Schreibmaschinen-Mutant: Ein Buch pro Monat, ein Buch pro Jahr – Darf man das?

Sebastian Fitzek postete auf seiner Autorenseite das Cover und den Klappentext seines im Oktober erscheinenden Romans Der Insasse. Das Cover: Perfekt. Der Inhalt: Verlockend gut, spannend, ein Fitzek eben. Und dann bricht im Kommentarfeld eine Diskussion aus, die mich wirklich traurig bis wütend gestimmt und schließlich zu diesem Beitrag veranlasst hat.

Was ist los?

In den Kommentaren fand sich eine Antwort einer Leserin wieder, die sich darüber beschwerte, dass Sebastian Fitzeks Qualität durch seine Schnelligkeit zu schreiben in Verzug geraten würde. Das sei vor allem an den letzten Büchern deutlich zu erkennen, schließlich seien sie ganz schnell erschienen und das geht nicht, immerhin brauchen Bücher Zeit, Zeit zu Schreiben, Zeit zum Entstehen und überhaupt, eigentlich sollte man am besten nur ein Buch im Leben schreiben, am besten kurz vorm Tod, damit es schließlich fehlerfrei, gefüllt mit Weisheiten und perfekt ist. Natürlich ist das jetzt etwas überspitzt formuliert, doch im Grunde genommen, entsprach dies der Kernaussage. Das hat mich verwirrt und ich habe mich daraufhin in eine Diskussion verwickelt. Und zwar innerhalb der Buchgang, woraufhin mir Nicci [Trallafittibooks] dazu riet, diesen Beitrag zu schreiben. Was darf ein Autor eigentlich? Wie viel Zeit benötigt ein Buch? Wie viele Bücher darf man überhaupt im Jahr, im Leben oder überhaupt schreiben?


Qualität von Büchern gemessen an Zeit

Stephen King schreibt grundsätzlich jeden Tag 2000 Wörter, dadurch um die 60 000 Wörter im Monat und vollbringt es somit mehrere Romane im Jahr zu beenden, mittlerweile hat er 50 Romane, über 150 Kurzgeschichten, mehrere Novellen, Drehbücher, Sachbücher und Comics publiziert, seit 1975, also innerhalb von 38 Jahren. Er hat über 400 Millionen Bücher verkauft, wurde mehrfach mit Preisen geehrt. J.K. Rowling saß an der ersten Fassung von Harry Potter 5 Jahre. Die folgenden Bücher erschienen fast jährlich. Die Harry Potter Reihe verkaufte sich ebenfalls über 400 Millionen Mal. Wolfgang Hohlbein hat seit 1982 über 200 Romane publiziert. Diese verkauften sich über 43 Millionen Mal. Sebastian Fitzek hat innerhalb der ersten zwei Jahre 5 Bücher geschrieben, mittlerweile veröffentlicht er ein Buch pro Jahr. Er hat innerhalb von 10 Jahren mehr als 8 Millionen Bücher verkauft. Sarah J. Maas bringt dieses Jahr allein 3 Romane auf den Markt. SKANDALÖS!
Wer ist jetzt der schlechtere oder bessere Autor? Wer macht es falsch? Vielleicht kann Stephen King gar nicht schreiben? Sind seine Bücher allesamt Humbug? Für den Müll? Immerhin veröffentlicht der Raudi im Schnitt 1-2 Bücher pro Jahr! Sind seine Bücher deshalb schlechter? Weil er mehr schreibt?
J.K. Rowling und George Martin benötigen sehr viel Zeit, um einen Roman zu Ende zu bringen – sind ihre Bücher deswegen besser? Stehen mehr Geschichten drin? Sind sie gezielter ausgearbeitet? – Oder sind beide total faul und schreiben nur jeden Tag einen Satz? Sind sie vielleicht schlechtere Autoren, weil sie nicht jeden Tag schreiben und entsprechend nicht die Leidenschaft dahintersteckt? Kann man sie überhaupt als Autoren bezeichnen, wenn sie denn so wenig schreiben? Sollte ein Schriftsteller nicht den ganzen Tag hinter der Tastatur sitzen und schreiben, am Manuskript arbeiten? Sollte sich das gesamte Leben nicht um diesen künstlerischen Akt drehen?
Was nun? Wer hat jetzt recht? Welche Methode ist die Richtige? Wer ist der Vollprofi? Wer geht den rechten Pfad entlang? – Spoiler: Niemand.


