein Gratis-Exemplar in die Irre geführt zu werden, regte diese Person ungemein auf. Sie fühlte sich betrogen durch den Autor. Es wäre unverschämt, schließlich wolle derjenige als Leser jetzt erfahren, wie die Geschichte weitergeht (die Leserprobe war anscheinend echt gut) und muss nun so viel Geld für die restliche Story ausgeben.

Tja und an dieser Stelle ist mir dann die Kinnlade ins Erdgeschoss geknallt.

Über Aktionsangeboten und Wertlosigkeit

Um das noch einmal auf den Punkt zu bringen: Ein Leser beschwert sich, weil er etwas UMSONST erhielt, weil die Produkte, die danach folgten, um den ersten Band zu beenden, dann etwas Geld kosten. Keine Unsummen. Normale Preise. Ja, auch wenn es sich dabei nicht um ein Taschenbuch handelt, sondern um ein Ebook, doch zu den Kosten später mehr.
Wenn ich mal einen Vergleich ziehen dürfte: In Bäckereien liegen manchmal gerne ein paar Proben der Gebäcke aus, um zu kosten. Wenn man dann mehr möchte, kauft man logischerweise das ganze Brot. Und bezahlt dafür. Das sieht offensichtlich jeder als sehr normal an, denn dann habe ich etwas in der Hand. Da beschwert sich niemand, dass nach dem UMSONST-Teil der GELD-Teil folgte. Es ist ähnlich, wie bei der gratis-Leseprobe, wobei diese direkt mal 150 Seiten umfasste. Wenn der Inhalt, ähnlich wie bei einer Essens-Probe, nicht gefällt, dann muss man das Endprodukt ja nicht erwerben. Man konnte es testen und dann entscheiden, ob man Gefallen daran hat. Eine, wie ich finde, sehr kluge Marketing-Strategie. Gerade im Bereich des Selfpublishings müssen härtere Register gezogen werden. Kreativität wird an dieser Stelle hoch angesetzt. Irgendwie muss man auffallen, die Leser dazu bringen auch ihre Werke zu lesen und nicht nur die von bekannten Bestseller-Autoren. Denn weshalb sollte ein Leser einen fremden Selfpublisher lesen, wenn der Bestseller genausoviel kostet? Ich kann den Sinn dahinter verstehen, ich selbst denke in dem Punkt auch nicht sehr viel anders. Fremden Produkten, sei es ein neues Buch eines mir fremden Autors oder ein neues Produkt einer Lebensmittelreihe, traue ich im ersten Moment nicht. Ich möchte mein Geld nicht ausgeben, weil ich nicht weiß, ob es für dieses Produkt den Wert erfüllt. Um dann den Kunden (Leser) irgendwie doch zu locken, versucht man es mit Aktionen. Sei es, dass das Ebook für die ersten Wochen für einen lukrativen Preis von 0,99 € angeboten wird, oder aber auch umfangreiche GRATIS-Proben verschenkt werden.
Doch, versteht ihr, was das wirklich bedeutet? Da arbeitet jemand Stunden, Wochen, Monate, und all die Arbeit wird später für einen 1-Euro-Ladenpreis verscherbelt. Weil die Welt das mittlerweile so erwartet. Und wenn es dem Billig-Angebot nicht gerecht wird, regnen Beschwerden vom Himmel.

Übrigens: Meine Kurzgeschichte habe ich zu Beginn auch Gratis angeboten

Denn wisst ihr was? Ich selbst habe es nicht anders gemacht. Als ich meine Kurzgeschichte veröffentlichte, wollte ich vor allem viele Menschen damit erreichen, Kritik bekommen, Feedback zu meiner Geschichte. Ich wollte wissen, ob das, was ich geschrieben habe, gut ist. Eine Leserschaft finden. Also habe ich es eine Woche lang gratis angeboten. Anscheinend kann ich von Glück reden, dass ich keine Beschwerden entgegen geschleudert bekommen habe, da es sich lediglich um eine Kurzgeschichte und keinen ganzen Roman handelte. Denn so, wie es dort draußen aussieht, gibt es anscheinend sehr wohl Menschen, die sich tatsächlich auch über Dinge aufregen können, die ihnen umsonst angeboten werden.
Ich bin zutiefst enttäuscht. Entsetzt und irgendwie auch verletzt. Direkt hat es mich nicht persönlich betroffen, zum Glück. Ich wäre aufgelöst, innerlich etwas zerstört. Irgendwie wollte man etwas Gutes tun und wird dafür am Ende noch bestraft.
In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich? Wenn Lesen zu einem Hobby geworden ist, dann sollte man auch bereit sein dafür Geld auszugeben. Und wenn es gratis ist, dann verdammt noch einmal FREUE ich mich darüber, lese es und hinterlasse dem Autor eine Rezension, um demjenigen mitzuteilen, wie es mir gefallen hat. Schließlich hat derjenige mir etwas GESCHENKT. Und ich weiß ja nicht, wie die Erziehung bei euch im Leben so abgelaufen ist, aber ich bedanke mich für ein Geschenk und beschwere mich nicht darüber.

