Rezension: Irgendwann wird es gut by Joey Goebel

Fakten

Titel: Irgendwann wird es gut | Autorenname: Joey Goebel| Seitenanzahl: 320 | Verlag: Diogenes VerlagPreis: 22,00 € Hardcover | ISBN: 978-3-257-07059-0 | Sprache: Deutsch | Erscheinungstermin: 01. März 2019  |
Erworben:  Rezensionsexemplar


Inhalt

Ein junger Mann wartet mit zwei Drinks auf seine Angebetete. Sie kommt pünktlich – im Fernsehen. Ein zwölfjähriges Mädchen will nicht zu schnell erwachsen werden. Und ein Messie findet ins Leben zurück dank einer hübschen Frau, die womöglich noch trauriger ist als er selbst. Ein paar ganz normale Menschen, deren Leben nicht das ist, was sie sich erträumt haben. Die dennoch um ihr winziges Stück vom Glück kämpfen und lieber heute als morgen aus der Kleinstadt in Kentucky wegwollen. Sie holen sich blutige Nasen und geben trotzdem nicht auf. Denn sie wissen: Irgendwann wird es gut. [Diogenes Verlag]


Lesezeit

Melancholisch, vielschichtig und ruhig intensiv.

Joey Goebel schreibt mit einer beeindruckenden Authentizität über die Einsamkeit unterschiedlicher Menschen, die sich eben in diesem Punkt überschneiden. Dieser Roman ist eigentlich eine Anthologie und dennoch wirken die einzelnen Kurzgeschichten wie ein Mosaik, welches sich um die Kleinstadt in Kentucky herum zusammenfügt. Zwar stehen die Kurzgeschichten alle für sich, trotzdem ergeben sich aufgrund der Protagonisten, die in derselben Stadt wohnen, viele Gemeinsamkeiten und detailliertere Eindrücke über die jeweiligen Bewohner.

Paul war Pessimist, aber Elena hatte den wahren Glauben, – nicht unbedingt an Gottes großen Plan, aber den wahren Glauben an die eine Behauptung, die jede Mutter irgendwann und in jeder Sprache gegenüber den leidenden Söhnen der Welt geäußert hat: „Alles wird gut werden.“
– Seite 61 | Irgendwann wird es gut | Joey Goebel

Die Kurzgeschichten basieren nicht nur auf die Einsamkeit der einzelnen Menschen, sondern auch auf den Wunsch die eigenen Träume verfolgen zu können und das Bedürfnis sich seiner Sorge mitteilen zu können, doch nicht zu wissen, wie sie es in Worte fassen sollen. Auf unterschiedlichen Wegen suchen die Protagonisten dabei Gründe und Auswege, um ihr Scheitern oder mögliche Einschränkungen auf die Grenzen dieser Kleinstadt zu verstehen.

Er verriet ihnen nicht, was er eigentlich sagen wollte: dass er alles so ernst nahm, weil seine Punktband eine Verlängerung seines Wunsches war, etwas anderes als er selbst zu sein, da er sich selbst und sein Leben nicht mochte.
– Seite 88 | Irgendwann wird es gut | Joey Goebel

Mit dem Titel Irgendwann wird es gut drückt Joey Goebel gleichzeitig eine gewisse Hoffnung mit Melancholie aus und lässt dieses Gefühl durch jede Geschichte hinweg durchsickern. Dabei unterscheiden sich die unterschiedlichen Protagonisten hinsichtlich ihrer einzelnen Lebensgeschichten grundsätzlich im Alter, ihren Lebensumständen und dem Zeitpunkt, bei dem sich der Leser in derer Leben wiederfindet. Umso beeindruckender ist es, wie Joey Goebel trotz all dieser Verschiedenheit, dennoch dieselbe tief sitzende Einsamkeit beschreibt und verdeutlicht, wie ähnlich sich Menschen am Ende doch sind, obwohl sie sich grundlegend unterscheiden.

Es gibt keine Erwachsenen. Wir sind alle nur Kinder. Wir werden größer, wir werden schwerer, wir suchen uns Arbeit, doch in Wirklichkeit sind wir nichts weiter als übergroße Kinder.
– Seite 156 | Irgendwann wird es gut | Joey Goebel


Fazit

Joey Goebel hat eine sensible und zutiefst ehrliche Art, das Innenleben von Menschen widerzuspiegeln, ohne dabei auf große Dramen, sondern vielmehr auf das echte Leben einzugehen. Es ist beeindruckend, wie er aus scheinbar unscheinbaren Menschen, große Geheimnisse und ganze Lebensgeschichten hervorholt und dabei Empathie und Feingefühl beweist. Eine klare Leseempfehlung für all jene, die gerne tiefe Einblicke in die Gedanken und Echtheit von Menschen erlangen.

Soulmate

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LoveSarah

 

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