Autor sein – Wie geht das?

Es gibt viele Ratgeber, unzählige Blogs und Seiten, die sich mit dem Autorenleben befassen. Allen voran sind es Autoren, die wertvolle Tipps verteilen, über ihre Erfahrung berichten und erzählen, wie sie ihren Weg entlang geschritten sind. Was häufig auffällt? Jeder geht seinen ganz persönlichen Weg. Es gibt, wie wahrscheinlich in jedem künstlerischen Bereich, kein richtig oder falsch. Kein Grundrezept oder der sichere Erfolg. Wenn dem so wäre, hätten es allen voran Verlage viel leichter und könnten sich ihren perfekten Autoren zusammen basteln – es gäbe nur Bestsellerautoren.
Tipps und Ratschläge sind hilfreich und von unfassbarem Wert. Ich selbst habe unzählige gelesen und hole mir sehr gerne Ratgeber dazu. Allerdings bewahrt einem all das nicht vor einer essentiellen Sache: Dem Schreiben selbst. Um Autor zu sein, muss man schreiben. Allerdings lässt sich Kreativität nicht erzwingen, sie tänzelten nicht zu einem gewollten Zeitpunkt vorbei. Es erwischt einen auf einmal und dann kann man schreiben. Sarah J. Maas erzählte auf dem Fanevent in London, dass sie selbst in der Rohfassung 10 000 Wörter am Tag schreibt, und innerhalb einer Woche dann das rohe Skript fertig hat. Sind ihre Bücher deswegen schlecht, weil sie so viel auf einmal schreibt? Eine ganz klare Antwort: Nein. Das Schreibtempo kann nicht vorgegeben werden. Wenn man schreibt, gerät man in einen Sog, der einen nicht mehr loslässt, bis das Wort Ende auf dem Papier prangert. Das kann bei dem einen innerhalb von wenigen Tagen passieren, bei anderen Monate andauern. Und jede Art und jede Geschwindigkeit ist dabei die exakt richtige. Hinter Autoren stecken keine Maschinen, die man nach der richtigen Denk- und Schreibgeschwindigkeit einstellen kann. Es sind Menschen, die nach ihrem Empfinden schreiben und Geschichten erschaffen. Und es sind ihre Geschichten, die nach ihrem Maß geschrieben wurden, die es schließlich in die Bestsellerlisten schaffen – auf ihre ganz eigene Art. So wie sie ihre Geschichten zu Papier bringen, das ist ihr persönliches Erfolgsrezept. Dadurch, dass jeder Autor seinen eigenen Weg beschreitet, werden ganz individuelle Schreibstile und Romane erschaffen. Es wäre schließlich auch langweilig, wenn jeder das Schema X verfolgt, oder?
Darüber hinaus fängt es bereits im Genre an: Thriller benötigen einen ganz anderen Aufwand als beispielsweise ein ganzer Fantasyepos, bei dem man vielleicht schon Wochen am Worldbuilding sitzt. Darüber hinaus sind Autoren oft nicht Vollzeit damit beschäftigt, an ihren Büchern zu sitzen. Die wenigsten schreiben ausschließlich an ihren Projekten. Viele gehen noch anderen Tätigkeiten nach; wenn man nicht gerade ein Bestsellerautor ist, muss man selbstverständlich noch dem normalen Leben nachgehen und einen Brotjob ausüben. Doch auch Bestsellerautoren sitzen nicht nur Zuhause vor einem weißen Blatt Papier und warten geduldig darauf, dass sie die Muse überfällt. Das Schreiben ist eine Form der Kunst, seiner Gedanken und Ideenwelt freien Lauf zu lassen. Da kann man sich keine Stoppuhr hinstellen, die vorgibt, wie lange geschrieben werden darf. Oder soll. Oder muss. Es gibt keinen Rahmen, kein Limit, keine Vorschriften. Es ist Kunst und Kunst darf alles.


