Rezension: Nevernight

For the english version please click here

XXX

Nevernight von Jay Kristoff wurde mir bereits von so vielen Bloggern empfohlen, dass ich mich fast schon schäme, erst jetzt mit dem Lesen begonnen zu haben. Als Jill damals ihre Rezension veröffentliche, war ich bereits supergespannt. Niccis Aktion mit dem Fotoshooting haben meine Neugierde auch noch einmal gefesselt. Nachdem ich nun die letzten Seiten ausgelesen habe, kann ich nicht glauben, so lange mit dieser Reihe gewartet zu haben: Die Nevernight-Chronicles sind ein Meisterwerk und genau dieser Stoff, ist der Grund, warum ich Lesen so sehr liebe.

IMG_2531

Fakten

Titel:  Nevernight – Die Prüfung | Autorenname: Jay Kristoff | Seitenanzahl: 704 | Genre: Fantasy | Verlag: FISCHER Tor | Preis: 22,99 € | ISBN: 978-3-596-29757-3| Sprache: Deutsch | Kaufen: amazon*  |

Inhalt

Sie ist keine Heldin. Sie ist eine Frau, die Helden fürchten.

»Nevernight« ist der erste Roman einer neuen bildgewaltigen und epischen Fantasy-Serie von »New York Times«-Bestseller-Autor Jay Kristoff.

In einer Welt mit drei Sonnen,
in einer Stadt, gebaut auf dem Grab eines toten Gottes,
sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.

Mia Corvere kennt nur ein Ziel: Rache. Als sie noch ein kleines Mädchen war, haben einige mächtige Männer des Reiches – Francesco Duomo, Justicus Remus, Julius Scaeva – ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde unter fremdem Namen vom alten Mercurio großgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschließen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet … [Fischer]

Meine Lesezeit
Mörderisch. Humorvoll. Sprachgewaltig.

wow. 

Was.Für.Ein.Roman. 

Bereits die ersten Worte faszinierten mich, sogen mich in die Story hinein und ließen mich erst aufatmen, als ich mit dem Lesen endete. Jay Kristoff hat einen Schreibstil, der etwas von einem Poeten hat, gefüllt mit triefendem Sarkasmus und einer Ausdrucksweise, die sich sehen lassen kann. Allein durch die Art, wie er die Szenen ins Spiel bringt, mit perfekt platzierten Fußnoten (!), Nebengeschichten und schockierende, nicht zu fassende Ereignisse, lässt er einen als Leser mit einer gewissen Bewunderung die Geschichte genießen. Allein wegen dem Schreibstil, lohnt es sich diesen Roman zu lesen. Die Handlung müsste nicht einmal einen Sinn verfolgen, ich würde es dennoch genießen, einfach weil mich die Art, wie Jay Kristoff mit Worten jongliert und sie gegen den Leser ausspielt, absolut in den Bann gezogen hat.

„Never Flinch.“ A cold whisper in her ear. „Never fear. And never, ever forget.“
Nevernight | Jay Kristoff

Der Roman wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers niedergeschrieben. Er berichtet aus dem Leben der Mia Corvere, die plant eine wahrhafte Assassine zu werden, um ihren Vater zu rächen. Dabei wagt sie es, die gefährlichsten Wege zu beschreiten, um ihr Ziel zu erreichen. Der Erzähler genießt es, mit dem Leser zu spielen, manchmal vorab Geschehnisse auszuplaudern, in Fußnoten halbe Romane in die Nebenhandlung einzuspindeln und immer wieder in Gedankenspielen abzudriften. Dabei spricht der Erzähler den Leser direkt an und badet sich in unserer Unwissenheit und seiner zu erzählenden Geschichte. Der Autor wählte dabei mit Bedacht seine Sprache zwischen modernen Flüchen und Ausdrücken bis hin zu einer altertümlichen Wortwahl aus Zeiten von Shakespeare und das mit einer Lebendigkeit und Selbstverständlichkeit, die mich begeistert hat.

