Halbjahresrückblick

Es ist bereits September und das Jahr ist wahnsinnig schnell fortgeschritten. Es ist so viel passiert. Doch wem erzähle ich es? Es ist kaum zu bestreiten, dass die Pandemie bei jedem das Leben durcheinander gewirbelt hat und all unser Alltag. Heute möchte ich grob zusammenfassen, was in den vergangenen Monaten so bei mir los war und was als nächstes ansteht. Seid gespannt, es geht los.

Books

In diesem Jahr habe ich bislang 11 Bücher gelesen. Darunter befanden sich…

Diese Highlights

Da ich nicht allzu viele Bücher in den vergangenen Monaten gelesen habe, sind die Highlights bislang auch sehr übersichtlich. Es ist schon komisch. Da es bereits so lange her ist, dass ich diese Bücher gelesen habe, kann ich gar nicht glauben, dass ich sie erst in diesem Jahr tatsächlich gelesen habe. Es kommt mir ewig vor. Allen voran steht natürlich Red, White and Royal Blue, welches mittlerweile auch auf Deutsch erhältlich ist! Es ist eine Lovestory mit vielen Momenten zum Schmunzeln und vor allem sehr vielen bedeutsamen Botschaften, die vermittelt werden. Definitiv ein großes Highlight. Heartstopper 3 habe ich sehnsüchtig entgegengefiebert. Ich liebe die Comics von Alice Oseman, ihren lockeren Zeichenstil und die liebevolle Art wie sie ihre Charaktere widerspiegelt und ihren inneren Kampf darstellt.

Sehr gute Unterhaltung

Ursula Poznanski habe ich noch nicht allzu lange für mich persönlich entdeckt. Schuld daran ist meine beste Freundin. Sie ist bereits ein jahrelang gut eingesessener Fan, wohingegen ich ewig brauchte, um endlich mal nach ihren Büchern zu greifen. Jetzt fiebere ich der nächsten Veröffentlichung bereits immer entgegen. Thalamus habe ich im Januar gelesen. Ein Buch über das Gehirn? Na, da musste ich ja zuschlagen! Das Cover ist obendrein ein Augenschmaus. Der Inhalt lässt sich ebenfalls sehen. Das Buch habe ich im Handumdrehen verschlungen. Eine wirklich gute Unterhaltung.

Sehr wichtige Worte

Es gibt Bücher, deren Tiefsinnigkeit und Wichtigkeit einen noch lange begleiten. Das trifft vor allem auf Dear Evan Hansen zu. Es ist ein ruhiges Buch, was den Leser Schritt für Schritt tiefer ins Herz begleitet und dort lange verweilen wird. Wirklich großartig.

Interessant zu lesen

Spektakulär muss nicht immer sein und kann man auch nicht immer gebrauchen. Es gibt einfach Bücher, die man gerne zwischendurch liest, die einen nicht zu stark einnehmen und dennoch interessant genug sind, um dranzubleiben und sie mit einem guten Gefühl zu schließen. Dazu zählen diese drei Schmuckstücke. Die Rezensionen fehlen noch, ich hoffe, dass ich Zeit finden werde und sie in den nächsten Tagen folgen, also haltet die Augen offen.

  • Elanus
  • Der letzte Wunsch
  • Five Feet Apart

Enttäuschend

Man kann nicht alle Bücher einer Autorin lieben. Und bei Ursula Poznanski ist es bei mir: Aquilla. Das Buch hat mich absolut nicht überzeugen können. Die Story war geradezu durchsichtig und die Protagonistin eine hilflose egoistische Nervensäge. Leider konnten mich auch die Nebencharaktere überhaupt nicht überzeugen.

Heartstopper by Alice Oseman

Life

Bei uns ist Melody eingezogen. Eine wunderschöne Miniature Australien Shepherd. Sie bringt viel Leben, Chaos und Schönes in unser Leben. Ich hätte mir niemals vorstellen können, wie viele Emotionen so ein kleines Wesen in einem auslöst. Es ist so schön.

