Rezensionen · Soulmate

Rezension: Berühre mich. Nicht.

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Berühre mich. Nicht. habe ich gelesen, ohne zu wissen, was auf mich zukommt. Weder den Klappentext noch irgendwelche Spoiler hatten mich erreicht. Ich wusste nur: Dieses Buch musst du lesen, weil es in aller Munde ist. Dieses Buch soll anders sein. Und was soll ich sagen? Das war es auch. Mit Abstand.

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Fakten

Titel: Berühre mich. Nicht.
Autorenname: Laura Kneidl
Seitenanzahl: 462 Seiten
Genre: New Adult
Verlag: LYX
Preis: 12,99 (TB) 9,99 (E-BOOK)

Inhalt

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen…[LYX]

Meine Lesezeit

Echt. Berührend. Unerwartet.

Sage ist eine Protagonistin, dessen Gedankenwelt mich von der ersten Seite an ungemein fasziniert hat. Die Art, wie sie die Welt um sich herum wahrnimmt, wurde so authentisch dargestellt, dass ich viele Passagen vermehrt gelesen habe, und weiterhin von der Autorin und der Umsetzung beeindruckt bin. Sage ist auf ihre ganz eigene Art unfassbar stark. Auf eine stille Weise, so dass genauer hingesehen werden muss, um zu erkennen, wer Sage eigentlich wirklich ist.

Ich habe keine Angst. Die Angst ist nicht real.
– Sage

Laura Kneidl nimmt sich Zeit dem Leser die Charaktere nach und nach vorzustellen. Wir werden nicht überrumpelt. Es ist tatsächlich wie ein echtes Kennenlernen von neuen Freunden: Zuerst der äußere Eindruck, ein paar Nettigkeiten zum Austausch, das erste Treffen. Durch die Art wie die Charaktere präsentiert werden, bleiben sie einem in ihrem Dasein vollständig in Erinnerung. Die guten und schlechten Seiten, die Macken und Annehmlichkeiten. Es hat Spaß gemacht sie durch die Augen von Sage aufzunehmen und lieb zu gewinnen.

Die schönsten Überraschungen sind die, die nicht nötig sind.
– April

April lernen wir relativ zu Beginn kennen. Sie überzeugt durch ihre fröhlich offene Art die Welt zu betrachten. Als Freundin von Sage tritt sie nicht so auf, wie ich es zu Beginn erwartet hatte. Überhaupt trifft auf keinen einzigen Charakter der Stereotyp zu. Glaube ich für einen Moment sie allesamt durchschaut zu haben, tauchen plötzlich neue, total sympathische Charakterzüge auf. April hilft mit einer Selbstverständlichkeit, die mich an wahre Freundschaft erinnert hat. Nicht zu aufdringlich, nicht zu übertrieben. Einfach genau richtig.

Manchmal träumte ich davon. In meinen Träumen war ich mutig.
-Sage

Jeder Charakter überraschte mich mit seinem Auftreten. Allen voran war es Luca, der wohl jedem Leser bewies, was das erste Treffen für Vorurteile in einem auslösen kann. Das Thema Vorurteile und das Einordnung in Kategorien, das Labeln von Dingen und Menschen, wird hier von Kneidl groß aufgegriffen und einmal vollständig umgekrempelt. Dabei ist es nicht so, dass die Autorin mit erhobenem Zeigefinger über Vorurteile spricht. Es lief eher so ab, dass man sich selbst als Leser immer wieder dabei ertappt, wie man in die Vorurteilsfallen läuft und merkt, dass niemand so ist, wie es scheint. Da ist stets mehr.

„Wieso wollt ihr mir helfen? Wir kennen uns erst seit ein paar Wochen.“
„Seit wann wird Freundschaft durch Zeit definiert?“
-Luca

Der Verlauf der Geschichte wird vor allem durch die Angstzustände von Sage geprägt. Ich habe noch nie zuvor eine Umsetzung einer Protagonistin so realitätsnah lesen dürfen. Sages Zustand ging mir persönlich sehr nahe. Immer wieder hatte ich Gänsehaut, habe mitgefühlt, mitgelitten. Es war beeindruckend in diese Abgründe zu blicken. Dieser New Adult Roman unterscheidet sich so stark von allen anderen aus diesem Bereich. Natürlich wird Sex hier thematisiert, allerdings ist es nicht das zentrale Thema. Es dreht sich nicht alles um Sages Sexleben oder ihren Loveinterest. Es geht um Sage, ihr Leben, ihr Dasein. Dabei blicken wir tief in ihre Psyche. Es werden wichtige Themen in den Vordergrund gestellt, mit denen ich so nicht gerechnet habe und die mich diesen Roman haben lieben lassen.

Wie konnte man jemanden vermissen, der gerade mal ein paar Schritte von einem entfernt stand?
-Sage

Das Ende hat mich übrigens vollkommen überzeugt. Und zerstört. Ich liebe es und hasse es zugleich. Es ist genau richtig und ich hätte mir nichts anderes vorstellen können, auch wenn ich Laura Kneidl dafür ein bisschen den Kopf abreißen könnte. Aber nur soweit, dass sie noch weitere wunderschöne Bücher schreiben kann. Der zweite Teil wird übrigens am 26.01.2018 veröffentlicht. Das lange Warten hat also sehr bald ein Ende.

Übrigens: Diesen Roman habe ich gemeinsam mit meiner Büchergang gelesen. Diese Zeit habe ich sehr geliebt. Es war ein unglaublich intensives lesen und gerade bei diesem Roman gab es so viele Passagen, die ein unglaubliches Redebedürfnis ausgelöst haben, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie ich die Nächte durchgestanden hätte, hätte ich niemanden zum Austausch gehabt. 

Mein Fazit

Lest dieses Buch. Bitte. Es bringt so viele wichtige Themen hervor, die ich jedem ans Herz legen möchte. Dieser Roman zeigt, wie New Adult auch aussehen kann. Es ist kein Stereotyp, kein Badboy, kein Mäuschen. Es ist anders als alles, was ich zuvor gelesen habe und lässt mein Herz weiterhin höher schlagen. Dieses Buch hat mich auf eine emotionale Art verschlungen, wie es seit langer Zeit keines mehr vollbracht hat.

Daher kommt es in die Kategorie:
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8 Kommentare zu „Rezension: Berühre mich. Nicht.

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