5 Gründe Bird Box zu lesen

Wieder ein Buch, welches Jill mir empfohlen hat. Vielleicht sollte ich eine Leselichte erstellen, die sich einzig nach Büchern orientiert, die Jill mir empfiehlt, wobei ich dann genauso gut mein ganzes Regal aufschreiben könnte. 


Fakten

Titel: Bird Box | Autorenname: Josh Malerman| Seitenanzahl: 320 | Verlag: BlanvaletPreis: 9,99 € Paperback | ISBN: 978-3-7341-0716-0 | Sprache: Deutsch | Erscheinungstermin: 10. September 2018Erworben: Selbst gekauft


Inhalt

Öffne deinen Augen, und du bist tot! Dieses Mantra hat Malorie ihren beiden Kindern von Geburt an eingeimpft. Sie verlassen das Haus so selten wie möglich und wenn doch, dann nur mit verbundenen Augen. Denn irgendetwas ist dort draußen, dessen Anblick jeden in den Wahnsinn treibt. Da klingelt das Telefon, und der unbekannte Anrufer bietet ihr einen sicheren Ort, nur ein paar Meilen den Fluss hinab. Kein weiter Weg, wenn man ihn sehen kann. Doch mit verbundenen Augen unmöglich. Dennoch steigt Malorie mit den Kindern in ein kleines Boot, der Hoffnung entgegen – oder dem Tod!
[Blanvalet]


Allerdings muss ich gestehen, dass ich erst auf das Buch aufmerksam wurde, als ich bei Netflix Werbung für den Film aufleuchten sah. Obwohl Jill seit Ewigkeiten diesen Roman anprangert, ging ihre Begeisterung dafür irgendwie vollständig an mir vorbei.
Als ich schließlich einst ohne Buch und ohne Akku am Bahnhof stand, habe ich spontan direkt in der Bahnhofsbuchhandlung nach genau diesem Buch gegriffen und es gekauft. Weit und breit waren keine Sitzplätze vorhanden, so begann ich also im Stehen zu lesen und konnte gar nicht aufhören, bis mein Zug kam und ich im Zug weiterlesen konnte. Ich wurde innerhalb weniger Seiten in diese Geschichte gezerrt und in den Wahnsinn getrieben.

1. Spannung, Spannung, Spannung

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann mich ein Buch zuletzt so in den Bann gezogen hat. So sehr, dass ich während ich in den Vorlesungen saß, immerzu daran dachte, dass ich dieses Buch unbedingt weiterlesen muss. In jedem Moment, da ich keine Zeit zum Lesen hatte, dachte ich an diese Geschichte. Das Verlangen weiterzulesen, entwickelte sich zu einer Sucht. Ich wollte endlich wissen, was als nächstes passiert. Bird Box ist ein Meisterwerk der Spannung. Jedes Kapitel zerrt an den eigenen Nerven und baut eine unglaubliche Spannung auf. Kaum entlockt man dem Verlauf ein kleines Geheimnis, so entwickelten sich viele weitere Rätsel und Unklarheiten, auf die man begierig wartete, sie zu entlarven.

Schwer atmend und schwitzend hoffe Malorie, dass ein Mensch weit genug hören kann, um in Sicherheit zu sein.
Bird Box | Josh Malerman | Seite 27

2. Die Idee

Eine Welt, in die man nicht sehen darf, aus Angst, sonst zu sterben. Genial. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals ein so ausgeklügeltes Konzept gelesen zu haben. Allein die Perspektive der Blindheit, die Hindernisse, die Probleme die damit einhergehen und all die Strategien, die Not, die erfinderisch macht, lässt den Roman zu einer unfassbar besonderen und neuartigen Geschichte werden. Es fühlt sich an wie eine Zombieapokalypse, jedoch weitaus schlimmer. Mit viel mehr Problemen. Und Stolpersteinen. Und einer Angst, die dem Leser so tief unter die Haut kriecht, dass Gruselmomente garantiert sind.

3. Charaktere

Josh Malerman hatte nicht nur eine brillante Idee, er setzte zudem auch noch authentische Charaktere um, die der Geschichte ihre Lebendigkeit und viele weitere Probleme bescherten. Der Charakter eines Menschen lässt Konflikte überhaupt erst aufkeimen. Entsprechend aufregend und aufbrausend wuchsen einige Konversationen heran und trieben nicht nur die Protagonistin, sondern auch den Leser in den Wahnsinn. Diese Unterhaltungen weckten eigene Überlegungen und machten aus dieser eigentlich ausgedachten Geschichte, etwas weitaus größeres: Man stellte selbst Theorien auf, verfolgte das Geschehen so begannt, als beträfe es das eigene Leben und überlegte, wie man selbst handeln und reagieren würde. Was-wäre-wenn-Szenarien spielten sich konstant in den eigenen Gedanken ab. Ein absolut überragendes Leseerlebnis.