Darüber hinaus habe ich einen großen Schritt in meinem Studium überwunden: Das erste Staatsexamen, auch Physikum genannt. Es waren viele Monate des Lernens und viele Tränen nötig, um diese Tage zu überstehen, ganz ehrlich, hah. Doch es ist getan und damit startet in wenigen Wochen das nächste Semester für mich: 1. klinisches Semester. In der Zwischenzeit genieße ich die freie Zeit mit Melody, lese endlich wieder Romane und lerne französisch. Vor einigen Tagen habe ich auf Babble mit einem Jahres-Abo-Französisch-Kurs begonnen und bin bislang angetan. Ich habe vor vielenvielen Jahren bereits Französisch an der Volkshochschule gelernt, doch es ist ziemlich eingerostet. Mit Babble und der verspielten Art des Online-Kurses, hoffe ich, dass ich dran bleibe und meine Kenntnisse auffrischen, sowie vertiefen kann. Habt ihr schon einmal eine Fremdsprache außerdem der Schule gelernt? Und wenn ja, wie seid ihr da ran gegangen?

Rezension: Charlie and Nick

Facts

TITLE: Nick and Charlie | AUTHOR: Alice Oseman | NUMBER OF PAGES: 120 | GENRE: Young Adult | PUBLISHED: July 16th 2015 | PUBLISHER: Harper Collins Children’s Books| PRICE: 8,49 € | ISBN: 9780008147877|

About?

CHARLIE: “I have been going out with Nick Nelson for two years. He likes rugby, Formula 1, dogs, the Marvel universe, the sound felt-tips make on paper, rain and drawing on shoes. He also likes me.”

NICK: “Things me and Charlie Spring do together include: Watch films. Sit in the same room on different laptops. Text each other from different rooms. Make out. Make food. Make drinks. Get drunk. Talk. Argue. Laugh. Maybe we’re kind of boring. But that’s fine with us.”

Everyone knows that Nick and Charlie are the perfect couple – that they’re inseparable. But now Nick is leaving for university, and Charlie will be left behind at Sixth Form. Everyone’s asking if they’re staying together, which is a stupid question – they’re ‘Nick and Charlie’, for God’s sake!

But as the time to say goodbye gets inevitably closer, both Nick and Charlie question whether their love is strong enough to survive being apart. Or are they delaying the inevitable? Because everyone knows that first loves rarely last forever…
Goodreads

Reading Time

The authors books are so very different about the main topics and the storys she writes about. Still the books have one thing in common: Alice Oseman writes about young adults thoughts and problems. Mental health, sexuality, the fear about the very own future and the pressure weighting on their shoulders.

Why would anyone just end a relationshop because it’s got to go long distance for a bit?
– Charlie, p.72

Nick and Charlie are one of those rare sweet innocent couples. They are struggling about one thing that is bothering a lot of teenage couples standing on the edge to take the next big step in life: College. Nick is ready to go to college. He is very excited about this new stage of life. Charlie on the other hand is upset about Charlie leaving. He is worried about wether their relationship will live through long distance.

Nick and Charlie is a Novella containing many emotions, a short story and important messages in just a few pages.

Result

As usual I love to recommend everything Alice Oseman writes oder draws. Her storys are lovely, deep and ready to soak you in.

LoveSarah

Das Online Semester

In diesem Sommer werde ich mein Physikum schreiben und möchte euch auf diesem Weg mitnehmen. Dabei stelle ich meinen Lernplan vor und wie meine Kommilitonen und ich uns trotz der derzeitigen Corona-Lage gemeinsam auf die erste staatliche Prüfung vorbereiten. In dem heutigen Beitrag berichte ich über das Online-Semester, wie ich es wahrnehme und welche Vor- und Nachteile diese Form des Studiums mit sich bringt.

