10 Tipps wie man besser Lernen kann

Nach einem Jahr Medizin-Studium habe ich selbst gemerkt, dass man erst lernen muss, richtig zu lernen. Und dieses Wissen kann man nicht nur auf sein Studium beziehen oder in Fällen anwenden, die sich nur auf Klausuren und Prüfungen beschränken. Daher bezieht sich mein heutiger Beitrag nicht ausschließlich auf die Schule, die Ausbildung und das Studium, sondern auch auf ganz alltägliche Dinge, denen wir manchmal nicht hinterher kommen, weil eine gewisse Struktur fehlt oder es einem schwer fällt, die Zeit richtig zu nutzen und einteilen zu können. Angemerkt sei, dass es sich hier nur um meine persönlichen Erfahrungen und Ratschläge handelt und es natürlich nur Tipps sind und keine Ultimaten, mit denen es auf jeden Fall funktioniert. 

  1. Ablenkungen vermeiden: Lern-Apps nutzen

Die Möglichkeit, immer erreichbar und damit verfügbar zu sein, hat unseren Alltag über die vergangenen Jahre drastisch beeinflusst. Wir verbringen sehr viel Zeit am Handy. Hier klingelt mal eine Nachricht. Da schreibt jemand etwas. Und wir reagieren. Was in der Freizeit kein Problem ist und zu Spaß und Zeitvertreib führt, ist gerade in Phasen, während der man sich konzentrieren muss, fatal. Smartphones lenken ab. Das ist nichts Neues. Jedoch können sie einen genauso gut dabei helfen, diese Ablenkungen zu vermeiden, mit Hilfe von Lern-Apps.
In diesem Jahr habe ich die App Forest durch Anna kennengelernt. Dabei pflanzt man virtuelle Bäume und sammelt pro gepflanzten Baum Punkte. Mit diesen Punkten kann man sich dann andere Baumarten freischalten oder sogar auf einen echten Baum hinsparen, der dann im echten Leben gepflanzt wird. Eine super Idee. Doch wie hilft das bei der Konzentration? Nun es ist so: Der eigene Baum wächst nur, wenn man das Handy nicht benutzt. Die App registriert, wenn das Handy anderweitig genutzt wird. Telefonieren, Whats-App, Social Media oder Spiele sind dann nicht in dem Zeitraum möglich. Wie lange man konzentriert bleiben will, ist einem selbst überlassen. Den zeitlichen Rahmen setzt man zu Beginn fest. Unterbricht man die Lernphase jedoch, dann stirbt der Baum.

Eine weitere App ist Habitica. Es ist eine App, in der man Listen und Aufgaben für sich erstellen kann. Pro erfüllte Aufgabe, erhält man Punkte. Zur Motivation erhält man einen Charakter, den man durch die Punkte auststatten kann, mit Kleidung und sonstigem Firlefanz. Für mich selbst war die App leider ein Reinfall, da ich sie immer vergessen habe zu nutzen und ich meine Listen lieber auf echten Zetteln aufschreibe. Jedoch kenne ich einige, die an der App großen Gefallen gefunden haben, daher schaut gerne unbedingt mal rein.

2. Struktur im Alltag

Gerade wenn man die freie Wahl hat und der Alltag nicht durch den Beruf, Haushalt oder Hobbys geprägt ist, ist es ein leichtes in seiner Zeit zu versinken. Man schläft lange, trödelt, weil man den Eindruck hat, dass die Zeit einem gehört, der Tag ist schließlich ewig lang, man hat ja nichts Weiteres zu tun, außer seinen Pflichten nachzugehen und dann… ist der Tag auch schon wieder vorbei. Es kann sehr schnell fatal werden, wenn der Alltag nicht strukturiert wird.
Dabei hilft es sich, zeitliche Vorgaben zu machen oder den Tag wie einen Stundenplan zu gestalten. Allein sich morgens früh einen Wecker zu stellen und zu einer geplanten Zeit aufzustehen, hilft enorm, um sich den Aufgaben zu stellen.

