3. Challenge-Aufgabe: Kann aus einer Zwangsehe, wahre Liebe entstehen?

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Heute widme ich mich der finalen Aufgabe der Blogger-Challenge zu Vertrauen und Verrat #KampfumDemora. Ich muss gestehen, dass ich mich über diese Aufgabe gefreut habe. Es ist ein Thema, mit dem ich mich sonst gar nicht wirklich beschäftigen würde. Umso mehr freue ich mich, meine Gedanken dazu genau jetzt aufschreiben zu können und mir überhaupt eine Idee darunter vorzustellen.

Zwangsehe

Zwangsheirat oder Zwangsehe bezeichnet eine Eheschließung, die gegen den Willen eines oder beider Heiratenden stattfindet – im Unterschied zur bloß arrangierten Heirat, die zwar von Verwandten veranlasst oder von Ehevermittlern arrangiert wird, aber im Einverständnis mit dem Brautpaar stattfindet.
– Wikipedia | Zwangsehe

Gegen den eigenen Willen heiraten. Dazu gezwungen werden, mit einem Menschen, den man womöglich nicht einmal kennt, sein restliches Leben zu verbringen. Wahrscheinlich wird auch noch erwartet, Kinder mit besagter Person zu kriegen. Um das klarzustellen: Ihr müsst jemanden heiraten, mit jemanden intim werden, euer ganzes Leben teilen, für immer – gegen euren Willen. Vielleicht könnt ihr diese Person nicht einmal leiden. Vielleicht vertritt dieser Mensch Prinzipien, die euch abstoßen. Vielleicht habt ihr nicht eine Sache gemeinsam, werdet niemals über gemeinsame Themen sprechen können, nie ein Level erreichen, euch vielleicht niemals leiden können. Trotzdem geschieht es. Es ist nicht aufzuhalten, kann nicht verhindert werden.
Ich glaube, man kann sich gut vorstellen, mit was für einer Abneigung man diesem Zusammenkommen gegenübertritt. Bereits die Grundeinstellung ist widerstrebend. Trotz all dieser negativen Voraussetzungen, soll wahre Liebe möglich sein?

Gemeinsames Leid

Wie mit allen Themen, sollte auch hier nicht generalisiert werden. Obwohl Gefühle schlecht beeinflusst oder bewusst geleitet werden können, entdecken wir bei der Zwangsehe etwas, was beide Parteien verbindet: Das gemeinsame Leid. Beide wollen diese Ehe nicht. Beide werden gezwungen. So etwas kann verbinden. Ein gemeinsames Schicksal, ein Weg, den man gemeinsam gegen den gemeinsamen Willen antreten muss. Aus der Not heraus kann ein Bündnis werden, sich durch diese schwere Zeit füreinander einzusetzen. Vielleicht findet man sich auch irgendwann mit dem eigenen Schicksal ab und gibt sich dem Leben hin.

Was ist Liebe überhaupt?

Das einzige Problem, was ich sehe, ist, dass Gefühle schwer zu erzwingen sind. Selbst, wenn man beispielsweise mit einer positiven Einstellung in diese Ehe hineingeht und sich denkt, Machen wir das Beste draus!, denke ich nicht, dass es so leicht ist, sich selbst Gefühle vorzumachen. Wie oft passiert folgendes Szenario: Ein bester Freund verliebt sich in den anderen besten Freund. Der andere kann die Gefühle allerdings nicht erwidern, ganz gleich, wie schön diese Beziehung werden könnte, es geht nicht. Liebe ist etwas, was wir kaum beeinflussen können. Es ist eine Anziehungskraft, etwas, was kaum zu greifen ist. Herzklopfen, Kribbeln, Verlegenheit, Aufregung. Man kann sich nicht Mühe dabei geben, Liebe zu entdecken. Oder vielleicht doch? Wenn beide es beispielsweise wollen, so sehr, dass sie daran glauben und es dann einfach geschieht? Ich kann mir das durchaus vorstellen, andererseits: Wenn beide mit so einer positiven Einstellung reingehen, vielleicht passen sie dann auch einfach gut zusammen und folgen automatisch einer gewissen Zuneigung füreinander. Ich denke, gerade durch das nähere Kennenlernen eines anderen, kann man auf Dauer Charaktereigenschaften entdecken, die liebenswürdig sind. Schließlich haben die beiden nur sich. Irgendwie muss man zurechtkommen. Doch kann dann auch wirklich von Liebe gesprochen werden? Durch die Ausweglosigkeit verliebt?
Eine Verliebtheit entsteht schnell. Gerade durch die Nähe zueinander. Doch eine Schwärmerei oder Verliebtheit ist nicht immer gleichzusetzen mit wahrer Liebe.