Dieses Semester wird allen Studenten noch lange in Erinnerung bleiben. Weltweit stellt sich seit einigen Wochen das Online-Semester vor, welches die optimale Lösung für ein sicheres und gesundheitlich umsetzbares Studium darstellt. Je nach dem, wie sich die jeweiligen Universitäten auf diese Art des Studiums einstellen, erleben die Studenten das Studium mit unterschiedlichen Qualitäten. Da Studenten und Dozenten auch nur Menschen sind, wirkt sich das Online-Studium entsprechend auch unterschiedlich auf die Umsetzung und Handhabung aus. Es gibt viele positive Stimmen, jedoch auch ein paar negative, die diese Art des Lernens bevorzugen oder lieber meiden würden.

Vorlesungen unterschiedlicher Formate

Je nach Universität oder Fachhochschule werden die Online-Semester in einem unterschiedlichen Umfang vorgestellt. Bei einigen Universitäten werden Vorlesungen online als Video hochgeladen, so dass diese zu jeder Zeit und nach eigenem Empfinden und eigenem Tempo abgespielt werden können. Der Vorteil daran liegt eindeutig an der Flexibilität. Gerade für Studenten, die einem Nebenjob nachgehen oder das Familienleben bewerkstelligen müssen, dürfte sich dieser Punkt als sehr vorteilhaft herausspielen, da so Vorlesungen auch bequem am Abend abgespielt werden können. Der Nachteil wäre jedoch, dass bei Videos keine Fragen direkt gestellt werden können, allerdings besteht weiterhin die Möglichkeit eine E-Mail zu schreiben, um Fragen loszuwerden. An dieser Stelle ist natürlich ein hohes Maß an Selbstdisziplin gefragt, da das Vorhandensein von Vorlesungsvideos auch dazu verleiten können, sich diese irgendwann anzusehen, wodurch schnell ein gewisses Zeitproblem entstehen könnte.
Ein weiteres Konzept ist es, die jeweiligen Vorlesungen zur normalen Zeit live zu streamen. So ist es beispielsweise bei mir der Fall. Diese Art des Online-Semesters kommt mir sehr gelegen, da ich so gezwungen bin, früh aufzustehen und beim Lernstoff auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Zudem ist es in den Zoom-Meetings möglich, in einem Chat den Dozenten direkt oder im großen Kreis, Fragen zu stellen. Diese werden entweder sofort durch den Dozenten oder sogar Kommilitonen beantwortet, oder am nächsten Tag noch einmal aufgearbeitet. Außerdem ist es auch möglich, sich direkt per Mikrofon und Kamera zu beteiligen, was jedoch durch den Stoffumfang nicht immer möglich ist. Die Chat-Funktion hat sich als großen Vorteil für viele Studenten herausgestellt. Es ist gerade für Studenten, die schüchtern und zurückhaltend sind, von großem Vorteil, im Chat eine Frage an den Dozenten stellen zu können, ohne befürchten zu müssen, öffentlich zu viel Aufmerksamkeit zu erhalten. Entsprechend haben wir auch das Feedback erhalten, dass dieser Chat anscheinend in vielen Semestern einige positive Stimmen erhalten hat. Von Kommilitonen aus anderen Universitäten habe ich leider erfahren, dass nicht alle Dozenten allzu zuverlässig sind, was das Hochladen der Vorlesungen betrifft, so dass einige Studenten im jeweiligen Kurs weit zurückliegen. Das ist natürlich seitens der Dozenten keine gute Handhabung und sollte abgeklärt werden.