3. Einen fast perfekten Ort finden: Bibliothek, ein Café, der eigene Schreibtisch

Es ist wichtig sich so zu orientieren, dass es einem am leichtesten fällt, seinen Aufgaben nachzugehen. Der eine braucht Ruhe und verkriecht sich in die Bibliothek, um mit Gleichgesinnten in stiller Schweigsamkeit zu lernen. Andere gehen ins Café und Lernen oder Schreiben dort, weil sie den Trubel und den Wirbel um sich herum benötigen, damit sie in ihrer eigenen Welt abtauchen können. Ich hingegen brauche meinen Raum Zuhause. Ich will nicht unnötig Zeit unterwegs verbringen, bis ich an Ort X ankomme. Vielleicht wird es mir an Ort X auch irgendwann unbequem und ich will schnell wieder Heim. Also schaffe ich mir Zuhause optimale Arbeitsbedingungen. Ein ordentliches Büro, ein riesiger Schreibtisch, viel Platz und Ruhe.
Doch das muss jeder für sich selbst herausfinden, wo man am besten seinen Aufgaben nachgehen kann.

4. Geeignete Literatur für das jeweilige Fach

Das gilt nicht nur fürs Lernen. Auch für Autoren, die recherchieren oder wenn man Aufgaben für seine Arbeit nachgehen will oder zum Beispiel für einen Beitrag auf dem Blog: Die Grundlage ist das wichtigste. Die richtige Literatur und gute Beispiele sind eine gute Vorbereitung, um sich mit dem jeweiligen Thema entsprechend auseinandersetzen zu können. Mangelt es an Fachliteratur oder Grundwissen, kann einem schnell die Lust vergehen und am Ende sticht ein mangelndes Ergebnis hervor. Ein breites Spektrum ist sehr wichtig, um einen großräumigen Eindruck zu bekommen.

The Green Book

5. Pausen einlegen: Bewusst Auszeit nehmen

Ja, meist drängt die Zeit. Doch Pausen sind dennoch ungemein wichtig. Irgendwann ist man nicht mehr aufnahmefähig und das kann fatal werden. Der Kopf muss sich zwischendurch auch ausruhen, um wieder leistungsfähig zu sein.

6. Belohnungen vorbereiten

Sei es Schokolade, oder eine große Endbelohnung wie ein Buch, eine Party, ein Kinobesuch oder ein Shoppingtrip. Oder auch kleine Belohnungen für zwischendurch. Plant diese Ereignisse, um euch auf das Danach zu freuen. Es hilft, um vor allem in den letzten Tagen die nötige Motivation zu tanken.

7. Eine Balance schaffen: Sport

Gerade wenn man viel Kopfarbeit verrichtet, lange sitzen muss und sich irgendwann fast eingesperrt fühlt, braucht der Körper Bewegung. Ein Gegensatz zu dem, was man den ganzen Tag über tut. Sport hilft, um die Gedanken freizukriegen und den Stress abzubauen, der sich in einem anbahnt.

8. Das Umfeld einweihen: So kriegt man viel Unterstützung

Es ist erstaunlich wie wichtig gerade dieser Punkt ist. Viele unterschätzen ein Studium oder den Prüfungsstress und gerade die Familie und Freunde sind wichtig, um in dieser Zeit die Motivation zu bestärken. Sie können einen auch dabei helfen, wenn man in ein Tief gerät oder schlicht faul wird und die Zeit aus den Augen verliert. Außerdem ist es wichtig miteinander über den Zeitdruck zu reden, um Freunden und Familie bewusst zu machen, dass man in dem Rahmen den Fokus auf die jeweilige Arbeit setzen muss.