Schreiben ist Arbeit

Es ist egal, wie lang eine Geschichte ist, der Weg, bis sie fertig ist, hat Zeit und Mühe gekostet. Selbst, wenn es sich dabei nur um eine Kurzgeschichte handelt. Eine Geschichte schreibt sich nicht einfach in zehn Minuten runter. Dahinter steckt Planung, Plotten, Überarbeiten und Schreiben. Meine Kurzgeschichte Der Sandkornzähler umfasst 20 Seiten und einen Wortumfang von knapp 4000 Wörtern. Das ist nicht viel, schließlich ist es nur eine Kurzgeschichte. Zum Vergleich: Mein Roman umfasst 500 Seiten mit 113 000 Wörtern.
Doch hinter der Kurzgeschichte und diesen 4000 Wörtern steckt dennoch viel Arbeit. Nehmen wir die reine Schreibarbeit, so stecken dahinter 2-3 Stunden, reiner Fließtext. Zwischendurch muss noch geplottet werden, damit der Inhalt auch Sinn ergibt, packen wir für eine Kurzgeschichte dafür auch noch einmal 2 Stunden obendrauf. Danach folgt die erste Runde der Überarbeitung. Werten wir dafür mal eine Stunde. Wenn der Text fertig ist, schicke ich es an Beta-Leser. Ja, auch bei einer Kurzgeschichte. Ich mache keine halben Sachen. Wenn die Kommentare der Beta-Leser zurückkommen, folgt die zweite Überarbeitungsrrunde, die meist mehr Zeit in Anspruch nimmt, lassen wir hier zwei Stunden dafür, wenn es nicht sogar mehr sind, doch stappeln wir einmal tief.
Bis der Text der Geschichte also fertig ist, liege ich bei: 8 Stunden. Also ein ganzer Arbeitstag. Was vorraussetzt, dass alles glatt läuft und ich die Geschichte bereits sehr genau kenne, mir nicht viele Gedanken machen muss. Das ist die minimale Zeit, die ich aufwenden müsste, um eine Kurzgeschichte fertigzustellen.
Danach ist das Buch allerdings noch nicht fertig. Dann kommt der Buchsatz. Nehmen wir dafür mal 2 Stunden. Dann das Cover: Nehmen wir dafür 3 Stunden, da ich es selbst angefertigt und nicht gekauft habe, entfallen an dieser Stelle für mich die Kosten. Da meine beste Freundin Germanistik studiert hat, konnte ich mir ebenfalls Kosten für ein teures Lektorat ersparen, da sie so lieb war und meinen Text korrigiert und auf Sinnfehler hinterfragt hat.
All das setzt voraus, dass ich übrigens all das schon gelernt habe. Damit meine ich das Schreiben. Die Covergestaltung, die Konvertierung in ein Ebook-Format, die Auseinandersetzung mit dem Veröffentlichungs-Prozess und vieles mehr. Zum Beispiel: Was ist eigentlich ein Buchsatz? Welche Größe hat so ein Cover eigentlich? Welche Bilder darf ich verwenden und welche Schriftarten? Welche Plattform nutze ich dafür? Welches Programm eignet sich am besten? All die Stunden, in denen ich das Grafikprogramm kennenlernen musste, in denen ich das Cover Kritiken durchziehen ließ und Verbesserungen vorgenommen habe, all die Zeit auf unterschiedlichen Blogs, Plattformen und Websites, um sich professionelle Meinungen und Ratschläge einzuholen. All das beziehe ich in die Arbeit nicht einmal in Stunden mit ein. Mal abgesehen von all den Jahren, in denen ich das Schreiben lernte. Und damit meine ich nicht das Alphabet der ersten Klasse. Ich meine das richtige Schreibem. Die Kunst eine Geschichte zu schreiben, so dass sie vielleicht hoffentlich am Ende auch jemand lesen möchte.
Was für einen Stundensatz haben wir jetzt am Ende? Acht für den Text und noch einmal 5 für den Rest, also bei 12 Stunden. Das setzt auch voraus, dass man fehlerfrei arbeitet und alles auf Anhieb funktioniert.