Mehr Zeit

Dieser Punkt fällt vor allem vielen Pendlern, zu denen ich mich ebenfalls zähle, sehr positiv auf. Um eine Vorlesung um 8 Uhr besuchen zu können, müsste ich beispielsweise bereits um 6 Uhr aufstehen, damit ich die Zug- und Busverbindungen auch rechtzeitig bewerkstelligen kann. Hinzukommt die morgendliche Badezimmerzeit, sowie Frühstücken und das Packen der jeweiligen Utensilien für den Tag. In einem Online-Semester fängt die Vorlesung ebenfalls um 8 Uhr an. Für Langschläfer ist es durchaus möglich, auch erst 5 Minuten vorher aufzustehen, den PC einzuschalten und sich für die Vorlesung online anzumelden. Frühstück, Badezimmer und Sonstiges kann gerne danach oder sogar währenddessen aufgeholt werden, denn aufgrund der jeweiligen Kapazitäten, sollten bei Online-Vorlesungen die Kameras größtenteils ausgeschaltet sein, so dass die Vorlesung bequem über Kopfhörer mitgehört werden kann. Natürlich sollte es nicht zur Routine werden, dass die Vorlesung nur nebenbei abläuft. Die zusätzliche Schlafzeit und die Energie, die ich durch das Nicht-Pendeln nicht verliere, sind mir persönlich sehr willkommen. Am Tag habe ich so viel mehr Zeit und spare obendrein noch Geld, da ich Zuhause Essen kann und nicht auf die Mensa oder Sonstiges angewiesen bin.

Direktes Lernen

Ein Vorlesungssaal ist sehr groß, da auch viele Studenten an einer einzigen Veranstaltung gleichzeitig teilnehmen müssen. Dadurch fällt die Akustik und die Bearbeitung der Folien oder sogar Tafelmitschriften ganz anders aus. Die persönliche Aufmerksamkeit schwindet, wenn der Dozent nicht gut zu hören ist oder wenn die Mitschriften oder Folien nur schlecht zu betrachten sind. Online gestaltet sich so eine Vorlesung viel interaktiver und direkter. Die Folien erscheinen durch die Funktion der „Bildschirmfreigabe“ direkt am eigenen Bildschirm. Außerdem laden unsere Dozenten die Folien stets vorher hoch, so dass wir diese parallel bearbeiten können. Das ist sehr angenehm und sorgt bei mir persönlich dafür, dass ich wesentlich aufmerksamer bin.

Mehrere Lerntypen werden abgedeckt

Es gibt viele unterschiedliche Lerntypen. Ich selbst lerne am Besten durch Lesen, Schreiben und Wiederholen. Am schlechtesten tatsächlich durch das Zuhören. Jeder sollte für sich herausfinden, welcher Lerntyp am besten zu einem passt, um so die höchste Effektivität zu erzielen. Übrigens: Ich habe mal eine Studie gelesen, demnach es keine Lerntypen geben soll. Vielleicht reden wir uns diese Art des Lernens auch nur ein, allerdings muss ich sagen, dass ich subjektiv bemerke, wie viel leichter mir gewisse Lerntechniken fallen, als andere.

Zuhören: Dadurch, dass die Vorlesungen über Kopfhörer direkt zugeschaltet werden, ist es gerade für so einen Lerntyp ideal, alles viel näher und direkter zu hören. Zudem kann man sich eine eigene passende Umgebung gestalten, in der es ruhig ist und auf die Situation des Lernens angepasst. Das ist gerade in Vorlesungen, die immer einen gewissen Geräuschpegel durch die Kommilitontn erzeugen, nicht immer so einwandfrei möglich. Natürlich hat nicht jeder eine eigenen Wohnung oder ein eigenes Zimmer, sodass sicherlich auch an dieser Stelle ein paar Nachteile zu berücksichtigen sind.

Schreiben: Die Tische der Vorlesungssäle sind nicht dafür bekannt, viel Platz zu bieten. Entsprechend ist man etwas eingeschränkt. Zuhause am eigenen Schreibtisch, kann man sich die Vorlesung ansehen und parallel mit allen wichtigen Materialien mitschreiben.

Wiederholen durch Videoaufzeichnungen: Das ist natürlich ein großer Vorteil, wenn Vorlesungen aufgezeichnet werden. Neben dem flexiblen Aspekt, kommt natürlich der Punkt der eigenen Geschwindigkeit hinzu. Ob mehrere Wiederholungen notwendig sind oder man gerade einen Punkt mehrfach hören möchte, um es richtig zu verstehen.

