Was wäre, wenn du unsichtbar wärst? | Kreatives Schreiben

Und es ist wieder Freitag. Ich freue mich auf den heutigen Abend, denn wir werden gemeinsam mit meiner besten Freundin und ihrem Freund (hihi, der gleichzeitig mein Cousin ist und in meiner Welt sind meine beste Freundin und ich dann auch in richtiger Echtheit miteinander verwandt, yay – zurück zum Thema) ins Kino gehen und uns Jurassic World ansehen. Da mein Mann und ich zuvor verschlafen haben, den ersten Teil der neuen Reihe zu sehen, folgt dieser zuerst Zuhause und dann geht es ins Kino. Ich freue mich schon sehr auf diesen Abend, doch vorher geht es natürlich noch an die heutige Schreibfrage! – Tja, das war der Text gestern. Leider habe ich es zeitlich absolut nicht mehr geschafft, meinen Beitrag dazu hochzuladen, weshalb ich ihn erst heute am Samstag online stelle. Lieber einen Tag später, als mit dem Beitrag am Ende unzufrieden zu sein, dachte ich mir und habe mir dann bewusst etwas mehr Zeit gelassen.


Wie immer ist jeder dazu eingeladen, beim kreativen Schreiben mitzumachen. Bei der Umsetzung sind keine Vorgaben gegeben, jede künstlerische Eben ist denkbar.

Was wäre, wenn du unsichtbar wärst?

Unsichtbar. Nicht sichtbar. Nicht wirklich da. Nicht zu sehen, nicht zu erkennen, nicht wahrzunehmen in der eigenen Existenz.
Nicht mehr schleichen müssen, sondern mit gerecktem Kinn durch die Straßen laufen. Ich müsste mich nicht mehr verstecken, vor ihnen, jedem einzelnen, der ganzen Welt. Ganz normal, als wäre ich einer von vielen, einer unter ihnen, ein Teil der Masse, anstatt immer wieder hervorzustechen.
Jeder Ort wäre ein möglicher, kein verbotener Bereich. Jeder Raum, jede Stadt, jedes Land stände mir offen, ich könnte hindurch schreiten, ohne, dass es jemand mitbekäme.
Zu keinem Zeitpunkt müsste ich mich umdrehen, um zu kontrollieren, ob ich sicher bin.
Niemals müsste ich mich fürchten, erwischt zu werden.
Ängste würden mich nicht mehr beschleichen. Der Gedanke, verfolgt zu werden, trübe mich nicht mehr. Das Gefühl überall willkommen zu sein, wäre überwältigend schön und fast schon nicht vorstellbar.
Jede Tageszeit stände mir zur Verfügung. Ob morgens in aller Frühe oder mitten in der Nacht: In all meiner Unsichtbarkeit könnte ich mich ungeniert aufmachen, die Welt zu erkunden. Einfach so. Als wäre es vollkommen normal. Ohne Hintergedanken. Ohne Zögern.
Meine Kleidung spielte keine Rolle. Selbst nackt wäre es mir möglich, vor die Tür zu treten und Barfuß über die Straßen zu laufen. Die Umgebung zu spüren, sie in mich aufzusaugen. Ewig wäre es mir möglich auf einer Stelle zu verweilen, ohne, dass sich jemand von mir und meiner Anwesenheit gestört fühlt. Mein Verhalten wäre nicht sonderbar, ich wäre nicht unnormal, immerhin könnte mich niemand sehen, um das zu beurteilen. Um mich zu verurteilen. Mein Handeln erhält keine Wertung mehr, kein Ranking in der Skala der Akzeptanz.
Ja, wäre ich doch unsichtbar, könnte man nicht sehen wer ich bin. Es wäre nicht möglich mich aufgrund meiner Hautfarbe, Herkunft oder meines Geschlechts zu kategorisieren und ich könnte umherlaufen als wäre ich ein freier Mensch.


LoveSarah

4 Antworten auf „Was wäre, wenn du unsichtbar wärst? | Kreatives Schreiben

  1. Das ist ja mal eine spannende Frage. Und ganz ehrlich, in diese Richtung habe ich mir noch nie Gedanken gemacht und demzufolge sehr interessiert – und auch erstaunt – gelesen, wie die Deinen dazu sind.

    Ein Impuls, weil eigentlich habe ich gerade andere Dinge zu tun, aber ich war zu neugierig, was Du hier wieder zum Besten gibst 🤪, hat sich während des Lesens hochgeschraubt. Und den will ich Dir, liebste Birdie, geschwind da lassen: Was wäre, wenn Du SO TUST, als wärest Du unsichtbar? 😉

    Und schon husche ich wieder von dannen. 🙋‍♀️ Hab ein herrliches Wochenende!
    Grüßle, Britta

    Gefällt 1 Person

  2. Hi Sarah :)

    ein wunderbarer Text, ich habe ihn wie einen Poetry Slam gelesen und total mitgefühlt. Ich glaube es wäre total spannend unsichtbar zu sein, aber mit der Möglichkeit sich erkenntlich zu machen. Ich denke sonst könnt es echt einsam werden haha.

    Liebst, Stella ♥

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Stella,
      hach dankeschön, das freut mich soo sehr, dass dir mein Text gefallen hat ^_^ ouh wie cool! Ich glaube, vielleicht schreibe ich zu morgen meinen ersten Slam :) habe mich da noch nie so rangewagt, aber vielleicht ist dein Hint mal ein Zeichen dafür :3
      Jaa ich glaube auch, dass man schnell einsam wäre :D hätte aber seine Vorteile, hihi.
      Alles Liebe,
      Sarah

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