 

LoveSarah

 

25 Antworten auf „Schreibmaschinen-Mutant: Ein Buch pro Monat, ein Buch pro Jahr – Darf man das?

  1. Stimme dir da zu. Es kommt immer auf den Einzelnen an. Martin beispielsweise scheint mit dem Abschluss des Lieds vom Eis und Feuer nicht aus dem Quark zu kommen. Aber während er zu Beginn eben kein Millionär war und nur in seiner Freizeit schreiben konnte, ging es natürlich schneller, als er dann Erfolg hatte. Nur brachte dieser Erfolg dann auch wieder andere Dinge mit sich. Er hat an der Serie mitgeschrieben. Ist jetzt stark in das geplante Spin-Off involviert. Reist durchgehend durch die Weltgeschichte, um in Talkshows oder auf Messen rumzuturnen. Da geht die Zeit dann wieder flöten. Zudem hat er mal gesagt, dass er tatsächlich nur zuhause schreibt. Wenn er sich da also weniger aufhält, kann er eben auch weniger schreiben.
    Und so geht es eben allen. Am Anfang geht man Arbeiten und kann nur schreiben, wenn es die Zeit zulässt. Je mehr man schreibt, desto mehr lernt man auch die für sich besten Methoden, versteht mehr von Struktur und dem ganzen Kram und so schreibt es sich mit der Zeit nun mal schneller. Wenn man dann auch noch so erfolgreich ist, dass man „nur“ noch schreiben kann, um davon zu leben, kriegt man logischerweise auch mehr geschafft, als wenn man noch ziemlich ahnungslos in der spärlichen Freizeit zuhause sitzt und versucht, eine lesbare Geschichte zu verfassen. Wenn ein Falkner in die Lehre geht, trainiert er auch nicht am ersten Tag einen Adler zum Jäger. Jahre später trainiert er mit seiner gewonnenen Erfahrung vielleicht ein ganzes Adlerhorst zur Kampfarmee.

    Qualität ist zudem ja auch eine sehr subjektive Angelegenheit. Stephen King hat auch nicht nur Meisterwerke verfasst, das macht ihn aber nicht zu einem schlechteren Autor. Wenn dem Leser eine Geschichte nicht so sehr zusagt, kann das auch an ganz anderen Dingen liegen. Woran misst man denn Qualität? Die neuen Romane von Fitzek werden ja kaum voller Rechtschreibfehler sein und vor Logiklücken strotzen. Nur weil einem die neuen Geschichten nicht so sehr gefallen, heißt das lange nicht, dass die Qualität schlechter wird. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass man mittlerweile ungefähr weiß, was auf einen zukommt, während die ersten Bücher noch „frisch“ waren. Autoren haben nun mal auch einen eigenen Stil und eigene Formen, Geschichten zu erzählen. John Irving ist da ein gutes Beispiel. Während ich die frühen Bücher quasi verschlungen habe, wurde es mit der Zeit immer langweiliger, weil es im Kern immer die gleichen Geschichten sind.

    Das ist aber dann auch ein von mir persönlicher Kritikpunkt. Autoren lassen sich leider viel zu sehr in ein Genre pressen. Dadurch nutzt sich eben alles irgendwann ab. Da fehlt mir einfach oft der Mut, auch mal etwas anderes auszuprobieren. Heutzutage hat sich überall (Buch/Film/TV) diese „Mehr vom Gleichen“-Attitüde eingestellt, durch die alles irgendwann so wirkt, als hätte man es schon hundertmal gelesen oder gesehen. Aber das ist ein anderes Thema und hat erst mal nichts mit Qualität als solcher zu tun.

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    1. Lieber Marcel,
      vielen lieben Dank für diesen großartigen und so ausführlichen Kommentar!

      Ich stimme dir in allen Punkten zu. Qualität ist ein rein subjektives Empfinden, es ist nun mal am Ende eine reine Geschmacksache und persönliche Angelegenheit, wie man ein Buch am Ende denn findet. Der Punkt über die Erfahrung, gefällt mir ausgesprochen gut! Genau das ist ein sehr wichtiges Argument: Mit der Zeit entdeckt man einen Routine, die einen auch viele Bücher in kurzer Zeit schreiben lässt. Der Aspekt, dass man irgendwann den Autoren kenn, kann ich ebenso nachvollziehen. In der Hinsicht ergeht es mir so bei Autoren wie Nicholas Sparks und Lee Child: Irgendwann ist irgendwie alles gleich und man hat das Gefühl alles zu kennen; es wird langweilig. Was nicht bedeutet, dass die neun Romane schlecht sind. Man kennt alles nur leider irgendwie schon, was nicht heißt, dass es anderen nicht gefallen oder sogar begeistern kann.

