Warum auch negative Kritik wichtig ist

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Derzeit stoße ich des Öfteren auf Autoren, Verlage oder Blogger, die darum bitten, nicht kritisiert zu werden. Kritik wird oft persönlich aufgefasst, weil es die Person betrifft. Schließlich steckt hinter einem Text ein Mensch, der ihn verfasst hat. Beim Verfassen einer Geschichte, eines Beitrags oder überhaupt einer aufwendigen Arbeit, wird sehr viel Herz hineingesteckt. Wenn plötzlich diese unglaubliche Arbeit negative Resonanzen zieht, wird es emotional. Plötzlich fühlen wir uns persönlich angegriffen und das möchte niemand. Doch gleichzeitig ist negative Kritik aus dieser Welt nicht wegzudenken und ich persönlich finde sie gar wichtiger, als positives Feedback.

negative Kritik

Wenn wir eine Arbeit abgeben, ganz gleich in welcher Branche, dann möchten wir dafür belohnt werden. Sei es durch den Chef, durch Freunde, Familie oder Fremde. Wir erhoffen uns, mit dem was wir geleistet haben, auf Lob zu stoßen. Immerhin haben wir viel Arbeit hineininvestiert, es hat uns viel Mühe und Zeit gekostet, wir haben womöglich sogar unser Bestes gegeben und entsprechend soll es auch gewürdigt werden. Unser Stolz spielt dabei gewiss auch eine Rolle.
Und dann stoßen wir auf Kritik. Negative Kritik. Wir wollen das gar nicht hören. Derjenige ist doof. Gemein. Fies. Er versteht uns nicht. Begreift nicht, was wir mit dem, was wir gemacht haben, erreichen wollten. Dann wird es persönlich: Derjenige mag mich bestimmt nicht. Dann kommen Selbstzweifel auf: Ist es wirklich so schlecht? Sollte ich vielleicht nicht weitermachen?
Es ist eines der schwersten Aufgaben, mit so einer Kritik umzugehen. Worte, die das, was man geleistet hat, schlecht reden, so aufzunehmen, dass man sich nicht gekränkt, verletzt oder am Boden zerstört fühlt, ist nicht so einfach. Viele sagen, man darf es sich nicht so zu Herzen nehmen. Wenn aber das ganze Herzblut in dieser Arbeit liegt, wie soll das dann funktionieren?

Kritik ist überlebenswichtig

Das Problem, was sich aus Lob ergibt, ist folgendes: Wenn wir ausschließlich gelobt werden, kämen wir zu dem folgenden logischen Schluss: Das, was wir machen, ist perfekt. Immerhin gefällt es allen. Warum also etwas daran ändern? Wieso daran weiterarbeiten? Es ist makellos. Jeder liebt es. – Denken wir.
Wenn es  niemand wagt, Kritik auszusprechen, können wir an uns selbst nicht arbeiten. Wenn wir Kritik ablehnen, können wir nicht dazulernen. Und eines sei gewiss: Wir lernen ein Leben lang.
Wenn jemand eine Arbeit konstruktiv kritisiert, hegt dieser Kritiker eigentlich einen positiven Gedanken: Derjenige will, dass wir uns verbessern, damit das, was wir abliefern, eine noch höhere Qualität erhält. Eigentlich doch richtig nett! Leider geschieht es sehr häufig, gerade zu Zeiten des Internets, dass die Anonymität des Kritikers und die Körperlosigkeit des Urhebers, dazu führt, dass der freundliche Ton vergessen wird. Plötzlich wird beleidigt. Etwas wird ins Lächerliche gezogen. Eine gut gemeinte Arbeit wird zerfetzt. Ein Verriss wird geschrieben, bis von der Arbeit nichts mehr übrig ist und vom Urheber auch nicht.
Wenn wir Kritik äußern, dürfen wir zu keinem Zeitpunkt vergessen, dass hinter jedem Aufwand, der beitrieben wurde, auch ein Mensch steckt, der diese Kritik lesen wird und sich diese sehr wahrscheinlich zu Herzen nimmt. Entsprechend sollten die Worte sensibel und gezielt gewählt werden, damit die Aussage nicht die Wirkung verfehlen und tatsächlich das bezwecken sollte, wofür sie gedacht sind: Der Wille, etwas verbessern zu wollen. Denn ohne Kritik bleiben wir stehen. Ein Fortschritt ist nicht möglich. Keine Entwicklung, kein Wandel. Und das wäre irgendwie sehr langweilig.

