Rezension: Morgentau

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Die Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf habe ich bereits seit einiger Zeit in den sozialen Medien gesehen, bin jedoch selbst nie wirklich neugierig gewesen. Bis! Bis Becca mit Jill eine Blogtour der Jahreszeiten plante und ich dabei so glücklich war, den vierten Band zu gewinnen. Becca forderte mich geradezu auf, endlich diese Reihe zu kaufen und mir jeden Band vorzuknöpfen. Das habe ich nun auch. Leider konnte mich der erste Band nicht so stark überzeugen, wie es bei meinen Bloggerfreunden der Fall war.

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Fakten

Titel: Morgentau – Die Auserwählte der vier Jahreszeiten| Autorenname: Jennifer Wolf | Seitenanzahl: 272 | Genre: Romance | Verlag: Carlsen | Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book) | ISBN: 978-3-551-31595-3 |

Inhalt

Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben? [Carlsen]

Meine Lesezeit

Träumerisch. Ruhig. Überraschend.

Ich muss gestehen, dass ich mit einer vollkommen anderen Geschichte gerechnet hatte, als ich von den Vier Jahreszeiten und Göttern hörte. Die Umsetzung und die Welt in der wir uns wiederfinden, haben mir ausgesprochen gut gefallen. Die Idee, dass wir uns weit in der Zukunft befinden und Götter tatsächlich existieren, um uns zu helfen, ließ sich mit Faszination lesen. Dabei musste ich mich jedoch des Öfteren ermahnen, diese Welt so, wie sie in der Zukunft ausgemalt wird, tatsächlich ernst zu nehmen. Die Art, wie die Menschen die Götter anhimmeln, ihnen ihr Leben zuschreiben und sie verehren, nervte mich zwischendurch. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass es in dem Kontext durchaus nachvollziehbar war, immerhin leisteten die Götter für die Gebete stets auch eine Gegenleistung. Dennoch störte es mich, dass die Menschen vollkommen unvoreingenommen und geradezu willenlos, bereit waren, ihr ganzes Sein den Göttern  zuzuschreiben. Ohne etwas in Frage zu stellen. Ohne selbstsüchtig zu sein. Ohne zu denken: Warum dürfen die das eigentlich?

Liebe ist zügellos, ungestüm und sehr eigenwillig. Zu versuchen sie zu erklären wäre Blasphemie. Eine Macht, die nicht einmal eine Göttin zu lenken versteht, sollte man niemals unterschätzen oder sich ihr gar verwehren.
– Seite 135 | Morgentau

Neben den Göttern, geht es in dem Roman vor allem um eine Liebesgeschichte. Die Suche nach der wahren Liebe und der Frage, ob es diese eigentlich überhaupt gibt. Dabei soll eine Auserwählte, in diesem Fall Maya, einen von vier Göttern auswählen, mit dem sie ihr Leben verbringen will. Zur Auswahl stehen vier Jahreszeiten. Die Schilderung ihrer Charaktere und ihrer Aufgaben wurde schön umgesetzt. Allerdings fehlte es mir zum Schluss etwas an Detail. Da es sich jedoch um eine Reihe handelt, möchte ich diesbezüglich keinen Punkt abziehen, schließlich werden die Götter, für die sich Maya nicht entschieden hat, wohl zum richtigen Zeitpunkt näher erklärt werden. Davon gehe ich zumindest aus.

Ich weiß gar nicht warum, aber die Antwort verursacht bei mir Gänsehaut. Jeder sollte mal die Fürsorge eines anderen genossen haben.
-142 | Morgentau

Der Roman wird bis zur Hälfte in einem eher ruhigen Ton erzählt. Es folgen viele Beschreibungen und Erklärungen, was manchmal dazu führte, dass ich ein paar Passagen eher als langweilig empfunden habe. Es mag auch am Charakter von Maya liegen, die eher eine ruhige und beobachtende Natur hat, dass viele Passagen eher still verliefen und wenig mit sich gaben. Mayas Art wurde sehr gut wiedergegeben. Ihre naive Sichtweise der Welt und Männern gegenüber, war durchaus nachvollziehbar, genauso die Weise wie sie sich benahm und wie ihre Gedanken abdrifteten.
Zum Ende hin nimmt die Geschichte sehr an Fahrt auf, was ich mir ehrlich gesagt, bereits etwas eher erhofft hatte. Die letzten Ereignisse, so abenteuerlich sie auch waren, geschehen sehr schnell, so dass ich zwischendurch nicht einmal die Zeit hatte, um überhaupt mit Maya und ihrem Schicksal mitzufühlen. Mit einigen Ereignissen konnte ich gar nicht richtig abschließen, da folgten schon die nächsten Schritte. Wo noch am Anfang alles nach und nach geschah und eine Kürzung vielleicht angebracht gewesen wäre, wurde zum Schluss die Dramatik schnell niedergeschrieben.
Trotz dessen hat mich das Ende und vor allem die Idee dahinter, sehr überzeugt und mir noch einmal ein Lächeln abgewonnen. Vor allem die letzten Sätze haben mich auf die Folgebände sehr neugierig gestimmt.

Mein Fazit

Jennifer Wolf hat mit Morgentau einen angenehmen Reihenauftakt erschaffen, der mit einer vollkommen neuen Weltordnung und interessanten Aspekten hinsichtlich des Lebens punkten konnte. Allerdings erschienen mir einige Passagen zur Mitte hin etwas langatmig, was jedoch der rasante Abspann wiedergutmachen konnte.

Da es mir etwas an Spannung und Detail fehlte, ich jedoch die Idee hinter der Geschichte sehr mochte, würde ich den Roman als Lektüre für Zwischendurch weiterempfehlen. Es liest sich leicht hinweg und bietet eine vollkommen neue Welt, in der man sich verlieren kann.

Friend

Musikalisch kann ich an dieser Stelle übrigens Claire de Lune von Claude Debussy sehr empfehlen. Die ruhige und zugleich dramatische Art, passt hervorragend zur Stimmung im Roman. Instrumentalmusik gefällt mir beim Lesen ausgesprochen gut. Es spiegelt manchmal die Atmosphäre perfekt wieder und lässt einen Roman noch intensiver aufblühen.

Blogger des Vertrauens

Beccas Leselichtung
Letterheart
Bücherschmöcker

Habt ihr auch eine Rezension zu Morgentau geschrieben?
Hinterlasst mir zum Stöbern gerne den Link!

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LoveSarah

 

5 Antworten auf „Rezension: Morgentau

  1. Liebe Buchnachbarin,
    ich finde deine Rezension sehr gelungen und vor allem ehrlich, auch verrät sie nicht viel über den Inhalt. :) Top!
    Den Kritikpunkten kann ich zustimmen, auch wenn mir das Buch damals richtig gut gefallen hat.
    Ich kann mir vorstellen, dass dir vor allem der letzte Band (Tagwind) zusagen wird.

    Liebe! <3

    Gefällt 1 Person

  2. Huhu Sarahlein ❤

    Eine wirklich schöne und ehrliche Rezension!
    Ich nochte das Buch damals zwar unglaublich gern, weiß aber nicht, ob es mich jetzt immer noch so begeistern könnte. Vor kurzem habe ich die Fortsetzungen gelesen und naja…nett für zwischendurch.
    (Mensch, meine erste Rezension rausgekramt…wie peinlich! :D )

    Superliebe ❤

    PS: NUR NOCH EINMAL SCHLAFEN!

    Gefällt 1 Person

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