Echte Kosten

Ich selbst habe das Cover und das Lektorat durch Freunde und eigene Arbeit erreichen können. Viele Selfpublisher kaufen sich allerdings ein Cover und nutzen ein professionelles Lektorat. Bei einem Manuskript von ungefähr 300 Seiten kommen dabei locker Kosten in Höhe von 1500-2000 Euro auf einen zu. Ja, ganz recht. Dieses Geld streckt ein Selfpublisher vor, ohne zu wissen, ob das Buch am Ende überhaupt gekauft wird. Volles Risiko, nur, damit das Buch auch den Qualitäten entspricht, welches die Leser fordern. Dieses Geld geben wir also für potenzielle Leser aus, damit das Buch auch zu einem guten Wert verkauft wird. Und dann folgen Rabatt-Aktionen und vieles mehr, damit mehr Leser auf einen aufmerksam werden.

Ein Verlag hat ähnliche Kosten. Und etwas darüber hinaus. Denn bei einem Verlag folgen dazu noch Kosten für Buchsatz, Marketing, Innengestaltung und der Rabatt an den Buchhandel. Autoren setzen sich mit dem Marketing und dem Buchsatz oft selbst auseinander, wobei beim Marketing gerade am Anfang auch viel Geld hinein fließen muss. Dabei handelt es sich sowohl um Facebook-Werbung, als auch um Materielles, wie Flyer, Leseproben, Lesezeichen und Gewinnspiele.

Und ach ja! Der Autor. Der Autor sollte am Ende auch noch bezahlt werden. Derjenige hat die Geschichte ja geschrieben. Das hätte ich ja fast vergessen. Und das sage ich jetzt nicht einfach so.
Im Verlagswesen wird ein prozentualer Wert vertraglich festgelegt, den der Autor erhält. Zu Beginn wird dieser 5 % des Buchpreises nicht überschreiten, schließlich ist der Autor noch unbekannt und kann quasi froh darum sein, dass das Buch überhaupt vermarktet wird.
Als Selfpublisher kann man fast selbst die Preise festlegen, darf jedoch einen Fixpreis nicht unterschreiten. Schließlich wollen die Plattformen, auf denen die Bücher veröffentlicht werden, auch etwas daran verdienen. Diese erhalten meist 30 % der Einnahmen, was vollkommen in Ordnung ist. Das bedeutet übrigens bei einem Ebook von 0,99 €, dass wir am Ende keine 60 Cent daran verdienen. Für ein ganzes Buch.

Und ja: Das sind die Kosten, die ausschließlich für ein Ebook anfallen. Diese Kosten beziehen sich auch auf ein Taschenbuch, nur, dass dabei noch die Druckkosten anfallen. Mal ein interessanter Fakt: Ebooks von Verlagen kosten meist nur 1-2 Euro weniger, als die Version in Taschenbuchformat, doch irgendwie findet das niemand so schlimm. Wenn das allerdings ein Selfpublisher macht, ist es unverschämt. Wobei man dazu sagen muss, dass Selfpublisher tendenziell ihre Ebooks immer weit unter dem Marktwert anbieten. Ein kleines Beispiel gefällig? Die erfolgreiche Thrillerautorin Catherine Shepherd bietet ihre Ebooks für 2,99 € an. Ihre Taschenbücher kosten 9,99 €.
Das Erstlingswerk von Sebastian Fitzek Die Therapie kostet als Taschenbuch 9,99 €, das Ebook kostet genausoviel. Das neue Werk von Sebastian Fitzek AchtNacht (steht bereits auf meiner Wunschliste) kostet als Taschenbuch 12,99 €, als Ebook 8,99 €. Warum ist es bei Fitzek in Ordnung und bei einem Selfpublisher nicht? Weshalb müssen Selfpublisher ihre Bücher zu einem Ramschpreis anbieten und werden dafür dann auch noch angepflaumt, sollte es nicht niedrig genug sein?

