Rezension: Saeculum

Fakten

Titel: Saeculum | Autorenname: Ursula Poznanski| Seitenanzahl: 496 | Verlag: Loewe VerlagPreis: 14,95 € Hardcover | ISBN: 978-3-7855-7028-9 | Sprache: Deutsch | Erscheinungstermin: 2011 |
Erworben: Geschenk


Inhalt

Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter – ohne Strom, ohne Handy –, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
– Loewe Verlag


Lesezeit

Unfassbar spannend, packend und einfallsreich.

Ursula Poznanski ist die Lieblingsautorin meiner besten Freundin. Und trotzdem hat es viele Jahre gedauert, bis ich endlich zu ihr gefunden und das Buch aufgeschlagen habe. Als erstes sollte es Saeculum sein. Und Wahnsinn. Untertrieben hat sie nicht. So ruhig der Thriller auch zu beginnen scheint, sollte es nicht trügen wie gewaltig die folgenden Seiten einen mitreißen werden: Es ist die bekannte Ruhe vor dem Sturm. Die Tiefe der stillen Wasser, die einen verschlingt.

Alles an diesem Ort war… richtig. Anders konnte er es nicht beschreiben. Es war gut. Der Gedanke, dass in solch einer Umgebung etwas Schlimmes passiert sein sollte, kam ihm mit einem Mal abwegig vor, obwohl das natürlich Blödsinn war.
Ursula Poznanski | Saeculum | Seite 148

Das Setting ist ein recht ungewöhnliches und gerade das hat mich neben so vielen anderen Punkten schließlich am meisten begeistert: Dieses Ungewöhnliche. Kein 0815. Nicht immer wieder Schweden, Norwegen, Wald, einsamer Mörder sucht einsames Mädchen. Dieses Mal ist es anders. Ja, hier ist auch ein Wald. Doch es ist kein gewöhnlicher. Dieser Wald ist so verlassen, so einsam und entlegen, dass sich dort keine Menschenseele hin verwirrt… außer eine Truppe von Mittelalter-Fans, die an einer Convention teilnehmen wollen. Klingt doch eigentlich ganz lustig, oder? Ne, da lief mir auch direkt der Schauer runter. Ohne Licht, ohne mich. 

Ich warte. Ich wache. Ich halte euch hier. Ihr seid mir längst zu Willen. Ich werde eure Leben nehmen und meine Rachsucht stillen.
Ursula Poznanski | Saeculum | Seite 214

Zu Beginn hat der Leser hinreichend Zeit alle Teilnehmer kennenzulernen, allen voran den Medizinstudenten (ja, die Ironie ist mir nicht entgangen) Bastian, der eigentlich gar nicht zu diesem Freundeskreis dazugehört und mit dem Mittelalter allenfalls zwischen den Geschichtsseiten Mal etwas am Hut hatte. Doch da ist er nun: Verliebt in Sandra und bereit so ziemlich alles zu tun, um ihr zu imponieren. Klingt etwas klischeebehafteter, als es eigentlich abgelaufen ist. Doch so viel zur Grundausstattung. Durch eine relativ lange Einleitung, hat der Leser die Möglichkeit sich tief in die Geschichte reinzufühlen. Zwischendurch wird bereits angedeutet, dass etwas Unheimliches lauert, doch neben all den lustigen Gesprächen, den vielen neuen Gesichtern und Erfahrungen, die Bastian so sammelt, wird der Leser zunächst in die Geschichte eingelullt und fährt mit Schrecken hoch, sobald das Gruseln beginnt.

… Bastian wurde das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Einem Plan zu folgen, der nicht sein eigener war. Etwas oder jemand behielt sie im Auge, lenkte jeden ihrer Schritte, führte sie auf ein Ziel zu, da im Dunkeln lag.
Ursula Poznanski | Saeculum

Die Gänsehaut- und Gruselmomente sind hier keineswegs zu kurz geraten. Dunkelheit, Ungewissheit, das Verschwinden von Menschen und hysterische Verschwörungstheorien tragen dazu bei, dass einem auch im gemütlichen Bett, eingekuschelt im schönsten Schlafanzug, mal der Schauer eiskalt runterläuft und man selbst dazu neigt verstohlene Blicke um sich zu werfen. Es bleiben einem auch kaum Verschnaufpausen, sobald die Katastrophe erst einmal ins Rollen gerät, folgt ein Schlag nach dem anderen. Und das über 500 Seiten hinweg. Dabei ertappte ich mich bei keinem Moment, in dem ich Langeweile verspürte oder etwa Dinge Dachte wie: Puh, jetzt könnten wir aber langsam mal zum Schluss kommen. Im Gegenteil. Die Autorin hat den Roman akribisch durchdacht, gezielte Fäden gezogen und großartige Wendepunkte eingebaut.
Und die Auflösung war meine Sahnekirsche. Meine Krone für diese Autorin. Es ist lange her, dass mich ein Ende derart überwältigt hat. Ich habe über die Seiten hinweg immer wieder gerätselt, was sich dort in Saeculum eigentlich herumtreibt. Doch auf diese Lösung wäre ich so schnell nicht gekommen. Ich liebe es! 


Fazit

Ursula Poznanski hat mit Saeculum einen grandiosen Thriller geschrieben. Es ist zum Fürchten, zum Gruseln und Erschrecken. Schaltet besser euer Nachtlicht ein, mit dieser Geschichte ist nicht zu spaßen. Fesselnde Spannung, eine originelle Geschichte, sympathische, aufregende und absolut nervige Charaktere werden dafür sorgen, dass einem dieses Buch so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen wird.

Soulmate

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LoveSarah

3 Antworten auf „Rezension: Saeculum

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