Mit Kritik richtig umgehen

Es gibt eine Sache, derer wir uns stets im Klaren sein müssen: Niemals wird allen alles gefallen, was wir fabrizieren. Es wird immer jemanden geben, dem das, was wir machen, missfällt. Bei all den Geschmäckern und Meinungen, all diesen Individuen auf dieser schönen weiten Welt, ist es absolut nicht möglich, jeden positiv zu erreichen. Obendrein wäre das ziemlich langweilig! Einem muss bewusst sein, dass es unter keinen Umständen möglich sein wird, jeden zufriedenzustellen. Wichtig ist es, zu erkennen, was man selbst eigentlich erreichen will. Wen man erreichen will. Was ist die Intention der eigenen Arbeit? Wie kommt sie an? Erkennt das Publikum, was ich sagen will oder verfehle ich die Wirkung vollkommen? Wenn man selbst weiß, welche Ziele man verfolgt, erkennt man recht schnell, welche Kritik diejenige ist, die einem weiterhilft.
Zunächst wäre es ratsam, sich jeder Kritik anzunehmen und dann zu filtern, welche Punkte für einen persönlich umsetzbar oder überhaupt von Nutzen sind. Nur, weil jemand etwas nicht gefällt, bedeutet es selbstverständlich nicht zwangsläufig, dass wir es auch ändern müssen. Hinter unserem Projekt stehen immer noch wir selbst. Wir haben es erschaffen und unsere Persönlichkeit steckt mit jedem Bisschen dahinter. Dennoch sollten wir uns Kritik zu Herzen nehmen und in Erwägung ziehen, welche Punkte tatsächlich gute Veränderungen hervorrufen können. Oft ist einem selbst nicht bewusst, wo die eigenen Fehler liegen. Während des Arbeitsprozesses, wird man blind vor Kreativität und Ideenreichtum. Dementsprechend fallen einem Mängel zunächst gar nicht auf und gut gemeinte Hinweise können dabei unfassbar hilfreich sein. Außerdem erfährt man so vielleicht einen Ideenaustausch und erhält einen ganz neuen Blickwinkel auf die eigene Arbeit.

Kritik in der Buchbranche

Aber. Negative Kritik bedeutet natürlich auch, dass schlechte Bewertungen vergeben werden. Schließlich äußern sich die Parteien nicht privat in einer ruhigen Runde, sondern lautstark und zwar so, dass es jeder mitkriegt. Dies trifft natürlich nicht auf jeden Kritiker zu. Doch natürlich geben wir gerne unsere Meinung kund und selbst, wenn diese gut gemeint ist, ist es für denjenigen, an den die Kritik gerichtet ist, immer etwas ungünstig. Wenn Kritik plötzlich gelistet wird und wir eine Gesamtbewertung erhalten, wird Kritik von einem gut gemeinten Veränderungsvorschlag zu einer Wertung, die für das Überleben des Künstlers, Schriftstellers, usw. zuständig ist. Versagt beispielsweise ein Debüt und die Kritiken fallen sehr schlecht aus, ist dieser jemand verloren. Oder auch nicht? Vielleicht hilft die Kritik wieder zu etwas Besserem zu erblühen, man lernt aus den Fehlern und entwickelt sich neu.
Kritik führt natürlich zu Bewertung. Doch die Bewertung, auch wenn sie nicht perfekt ausfällt, hilft zukünftigen Interessenten zu unterscheiden, welche Produkte am besten für sie geeignet sind. Wenn man sich als Käufer nämlich die negativen Kritiken durchliest und einem selbst die negativen Punkte gar nicht interessieren, dann verleitet es einen vielleicht erst Recht zum Kauf.
Ein Beispiel: Jemand schreibt ein Buch über Astronauten auf dem Mars, die eine Familie gründen. Kritiker A sagt: Ich fand das Buch blöd, weil es hauptsächlich um die Liebesbeziehung und Problematik der Familie handelte und weniger um die Umstände auf dem Mars. – Der Leser dieser Kritik kann dann für sich entscheiden, ob dies auch ein Umstand wäre, der ihn stört oder ob es gerade etwas ist, was einen sogar interessiert. Dementsprechend filtert negative Kritik diejenigen heraus, die den Roman ohnehin schlecht bewerten würden, weil es das falsche Produkt für einen ist. Oder eben das richtige Produkt und es zieht Leser an, die eben so eine Geschichte suchen. Für den Autoren bedeutet es folgendes: Wie kann derjenige sich nun verbessern? Der Inhalt soll so stehen bleiben, immerhin ist das Buch schon geschrieben und nehmen wir mal an, es verkaufe sich auch gut. Dann wäre es beispielsweise ratsam, die Marketing-Strategie zu verändern, immerhin scheint der Kritiker vorher nicht gewusst zu haben, welche Hauptthemen in dem Roman zum Tragen kommen. Wäre der Roman als Liebesgeschichte auf dem Mars in den Vordergrund platziert worden, hätte dieser Kritiker wahrscheinlich nicht dazu gegriffen. Kritik erhalten, bedeutet auch, diese richtig für einen persönlich zu interpretieren. Möchte ich eine Liebesgeschichte auf dem Mars, weil mir das wichtig ist und die Botschaft der Geschichte? Ja. Was kann ich ändern, damit dieser negative Kritikpunkt nicht mehr aufkommt? Die richtigen Leser suchen und entsprechend die korrekte Zielgruppe herausfiltern und bewerben. Durch Kritik wird klar, was falsch gemacht wurde und wie es beim nächsten Mal besser umgesetzt werden kann. Dabei ist es wichtig, Kritik möglichst objektiv zu betrachten.