Liebe zur Schreibkunst

Und einmal tief durchatmen. Denn das ist es, worauf es am Ende ankommt. Die Liebe zum Schreiben. Sie ist so tiefgründig, unermesslich, unbegreiflich. Ich kann mich noch erinnern, als ich die erste Geschichte angefangen hatte zu schreiben. Es ergriff mich wie eine Sucht. Und so fühlt es sich auch an: Eine Schreibsucht, die mich nicht mehr loslässt. Ein Kribbeln durchfährt meine Fingerspitzen. Die Geschichten lassen mich nicht ruhen. Ideen überkommen mich zu den ungünstigsten Zeiten. Meine Gedanken sind so oft an vollkommen falschen Orten, weil meine Geschichten nicht aufhören mit mir zu sprechen. Nur, wer wirklich aus Liebe schreibt, wird verstehen, was ich damit meine. Und diese Liebe wiegt die negativen Laute im Hintergrund so stark aus, dass es ok ist. Es ist ok, dass es dort draußen immer Menschen geben wird, die die Arbeit, die Kraft und die Leidenschaft, die dahintersteckt nicht erkennen und schätzen werden. Das ist in Ordnung. Dafür liebe ich das Schreiben viel zu sehr, um es durch irgendwen zerstören zu lassen. Das ist eine Bindung, die sich nicht so einfach kippen lässt. Und ich hoffe, dass es euch anderen Schreibern dort draußen auch so ergeht.

Alles Liebe

SR


Quellen:
Foto: Pixabay.com

 

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16 Kommentare zu „Zwischen Ramschpreisen und wieso man es niemandem recht machen kann

  1. Da gibt’s nichts hinzuzufügen. Leider.

    Ich möchte mal wissen, was diejenigen sagen würden, wenn sie sich auf eine neue Stelle bewerben, der Chef sie zu einem Tag Probearbeiten einlädt, sie daraufhin einstellen würde und sich dann darüber aufregt, dass die Leute Lohn für ihre Arbeit haben wollen.

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    1. Jap, das wäre genau dasselbe. Es ist schade, dass davon ausgegangen wird, dass Dinge, die Spaß machen, nicht entlohnt werden müssen. Das größere Problem ist, dass immaterielle Dinge, wie Ebooks oder ein Song zum Download einfach nicht als etwas angesehen haben, was von wert sein könnte.

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    1. Das kann sein 😀 es gab von Samstag auf Sonntag den Post dazu und Gestern folgten einige Diskussionen darüber. Ich kam nicht umher dazu noch einmal sehr ausführlich Stellung zu nehmen, ohne die Person selbst direkt anzugreifen. Ich glaube auch, dass ihr ihre Worte gar nicht wirklich bewusst gewesen sein oder die darauffolgenden Konsequenzen 😀

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  2. Ich stimme deinen Aussagen zu 99% zu, allerdings habe ich vielleicht, vielleicht auch nicht den Punkt überlesen, der das 1% Rest ausmacht:

    Wusste der betreffende Leser vorher, dass er es mit einem ersten Teil zu tun hat, an den sich noch 11 weitere Teile anschließen würden? Denn das halte ich für sehr wichtig, unterscheidet es doch ein sogenanntes Lockvogelangebot von einer echten Probe. Beim Bäcker kann ich sehen und im Wortsinne begreifen, dass das Stück Brot nur eine Probe ist. Bei immateriellen Gütern kann ich das nicht.

    Wenn die Tatsache der zwingend erforderlichen weiteren Investition vorher klar war, dann 100% Zustimmung. Ansonsten sehe ich das kritischer, denn das wäre dann so, als ob ich mir im Kino oder Fernsehen einen Film ansehe und zehn Minuten vor dem Showdown kommt die Aufforderung, 10 Euro zu überweisen, damit ich auch das Ende sehen kann.

    Dabei spielt die Wertigkeit der Arbeit als solches im Übrigen keine Rolle. Ich habe leider schon kostenlose Bücher gesehen, bei denen eben nicht darauf hingewiesen wurde, dass es sich um Leseproben oder erste Teile handelt. Und dann kann ich schon verstehen, dass man sich als Leser mindestens überrumpelt fühlt. So fair sollte man als Autor dann auch sein, diesen Ärger zumindest zu verstehen.

    Aber, wie gesagt, ich kenne den konkreten Fall hier nicht. Ich sehe aber auch kein Problem darin, kostenlose erste Teile oder Gratis-Leseproben als solche zu kennzeichnen.

