Hinter den Kulissen: Arbeiten am Blog

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Meine liebste Jill veröffentliche vor einer Weile einen Beitrag über den Aufwand, den Buchblogger haben und wie viel Zeit sie dafür aufwenden muss. Gerade nachdem ich so unwahrscheinlich viele Stunden in die Umstrukturierung von meinem Blog in der vergangenen Woche investiert habe, dachte ich ebenfalls darüber nach, einmal darüber zu berichten, wie viel Zeit ich eigentlich für meine Beiträge und überhaupt den Blog aufbringe. 

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Grund für ihren Ausruf waren damals einige Vorurteile, die Bloggern entgegengebracht werden. Unter anderem kristallisierte sich die Annahme heraus, Buchblogger würden nur bloggen um einen gewaltigen Stapel Bücher geschenkt zu bekommen. Das hinter diesem Geschenk eigentlich ein Rezensionsexemplar steckt, wofür man einen gewissen Aufwand entgegenbringen muss, bedenkt dabei kaum jemand. Um etwas aufzuklären und zu erläutern, was ich eigentlich genau mache, wenn ich Beiträge schreibe, Rezensionen veröffentliche oder am Blog generell arbeite, möchte ich  nun auflisten.

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Rezensionsexemplare

Rezensionsexemplare können bei Verlagen angefragt werden, oder aber werden einem auch unangefragt zugeschickt. Im ersten Fall ergibt sich eine Bringschuld vom Buchblogger, der sich darin verpflichtet den jeweiligen Roman zeitnah zu lesen und entsprechend Werbung zu machen. Dass der Roman in Szene gesetzt und somit beworben wird, bedeutet jedoch nicht, dass dahinter nicht die ehrliche Meinung des jeweiligen Buchbloggers steht.  Einen Roman beispielsweise vorzustellen und für Instagram abzulichten, ist zunächst nur die Vorarbeit, in der darüber gesprochen wird, weshalb dieses Buch überhaupt in erster Instanz das eigene Interesse geweckt hat. Nach dem Lesen folgt dann die ehrliche Meinung. Wie viel Zeit kostet mich das? 

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Wenn ein Roman ankommt, schieße ich zunächst einmal Fotos und präsentiere das Buch auf allen Plattformen, die mir zur Verfügung stellen. In diesem Fall Facebook, Instagram, Twitter und auf meinem Blog in Form einer Buchvorstellung. Zuletzt ist es die Vorstellung meiner Bücher aus dem Diogenes-Verlag gewesen. In dem Beitrag könnt ihr euch gerne einen Eindruck von dem Umfang machen. Ich selbst schieße meine Fotos entweder mit meinem Smartphone oder mit meiner Spiegelreflexkamera, je nach dem wie die Lichtverhältnisse gerade sind (und wenn ich ganz ehrlich bin: Auch abhängig davon wie schnell es gehen soll und ob die Kamera überhaupt geladen ist). Für das Shooting stelle ich immer eine Softbox auf und drapiere das Buch auf meinem Galaxy-Schal. Das nimmt ungefähr 10-15 Minuten in Anspruch. IMG_2270-2
Danach lade ich die Fotos auf meinen Laptop hoch und bearbeite sie einzeln mit dem Programm Lightrooms. Die Bearbeitung und das Hochladen nehmen noch einmal 15-25 Minuten meiner Zeit in Kauf.
Zuerst schreibe ich eine Vorstellung des Rezensionsexemplars. Dabei erläutere ich kurz, wie ich dazu gekommen bin, diesen Roman anzufragen, aus welchem Verlag es stammt und füge noch Klappentext, Preis und meine ungefähre Vorstellung zum Inhalt hinzu. Diesen Beitrag zu erstellen dauert ungefähr 20-30 Minuten.
Danach geht es an die reine Lesezeit. Durch die Buchgang habe ich gemerkt, dass ich eine eher langsame Leserin bin, wodurch ich für einen 300-400 Seitenlangen Roman schon einmal 6-8 Stunden brauchen kann. Zwischendurch poste ich gerne noch einmal ein Bild und erzähle, wie das Lesen so läuft und wie mir der Roman bislang gefällt. Das sind noch einmal 10-15 Minuten. Zwischendurch markiere ich mir noch immer mal wieder Zitate und Absätze, die mir unglaublich gut gefallen und in die ich noch einmal reinlesen möchte. IMG_2253-2
Nach beenden des Romans kommen wir endlich zum eigentlich wichtigen Teil: Die Rezension. Um eine Rezension zu schreiben, brauche ich ungefähr 2 Stunden. Ja, das klingt wirklich viel, ich weiß. Doch die ist wirklich notwendig. Bilder müssen eingefügt werden (das Bearbeiten hat schon vorher stattgefunden!), meine einzelnen Lesebalken muss ich kopieren, einfügen und einzeln abklappern. Dabei suche ich den Klappentext raus, kopiere mir den Link der Seite, bei der ich ihn stibitzt habe. Hinzu kommen noch andere Fakten, wie der Preis, die Seitenanzahl, der Name des Verlags, ggf. die Sprache (falls ich es nur auf Englisch gelesen habe und der Roman entsprechend auch nur im Original erhältlich ist). Beim Schreiben der Rezension blättere ich immer wieder im Roman selbst herum, gehe meine Zettelchen durch, schreibe Zitate raus und verlinke später noch meine Bloggerkollegen, die das Buch ebenfalls gelesen haben. Zum Schluss folgt noch Korrekturlesen, Formatieren und im Blog integrieren. Dabei ist nicht nur der Upload gemeint, sondern auch das Markieren auf meinen Bloginternen Seiten wie beispielsweise die Rezensionen und Kategorien, die ich stets umgehend aktualisiere.
Nachdem die Rezension online gegangen ist, komme ich zum wichtigsten Part: Auf den Plattformen teilen. Die Rezension wird kopiert und bei Lovelybooks, Amazon, goodreads hochgeladen. Das ist vor allem für die Verlage und Autoren von unfassbarem Wert. – 15 Minuten.
Zum Schluss kommt die abschließende Werbung in Form von Teilen auf den Social Media Plattformen. Bis alles fertig ist können locker 30-40 Minuten verzeichnet werden.