Und? Was nun?

Ich kann mir vorstellen, dass das Paar glücklich werden kann. Außerdem ist es durchaus denkbar, dass bei so einer Zwangsehe auch Partner zueinander finden, die füreinander bestimmt sind. Immerhin treffen wir im normalen Leben ebenfalls per Zufall auf die unterschiedlichsten Menschen. Dabei suchen wir uns zwar aus, wen wir in unseren engen Kreisen sehen möchten, doch es widerspricht sich nicht, dass auch bei einer Zwangsehe jene aufeinandertreffen können, die perfekt zueinander passen. Vielleicht möchte man sich das zu Beginn nicht unbedingt eingestehen, da alles erzwungen und arrangiert ist. Trotzdem kann diese wahre Liebe auch dort entdeckt werden. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es auch möglich ist, diese Liebe zu erzwingen. Entgegen allem Widerstreben und dem eigenen Willen die wahre Liebe zu finden, in dem Partner, der einfach da ist, halte ich für eine unfassbare Herausforderung. Doch für unmöglich gedenke ich es nicht. Denn: Gefühle kann man sich nicht aussuchen. Deshalb kann es auch passieren, dass eben dieser Partner, der Eine sein wird, auch wenn man es sich selbst vielleicht erst einmal nicht eingestehen möchte.

Zwangsehe in der Realität

Mein Beitrag bezieht sich allerdings auf eine Situation, die sich so in Vertrauen und Verrat abspielt. Eine Ehe gegen dem eigenen Willen, doch ohne, dass jemand unterdrückt wird oder sich mit einem Leben voller Grauen abfinden muss. In der Realität sieht es diesbezüglich noch einmal anders aus. Weltweit werden viele Frauen, oft Minderjährige, zu Ehen gezwungen, die viel Leid, Unterdrückung und ein qualvolles Leben mit sich bringen. Dass in dem Zusammenhang nicht von Liebe oder einer wahrhaften Beziehung gesprochen werden kann, dürfte verständlich sein.
Meine oben genannte Ausführung bezieht sich allein auf den Umstand, dass wir von gleichberechtigten Partnern ausgehen, die beide gegen ihren Willen ein Bündnis eingehen müssen und den bestmöglichen Weg finden, um gemeinsam leben zu können. Ich möchte keineswegs, dass dadurch der Gedanke aufkäme, ich romantisiere die Zwangsehe, so, wie sie in unserer Zeit noch praktiziert wird. Das ist keineswegs der Fall! Solltet ihr euch noch weiter informieren wollen, könnt ihr gerne auf diesem Link vorbeischauen. Eine freundliche Bloggerin hat mir diesen zugesandt, als sie sich selbst  mit der Thematik eine zeitlang auseinandergesetzt hat. Ein wichtiges und vor allem hochsensibles Thema, was nicht einfach abgehandelt werden sollte.

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LoveSarah

5 Antworten auf „3. Challenge-Aufgabe: Kann aus einer Zwangsehe, wahre Liebe entstehen?

  1. Da, wo es keine Freiheit gibt, kann es keine wahre Liebe geben.

    Liebe Sarah,

    viele Millionen von Frauen werden jährlich weltweit Zwangs-verheiratet. Die meisten von Ihnen sind bei Ihrer Heirat unter 15 Jahren. Sie haben keine Wahl, keine Rechte über ihren eigenen Körper, geschweige denn über ihr eigenes Leben.

    Sie werden jede Nacht von neuem vergewaltigt, werden gegen ihren Willen schwanger und bringen Kinder auf die Welt, obwohl sie selbst noch Kinder sind. Ihre Schwangerschaft und die Geburt führt oftmals zu großen gesundheitlichen Problemen.
    Und diese Probleme sorgen wiederum dafür, dass der Mann, den sie nie wollten, sich nun auch noch ihrer entledigt, um dann eine neue Frau, die besser funktioniert zu heiraten.

