Rezension: Nachtblüte – Erbin der Jahreszeiten

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Bei diesem Roman handelt es sich um den dritten Band der Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf. Es könnten Spoiler enthalten sein!

In dieser Woche habe ich den dritten Band der Jahreszeiten-Reihe verschlungen. Dabei merke ich bereits beim Schreiben, dass ich mich an die Handlung nur vage erinnern kann und es mehr ein Gefühl ist, was dieser Roman in mir auslöst: Es hat sich wie Nachhausekommen angefühlt. Man fühlt sich zwischen den Seiten geborgen und das ist es, was die Welt von Jennifer Wolf ausmacht.

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Fakten

Titel: Nachtblüte – Die Erbin der Jahreszeiten
Autorenname: Jennifer Wolf
Seitenanzahl: 288
Genre: Romance, Fantasy
Verlag: Carlsen
Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book)
ISBN: 978-3-551-31617-2

Inhalt

Ilea Sola Sommerkind kann Licht brechen und eine warme Brise herbeirufen. Sie ist nicht das einzige Jahreszeitenkind auf der Erde und dennoch ist sie etwas Besonderes, denn nur sie stammt vom Sommer ab. Und so ist ihr Heim auch dasjenige, das sich der Sommergott diesmal für seinen Aufenthalt ausgesucht hat. Als er jedoch schwer verunglückt, muss sie einen weiteren Gott beherbergen: Aviv, den Frühling, der seit fünfhundert Jahren den Frauen entsagt und die Erde gemieden hat… [Carlsen]

Meine Lesezeit

Geborgen. Humorvoll. Wiederkehrend.

Wie es der Name verlauten lässt, merkt man dem Roman die grundlegende Geschichte dieser Reihe an: Das Verlieben in einen Gott. Diese Liebesgeschichte wurde ebenso schön wie liebevoll niedergeschrieben. Dabei empfand ich diesen Roman mitunter am witzigsten, gerade durch die Unbeschwertheit mit der sich die Protagonistin trotz ihrer Lebenslage gibt. Sie ist ein wahrer Sonnenschein und ihre lockere Art hat dafür gesorgt, dass sich der Roman wirklich schön lesen ließ.

„Manchmal liegt Perfektion in Unebenheiten und kleinen Fehlern.“

Zum Hauptaugenmerk wird in diesem Roman Aviv, der Frühlingsgott. In den Bänden zuvor wird er als schüchtern und jugendhaft beschrieben. Dass ihn etwas plagt, führt dazu, dass seine lockere Haltung durch Trauer überschattet wird. Allerdings habe ich gerade den Charakterzug der Schüchternheit bei ihm etwas vermisst. Er wirkte manchmal zwar zurückhaltend, doch schüchtern erschien er mir irgendwie nicht. Gerade bei Aviv habe ich mir erhofft, dass sich sein Charakter etwas deutlicher von seinen Brüdern abzeichnen würde. Zwar mochte ich ihn und die Entwicklung der Liebesgeschichte sehr, dennoch fühlte sich auch in diesem Band alles wie eine Wiederholung an. Nach einer Wochen nun kann ich mich nicht einmal an einzelne Szenen zurückerinnern, die diese Lovestory irgendwie auszeichneten.

„Geh, kleine Nachtblüte. Trage Licht in die Dunkelheit. Dafür wurdest du geboren“, sagt mein Vater und ich weiß schon jetzt, dass seine Worte mich für immer begleiten werden.

Etwas Hoffnung steckte ich in diesen Roman, nachdem mich ein dramatischer Auftakt in den ersten Seiten begrüßte. Die Mutter von Gaia tritt in ihr Reich ein und ich wartete auf ein unglaubliches Spektakel. Leider entwickelte sich dieser Twist etwas anders als erhofft und gerade da, wo Jennifer Wolf hätte noch mehr aus der Story herausholen können, ist sie wieder in den Alltag der Vorgänger getreten, was ich wirklich schade fand. Gerade in diesem Roman hatte ich mir etwas mehr Tiefgang und ein detailliertes Worldbuilding erhofft. Leider erfahren wir nicht viel mehr über die Hintergrundgeschichte als wir ohnehin durch die Geschichten zuvor lesen durften. Das fand ich wirklich schade! Der Fokus wurde weiterhin ausschließlich auf die Entwicklung der Liebenden gelenkt, so dass auch die Spannung mit der Zeit auf sich warten ließ.

„Nein. Mich zu verlieben wäre mit das Schlimmste, was mir hier passieren könnte.“

Was mich mit der Zeit am meisten wurmte und sich bislang durch jeden Roman zog, war die Ehrfurcht mit der die Menschen der Göttin Gaia entgegentraten. Zwar kann ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, dass die Menschen vor einer echten Gottheit, die sich körperlich und mit ihrer Macht vor ihnen zeigt, eine gewisse Angst haben, dennoch finde ich es fragwürdig, dass sich wirklich jeder vor ihr scheut. Dabei muss man nicht zwangsweise gegen ihre Gesetze verstoßen oder ihr gegenüber unfreundlich sein, doch wenigstens sie zu hinterfragen, was auch auf eine höfliche Ebene stattfinden kann, finde ich angemessen und eben das habe ich vermisst. Das selbstverständliche Hinnehmen ihrer Macht wirkte mit der Zeit nicht glaubwürdig und störte mich. 

Aber Liebe? Das ist so ein großes, bedeutsames Wort, was man nicht unüberlegt oder vorschnell in den Mund nehmen sollte. Liebe… ich weiß doch noch überhaupt nicht, was das wirklich bedeutet.

Dennoch mochte ich diesen Roman, gerade durch die vertrauten Charaktere und dem Wissen, wieder in diese familiäre Umgebung einzutauchen, bereitete mir jedes Mal eine gewisse Vorfreude auf die nächsten Seiten.

Mein Fazit

Nachtblüte bescherte mir wieder eine schöne Lesezeit, die sich mit witzigen Momenten und einer niedlichen Liebesgeschichte sehen lassen konnte. Leider fehlte mir auch in diesem Roman die Tiefgründigkeit und vor allem eine gewisse Vielschichtigkeit, die einen neuen Blickwinkel zulässt und etwas Abwechslungsreichtum, vor allem hinsichtlich der Entwicklung der Liebesgeschichte und der Eigenschaften der Hauptfiguren.

Auch den dritten Roman von Jennifer Wolf möchte ich liebend gerne als Lektüre für zwischendurch weiterempfehlen. Es ist eine schöne Geschichte, die sich zu lesen lohnt. Es ist vielleicht eher eine Liebesgeschichte für junge Teenager, die etwas Herzschmerz verkraften können. Aus dem Grund ordne ich Nachtblüte in die Kategorie Friend ein.

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