Rezensionen · Soulmate

Rezension: The Last Magician

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Fakten

Titel: The Last Magician // Autorenname: Lisa Maxwell // Genre: Fantasy // Sprache: Englisch // Seitenzahl: 498 Seiten // Verlag: Simon Pulse // Preis: 17,99 EUR (Gebunden)

Inhalt

Stop the Magician. Steal the book. Save the future.

In modern-day New York, magic is all but extinct. The remaining few who have an affinity for magic—the Mageus—live in the shadows, hiding who they are. Any Mageus who enters Manhattan becomes trapped by the Brink, a dark energy barrier that confines them to the island. Crossing it means losing their power—and often their lives.

Esta is a talented thief, and she’s been raised to steal magical artifacts from the sinister Order that created the Brink. With her innate ability to manipulate time, Esta can pilfer from the past, collecting these artifacts before the Order even realizes she’s there. And all of Esta’s training has been for one final job: traveling back to 1902 to steal an ancient book containing the secrets of the Order—and the Brink—before the Magician can destroy it and doom the Mageus to a hopeless future.

But Old New York is a dangerous world ruled by ruthless gangs and secret societies, a world where the very air crackles with magic. Nothing is as it seems, including the Magician himself. And for Esta to save her future, she may have to betray everyone in the past.*

Meine Lesezeit

Abgrundtief. Hinterlistig. Magisch. 

Als ich The Last Magician begann, ahnte ich noch nicht ansatzweise, was für eine Welt dort auf mich zukommt. Es ist so viel. In diesen fast fünfhundert Seiten schlummert eine ganze Welt und hunderte Leben. Dieses Buch habe ich recht lange gelesen. Zum einen nahm mich die Erzählweise von Lisa Maxwell derart ein, dass ich teilweise ganze Absätze noch einmal gelesen habe, um diese Welt zu verstehen, die Gedanken der Protagonisten nachvollziehen zu können und mich zwischen diesen Seiten wie Zuhause zu fühlen. Zu Beginn wird direkt im Prolog etwas essentielles verraten, was einen dazu bringt während des gesamten Buches, immer mal wieder zum Prolog zurückzublättern, um zu kontrollieren, ob die eigenen Theorien mit der Geschichte übereinstimmen, ob man den Prolog nun noch mehr versteht, die Geheimnisse entschlüsseln kann, ob irgendwo zwischen den Zeilen Hinweise versteckt liegen, die einem den Weg zur richtigen Lösung weisen. Es ist ein großes Rätsel, dieses Buch. Denn die Geschichte dreht sich um Magie, allen voran dem Magier, dem letzten Magier. Dabei kann man den gesamten Plot als meisterhaften Zaubertrick zusammenfassen, der den Zuschauer über den gesamten Roman hinweg auf die falsche Fährte legt, einen geradezu durch falsche Hinweise ablenkt und schließlich mit einem gewaltigen Finale in den Bann zieht und fassungslos zurücklässt, mit der Frage: Wie hat der Zauberer, in dem Fall die Autorin, das nur geschafft?

“But then, liars do make the best magicians, and he happened to be exceptional.”

In der Story finden wir uns in New York wieder, zu meiner Begeisterung in zwei unterschiedlichen Zeitetappen, denn in dieser Geschichte spielt ein unglaublich wichtiges Element eine entscheidende Rolle: Zeitreisen. Gerade durch diese Sprünge, verwandelt sich die Story in ein verstricktes Rätsel, was man als Leser zu lösen versucht. Es ist wie die Suche nach dem Trick eines Magiers, der Frage, wie er die Zuschauer in den Bann zieht und was sich genau hinter seinem Geheimnis verbirgt. Genauso verfolgt der Leser diese Geschichte und lässt sich von dieser Stadt und seinen Bewohnern in den Bann ziehen.
Natürlich geht es nicht nur um kleine Taschenspielertricks. Nein. In The Last Magician befinden wir uns in einem Konflikt und einem großen Kampf zwischen Magiern und Menschen. Dabei lernen wir eine große Anzahl an Protagonisten kennen. Zu Beginn ist es noch recht gewöhnungsbedürftig mit so vielen Beziehungen und Konflikten konfrontiert zu sein, doch gerade diese Vielzahl an Protagonisten macht den schlussendlichen Trick von Lisa Maxwell aus: Jeder spielt eine tragende Rolle, jeder hat sein Päckchen zu tragen, in dem es gilt den Leser zu verwirren und die Intentionen eines jeden zu vertuschen. Kaum glaubt man gerade den Durchblick gewonnen zu haben, zu verstehen wohin die Story führt, wer welche Absichten hegt und vor allem, wer Gut und wer Böse spielt, da wirft Lisa Maxwell die Richtung einmal um und enthüllt Geheimnisse, die einen staunend zurücklassen. Nicht selten habe ich innegehalten, war schockiert von den Geschehnissen, der Art, wie ich mit den Charakteren mitfühlte und von der Geschichte mitgerissen wurde.

He wasn’t sorry for using their fears and hopes, their prejudices and their sense of righteousness against them. For distracting them from the truth. He was simply surviving in a world that hated what he was.
– The Last Magician – S. 161 –

Dabei brachten mich vor allem Esta und Harte durch ihre Wortgefechte und unerwarteten Handlungen zum lachen und schluchzen. Doch nicht nur sie tragen die Geschichte, es sind so viele einzelne Schicksale, die teilweise in einer kleinen Passage ihren Platz finden und dennoch ein unglaubliches Gewicht verliehen bekommen haben, dass ich erstaunt darüber bin, bloß eine Geschichte von fünfhundert Seiten gelesen zu haben. Es fühlte sich an wie eine ganze Buchreihe, in denen ich unfassbar viele Leben, Personen, Lieblingsplätze und Schicksale kennenlernte, ohne jedoch das Gefühl zu bekommen, überladen oder unübersichtlich zu wirken.