      Ja, das mit den Genre finde ich ganz schrecklich. Natürlich handelt es sich dabei um eine reine Marketing-Strategie: So vermarktet sich ein Autor gut, wenn man ihn in eine Schublade steckt. Natürlich schreibt man vorrangig in dem Genre, welches einem am besten liegt. Allerdings kann ich mir, bei meinem eigenen Empfinden, nicht vorstellen, dass jeder Autor wirklich nur einzig und allein wirklich in diesem Bereich schreiben will und nicht einmal den Drang verspürt, auch einmal etwas Neues auszuprobieren. Etwas mehr Waghalsigkeit wäre in dem Punkt nicht verkehrt und durchaus erwünschenswert.

      Alles Liebe,
      Sarah

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      1. Ich denke mir halt immer, wenn ein Autor gerade anfängt ergibt es durchaus Sinn, sich erst mal auf ein Genre zu beschränken. So baut man sich vermutlich schneller eine treue Leserschaft auf (auch wenn ich einen anderen Weg anstrebe und eher versuchen werde, das über den Schreibstil zu tun und mich dabei in unterschiedlichen Genres ausprobieren will). Aber wenn man ohnehin einen Namen hat, mehrere Bestseller auf dem Konto, dann kann man doch eigentlich auch mal experimentieren. Was kann da schon groß schiefgehen?
        Auf der anderen Seite kommen natürlich auch immer neue Leser hinzu, die die alten Werke nicht kennen und für die bleibt es dann natürlich frisch. Wobei auch da immer so ein bisschen der Gedanke mitspielt, ob die Qualität manchmal nicht doch abnimmt. Ich bin beispielsweise großer Fan von Terry Pratchett. Aber hätte ich mit seinen letzten Büchern angefangen, bin ich mir nicht so sicher, ob das jetzt auch so wäre. Die waren qualitativ dann zum Teil doch durchwachsen, was vermutlich auch mit seiner Erkrankung zu tun hatte. Es ist halt immer schwierig, da das richtige Mittelmaß zu finden. Aber gerade heutzutage, wo so viele Bücher veröffentlicht werden wie nie zuvor durch Selfpublishing und BODs usw. finde ich es recht langweilig, immer nur über die gleichen Genres zu stolpern und kaum diesen Mut zum Risiko oder zu einer anderen Nische zu entdecken. Da wird mir dann auch einfach zu viel auf Trends geschielt, die aber sowieso selten von Dauer sind. Warum also nicht versuchen, sich in einer eigenen Sparte einen Namen zu machen, die ja vielleicht sogar auch mal ein Trend werden kann. Und dann ist man schon da und hat einen Startvorteil.

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  2. ‚Es ist Kunst und Kunst darf alles.‘ Damit ist alles gesagt.

    Moin Birdie,

    es ist doch immer wieder erstaunlich, wie und was Menschen ver-urteilen, wie viel Zeit sie mit ‚guten Ratschlägen‘ in andere Menschen inverstieren, die sie nicht einmal darum gebeten haben. Wenn genau diese Menschen mal auf die Idee kämen, ihre EIGENEN Qualitäten zu überdenken und dann auch noch zu nutzen – was könnte die Welt für ein unfassbar kreativer Ort sein …

    In diesem Sinne wünsche ich Dir einen sonnigen Donnerstag. ☀
    Herzallerliebst, Britta

    Gefällt 4 Personen

    1. Hach, liebste Britta,
      du bringst es mal wieder unglaublich gut auf den Punkt. Diese ungefragten Meinungen und halbwissenden Besserwisser, die einen dann auch noch den Tag ruinieren müssen, nur um den Senf dazulassen. Wenn mehr Menschen selbstreflektierend wären, müssten andere sich weniger aufregen. Andererseits hätte ich womöglich keine Beitragsideen mehr, haha.

      Ich wünsche dir eine wundervolle Restwoche!
      Alles Liebe,
      Sarah

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  3. Liebe Sarah,
    Ich kann dir da nur zustimmen. Und ich weiß das viele Autoren auch tatsächlich 8 Stunden am Tag schreiben. Andere nicht. Völlig egal. Und wenn ein autor 5 Romane im Jahr raus bringt ist das einzig blöde daran der Inhalt meiner Geldbeutel wenn ich selbst den Autor lese.