Ich bin supersensibel

Was nun, wenn einem Kritik schrecklich zu schaffen macht? Wenn sie einen auf die Psyche schlägt, weil sie einem so nah geht? Schließlich sind wir allesamt nur Menschen. Wir gewichten Kritik unterschiedlich. Der eine kann sie rational betrachten, der nächste zergeht daran. Mit Kritik umzugehen, muss gelernt werden. Vor allem, wenn man selbst in einer Branche arbeiten will, die von Kritik lebt. Jeder kreative Beruf bringt eben das mit sich, immerhin richtigen wir uns mit der kreativen Arbeit an Menschen, die nur darauf warten, es zu beurteilen. Es ist stets wichtig, sich vor Augen zu führen, Kritik nicht persönlich aufzunehmen. Natürlich ist dies nur bis zu einem bestimmten Grad möglich, immerhin wird etwas sehr persönliches bemängelt. Mit der Zeit lernen wir, damit umzugehen. Gelassenheit und eine neutrale Maske helfen dabei, negative Kritik anzugehen. Gerade eine direkte Konfrontation sollte vermieden werden. Es wäre ratsam sich für Kritik zu bedanken, oder sie stillschweigend hinzunehmen. Wenn wir anfangen, unsere Projekte zu verteidigen und die Kritiker zu kritisieren, werden wir schnell auf Gegenwehr stoßen. Denn der Kritiker wiederum wird sich in seiner Meinung bedrängt fühlen und ganz gleich, wie wir versuchen werden, das Produkt schmackhaft zu machen, die Meinung ändert sich deswegen nicht. Eher im Gegenteil: Als Objekt der Kritik stehen wir rückratlos da. Kritiker anzugreifen, ist keine Lösung, um der Kritik zu trotzen. Selbstverständlich bedeutet dies keineswegs, dass jede Kritik hingenommen werden muss. Dennoch sollte jedes Mal in Ruhe abgewogen werden, welche Herangehensweise am besten verlaufen würde. Humor soll dabei das beste Mittel sein. Wenn wir uns selbst manchmal etwas weniger ernst nehmen, entspannt sich so manche Situation schnell wieder.

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Wie seht ihr das? Wie geht ihr mit negativer Kritik um? Habt ihr vielleicht sogar ganz eigene Strategien? Ich bin supergespannt auf eure Antworten und Reaktionen!

LoveSarah

31 Antworten auf „Warum auch negative Kritik wichtig ist

  1. Liebe Sarah,

    wieder einmal ein genialer Beitrag. Da steckt so viel Wahres drin und so viel Arbeit und auch Verarbeitung.
    Kritik kann durchaus was schönes sein, muss sie aber nicht immer und ist sie auch eher selten.
    Gerade durchs Schreiben ist mir auch aufgefallen, wie schwer ich selbst manchmal mit Kritik umgehen kann und wie schwierig es ist, Kritik an meinem Text von Kritik an meiner Person zu trennen, was ja wirklich wichtig ist. Man selbst hängt mit so viel Herz an dieser Sache, das es selbstverständlich ist, wenn es einen schmerzt, etwas weniger positives zu hören.

