Bücher abhängig vom Autor kaufen: Warum der Mensch hinter dem Buch auch zählt.

Früher habe ich Bücher gekauft, deren Geschichte mich interessiert hat. Mittlerweile hat sich diesbezüglich etwas geändert: Ich setze mich damit auseinander, wen ich durch meine Werbung und meinen Support eigentlich unterstütze. In dem heutigen Beitrag erfahrt ihr, warum mir das so wichtig geworden ist. 

Autoren sind auch nur Menschen. Aus diesem Grund möchte ich mich gerne mit ihnen auseinandersetzen. Durch meine Messebesuche, Social Media und Lesungen, kommt man der Person hinter dem Buch näher. Dabei hat sich mein inneres Fangirl-Herz meist noch verfestigt, doch es gab auch hier und dort ein paar Autoren, die mich durch ihre Art und ihre Einstellung derart enttäuscht haben, dass ich ihre Bücher nicht weiter kaufen würde, ganz gleich wie gut sie sind.

Autoren, die ich ins Herz geschlossen habe

Sebastian Fitzek
Er ist der deutsche Thriller-Autor und ich kaufe jedes einzelne Buch von ihm. Ich muss gestehen, dass mich nicht jedes Buch absolut begeistern kann, jedoch sind seine Ideen und die jeweiligen Konzepte so ausgeklügelt, dass ich nicht widerstehen kann. Über die letzten Jahre hat sich meine Sympathie zudem massiv verstärkt: Auf etlichen Buchmessen habe ich Schlange gestanden, um ein Autogramm und ein kleines Gespräch mit Sebastian Fitzek zu erhaschen. Ich kann gar nicht genau sagen, ob es irgendeinen deutschen Autor gibt, der so viel Wert auf seine Fans legt. Er steht stundenlang auf Messen, jeden Tag, um dort Autogramme zu verteilen, Fotos zu schießen und lässige Sprüche abzudrücken. Er ist stets freundlich, witzig und unglaublich zuvorkommend. Man merkt ihm an, wie glücklich er sich schätzt, diesen Beruf ausüben zu können und wie dankbar er seinen Fans gegenüber ist.
Zudem begeistert es mich, wie unglaublich die Marketing-Aktionen rund um seine Bücher ausfällt. Bei der Umsetzung ist Sebastian Fitzek immer damit dabei und scheut sich nicht, auch mal Neues auszuprobieren. Er geht auf Lesereisen, um seinen Fans nah zu sein und bietet sogar all jenen an, die die Gelegenheit nicht nutzen können, ihn in echt anzutreffen, ihm per Post das Wunschbuch zuzuschicken und signieren zu lassen. Er steckt unfassbar viel Herz und Leidenschaft in sein Schreib- und Bücherleben, weshalb ich ihn sehr gerne unterstütze und seine Bücher kaufe. Weil der Mensch dahinter auch zählt.

Jay Kristoff
Im Bereich Social Media gibt Jay Kristoff alles. Seine Bücher haben mich bereits eingenommen, verschlungen und lassen mich nicht mehr los. Doch darüber hinaus gibt er sich hinsichtlich seiner Fans so viel Mühe! Jeden Freitag repostet er Fanarts, die ihm zu seinen Büchern aufgefallen sind und die er selbst feiert. Er redet in seinen Stories über Geschenke von Fans, die sie zu seinen Büchern angefertigt haben. Zwischendurch zeigt er auf Instagram unterschiedliche Ausgaben seiner Bücher und scheint sich selbst sein größtes Fangirl zu sein, jedoch ohne überheblich zu wirken, sondern eher so, dass er sich unfassbar über diesen Erfolg und den Support von so vielen Menschen freut. Hin und wieder geht er auf Fragen bei Instagram ein, beantwortet sie ihn Videos oder längeren Statements. Ihm ist die Nähe zu seinen Fans sehr wichtig. Er beschäftigt sich stundenlang mit Autogrammen, Vorbestellungen und Merchandise. Und seinem Sarkasmus gebührt ein eigener Preis. Außerdem geht er auf Lese-Tour und beschäftigt sich stundenlang mit seinen Fans, ganz gleich wie viele Bücher oder Ausgaben sie zu seinen Werken mitbringen.

Anne Freytag
Sie ist so wundervoll! Ihre Bücher reflektieren viele wichtige Werte, die gerade im Jugendbuch-Gerne perfekt liegen. Auf den sozialen Medien ist sie ebenfalls aktiv und wie ich selbst oft miterlebt habe, geht sie auf Kommentare und Verlinkungen zu ihren Büchern persönlich drauf ein. Sie meldet sich zwischendurch in Videos, erzählt etwas über sich und richtet sich mit viel Dankbarkeit an ihre Fans.

Selfpublisher
Anika Ackermann, Angela Wheeler, Daniela Hartig, Jenna Strack und Marie Grasshoff sind nur ein paar Autorinnen, die sich in Bereich des Selfpublishings einen Namen gemacht haben. Und gerade in diesem Business ist es ungemein wichtig, einen guten Draht zu seinen Lesern aufzubauen. Sie sind auf den Social Medien vertreten, kommunizieren eingehend mit ihren Lesern und Bloggern und lassen sich viele kreative Beiträge und Goodies einfallen, um ihren Followern eine Freude zu bereiten. Das verlangt viel Kraft, Leidenschaft und Zeit, die sie in ihre Werke stecken. Das ist sehr bewundernswert und verdient definitiv mehr Beachtung und Aufmerksamkeit.