    Ich finde es eher erstaunlich was diese Menschen in kürzester Zeit leisten und aus dem nichts erschaffen. Darauf sollten die Leser viel mehr stolz sein als darüber zu mosern.

    Alles Liebe Nessi ♡

    Gefällt 2 Personen

  4. Es war nur die Meinung eines einzelnen Menschen, die Dich hat wütend werden lassen. Vielleicht schrieb diese Person den Kommentar auch nur aus Neid. Entweder weil sie selbst nicht schreiben kann oder weil sie schreibt und ihr es nicht gelingt in der Kürze solch gute Bücher zustande zu bekommen. Man weiß ja nie was hinter solch einer Kritik steckt, doch letzendlich ist es nur eine Meinung. Eine Meinung, die keine Allgemeingültigkeit hat und die man gerne einfach so stehen lassen darf.

    Generell denke ich, das jeder Mensch all das tun darf, was er gerne möchte und somit kann auch ein Autor so viele Bücher schreiben, wie es ihm beliebt. Die Zeit in welcher ein Buch entstand, spielt überhaupt keine Rolle. Auf den Inhalt kommt es an und ob dieser gut oder schlecht ist, darf dann der Leser beurteilen. Und auch hier sind es wieder nur Meinungen. Klar, wenn ein Buch nur negative Kritiken bekommt, dann darf man schon mal darüber nachdenken, ob es vielleicht nicht ganz so gelungen ist, muss man aber nicht.

    Niemand hat jedoch das Recht zu sagen, wann und in welchen Zeitfenster jemand etwas zu tun oder zu lassen hat, in diesem Fall zu schreiben hat und wenn es dort nicht rein passt, ganz automatisch nicht gut sein kann…

    Liebe Grüße Nicole :-)

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Nicole,
      vielen lieben dank für deinen superlangen Kommentar :) Es freut mich, dass du dich so mit dem Thema auseinandergesetzt hast. Natürlich handelt es sich immer nur um eine Meinung. Auch mein Text stellt lediglich meine Meinung da. Wobei ich bezüglich des Kommentars zu Herrn Fitzek hinzufügen muss, dass es sich dabei nicht um einen Sprecher handelte, sondern der Kommentar eine ganze Welle der Empörung hinsichtlich seiner Qualität auslöste. Generell lasse ich mich gerne durch solche Interaktionen in der Social Media Welt inspirieren :) Oft entstehen Kommentare durch spontane Handlungen, ohne sich wirklich Gedanken über die tatsächlichen Fakten zu machen. Meist entkommen sie einer eigenen Unzufriedenheit. Ich hoffe durch meine Beiträge in der Hinsicht auch etwas Aufklärung zu schaffen und Denkanstöße zu setzen.
      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt 1 Person

  5. Das was Britta sagt! :)

    Ich finde solche Aussagen absolut anmaßend.
    Den Vergleich mit der Kunst finde ich sehr gelungen, immerhin würde vermutlich auch niemand äußern, dass manche Künstler zu viel oder zu oft an ihren Bildern malen.

    Danke für den tollen Beitrag <3
    Und DANKE für die Erwähnung :)
    Freut mich echt, dass du dich quasi direkt dran gesetzt hast.

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Buchnachbarin,
      hach, ich musste mich ja auch direkt dransetzen, habe mich ja fürchterlich aufgeregt über die Kommentare :D Zeit überhaupt als Mittel für Qualität zu nennen, vor allem, wenn man selbst noch nie etwas in der Richtung getan hat – absolut unglaublich frech.

      Gerne!
      Alles Liebe,
      deine Buchnachbarin

      Gefällt 1 Person

      1. Finde ich total gut, dass du dazu einen Beitrag verfasst hast :)
        Das fand ich auch unglaublich frech. Ist ja fast so wie mit der Zeit fürs Lesen und der Tatsache, dass manche nun mal 20 Bücher schaffen. Hat auch nix mit Qualität zu tun.

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  6. Liebe Sarah,
    ich finde, du hast deine Gedanken sehr schön zusammengefasst. Besonders der Satz „Es ist Kunst und Kunst darf alles“ gefällt mir.