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Wieso dauern die Beiträge so lange?

Nun, jeder schreibt natürlich unterschiedlich schnell und manch einer wird wesentlich flinker darin sein, seine Beiträge online zu stellen. Ich nicht. Zwar tippe ich relativ zügig, doch das Formatieren und die Kleinigkeiten, die ich noch hinzufüge, nachschlage und kopieren muss, fressen die Zeit auf. Dazu gehören das Formatieren der Bilder, die ich immer in unterschiedlicher Größe, mal in den Text einfüge oder eben drunter lasse. Dazu kommt noch, dass ich eine gewisse Form an meinen Texten immer beibehalte. Zu Beginn und zum Ende hin füge ich immer „Hello Bluebirds“ und „Love, Sarah“ hinzu, außerdem kopiere ich in gewissen Abständen meine Galaxy-Balken rein, um einen angenehmen Lesefluss zu erhalten. Das Raussuchen von Links und Referenzen zu anderen Bloggern, die ähnliche Beiträge, Ideen oder Rezensionen geschrieben haben, kostet auch sehr viel Zeit und will wohl überdacht und recherchiert sein. Gerade der letzte Teil ist unheimlich wichtig. Dazu formatiere ich meinen Text noch einmal in meinen Stil, was bedeutet, dass zu Beginn seit Neustem der Satzanfang eingerückt wird, wozu ich den Html-Code an der Stelle einrichten muss. Außerdem markiere ich mir noch Zitate, schreibe sie extra heraus und drapiere sie entsprechend mit Seitenzahl, Buchtitel und Autorennamen. Und was mir persönlich sehr wichtig ist: Der Blocksatz. Oft springt er durcheinander und ich muss ihn nachträglich noch einmal bearbeiten. Zwischendurch klicke ich immer mal wieder vor Vorschau, um zu kontrollieren, ob auch alles an seinem richtigen Platz sitzt. Das nimmt alles viel Zeit in Anspruch, wodurch eine Kolumne wie diese hier beispielsweise schon einmal 3 Stunden dauern kann.
Bei mir kommt noch hinzu, dass ich bei Wochenrückblicken, Kolumnen und eigentlich fast allen Beiträgen abseits der Rezensionen, eine Grafik erstelle. Dafür nutze ich das Programm Gimp. Um die Grafiken nicht immer gleich zu gestalten und etwas Abwechslung reinzubringen, suche und kaufe ich stets neue Schriften und Hintergründe.