4. Der Schreibstil

Durch den Schreibstil erhielt die Story ihren eigentlich Wahnsinn. Gedankengänge verzweigten sich, irrten umher, ließen einen selbst merkwürdiges denken und vor allem verzweifeln: Was geschieht gerade? Ist es echt oder eingebildet? Josh Malerman weiß wie er mit der Sprache den Leser zusätzlich in den Wahnsinn des Romans hineinreißt. Zwischen schnellen Passagen mit knackigen Sätzen, in denen man durch die Seiten rast und verstrickten langen Gedankengängen, bot der Roman eine perfekte Abwechslung.

5. Der Titel

Der Titel ist so verlockend. Denn was bedeutet Bird Box eigentlich? In wiefern spielt es in diesem Szenario eine Rolle und handelt es sich wirklich um Vögel in einer Box oder ist das zu simpel? Und sind es eigentlich Vögel? Not macht erfinderisch und so ließ sich auch Josh Malerman für seine Protagonisten einige clevere Wege finden, um sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden und vor allem in ihr überleben zu können.

Fazit

Bird Box ist ein Buch, was einen packen und nicht mehr so schnell loslassen wird. Es wird einen in den Wahnsinn treiben, zu Gedankenspielereien ansticheln und definitiv zwischen die Buchdeckel bannen. Obwohl mich dieser Roman unfassbar begeistern konnte, gab es ein paar Punkte, die mich etwas gestört haben, die ich an dieser Stelle ungerne ausführen möchte: Lest dieses Buch und lasst euch von der Idee berauschen. Es garantiert einen gewaltigen Diskussionsbedarf und Nervenkitzel.

 


Weitere Rezensionen

Letterheart | Bookwalk | Zwischen den Seiten


LoveSarah

3 Antworten auf „5 Gründe Bird Box zu lesen

  1. Hach jaaa, ich habe es geahnt, Birdie. 😅

    Bird Box ist mir vor einiger Zeit in einer Insta Story begegnet. Als Film-Empfehlung. Ich sah kurz eine Frau im Boot, mit verbundenen Augen. Während mein Geist Sandra Bullock identifizierte, sprang die Story zum nächsten Bild – die Kinder im Boot habe ich schon gar nicht mehr wahrgenommen. (Die hab ich erst auf dem Cover oben realisiert.) Ich war schon „durch“ mit dem Film. Bestimmte Bilder erzeugen bestimmte Assoziationen. Und einigen folge ich nach dem ersten Auftauchen nicht einen Schritt weiter. Ich ertrage Spannungen einfach nicht besonders gut. Aus zuviel eigener Erfahrung und daraus entstandener sehr ausgeprägter Friedfertigkeit. 😊

    Trotzdem – und auch wenn ich Dein Faible für derartige Literatur ja inzwischen kenne – dachte ich, dass es nicht schaden kann, einen Blick in die Rezi zu werfen. Und sei es nur, um mich in meinem Entschluss zu bestätigen: Das ist nix für mich und meine Nerven. 😀

    Aber nachdem Du einige weitere Rezensionen angekündigt hast, besteht ja die Chance, dass da auch was für mich dabei ist. In diesem Sinne – wir lesen uns. 😊
    Und wenn ich wieder öfter auf Insta unterwegs bin, ’sehen‘ wir uns vielleicht auch wieder, sofern der Algorithmus uns wohlgesonnen ist. 😂

    Bis bald. Tschüssi

    Gefällt mir

  2. Ich kann dir in deinen genannten Punkten nur zustimmen! Es ist einige Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, daher wusste ich, um ehrlich zu sein, schon gar nicht mehr, was es mit dem Titel auf sich hatte – aber die schaurige Prämisse war mir im Gedächtnis geblieben, bevor ich den Film begann. Gerade das, was an der Adaption so viele gestört hat, fand ich sowohl daran als auch am Buch super: Dass man eben nie wirklich erfährt, was es ist, das die Menschen in den Wahnsinn treiben. Ich finde, dass das gerade einiges von der Spannung ausmacht.

    Ich habe jedenfalls gerade erneut richtig Lust bekommen, das Buch noch einmal zu lesen ;)

    Viele Grüße

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