    Grundsätzlich hast du natürlich recht. Man darf die Qualität eines Autors nicht von vornherein mit der Quantität in direkten Zusammenhang setzen. Aber ich möchte dazu mal einen Gedanken bezüglich der Zeit einwerfen.
    Haben Autoren wirklich alle Zeit der Welt und können auf ihre Muse warten?

    Ich denke da jetzt zum Beispiel an Autoren, die gerade einen Erfolg mit ihrem Buch gelandet haben (z. Bsp. eben J.K. Rowling). Dann wartet der nächste Vertrag mit dem Verlag sicher nicht lange auf sich. An diesen sind vlt. auch schon Fristen für die nächste Veröffentlichung gebunden und auf einmal muss die Geschichte innerhalb einer bestimmten Zeit fertig werden. Also hat J.K. Rowling auf einmal die Muse gepackt, dass sie schneller schreiben konnte oder musste sie es vielleicht auch?

    Und kann es nicht sein, dass durch den Zeitdruck doch mal die Qualität leidet?

    Wahrscheinlich muss man da immer den einzelnen Fall betrachten, aber ich kann ehrlicherweise auch das Gefühl „dass ein Buch noch nicht zu Ende gedacht ist“ eines Lesers verstehen. Aber hier muss man sich immer fragen: Wollte der Autor das so oder ist das aufgrund des Zeitmangels so und das würde man vermutlich niemals herausfinden, weil es nie jemand zugeben würde. ;)

    Viele Grüße
    Yvonne

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Yvonne,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und die Ergänzung um die Fristen bei Verlagen.

      Ich kann dir in einem gewissen Maße zustimmen, dass gewiss der Druck durch Verlage und das Einhalten von Fristen die Qualität einschränken kann. Allerdings ist dieser Punkt anscheinend vom Autor abhängig. Als bestes Beispiel wähle ich da gerne Walter Moers, der seinen finalen Band für die Stadt der träumenden Bücher bereits seit über drei Jahren (wenn nicht gar länger) auf sich warten lässt. Der Release wurde zunächst nur aufgeschoben und wird jetzt gar nicht mehr bekanntgegeben. Walter Moers hat diesbezüglich vor kurzem eine Mitteilung an seine Leser geschrieben, dass er -grob zusammengefasst- Bücher nur rausgibt, die er gewissenhaft vertreten kann und deswegen gibt er das Manuskript noch nicht ab, weil es seine Reifezeit noch nicht hatte. Das finde ich wirklich bemerkenswert und großartig. Natürlich kann sich nicht jeder Autor -oder will es vielleicht auch nicht- auf seinen vorangegangenen Erfolgen ausruhen und warten, bis die richtigen Ideen über einen herfallen, entsprechend können gewiss auch mal in zu knappen Zeiträumen Romane auf den Markt gebracht werden.

      Und wie du gut sagst: Am Ende muss eh der Einzelfall betrachtet werden. Schlussendlich ist es ohnehin Geschmacksache :)

      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt mir

  7. Hallo Sarah,
    du schreibst mir wirklich aus der Seele! Jeder Roman braucht so viel Zeit, wie er eben braucht, damit seine Geschichte auserzählt wird. Mag sein, dass die Qualität von Sebastian Fitzeks Romanen nachgelassen hat (das kann ich nicht beurteilen, weil ich sie nicht gelesen habe), aber das muss nicht unbedingt damit zusammenhängen, dass er so viel veröffentlicht. Vielleicht ist das auch nur die Empfindung der Leserin, denn am Ende ist es immer der eigene Geschmack, der über so ein Urteil entscheidet.

    Ein schönes Beispiel für diese Diskussion ist auch J. Vellguth, die für ihre Aktion ’12 in 12′ (also 12 Bücher in 12 Monaten) zu schreiben, viel und häufig kritisiert wurde. Ganz ehrlich: Ich schreibe selbst und weiß, wie viel Arbeit es ist, einen Roman zu schreiben. Deshalb bewundere ich jeden, der einen hohen Output hat, weiß aber auch, dass ich eher eine Langsamschreiberin bin. Und letztendlich sagt das Schreibtempo überhaupt nichts darüber aus, ob der Roman einem Leser gefallen wird oder nicht.

    Liebe Grüße und Danke für diesen tollen Beitrag,
    Anna

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Anna,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar.