    Dieses furchtbare Elend so vieler Frauen, hat u. a. ein türkeistämmiger Sexualtherapeut, Halis Cicek, der über Jahrzehnte in seiner Praxis mit zwangsverheirateten Paaren gearbeitet hat, in einem Buch veröffentlicht. Leider existiert dieses Buch ( so weit ich weiß bisher) nur in türkischer Sprache.

    Deine Herangehensweise hat mich irritiert. Es verklärt für mich eine grausame Realität.
    Diese Herangehensweise verhöhnt Frauen, die in diesem Moment in einer solch elenden Situation gefangen sind.

    Es liegt mir fern dich als Person zu kritisieren (ich kenne dich nicht) aber diesen Text wollte ich gerne ergänzen.

    Viele Grüße
    Serpil

    http://www.amnesty-frauen.de/Main/Zwangsheirat

    PS: Ich habe vor Jahren, ein Jahr lang zu diesem Thema recherchiert. Wollte damals ein Buch zu diesem Thema schreiben.

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    1. Liebe Serpil,
      vielen dank erst einmal für deinen ausführlichen Kommentar.

      Zur Klärung: Bei meinem Beitrag geht um einen Roman, bei dem die Zwangsehe nicht in der Form auftritt, wie sie in unserer Realität der Fall ist. Ich hatte gehofft, dass durch mein Vorwort und der Überschrift deutlich ist, dass keine Zwangsehe im Sinne von Kinderehen, Unterdrückung, einseitiger Zwang, Vergewaltigung etc. gemeint ist. Es bezog sich auf eine fiktive Welt, in der es um die Zwangsheirat im Sinne von gleichberechtigten Partnern geht.

      Durch deinen Kommentar habe ich allerdings gemerkt, dass ich diesen Punkt deutlicher hervorbringen muss, weshalb ich einen Absatz hinzugefügt habe. Ich hoffe, dass es so nicht mehr missverstanden wird.

      Alles Liebe,
      Sarah Ricchizzi

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      1. Liebe Sarah,

        danke für Deine Rückmeldung.

        Die Ergänzung um den Punkt, was Zwangsehe in der Realität“ bedeutet, ist sicher sinnvoll, um weitere Missverständnisse zu vermeiden. Ich bin durch den Begriff der Zwangsehe bei deinem Text hängen geblieben.

        Ich überlege, ob nicht auch in dem Fall, wenn es sich hier um einen rein fiktiven Text handelt, dieser Begriff nicht doch irreführend bleibt.

        Für mich persönlich sind die Begriffe „Zwangsehe und Zwangsverheiratung“ problematisch, weil sie in meiner Wahrnehmung bereits sehr negativ aufgeladen sind.

        Worte lösen Assoziationen in uns aus. Diese Assoziationen gehen einher mit unseren bisher gemachten Erfahrungen.

        Dein Text zielt für mich darauf ab, ob Liebe quasi erzwungen werden kann oder in erzwungenen Beziehungen sich trotzdem entfalten könnte. Eine philosophische Frage nach der Liebe.

        Ich persönlich halte es nicht für wahrscheinlich aber die Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

        Liebe Grüße
        Serpil

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      2. Liebe Serpil,
        ja, natürlich, gewisse Assoziationen werden wir immer mit Themen in Verbindung bringen. Ich stimme dir zu, dass das Wort vielleicht etwas zu stark für diese Thematik ist und eine arragierte Ehe womöglich eher zur Thematik gepasst hätte. Dennoch handelt es sich zunächst „nur“ um eine Challenge-Aufgabe, die so gestellt wurde. Vielleicht kann man es auch so betrachten: Durch diese Challenge wird es zum Thema, was wiederum Diskussionen auslöst – eine wie beispielsweise diese hier. Das ist, denke ich, schon einmal ein Pluspunkt, um die Thematik ins Rollen zu bringen.

        Ja, gewiss. Es ist vielmehr eine philosophische Frage nach der Liebe. Ich glaube, da stimmen wir tatsächlich überein. Man kann nichts Pauschalisieren, gewiss wird es Paare geben, wo so etwas möglich wäre, trotzdem glaube ich ebenfalls nicht, dass man Gefühle erzwingen kann. Gefühle sind einfach da, ohne, dass man darüber eine eigene Kontrolle hätte.

        Ich danke dir für diesen Austausch!

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