Rezensionen

Rezension: Murder Park

Bewertung: ★★★☆☆

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Fakten?

Titel: Murder Park
Autor: Jonas Winner
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: Heyne Verlag

Worum  geht es?

Willkommen im Murder Park! Betreten auf eigene Gefahr!

Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark — bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein.

20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park, eine Vergnügungsstätte, die mit den Ängsten der Besucher spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel eingeladen. Und dann beginnen die Morde. Ein Killer ist auf der Insel und die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …*

Was ich zu sagen habe?

Ich muss gestehen, dieses Buch war schwierig. Vom Autor Jonas Winner habe ich bereits den Thriller Die Zelle verschlungen und war restlos begeistert gewesen, weshalb ich mich gefreut habe, dass ich auch dieses Mal ein Leseexemplar erhalten habe. Der Klappentext klang vielversprechend, die Idee reizte mich sehr: Ein Murder Park, in dem sich Journalisten nach 20 Jahren zusammenfinden und über die Neueröffnung berichten sollen. Dann geschehen Dinge.

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Leider wurde ich bereits durch den Protagonisten Paul nicht warm. Seine Art zu denken und zu handeln, damit konnte ich mich nicht recht anfreunden. Dennoch habe ich weitergelesen, wollte erfahren, worum es geht, ob sich Paul vielleicht bessert, mich der Schreibstil schließlich doch noch packt.
Durch das Buch hinweg begleiten uns Interviews, dessen Einbringung ich sehr gelungen empfand. Allerdings verwirrten mich manche Aussagen und Fragen des Psychiaters, die weder zum Inhalt des Buchs, geschweige denn den Zweck seines eigentlichen Einsatzes entsprachen. Einige Dialoge verliefen ins Nichts. Gerade gewisse pikante Szenen wirkten auf mich sehr gekünstelt und Fehl am Platz.
Dadurch, dass gleich zwölf Personen in diesem Roman eine Rolle spielen, habe ich zu Beginn recht lange gebraucht, um mich in die Atmosphäre einzuleben. So viele wurden vorgestellt, so viele einzelne Geschichten verteilt, dass es schwierig war dem Geschehen zu folgen und überhaupt Spannung aufzubauen. Ich hatte eher das Gefühl in den ersten Hundert Seiten mit Informationen überlagert zu werden, bevor die Aktion losgeht. Das war  mir etwas zu viel. Gerade für einen Thriller, der eigentlich eher knackiger sein sollte, mehr auf den Punkt, direkter, knapper.
Der Schreibstil konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Die Dialoge waren mit der Zeit sehr anstrengend, endeten zeitweise auch in seitenlangen Monologen. Während der Interviews störte es mich am meisten, dass zwar ein gewisser umgangssprachlicher Slang beibehalten wurde, die Dialoge so etwas echter wirkten, doch gleichzeitig mittendrin in malerische Schreibkunst geschwenkt wurde. Das verwirrte und obendrein unterstrich es die Charaktere nicht. Durch die Art, wie sie allesamt sprachen, wirkten sie stets auf mich wie eine Person, ich konnte sie tatsächlich nur durch die Namen unterscheiden, was ich als sehr schade empfunden habe.
Die Art und Weise, wie schließlich die Morde stattfanden, wie das Setting arrangiert wurde und weshalb der Murder Park eröffnet werden sollte, konnte mich ehrlich gesagt nicht wirklich überzeugen. Inhaltlich wurden mir zu viele Klischees eingebaut, zu wenig Originalität, zu wenig Überraschung. Bereits bei der Hälfte ahnte ich, worauf es hinauslaufen sollte und wurde mit der Auflösung nicht in den Bann gezogen.
Das Ende konnte mich leider absolut nicht überzeugen, vor allem die letzten Seiten nicht.
Allerdings ziehe ich den Hut vor der immensen Recherchearbeit. Das Buch ist gefüllt mit Informationen über Serienkiller, unterschiedlichen Psychoanalysen und einem umgreifenden Setting. Dieser Part hat mir sehr zugesprochen!

Fazit?

Die Idee hinter Murder Park hat mir sehr gefallen, allerdings konnte ich mich mit dem Verlauf der Story und dem Protagonisten nicht anfreunden. Eine gute Basis, nur leider fehlte mir das gewisse Etwas, der Thrill.

Weitere Meinungen von Buchbloggern?

Julia Jordan

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Ich bedanke mich beim Heyne-Verlag für das Leseexemplar.


Quelle:
Klappentext: Randomhouse

 

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4 Kommentare zu „Rezension: Murder Park

  1. Danke für diese ausführliche und reflektierte Rezension. Obwohl du eigentlich keine sehr gute Bewertung gegeben hast, interessiert mich das Buch jetzt trotzdem. Wieso? Wegen der Recherche zu Mördern. Zudem ist die Basis wirklich gut.
    Schönen Samstag noch!

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Mika,
      danke fürs vorbeischauen!
      Es ist am Ende alles natürlich Geschmackssache. Ich habe durchaus Rezensionen gelesen, bei denen die Leser sehr begeistert waren. Es traf vielleicht einfach nicht meinen Nerv.
      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt mir

  2. Heyho 🙂

    Ich habe das Buch heute auch gelesen und rezensiert. Ich stimme mit deiner Beurteilung überein, so richtig überzeugen konnte mich der Thriller nicht. Vor allem hat mich auch das Grundkonzept, das hinter dem Murder Park stecken sollte, gestört, ich fand es sehr unrealistisch, in dem Punkt stimme ich dir völlig zu. Genau deswegen habe ich deine Rezension unter meiner verlinkt. Falls dir das nicht gefällt, sag gerne Bescheid, dann entferne ich den Link.

    Liebe Grüße,
    Julia

    Gefällt 1 Person

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