Lernen durch Bewegung: Diese Art des Lernens habe ich heute durch meinen Instagram-Post erfahren. Das ist von Zuhause aus natürlich problemlos möglich. Es soll sogar Studenten geben, die sich ein langsames Laufband (Ohne Gestell) unter den Schreibtisch legen und so während der Vorlesung in Bewegung bleiben. Das ist natürlich nicht nur für die Gesundheit und dem Kreislauf von großem Vorteil, sondern auch für die Menschen, die eine gewisse körperliche Interaktion beim Lernen benötigen.

Soziale Interaktion

Die sozialen Kontakte leiden bei den meisten Menschen in der derzeitigen Situation. Vor allem Menschen, für die körperlicher Kontakt und der gemeinsame direkte Austauschs sehr wichtig ist, spüren diese Zeit umso stärker. Es sind nicht nur die persönlichem Beziehungen zu Freunden und Familie, die dabei ins Gewicht fallen, sondern auch die zufälligen Bekanntschaften und Gespräche, die während des Alltags zusammenkommen, die einem gerade in dieser Zeit fehlen und entsprechend auch durch diese Lücke immer stärker auffallen. Aus diesem Grund, habe ich mit zwei engen Freunden Skype- und Zoom-Meetings vereinbart, zu denen wir uns zum Lernen treffen und entsprechend das Sprechen verbessern und so auch mehr Kontakt zueinander haben. Gerade für die mündlichen Prüfungen leiden derzeit die mangelnden Kommunikationsmöglichkeiten, die jedoch leicht durch entsprechende Eigeninitiative überbrückt werden können. Übrigens gibt es auch eine witzige App, die sich Houseparty nennt, bei der man sich mit Freunden online zusammentreffen und lustige Spiele gemeinsam erleben kann. Ich kann diese App sehr empfehlen, wir hatten bereits einen solchen Abend, es lohnt sich wirklich!
Vor allem unsere Dozenten beklagen hin und wieder, dass ihnen die Online-Veranstaltungen schwer fallen, da sie anhand unserer Gesichtsausdrücke über die Kamera nicht immer beurteilen können, ob wir anwesend sind und verstehen, was sie uns erklären und ihnen folgen können. Daher hier auch ein persönlicher Appell von mir: Sorgt durch eure direkte Teilnahme dafür, dass Seminare und Praktika lebendiger erscheinen und ihr so dem Dozenten auch ein positiveres Gefühl verleiht. Außerdem verliert ihr so selbst nicht den Anschluss und ihr lernt das Sprechen für mündliche Prüfungen umso leichter, wenn ihr direkt über das Mikrofon zugeschaltet seid. Interaktion ist so wichtig, unterschätzt das nicht!

„Für mich persönlich stellt sich das Online-Semester als positiven Nebeneffekt heraus. DABEI SPARE ICH VIEL ZEIT, KANN EFFEKTIVER LERNEN UND NUTZE DIE DIREKTE INTERAKTION INNERHALB DER SEMINARE UND PRAKTIKA IN VOLLEN ZÜGEN.“

Erzählt mir gerne unter den Kommentare, wie sich die derzeitige Situation auf euer Leben auswirkt. Befindet ihr euch im Homeoffice? Wie erlebt ihr diese Art Arbeiten? Oder studiert ihr sogar und befindet euch im Online-Semester? Wie handhabt eure Universität die Umsetzung?