Die Schattenseite

Doch leider gibt es auch Autoren, die mich nicht überzeugen. Dabei muss ich sehr deutlich betonen, dass die Präsenz für mich kein Kaufgrund ist. Walter Moers gehört beispielsweise zu meinen absoluten Lieblingsautoren, lebt jedoch zurückgezogen und möchte sich Öffentlich nicht zeigen. Das respektiere ich vollkommen und weiß seine Privatsphäre zu schätzen. Es gibt jedoch auch Autoren, die durch ihre Präsenz genau das Gegenteil bewirken: Homophobie, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Gewaltverherrlichungen. Auch Autoren sind nur Menschen und aus diesem Grund verbergen sich auch solche Charakterzüge unter ihnen, die ich nicht bereit bin zu unterstützen. Sobald mir geläufig wird, dass ein Autor sich entsprechend geäußert hat, ist es für mich ab diesem Moment vorbei. Solche Menschen kann und werde ich nicht unterstützen, wenn es zeitgleich so viele andere großartige Autoren gibt, die sich ihre Fans zu schätzen wissen, für wohltätige Zwecke einstehen und auf wichtige Geschehen aufmerksam machen, die ihre Stimme und ihre Worte nutzen, um Gutes zu tun.

5 Antworten auf „Bücher abhängig vom Autor kaufen: Warum der Mensch hinter dem Buch auch zählt.

  1. Die Frage „Sollte man die Kunst vom Künstler trennen?“ wird ja immer wieder mal aufgeworfen. Ich persönlich kann das eigentlich ganz gut. Diese Leute zu unterstützen steht dann natürlich auf einem anderen Blatt. Wenn ich mir zB einen von Harvey Weinstein produzierten Film anschaue, den ich ohnehin bereits im Regal stehen habe, ist das nochmal was anderes, als mir den Film jetzt bewusst noch zu kaufen.

    Bei Büchern ist das natürlich mehrfach interessant. im Normalfall schwingen in jedem Buch Ansichten der AutorInnen zu den unterschiedlichsten Themen mit. Da unterstützt man also nicht nur den Schöpfer durch den Kauf, sondern setzt sich zusätzlich noch bewusst diesen Ansichten aus. Da ziehe ich persönlich ebenfalls die Grenze. Egal, wie gut eine Story dann auch sein mag, ich würde ständig nur nach den unterschwelligen Meinungen suchen, die darin versteckt sind.

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Marcel,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Die Kunst vom Künstler zu treffen, ganz gleich welchen Bereich es betrifft… so weit hatte ich beim Schreiben des Beitrags noch gar nicht gedacht. Bei Filmen und Kunstwerken wird es womöglich noch einmal schwieriger sein, den Menschen dahinter zu kennen, bei Musikern und Autoren mischt tatsächlich immer unterschwellig die Meinung mit, so dass man auf diesem Weg schon viel von ihnen erfährt. Wie man dann damit umgeht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

      Alles Liebe,
      Sarah

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Sarah,

    ein toller Beitrag. Ich frage mich das auch häufig, ob ich es tatsächlich schaffe vollends die Kunst vom Künstler zu trennen. Zwischendurch fällt mir immer mal auf, dass ich das eben nicht kann, egal ob im Bereich Buch oder Film. Zum Beispiel schaue ich mir keine Filme mit Angelina Jolie an. Meiner Meinung nach hat die Frau tatsächlich schon das ein oder andere getan, was mich nicht sonderlich positiv gestimmt hat, vor ein paar Jahren ging sie ja negativ durch die Schlagzeilen bezüglich eines Kindercastings mit Kindern aus ärmeren Ländern … wie dem auch sei, ich kann mir diese Frau im Fernsehen einfach nicht anschauen, egal wie gut der Film auch sein mag und auch wenn ich dadurch z. B. auf einen Disney Film verzichten muss.

    Bei Büchern und Autoren ist das ähnlich. Wenn mir ein Autor negativ aufgefallen ist – (leider ist das auch bei einem von dir genannten Autoren der Fall) weigert sich alles in mir, diesen Autor zu supporten. Mir fehlt dann auch einfach das Interesse daran, deren Bücher zu lesen.

    Anders ist es bei Autoren, die mich schon mein Leben lang begleiten. Wenn der/die Autor/in erst Jahre und tonnenweise Bücher später negativ auffällt, stört mich das zwar immens, aber hier fällt es mir dann leichter, die Person von seinem Werk zu trennen (Ausnahme: es geht um menschenverachtende und menschenfeindliche Themen), dann – keine Ahnung warum, vielleicht, weil ich schon Jahre mit den Büchern verbracht habe? Ich kann es nicht erklären …

    Liebste Grüße
    Ivy

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ivy,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Darf ich dich fragen um welchen Autor es sich handelt? Ja ich kann das kaum verdrängen und will es auch gar nicht.
      Für mich gehört der Mensch dahinter mittlerweile einfach dazu, das kann ich gar nicht mehr trennen. Das hat sich automatisch bei mir so eingestellt, seit dem ich mich mehr in der Buch-Community befinde.
      Das mit den jahrelangen Autoren etc. habe ich so bei mir noch nicht beobachtet, aber sollte da etwas gravierendes wie zB menschenunwürdiges auftreten,
      so könnte ich mit dieser Person auch nichts mehr anfangen.

      Alles Liebe,
      Sarah

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