      Hach, das hast du so schön geschrieben! Zeit als Qualitätsmerkmal zu sehen, ist wirklich ein merkwürdiger Kritikpunkt. Man weiß ja am Ende gar nicht, wie viel Zeit der Autor tatsächlich in sein Werk investiert hat.

      Vellguth ist ein großartiges Beispiel. Ich kann mir auch oft vorstellen, dass viel Neid hinter so einer Kritik steckt. Am Ende zählt das geschriebene Buch, mehr nicht. Wenn es einem dann nicht gefällt, dann ist es eben so, aber dem Autor vorzuwerfen, man hätte nicht genug Zeit investiert, obendrein ohne zu wissen, wie viel Zeit es wirklich war, ist tatsächlich anmaßend.

      Jaa! Ich finde es auch bewundernswert, wenn ich mitbekommen, gerade in der Schreib-Community, wie viel so mancher in kurzer Zeit schafft, wohingegen ich ewig brauche.

      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt 1 Person

  8. Hallo,

    ich finde, dass das keiner großen Diskussion bedarf. Man weiß ja nicht mal, ob die Autoren ganztags schreiben oder das nur abends zusätzlich zu einem Hauptjob machen. Man kann 7 Tage die Woche oder einen Tag im Monat schreiben. Und selbst wenn die gleichen Voraussetzungen gelten ist es doch vollkommen egal, ob man einen Monat, ein Jahr oder zehn Jahre an einem Buch schreibt, wenn am Ende das Ergebnis stimmt.

    Es gibt ja auch genügend Autoren, die nur eine Buchserie veröffentlicht haben (Christopher Paolini, Stephenie Meyer und im Prinzip kann man sogar J.K. Rowling dazu zählen). Einige einfach weil sie so erfolgreich waren, dass sie es nicht mehr nötig haben mehr zu schreiben und andere vielleicht weil sie alles erzählt haben, was sie zu erzählen hatten (was auch ok ist).

    Ich finde eher die Autoren erstaunlich, die eben nicht den großen Erfolg / Durchbruch hatten mit nur einer einzigen Buchserie. Die Stattdessen immer neue Ideen entwickeln und mehrere Buchserien schreiben und das für kleines Geld. Die trotz eines eher überschaubaren Zuspruches / Erfolges weiter kämpfen und den Mut nicht verlieren.

    Das diese Autoren viel in kurzer Zeit schreiben ist oft vielleicht einfach eine Notwendigkeit, damit sie überhaupt überleben können.

    Insofern zählt am Ende was rauskommt.

    Am ende reguliert sich der Markt eh selbst. Schlechte Bücher bekommen schlechte Bewertungen und dann kauft sie eben keiner. Aber das liegt dann vielleicht viel weniger an der Schreibgeschwindigkeit als an anderen Gründen.

    Gruß und schönen Sonntag.

    Torsten

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Torsten,
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Das hast du großartig geschrieben. Dem kann ich eigentlich nichts hinzufügen :) mein Lieblingsteil: „…und andere weil sie alles erzählt haben, was sie zu erzählen hatten (was auch ok ist).“

      Ich wünsche auch dir einen schönen Sonntag,
      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt mir

  9. Liebe Sarah,
    ich stimme dir voll und ganz gut. Super ausformulierter und durchdachter Artikel!
    Und wie schön wäre es, wenn sich mal jeder um seinen eigenen Kram kümmert und nicht urteilend durch die ganze Welt spaziert, mit seinem Halbwissen umsich wirft und Ratschläge verteilt, die keiner hören möchte, aber selber beratungsresistent ist…

    Hach ja…es scheint wirklich schwer zu sein, jeden das machen zu lassen, was er möchte und womit er sich wohl fühlt. Zum Glück gibt es da auch Menschen, die das können.

    Einen schönen Mittwoch, wünsche ich dir.
    Liebe Grüße
    Miri

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Miri,
      vielen lieben Dank für deinen wundervollen Kommentar!
      Ja, das ist es. Ich glaube, wenn jeder Mensch sich um das Glück seines eigenes Leben mehr sorgen und kümmern würde, gäbe es weitaus weniger Meckermäuler und Schlechtreder. Und gerade dieses Halbwissen mit dem jeder meint seinen Senf überall abladen zu dürfen, schadet den Mitmenschen so gewaltig und löst meist nur großen Ärger aus.

      Ich wünsche dir einen schönen, sonnigen Sonntag,
      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt 1 Person

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