Rezension: Am Seil by Erich Hackl

Fakten

Titel: Am Seil| Autorenname: Erich Hackl| Seitenanzahl: 128 | Verlag: Diogenes VerlagPreis: 20,00 € Hardcover | ISBN: 978-3-257-07032-3 | Sprache: Deutsch | Erscheinungstermin: 01. August 2019  |
Erworben:  Rezensionsexemplar


Inhalt

Wie es dazu kam, dass der stille, wortkarge Kunsthandwerker Reinhold Duschka in der Zeit des Naziterrors in Wien zwei Menschenleben rettete. Wie es ihm gelang, die Jüdin Regina Steinig und ihre Tochter Lucia vier Jahre lang in seiner Werkstatt zu verstecken. Wie sie zu dritt, an ein unsichtbares Seil gebunden, mit Glück und dank gegenseitigem Vertrauen überlebten. Was nachher geschah. Und warum uns diese Geschichte so nahegeht. [Diogenes Verlag]


Lesezeit

Erschreckend, wahr und wichtig.

Gänsehaut. Es ist eine treffende Zusammenfassung dessen, was einen überfällt, sobald die ersten Worte von Am Seil starten. Zu wissen, dass es sich um eine wahre Geschichte aus der schrecklichsten aller Zeiten handelt, ist hinter jedem Satz greifbar.

Außerdem bedrängte sie die Frage, ob es sich überhaupt noch lohnte, etwas zu lernen. Wofür? Für wann?
– Seite 50 | Am Seil | Erich Hackl

Nicht zu vergessen und sich einem immerzu die Vergangenheit ins Bewusstsein zu rufen,  ist wichtig, um seinen eigenen Anteil dazu beizutragen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. In Erfahrung zu bringen, welche Helden, trotz aller Widrigkeiten, Gefahren und dem Einfluss, der einem entgegen gebracht wurde, sich wehrten, auf ihre Art und ihr Leben riskierten, um das Fremder zu retten, zeigt neben den hässlichsten Seiten der Menschheit der damaligen Zeit, auch die besten und schönsten Seiten, die Menschen wie Reinhold Duschka verdeutlichen.

Ich hätte gern was hineingeschrieben. Aber ich wußte nicht, was. Ich erlebte ja nichts. Ich lernte niemanden kennen.
– Seite 55 | Am Seil | Erich Hackl

Dabei ist es Erich Hackl vor allem am wichtigsten gewesen, über den Helden dieser Geschichte zu berichten und weniger über die Opfer oder den Tätern dahinter. Trotzdem beweist er Feingefühl, in dem er die wichtigsten Szenen platziert und die Umstände der Fluchtsuchenden schildert, jedoch nicht zu detailliert darauf eingeht. Der Fokus wird auf den Retter, dem Beschützer und tatsächlichen Helden jener Zeit gesetzt, ohne ihn zu stark zu drapieren oder übertrieben hervorzuheben: Erich Hackl schreibt echt und ohne Ausschmückungen, was die Gesamtheit der Geschichte noch gewaltiger und eindrucksvoller hervorbringt.

Reinhold Duschka als Vorbild für die nachfolgende Generation, das war ihr Antrieb und Ziel. Weil es, wie sie sagt, zwar einen Haufen Bücher über die Opfer gibt, auch über die Täter, aber kaum welche über die Retter.
– Seite 94 | Am Seil | Erich Hackl


Fazit

Am Seil ist eine wahre Geschichte über einen Helden, der sich zur Zeit des Nationalsozialismus hervortat, wo die furchtbaren Seiten der Menschheit diejenigen überschatteten, die Gutes tun wollten. Die heutige Zeit ist dafür da, um die Guten in den Vordergrund zu bringen und über ihre Taten zu berichten. Erich Hackl hat in klaren Worten die großen Taten von Reinhold Duschka niedergeschrieben.

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