    Trotzdem ist es auf der anderen Seite manchmal auch genau so anstrengend und schwierig Kritik zu üben. Gerade wenn man als Leser oder Betrachter etwas anderes erwartet hat, oder über bestimmte Punkte einfach aufgewühlt ist. Es ist nicht fair, dann einfach einen herzlosen Verriss zu schreiben, denn das schadet nur beiden Seiten und geholfen ist damit nicht wirklich jemandem. Ich gebe zu, auch ich habe bereits den ein oder ander Verriss verfasst, bemühe mich aber in letzter Zeit das zu vermeiden, bzw. klar auszudrücken was mich gestört hat und warum es mir nicht gefallen hat.

    Dein Artikel hat mir sehr gut gefallen, allein schon wegen der ruhigen und klugen Wortwahl. Allein daran merkt man auch, wie wichtig dir das Thema ist.

    Liebe Grüße,
    Marion

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Marion,
      erst einmal: DANKESCHÖN! Es freut mich soooo sehr, dass dir meine Beiträge gefallen :)

      Ja, das stimmt natürlich! Es fällt einem auch nicht immer leicht, negative Kritik auszuüben. Man möchte denjenigen ja nicht verletzen usw. vor allem nicht, wenn es gar ein Freund ist. Es ist sehr schwierig, in dem Bereich die Basis zwischen Arbeit und Freundschaft so zu halten, dass niemand am Ende im Unrecht steht oder sich verletzt fühlt.

      Genauso kann ich verstehen, dass einen negative Kritik ziemlich runterziehen kann. Das passiert mir auch sehr oft, trotzdem könnten wir nicht ohne sie leben. Es ist wirklich schwierig, mit dem Thema distanziert umzugehen :)

      Alles Liebe,
      Sarah

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      1. Immer wieder gerne ^^
        Ich finde einfach, dir ist es in deinem Beitrag wirklich gut gelungen beide Seiten völlig verständlich und Nachvollziehbar darzustellen!
        Dir ist es sehr gut gelungen, rüber zu bringen, was du sagen wolltest ^^
        <3

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  2. Huhu Sarah ,
    Ich finde die ganze Sache anstrengend. Denn gerade in der buchbranche wird ja inner wieder um einen netten Ton gekämpft, um ein respektvolles miteinander. Ich persönlich schreibe auch negative Rezensionen und das mache ich genau so wie eine positive Meinung mit Respekt und dem Gedanken dahinter das da eine echte Person hinter steht. Natürlich kann nicht jeder alles Lieben aber jeder kann an sich arbeiten. Und das sollten wir alle tun immer wieder. Deswegen denke ich ist eine negative Meinung zu haben besser als eine posive zu erfinden oder meine Stimme verfallen zu lassen. Denn nur wenn ich meine Stimme benutze werde ich gehört. 😊

    Es gibt auch Bücher die ich absolut nicht mag aber ich kann das mittlerweile so ausdrücken das der Autor sixher etwas daraus mitnehmen kann.
    Zumindest gebe ich mir dahingehend große Mühe.

    Alles Liebe Nessi von Nessis Bücher 🌹

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    1. Liebe Nessi,
      Vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar!💙

      Da stimme ich dir vollkommen zu. Zwar fällt es nicht immer leicht, eine negative Rezension zu verfassen, dennoch nutzt es nichts, sich selbst oder dem Autor etwas vorzumachen. Nur durch konstruktive Kritik kann ein Fortschritt und eine Verbesserung gewährleistet werden. Und sicherlich sind Geschmäcker unterschiedlich, doch auch da darf man ruhig ehrlich sein, schliesslich wird es die Leute interessieren, warum man persönlich kein Fan von dem Roman geworden ist.

      Alles Liebe,
      Sarah

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  3. Liebe Buchnachbarin,
    meine Einstellung zur negativen Kritik kennst du ja, dementsprechend kann ich dir nur zustimmen.
    Ich finde, der Ton macht die Musik und es ist hilfreich, wenn die Kritik angemessen formuliert ist.
    Denn letztendlich weiß man ja sonst nicht, was vielleicht nicht so gut ankommt, gerade beim Schreiben hat man ja manchmal ein Brett vor dem Kopf.

    Danke für diesen tollen Beitrag!