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9. Erkennen, welcher Lerntyp man ist: Hören, Lesen, Sprechen

Jeder lernt unterschiedlich. Ich persönlich kann am besten durch Lesen und Schreiben lernen. Wenn ich in den Vorlesungen sitze, nehme ich daraus kaum etwas mit, weil ich es mündlich nicht so gut auffassen kann wie durch ein Buch oder wenn ich mir den Stoff selbst zusammenfasse. Andere hingegen tuen sich schwer damit, stundenlang Fachliteratur zu wälzen und können dem Professor eher mündlich folgen oder lernen gerne durch Youtube-Videos oder Filme.
Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, was einem eher liegt. Schreibt man gerne Karteikarten oder ist es für einen selbst Zeitverschwendung? Oder lieber durch Lern-Apps, die Karteikarten erfassen und es spielerisch durch Mini-Games abfragen? Oder eher durch Notizbücher? So sehr ich es liebe, auf einem Notizblock zu schreiben, mit einem echten Stift und so, so habe ich doch mittlerweile gemerkt, dass mir das iPad am ehesten liegt. Mit dem Programm OneNote schreibe ich all meine Zusammenfassungen. Dort kann ich Dinge tausendfach überarbeiten, löschen, ausradieren und mit Farben um mich werfen. Im Studium fällt so viel Papierkram an, dass ich mit richtigen Ordnern und tausenden Blättern den Überblick verlieren würde. Und so habe ich alles geordnet auf einem Gerät, ich finde das super und kann so am besten lernen. Obendrein macht es mir noch Spaß mit dem iPad und dem Programm zu hantieren.

10. In Gruppen lernen, Wissen reflektieren

Ich persönlich bin kein Lerntyp, der sich innerhalb einer Gruppe austauscht. Es ist ungemein zeitaufwendig und je größer die Gruppe ist, desto unkonzentrierter und lauter wird es meistens. Jedoch kann es auch sehr produktiv sein, wenn man sich bewusst zum Lernen trifft und in Zweier- oder Dreiergruppen zusammenkommt. Beim Zusammentragen merkt man selbst zudem, ob man wirklich sicher genug ist und an welchen Punkten noch weiter gearbeitet werden muss. Und bei einem so großen Stoffumfang wie in einem Studium, kann einem schnell auch ein Thema entgangen sein und durch den Austausch mit anderen erst bewusst werden. Daher schließe ich es nicht gänzlich aus, lege da jedoch viel Wert auf Disziplin.


Wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr vielleicht einiges oder habt selbst Strategien, wie ihr Ablenkungen entgehen könnt? Ich bin gespannt auf euer Feedback!

 

LoveSarah

 

4 Antworten auf „10 Tipps wie man besser Lernen kann

  1. Sehr interessant! :)
    Von der Forest App höre ich immer wieder, noch habe ich sie aber noch nicht genutzt. Ich hatte das mal eingestellt, das ich bis zu einer bestimmten Zeit nicht auf eine Seite komme, von der ich mich schnell ablenken kann. Das hat mich teilweise echt wahnsinnig gemacht, denn je mehr ich es nicht konnte, desto mehr wollte ich es natürlich und bin dann einfach am Handy online gegangen, statt am Pc. Ich weiß, Selbstdisziplin und so…..ach ja, so eine Beherrschung habe ich leider nicht wirklich.
    Mir hat es auch geholfen, dazu zu stehen, wie man am besten lernen kann. Ich kann mich zum Beispiel nicht länger als 30 min am Stück konzentrieren und bin sehr visuelle und brauche meine Ruhe und gewohnte Umgebung, alleine. Während andere also stundenlang gemeinsam in der bib hocken, bleibe ich bei meinem eigenen Plan. ich wünsche dir noch viel Erfolg weiterhin!
    Nadine

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Nadine,
      das mit den Seitensperren klingt auch sehr gut! Vor allem da man meist seine Favouriten besucht und weiß, was einen gut ablenkt.
      Jaaa das kenne ich nur zu gut… wenn man etwas nicht darf/kann, will man es umso mehr haha. Selbstreflexion ist super wichtig.

      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt 1 Person

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