Die Arbeit am Blog

Nun komme ich zu dem Teil, weshalb ich überhaupt über diesen Beitrag hier nachgedacht habe: Die Arbeit am Blog. Es sind nicht nur die Beiträge, die sehr viel Zeit abverlangen, es ist auch der Blog selbst, in dem viel Zeit investiert werden muss, damit er so aktuell und hübsch aussieht, wie er nun einmal ist. Ich wende täglich mindestens eine Stunde auf, um die Footers auf dem aktuellsten Stand zu halten, Leselisten zu überarbeiten, Currently Readings zu aktualisieren und um auf Kommentare zu antworten. Gerade letzteres dauert am längsten, macht jedoch auch am meisten Spaß.
Vor zwei Wochen dann habe ich beschlossen das gesamte Design zu verändern. Das ist natürlich kein muss, doch ich mache das unglaublich gerne, wodurch der Blog auch einen frischen Look erhält und ich mich einfach wohler fühle. Bis alles fertig war, habe ich ungefähr 20 Stunden benötigt.

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Weitere Berichte über das Bloggen

Letterheart mit Bloggen und was dahinter steckt Teil 1
Letterheart mit Bloggen und was dahinter steckt Teil 2
Trallafittibooks mit Wie machst du das eigentlich?

Habt ihr selbst auch einen solchen Beitrag geschrieben? Dann zeigt eure Links in den Kommentaren, ich stöbere unfassbar gerne!

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LoveSarah

 

 

8 Antworten auf „Hinter den Kulissen: Arbeiten am Blog

  1. Hallo 👋

    Ein toller Beitrag 😊

    Ich habe bisher nur positives von Autoren und Lesern zuhören bekommen. Und auch ganz oft: „Oh, das Buch hätte ich auch gerne vom Verlag bekommen.“

    Aber viele sehen da auch die Arbeit, die dahinter steckt. Manchmal kommt auch ein großes Danke von Autoren, die sich gar nicht vorstellen können wie wir das alles neben unserem richtigen Leben schaffen.

    Ich gucke gar nicht so auf die Zeit, die ich für alles brauche. Merke aber immer öfter wie schnell die Zeit auch bei kleinen Sachen vergeht..

    Liebe Grüße,

    Donatha

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Donatha,
      mir persönlich hat zum Glück auch noch niemand ein böses Wort entgegengebracht, vermutlich weil ich eher zu den kleineren Bloggern gehöre :) Aber es überhaupt mitzubekommen, hat mich schon arg überrascht. Außerdem kann ich mir auch gut vorstellen, dass sich viele wundern, was überhaupt hinter so einem Blog steckt :)

      Ja, tatsächlich habe ich mir über die Zeit nie vorher Gedanken gemacht, bis ich in den letzten Monaten angefangen habe zu bemerken, wie schnell die Tage plötzlich bei mir vergehen und ich immer wieder das Gefühl habe, nie alles wirklich geschafft zu haben :D die Stunden reichen nie aus, hehe.

      Es freut mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat! Ich habe mich wahnsinnig über deinen Kommentar gefreut, vielen lieben Dank.

      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Buchnachbarin,
    ich kann nur nochmal betonen, dass sich jede Minute, die du investiert hast, total gelohnt hat! <3
    Und auch ich sehe den Aufwand als immens an, ich glaube vorher ist man sich dessen gar nicht so bewusst, ich zumindest nicht. Und umso mehr kann ich es nun wertschätzen, wenn es neue Beiträge, Fotos, Videos der liebsten Blogger gibt.
    Ich finde ja, wir machen einen großartigen Job :)
    Und am besten finde ich es, wenn wir uns da zusammen schließen und gemeinsam coole Dinge planen oder uns austauschen.

    Liebe! <3

    Gefällt 2 Personen

  3. MEINE SARAH❤

    was für ein wundervoller Beitrag!
    Ich freue mich sehr, über deine ehrlich Einschätzung.
    Und vielleicht auch ein minibisschen, dass ich einen kleinen Anstoß in die Richtung geben konnte. Denn es ist meiner Meinung nach wirklich wichtig, auch über diese Themen mal ehrlich sprechen zu können. Deinen Aufwand finde ich mehr als nur gerechtfertigt und ich liebe jeden einzelnen Part deiner Arbeit!

    Liebste Grüße ❤ deine Jill

    Gefällt 1 Person

    1. Meine allerliebste Jill,
      hach vielen lieben Dank! Und du hast nicht nur einen kleinen Anstoß gegeben, ohne dich wäre ich vermutlich nicht einmal auf die Idee gekommen, es so zusammenzutragen, das hast du wirklich großartig gemacht! Ich denke, dass es auch viele interessiert, was so hinterm Bloggen steht und dass sich viele vermutlich einfach nicht so viel drunter vorstellen können.

      Hach, danke <3

      SUPERGROSSELIEBE <3

      Gefällt mir

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