    Liebe! <3

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  4. Du schreibst mir aus der Seele!
    Gerade in letzter Zeit ist mir häufiger aufgefallen, dass sich Autoren bitterlich über negative Rezensionen beschwert haben. Dabei ist das meist vom Leser gar nicht als negative Bewertung der Person gemeint, sondern tatsächlich als Kritik am Produkt.
    Natürlich werde ich einen Autor, der mir sympathisch ist tendentiell eher positiver bewerten, als einen, der mit in irgendeiner Form negativ aufgefallen ist.
    Wir sind alle nur Menschen.
    Aber im Kern geht es doch darum, warum mir das Produkt nicht gefallen hat.
    Einen angemessenen Ton setze ich einfach mal voraus. Negative Rezis, die sich im Ton vergreifen, würde ich einfach komplett ausblenden und überhaupt nicht werten.
    Aber wenn sich ein Leser die Mühe macht, mir (meist in Form einer Rezension) zu schreiben, was ihm nicht gefallen hat, sollte ich ihm dankbar sein und mich nicht über eine zwei oder drei Sterne Bewertung beschweren…

    In diesem Sinne, liebe Grüße :)

    Agnes

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Agnes,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Das sehe ich ganz genauso wie du! :) Natürlich ist es nicht immer leicht, negative Kritik zu äußern, genauso wie sie anzunehmen. Allerdings ist es wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, wie wichtig sie doch sind, um an sich selbst zu arbeiten.

      Alles Liebe,
      Sarah

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  5. Interessante, vielfältige, nicht zu drängende Gedanken, denen ich wenig hinzuzufügen habe :-) Nur zwei Gedanken:

    – Doch, manchmal ist es gut, gelobt zu werden. Ich denke, wir solten das weniger Schwarz-Weiß sehen. Manchmal braucht man das einfach, um sich zu vergewissern, dass man auf dem richtigen Weg ist. Denn schlimmer als negative Kritik ist Ignoranz. Und das trifft einige Bücher. Ihre Werke sind so „mittelmäßig“, dass den Rezensenten nix einfällt – übertrieben formuliert. Und ich finde es vollkommen ok zu sagen „Momentan will ich keine negative Kritik, frag morgen nochmal.“ – jeder Mensch hat doch Grenzen. Man lernt ja nich nur durch Kritik, sondern auch durch Erfahrungen. Vlt. würde man sich ohne Kritik auch verbessern – nur anders. ich geb gern Kritik, aber wenn jemand das nicht haben will, finde ich es mutig, das zu sagen. Bei Rechtschreibfehlern sehe ich das allerdings nich so entspannt :P

    „Derjenige will, dass wir uns verbessern, damit das, was wir abliefern, eine noch höhere Qualität erhält. Eigentlich doch richtig nett!“ – Nein. Wenn ich eine Kritik schreibe, spielen auch Emotionen eine Rolle. Manchmal ist es enttäuschung, weil das buch die Erwartungen nicht erfüllt hat. Manchmal bin ich sauer, weil der Autor einen dämlichen Kommentar auf Social Media gepostet hat. Oder weil mich ein Satz im Buch richtig, richtig wütend gemacht hat. Andererseits kann das Buch Erinnerungen geweckt haben, sodass meinen Ansicht positiv verfärbt ist. Im geschriebenen Text wird das weniger spürbar und ich hadere oft damit, wieviel Mensch in eine Kritik kommt. Andererseits sind wir als Kritiker auch Leser – und Leser lesen mit Emotion. Gefühl in Kritiken muss nicht schlecht sein. Aber du hast recht: Der Tonfall muss stimmen!

    Algorithmen. Menschen. Auswirkungen: Es wäre schön, wenn wir unsere Kritik einfach äußern und im Stillen den Autor verbessern könnten. Aber ein paar schlechte Kritiken können das Ranking eines Autoren nach unten ziehen. Dadurch entsteht Druck. Und auch wenn meine Kritik in Worten gut formuliert ist, registriert der Algorithmus „nur 3 Sterne – schlechtes Buch!“ Daran können weder Kritiker noch Autoren etwas ändern, aber mich stimmt es jedes Mal nachdenklich.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Evy,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Es freut mich, dass du dir so viele Gedanken dazu gemacht hast.

