Rezension: Tagwind – Der Bewahrer der Jahreszeiten

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Achtung: Bei dieser Rezension handelt es sich um den finalen Band einer Reihe. Ich rate dazu, sie nur zu lesen, sollten die Inhalte der anderen Bücher bereits bekannt sein.

Nun widme ich mich dem finalen Band der Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf. Dieser Roman hat mir mit Abstand am besten gefallen, dennoch störten mich ein paar Aspekte, die jedoch der liebevollen Geschichte nicht viel abverlangt haben.

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Fakten

Titel: Tagwind – Der Bewahrer der Jahreszeiten
Autorenname: Jennifer Wolf
Seitenanzahl: 288
Genre: Romance, Fantasy
Verlag: Carlsen
Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book)
ISBN: 978-3-551-31616-5

Inhalt

Yannis Tagwind zählt nicht nur zu den attraktivsten Junggesellen Hemeras, sondern ist auch mit Abstand der warmherzigste und liebenswerteste Mann, der jemals unter der Göttin Gaia gelebt hat. Für seine Familie würde er sein Leben geben. Während diese darauf hofft, dass er sich bald eine Frau sucht, gehört sein Herz jedoch jemandem, den er nicht lieben darf. Die beiden trennen ganze Welten an gelebter Zeit. Doch Yannis könnte den Lauf der gesamten Erdengeschichte ändern… [Carlsen]

Meine Lesezeit

Dramatisch. Liebevoll. Interessant. 

Von allen Charakteren mochte ich wohl Yannis als Protagonisten am meisten. Wobei mir Nanny als Nebencharakter mitunter am besten gefallen hat. Gerade ihre frechen Sprüche sorgten bei mir zwischendurch für einige Schmunzler und ich war begeistert, als sie sich auch in diesem Band wieder zeigte.

Wirklich, ich liebe meine Familie, aber manchmal wünsche ich sie mir zum Mond.
– Yannis | Seite 67 | Tagwind

Yannis Perspektive zu lesen, war eine willkommene Abwechslung. Er ist wohl mitunter der liebevollste Charakter, der obendrein zum Glück für keine gekünstelte Dramatik sorgte. Die großen Themen richteten sich in diesem Roman auf das Thema Homosexualität. Zwar wusste ich, dass der vierte Band sich um diese Liebe drehen wird, dennoch überraschte es mich, dass sich Jennifer Wolf an dieses Thema herantraute. Allein deswegen ziehe ich meinen Hut vor ihr! Diese Geschichte in eine Reihe einzugliedern, hat mir wirklich gut gefallen und sorgte für Abwechslung. Der große Kritikpunkt, dass sich die drei Romane zuvor zu stark im Handlungsverlauf ähnelten, wurde hier durch die ganz besondere Thematik direkt verändert. Neue Probleme tauchten auf, die der Liebe im Wege standen.

„Ich will auch ein Kleid und mit dir tanzen“, jammert Merkur und drückt sich an mein Bein. „Dafür brauchst du aber doch kein Kleid“, sagte ich sanft und gehe in die Knie. „Ich tanze auch im Anzug mit dir.“ Ich streiche über seine Wange und ein Lächeln erscheint. „Aber es tanzen immer nur Frauen mit Männern. Nicht Männer mit Männer.“ Mercurs Worte treffen mich mehr, als sie sollten.
Yannis | Tagwind | Seite 106

Mir gefiel es, wie Sol und Yannik mit sich selbst haderten und zu verstehen versuchten, was ihre Gefühle füreinander bedeuteten. Dabei ging die Autorin äußerst sensibel mit dieser Thematik um und setzte es so in Szene, dass es nicht gekünstelt wirkte, sondern echt. Die Entwicklung der Story hat mir vor allem im vierten Band sehr zugesagt. Die Spannung ließ nicht lange auf sich warten!

Wieso habe ich mir diese Gefühle gewünscht? Jetzt, wo ich weiß, wie zerstörerisch sie sind, wünsche ich mir, wieder in meine alte Stumpfheit flüchten zu können.
Sol | Seite 140 | Tagwind

Sobald jedoch das wichtige Thema abgehandelt wurde, lässt der Lesefluss etwas nach. Ich finde mich in Gedankenwiederholungen wieder und wunderte mich, gerade ab dem letzten Drittel, wo die Dynamik und die Spannung geblieben sind. Gerade das Ende fand ich leider etwas zu leichtfertig abgehandelt und zu schnell niedergeschrieben. Da hatte mir noch das große Finale gefehlt, damit es sich für mich persönlich wirklich nach einem letzten Band anfühlte.

Einen großen Pluspunkt gibt es für all die Botschaften, die Jennifer Wolf vermittelte. Als Leser merkte man sehr deutlich, wie viel Herz sie in die Bücher steckte. Sie beleuchtete  die Liebe von allen Blickwinkeln und brachte vor allem eine Botschaft in den zentralen Mittelpunkt: Liebe ist Liebe.
Dabei ist mir der Tiefgang bezüglich der Welt, ihrer Entwicklung und der Verbindung mit Gaia etwas zu kurz geraten. Gerade als es hinsichtlich ihrer Form der Bestrafung und des Einhaltens von Regeln interessanter wurde, hat es sich die Autorin etwas leicht gemacht und ist nicht weiter darauf eingegangen. Das fand ich etwas schade, hätte doch so viel mehr noch rausgeholt werden können.

Mein Fazit

Mit Tagwind wird ein wirklich schöner Abschluss durch Jennifer Wolf niedergeschrieben, der vor allem durch die große Thematik, die Botschaft hinter der Liebe und der Liebesgeschichte zwischen Yannis und Sol punkten konnte. Deren Entwicklung und Zusammenspiel hat mich wirklich gerührt und mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet. Dennoch fehlte mir auch in diesem Roman die Liebe zum Detail. Wer jedoch gerne schöne Liebesgeschichten liest, deren Mittelpunkt vor allem das Paar und deren Konflikte darstellt, sollte sich dieser Reihe unbedingt annehmen. Gerade für jüngere Leser ist es eine schöne Bücherreihe, die einem das Gefühl von Familie, Liebe und Zuhause schenkt.

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2 Antworten auf „Rezension: Tagwind – Der Bewahrer der Jahreszeiten

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