„So, am I going to be taking the couch, or are you going to be a gentleman and give me your bed?“ she asked, batting her eyes innocently. „The only way you’re getting into my bed is if I’m in there with you,“ he told her.
– The Last Magician – S. 298 –

Zwar glaubt man als Leser zwischendurch zu ahnen, wer welches Spielchen treibt, doch gegen Ende staut sich ein solches Fiasko zusammen, dass ich den Buchdeckel mit Staunen schloss und erst einmal fassungslos dasaß, nicht fassend, wie viele Wendungen eigentlich ein einziges Ende tragen kann. Gerade die Zeitreisen haben den Reiz der Plottwists erst möglich gemacht und dadurch ein Ende mit tosendem Applaus gestaltet, das sich sehen lassen kann.

Because the hope for a different future was that powerful.

Die tragende Rolle in dem Konflikt zwischen Magiern und solche, die keine Kräfte in sich tragen, ist der sogenannte Brink. Eine ausgeklügelte und so geniale Idee, die ich an dieser Stelle einfach erwähnen muss. Der Brink ist so etwas wie eine unsichtbare Mauer, die dafür Sorge trägt, dass all diejenigen, die Magie in sich tragen, Manhattan nicht verlassen können, ohne der eigenen Magie beraubt zu werden und bei diesem Prozess sogar zu sterben. Dieses Werk wird so gut in die Geschichte eingegliedert, dass mir später mit der Zeit selbst ein Schauer durchlief, bei jedem Erwähnen des Brinks. Dabei hat Lisa Maxwell sehr genaue Vorstellungen, wie dieser und die Magie der Stadt überhaupt funktioniert. Hier wurde nicht oberflächlich gearbeitet: Die Autorin hat jeden Schachzug genauestens durchdacht, ohne Logikfehler, ohne Lücken auftreten zu lassen, hier stimmt einfach alles. Ich habe nicht selten über mögliche Theorien nachgedacht, versucht für die Protagonisten einen Ausweg zu finden, doch auf jede Idee meinerseits, fand Lisa Maxwell mit der Zeit immer Antworten, die ein Entkommen aus dieser Stadt fast unmöglich erscheinen ließen. Sie setzt die Elemente dieses Fantasy-Romans sehr gekonnt in Szene, so dass sie nicht nur nachvollziehbar, sondern authentisch wirken.

Übrigens: Ich war begeistert von dem Setting. Anbei hat sich eine Karte von Manhattan befunden, anhand dessen man sich als Leser durch die jeweiligen Schauplätze orientieren konnte. 

Mein Fazit

Lisa Maxwell erschafft mit The Last Magician ein Meisterwerk der Magie. Als Leser wird man in den Bann dieser neuen Welt gezogen, verliebt sich in die Charaktere, schließt sie ins Herz, will sie nicht gehen lassen und endet zerstört am Boden über jedes Schicksal, jede Wendung, jedes gelöste Geheimnis. Das Ende ist unfassbar gut. Es lässt mich zerstört und sprachlos zurück. Ich will mehr. Mehr Magie, mehr Esta und Harte. Und wisst ihr was? Es ist nur der Anfang.

Dieses Buch gehört eindeutig in dir Kategorie:
Soulmate

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Klappentext: Goodreads

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6 Kommentare zu „Rezension: The Last Magician

  1. Liebe Buchnachbarin,
    ich habe jetzt nur das Fazit gelesen, freue mich aber wahnsinnig drauf, die gesamte Rezi zu lesen nachdem ich ENDLICH das Buch gelesen habe. Ich halte dich diesbezüglich auf dem Laufenden.
    Ich finde es toll, dass du zu Beginn immer drei Schlagworte nennst.

    Liebe. ❤

    Gefällt mir

    1. Liebe Buchnachbarin,
      ich hoffe, dass du ganz bald Zeit finden wirst! Ich bin sooo gespannt darüber, wie du es finden wirst. Immer noch muss ich an gewisse Szenen zurückdenken, die mich total fertig gemacht haben. Ich bin gespannt ob und wann das Buch nach Deutschland kommt (und vor allem wie das Cover dann aussehen wird). Eventuell würde ich mir das sogar noch einmal holen. Jetzt steht Lisa Maxwell bei mir auf der Fanliste. Ich bin gespannt, welche Bücher ich von ihr mitgehen lassen kann.

      Uuh danke 🙂 freut mich, dass dir die Idee mit den Schlagworten gefällt. ❤

      Alles Liebe,
      deine Buchnachbarin

      GROSSE LIEBE ❤

      Gefällt 1 Person

  2. Oh Sarah – ein Soulmate! ❤
    Bei mir musste das Buch ja auch schon vor einer Weile einziehen, leider bin ich aber noch nicht zum Lesen gekommen.
    Jetzt, wo du aber auch so wahnsinnig begeistert bist, sollte ich es wohl aber nicht mehr allzu lange warten lassen!
    Eine richtig tolle und mitreißende Rezension!

    Liebste Grüße ❤ Jill

    Gefällt mir

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