      Natürlich ist auch Lob wichtig! Sehr wichtig sogar! Mir ging es in meinem Beitrag vorrangig darum, zu verdeutlichen, dass negative Kritik auch von Bedeutung ist, weil sie immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird. Natürlich muss der Ton stimmen, ich kann aber auch verstehen, wenn Gefühle einen leiten lassen und man von einem Buch derart ergriffen, enttäuscht oder aufgebracht ist, dass es einem manchmal nicht möglich ist, objektiv zu bleiben – und das ist auch nicht immer notwendig. Denn wie du sagst: Wir sind allesamt nur Menschen mit Gefühlen und es ist auch irgendwie schön, zu erfahren, wie sehr es die Leser aufgerüttelt hat.

      Ja, das stimmt natürlich. Die Sterne-Bewertung bleibt stehen und sie ziehen das Buch runter, dabei kann man nur hoffen, dass sich auch viele der positiven Rückmeldungen dort eintragen :)

      Alles Liebe,
      Sarah

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  6. Hey!
    Also ich kritisiere gerne, wenn es denn notwendig ist & ich weiß, dass es die Person zu hoher Wahrscheinlichkeit nicht verletzen wird. Also auch gerne mal bei Freunden „frei Schnauze“. Bei Autoren ist es so, dass ich sie erst direkt anschreibe, bevor ich irgendwas negatives veröffentliche. Was erst einmal war. Erst durch ein Gespräch mit anderen Bloggern ist mir klar geworden, dass es auch wichtig ist, diese Kritik dann auch zu veröffentlichen.
    Ich selbst bin aber letzendlich nicht kritikfähig. Besonders lese ich zwischen den Zeilen Kritik, wo keine ist. Wenn keiner reagiert, nehme ich an, dass es einfach schlecht war. In meinem Umfeld wirft man aber auch nicht gerade mit positver Kritik um sich. Aber hey, ich arbeite an mir!

    Schönes Wochenende!
    Sara

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    1. Liebe Sara,
      ouh, Autoren direkt anzuschreiben, finde ich unglaublich nett von dir :) Genauso erreicht die Kritik auch die richtige Quelle. Bei meinem Roman ist es auch so gewesen, dass mich viele Rezensenten erst persönlich angeschrieben haben, bevor sie ihre Kritik veröffentlichten. Das hat mich jedes Mal sehr gefreut, vor allem, da der Austausch so sehr intensiv war und ich daraus am meisten nehmen konnte.

      Kritik selbst anzunehmen, ist eines der schwierigsten Aufgaben, die uns im Leben gestellt werden. Sie verletzt einen, selbst wenn man sich vornimmt, neutral zu bleiben und es rein auf die Arbeit zu lenken – dennoch wurde diese Arbeit durch uns fabriziert, selbstverständlich nehmen wir es dann oft auch persönlich auf. Ich kann verstehen, dass es dir dann sehr nahe geht.

      Positive Kritik ist ebenso wichtig! Und wenn es andere nicht tun: Sich selbst zu loben ist genauso wichtig :)

      Alles Liebe,
      Sarah

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  7. Liebe Sarah,

    ein sehr schöner und wichtiger Beitrag! Ich habe auch das Gefühl, dass die „negative“ Kritik gerade bei Bloggern immer mehr zurück geht, dass Bücher oft besonders von der guten Seite beleuchtet werden und Dinge, die einem nicht so gut gefallen, unter den Teppich gekehrt werden. Es gibt zwar immer noch den typischen Verriss, aber ich schätze doch besonders die reflektierten Rezensionen, die die Bücher von allen Seiten beleuchten. Das Beispiel mit dem Buch über den Mars finde ich da sehr passend gewählt – ich suche mir Bücher auch oft nicht nach einer besonders hohen Wertung aus, sondern danach, welche Thematik behandelt wird und wie diese Thematik dann umgesetzt wird.
    Was ich persönlich auch wichtig finde ist der Ton, mit dem kritisiert wird und dass man die Kritik respektvoll positiv formuliert. Nicht „XY war einfach nur Müll“, sondern eher „XY hätte mehr ausgebaut werden können“, XY hat meinen Geschmack nicht getroffen“.
    Aber eine (Buch-)Welt ohne Kritik wäre doch ziemlich langweilig und wir könnten es uns eigentlich alle sparen, überhaupt Rezensionen zu schreiben, wenn alle Bücher wahnsinnig toll und perfekt sind.