Naming your blade is the sort of faff reserved for heroes, girl. Men who have songs sung about them, histories spun for them, brats named after them. It’s the shadow road for you and me. And you dance it right, no one will ever know your name, let alone the pig-sticker in your belt. You’ll be a rumor. A whisper. The thought that wakes the bastards of this world sweating in the nevernight. The last thing you will ever be in this world, girl, is someone’s hero.“
-Mercurio | Nevernight | Jay Kristoff | page 13

Die Handlung ist brutal. Nichts für zarte Gemüter. Jay Kristoff ließ Ereignisse hervorsprießen, die mich erschauderten. Er schreibt ohne Erbarmen, lässt Köpfe rollen, mit denen niemand gerechnet hat und immer wieder streifte mich ein Gedanke: Das hat er jetzt nicht gemacht! Das Überraschungsmoment liegt auf jeden Fall hinter jeder Seite unter der Schreibfeder von Jay Kristoff. Wendungen und Plottwists werden gekonnt in den Verlauf eingefädelt. Wir werden in die Irre geführt, vollkommen an der Nase herumgeführt und das mit einem Unterhaltungsprogramm und einer Aufregung, die mein Herz schneller pochen ließ.

At the heart of it, two kinds of people live in this world or any other: those who flee and those who fight. Your kind has many terms for the latter sort. Berserker. Killer instinct. More balls than brains.
– Narrator | Nevernight | Jay Kristoff | page 39

Bereits im ersten Roman werden uns etliche Figuren vorgestellt. Gerade zu Beginn ergaben sich so viele Ereignisse, dass mein Lesetempo sich mit jeder Seite verlangsamte, um die Informationen auch sinngemäß verarbeiten zu können. Trotz der Detailfülle, zügelte es mein Neugierde nicht. Im Gegenteil. Ich wollte mehr von dieser Welt wissen, erfahren was es mit all den Personen auf sich hat, wie sich am Ende alle Fäden miteinander verknüpfen.
Obwohl Jay Kristoff uns mit erstaunlich vielen Charakteren geradezu überflutet, verliert man durch die intensive Erzählart nicht den Überblick. Jeder Charakter nimmt durch  Macken, Eigenheiten und Handlungen eigene Züge an und konnte in meiner Gedankenwelt perfekte Formen annehmen. Niemand geht einfach in der Handlung unter, jeder bleibt in Erinnerung.

„Nothing is where you start. Own nothing. Know nothing. Be nothing.“ „Why would I want to do that?“ The old man crushed out his cigarillo on the boards between them. His smile made her smile in return. „Because then you can do anything.“
– Mia & Mercurio | Nevernight | Jay Kristoff | page 110

Vor allem jedoch interessierte mich Mias eigene Entwicklung und den Weg, den sie zu beschreiten gedenkt. Schafft sie es?, fragte ich mich immer wieder und fieberte mit jedem weiteren Kapitel mit ihr. Selbst als Leser fühlte man sich zwischen den Buchdeckeln niemals sicher genug, fürchtete um ihr Leben, ihren weiteren Weg und litt mit jedem Rückschlag. Die Geschichte wird in unterschiedlichen Abständen zwischendurch mal in der Gegenwart und dann im nächsten Moment in der Vergangenheit erzählt. So erfahren wir Stück für Stück einen kleinen Umriss von Mia selbst, wer sie ist, was sie zu der werden ließ, die wir nun kennenlernen und vor allem, was sie antreibt.