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    1. Ich muss sagen, dass ich das nicht ganz nachempfinden kann. Wenn etwas gratis ist, dann sollte man sich darüber freuen, allerdings nicht noch Ansprüche daran stellen, wie viel man denn am Ende gratis haben möchte. Wenn ich wissen will, ob es sich um einen abgeschlossenen Teil handelt, dann muss ich mich als Leser nunmal vorher informieren.
      Bzgl. deines Vergleichs: Wenn ich im Kino einen Film gratis sehen kann, würde ich ja auch vorher fragen, ob es sich dabei um einen ganzen Film handelt 😀 Wenn man etwas umsonst bekommt, sollte man sich doch über das, was gratis ist freuen. Oder sich selbst informieren.
      Es ist aber interessant, dass an dieser Stelle dann doch die Meinungen auseinandergehen und es freut mich, dass du dazu Stellung bezogen hast 🙂
      Liebe Grüße
      Sarah

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      1. Die Frage ist, wie der potenzielle Kunde sich darüber informieren kann, dass das Produkt, das ihm da geschenkt wird, nur partiell vollständig ist, oder nicht.

        Und noch einmal: Es geht mir nicht um irgendwelche Ansprüche des Lesers. Ich stelle nur die Gegenfrage, was der Autor sich dabei vergibt, wenn er von vornherein darauf hinweist, dass es sich um einen Mehrteiler handelt oder um ein Serial.

        Bei Gratisfilmen im Kino ist es übrigens branchenüblich, den ganzen Film zu zeigen. Wenn da jemand ausscheren würde, hätte er ganz schnell die Wächter des Wettbewerbsrechts auf seiner Fährte 😉 .

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  3. Ich habe die Diskussion bei Facebook auch verfolgt und war als Selfpublisher direkt verunsichert. Ich hatte auch überlegt, Reihen zu schreiben, bei denen ich bspw. Teil 1 kostenlos anbiete, um den Leser einen Vorgeschmack zu geben, und ja, natürlich, als Marketing Strategie. Ist das so verwerflich? Ich finde nicht. Wenn mir etwas so gut gefällt, dass ich das Ende wissen will, dann ärgere ich mich nicht, dass ich dafür zahlen muss, sondern freue mich, dass ich den Urheber durch Geld Anerkennung und Unterstützung gewähren kann.

    Das ist wie bei Wattpad, wo bei ausgewählten Geschichten zwischen Kapiteln Werbung gespielt wird. Die Erlöse davon gehen zum Teil zum Autor. Kostet mich nichts, aber der Autor profitiert. Trotzdem gibt es Unmengen Leser, die sich gestört fühlen, protestieren und nicht weiter lesen…. Oo

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  4. Ich habe den Post auch online gelesen^^, mich zweimal geschüttelt und mir jeglichen Kommentar verkniffen. Ich war allerdings froh, dass sehr viele andere Personen, auch Leser, bereits den Beitrag kommentiert hatten, mit ermunternden Statements. Immerhin denken noch nicht alle so … Oh, und damit ich auch was zur Preisgestaltung sage – ich finde, dass die Wahrheit eigentlich in der Mitte liegen müsste – etwas unter den regulären Verlags-ebook-Preisen, aber deutlich über dem SP-Preis. Ich würde jetzt einfach mal als Schätzwert rund 50% des TB-Preises in den Raum stellen, was bei einem normalen Taschenbuch einem e-Book-Preis von 4,99-7,99 Euro entspricht, bei Neuerscheinungen, die nur als HC verfügbar sind und dann 26€ oder ähnliches kosten, darf auch ruhig das e-Book einen zweistelligen Europreis haben. Andererseits … mich betrifft es ja eh nicht – ich kaufe ja keine eBooks, daher würden mir bestimmt viele in Diskussionsgruppen auch Scheinheiligkeit vorwerfen^^. Dir noch frohe Ostern! 🙂

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  5. Hat dies auf Alles ist möglich rebloggt und kommentierte:
    Ein wahnsinnig wichtiger, ehrlicher und aufschlussreicher Artikel, den jeder mal gelesen haben sollte! Ich finde in diesem Beitrag finden sich nur wahre Worte und stimme ihr voll und ganz zu. Wo kommen wir da noch hin, wie geht das weiter? Nur weil man selfupblisher ist, hat man lange noch nicht weniger Arbeit und Mühe in seine Arbeiten gesteckt, im Gegenteil. Macht es ihnen nicht unnötig schwer. Diese Entwicklung zum totalen Geiz hin bricht mir das Herz. Ich werde trotzdem eiter schreiben, ich werde trotzdem irgendwann meine Geschichte veröffentlichen und vielleicht ist es den Lesern dann auch ein paar Cent wert, aber das schreiben ist wie ein ganz normaler Job, nur sogar mit noch mehr Herzblut. Denn wer wirklich richtig mit Liebe schreibt, der lässt seine Seele schreiben, der packt sein Herz aufs Papier.

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