    Liebe Grüße,
    Hannah :)

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Hannah,
      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar! <3
      Ja, das fällt mir auch zunehmend auf. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass viele sich nicht trauen, etwas anzumerken, was ihnen nicht gefiel oder ob sie genrell ungerne etwas bemängeln. Ich glaube es ist immer schwierig, etwas schlechtzureden, dabei muss man sich jedoch vor Augen führen, dass es bei einer vernünftigen Ausdrucksweise, allen Parteien weiterhelfen kann. Sowohl dem Autoren, als auch dem Leser.

      Verrisse sind schade und leider zerreißen sie ein Buch meist. Da fehlt mir eindeutig immer der freundliche Umgangston, wobei ich manchmal nachvollziehen kann, dass man die Beherrschung verliert, wenn ein Buch einen beim Lesen derart mitgenommen und enttäuscht hat.

      Kritik ist wichtig, das hast du sehr schön formuliert :)

      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt 1 Person

  8. Liebe Sarah,
    du hast einen ganz schönen Artikel zu einem ganz wichtigen Thema verfasst, wofür ich dir erst einmal danken möchte.

    Ich finde negative Kritik auch wichtig! Sowohl, ehrlich zu sagen, was mir an einem Buch nicht so gut gefiel, aber natürlich auch mit angemessenen Worten. Denn wie du es schon angesprochen hast, ist es ja nicht meine Absicht den Autor zu verletzen, sondern ihm die Möglichkeit zu geben sich zu verbessern. Das finde ich wichtig, gerade bei jungen, frisch gebackenen Autoren.Erst letzten Monat schrieb ich einer Autorin die Gründe warum ich ihr Buch nicht zu Ende lesen möchte und habe auf meine Wortwahl geachtet. Ich wusste, dass es ihr Debüt war und sie versuchte sich zu rechtfertigen, was ich gut nachvollziehen kann, denn man möchte sein erstes Baby verteidigen und das verstehe ich. Aber ich als Bloggerin bin ehrlich und das bedeutet manchmal auch zu sagen, dass ein Buch einem nicht so gefiel, es nicht meinen Geschmack traf usw.

    Auch ich bin immer dankbar für negative Kritik, denn ich bin nicht perfekt und ich bin auch der Meinung, dass ich andernfalls auf derselben Stelle trete und das will ich ja auch nicht. Daher ist es wichtig sie zu erhalten und anzunehmen vorausgesetzt es wurde angemessen formuliert. man sollte es nicht sofort persönlich nehmen, ich bin auch stolz und ja auch mir versetzt es im ersten Moment einen Stich, aber es regt mich zum nachdenken und dazu an, mich zu verbessern.

    Liebe Grüße,
    deine Ümi <3

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ümi,
      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Es freut mich, dass wir da einer Meinung sind, wobei ich bei dir auch mit nichts anderem gerechnet hätte :) Du bist ehrlich und das ist auch gut so <3
      Ja, es ist schwierig, Kritik auch anzunehmen. Das stellt jedes Mal eine Herausforderung dar, doch längerfristig wird sie jedem weiterhelfen. Dabei muss man ja nicht alle Aspekte berücksichtigen, doch wenigstens darüber nachzudenken, kann schon weiterhelfen und es zeigt eine gewisse Dankbarkeit dem Kritiker gegenüber.

      Ich denke auch, wenn etwas angemessen formuliert wird, dann sollte und darf man es auch ansprechen und kritisieren :)

      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt 1 Person

      1. Danke für deine lieben Worte ❤️

        Ja das stimmt aber ich finde auch, dass man mit Kritik wachsen kann. Ich finde auch, wenn man wenigstens darüber nachdenkt ist das ja auch schon was ;)

        Liebe Grüße,
        Deine Ümi 😘

        Gefällt 1 Person

  9. Liebe Sarah,

    Was für ein toller und ehrlicher Beitrag! Ich kann deinen Standpunkt direkt so unterschreiben. Ich finde es auch unendlich wichtig für einen selbst, aber auch als der Mensch, der die Kritik äußert. Wir hatten das Thema ja schon, aber sobald ich sehe, dass jemand auf keine „schlechten“ Rezensionen zu seinem Werk aufmerksam gemacht werden möchte…puh. oder sie natürlich am liebsten gar nicht bekommen würde. ;)

    Ein durchaus schwieriges Thema, für das du aber tolle Worte gefunden hast!
    Liebste Grüße ❤ Jill

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