„I was hoping you could teach me.“ „What to believe?“ „What I am.“ „It matters not what you are“, Cassius said. „Only that you are. And if you seek an answer to some greater riddle of yourself, seek it not form me until you’ve earned it. In one measure, and one measure alone, you should be content. For in this, if nothing else, we are the same.“
– The Black Prince & Mia | Nevernight | Jay Kristoff | page 205

Neben dem Handlungsverlauf und den faszinierenden Charakteren, wird uns eine Welt vorgestellt, die mir Gänsehaut einbrachte. Jay Kristoff spielt mit dem Worldbuilding, wirft ganze Tagesstrukturen durcheinander, verändert Naturgesetze und bringt gleichzeitig Teile unserer Welt so mit ein, dass es perfekt für die Handlung geeignet ist. Dabei durchdenkt er jedes Detail ganz genau, nutzt die Eigenheiten seiner erschaffenen Welt perfekt, um schließlich die jeweiligen Ereignisse überhaupt erst stattfinden zu lassen.

“The books we love, they love us back. And just as we mark our places in the pages, those pages leave their marks on us. I can see it in you, sure as I see it in me. You’re a daughter of the words. A girl with a story to tell.”
Nevernight | Jay Kristoff

Nevernight ist vom ersten bis zum letzten Kapitel perfekt ausgearbeitet. Jay Kristoff lässt einen bis zum Schluss im Dunkeln tappen, in die Irre führen und schließlich in einem beeindruckenden Finale enden. Selbst kleine Details aus den ersten Geschichten fügen sich später perfekt zusammen: Ein Meisterwerk.

Mein Fazit

Nevernight – Die Prüfung ist ein wahrhaftiges Meisterwerk, dass sich durch den detaillierten und perfekt ausgearbeiteten Handlungsverlauf, der brutalen Thematik, dem Humor und vor allem der erschütternden Geschichten sehen lassen kann. Es ist keine Geschichte für Zwischendurch. Es ist eine Geschichte, die einen vollkommen einnimmt, in sich aufsaugt und nicht von einen ablässt, selbst, wenn man die letzten Seiten erreicht hat. Vor allem die Erzählperspektive und die Idee hinter dieser Welt haben es mir am meisten angetan und mich zum Lesen und Lieben verführt.

Soulmate

Blogger des Vertrauens

Letterheart
Trallafittibooks
Miss Foxy Reads
Buchstabenträumerei
Piglet and her Books
Ivy Booknerd


Banner

LoveSarah

11 Antworten auf „Rezension: Nevernight

  1. Liebe Buchnachbarin,
    es freut mich sehr, dass dich Nevernight auch so packen konnte ❤
    Ich bekam eben die Zusage für den 2. Band als RE und flippe schon jetzt ein bisschen aus.
    Noch heute denke ich richtig oft an die Geschichte zurück.
    Sie ist wahrlich etwas ganz besonderes. Ich muss das Ende demnächst nochmal lesen.

    Danke fürs Verlinken!

    Liebe! ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Liebste Buchnachbarin,
      ooooouuuuuhhhhh ❤ wie genial! Weißt du schon, wann du den Roman kriegen wirst? Aaaaah ❤ ich bin viel zu ungeduldig und habe ja jetzt schon begonnen, den zweiten Teil zu lesen und hach ❤ es ist einfach genial.

      Der Roman ist wirklich unglaublich besonders. Einfach alles.

      Natürlich immer gerne!

      SUPERLIEBE!

      Gefällt 1 Person

  2. Meine Sarah ❤

    Wow. Einfach nur wow.
    Ich bin absolut überwältigt von deiner Rezension und deiner Wortwahl. Besser hätte man es nicht ausdrücken können und würde ich das Buch nicht schon mit jeder Faser lieben, wäre es spätestens jetzt um mich geschehen.

    Liebe ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Meine liebe Jill,
      ach du ❤ dankeschön! Es freut mich, dass dir meine Rezension gefallen hat! Hach ❤

      Jay Kristoff ist es einfach, oder? Ich kann gar nicht aufhören von dieser Reihe zu schwärmen und ich kann noch viel weniger glauben, dass ich erst jetzt damit begonnen habe. Schande über mein Haupt, oder wie man das so sagt.

      Alles Liebe,
      deine Sarah

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s