LoveSarah

Rezension: Dear Evan Hansen

Triggerwarnung: Selbstmord, Drogen(-Sucht), Angststörungen

 

Fakten

TriggTitel: Dear Evan Hansen | Autorenname: Val Emmich| Seitenanzahl: 368 | Verlag: cbj-Jugendverlag| Preis: 18,00 €| ISBN: 978-3-570-16565-2 | Sprache: Englisch (auf Deutsch verfügbar) | Erscheinungstermin: 2. September 2019 |
Erworben: selbst gekauft


Inhalt

Nobody Deserves to be Forgotten

Ein nie für die Augen anderer bestimmter Brief lässt Evan Hansen als engsten Freund eines toten Mitschülers erscheinen. Dem einsamen Evan eröffnet sich durch dieses Missverständnis die Chance seines Lebens: endlich dazuzugehören. Evan weiß natürlich, dass er falsch handelt, doch nun hat er plötzlich eine Aufgabe: Connors Andenken zu wahren und den Hintergründen seines Todes nachzuspüren. Alles, was er tun muss, ist weiter vorzugeben, Connor Murphy habe sich vor seinem Selbstmord allein ihm anvertraut. Plötzlich findet sich der unsicht- und unscheinbare Evan im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sogar der des Mädchens seiner Träume – Connors Schwester.
– randomhouse
Lesezeit

 

Tiefgründig und ruhig.

Bevor ich Dear Evan Hansen gelesen habe, habe ich nicht gewusst, was dieses Buch thematisiert. Ich wollte mich bewusst nicht informieren und wurde erneut durch die Buch-Community auf Instagram auf dieses Buch aufmerksam. Ich ahnte, dass das Buch wichtige Themen behandeln wird. Sehr wichtige Themen: Selbstmord, Depressionen, Mobbing, Angststörungen. Es sind Themen, die immer noch viel zu selten in Büchern ihren Platz finden und noch seltener als Hauptschwerpunkt. In Dear Evan Hansen wurden sie nicht nur umgesetzt, sondern auch feinfühlig und intensiv behandelt.

I wish that everything was different. I wish that I was a part of something. I wish that anything I said mattered, to anyone. I mean, let’s face it: would anybody even notice if I disappeared tomorrow?

Die Perspektive des Hauptcharakters Evan wurde rein sprachlich unglaublich authentisch umgesetzt. Das Buch liest sich ruhig, schnell und gleichzeitig chaotisch. Genauso verlaufen Evans Gedanken und sein Bemühen, mit sich selbst im Reinen zu komme und irgendwie sein Leben zu überstehen. Er hat Angststörungen. Angst, mit anderen auch nur zu reden. Die Art, wie Evans Ängste und sein Verhalten widergespiegelt wurden, hat mich sehr gerührt und mir ein tiefes Verständnis für seine Situation und den inneren Kampf, den er mich sich und der Welt austrug, näher gebracht.

Really, though, what do I know about what another person is capable of? I still don’t have a clue what I’m capable of. I keep surprising even myself.

Zwar würde ich mit dem nächsten Thema etwas vorweg nehmen, dennoch ist es für meine Rezension und die Wichtigkeit des Romans essentiell: Ein Mitschüler von Evan begeht Selbstmord. Er stand ihm nicht sonderlich nah, fühlt sich der Familie gegenüber jedoch verantwortlich und beschäftigt sich eingehend mit ihnen und dem Mitschüler. Wieso hat er es getan? Wie reagiert sein Umfeld? Seine engste Familie? Wie reagieren Menschen, die eigentlich gar nichts mit ihm zu tun haben? Und wie kann man Menschen helfen, die sich in ähnlichen Situation befinden?

I’m left with a loneliness so overpowering it threatens to seep from my eyes. I have no one. Unfortunately, that’s not fantasy. That’s all-natural, 100 percent organic, unprocessed, reality.

Dear Evan Hansen hat mich überrascht. Der Autor hat eine beeindruckend ruhige Art, mit der er die Handlung wiedergibt und trotzdem den Verlauf nicht eintönig wirken lässt. Es ist eine Ruhe, die einen als Leser einnimmt und dafür sorgt, die gesamte Aufmerksamkeit dieser Geschichte zu widmen und selbst vielleicht noch einmal überall genauer hinzusehen.

Why would he do this? I mean, i understand how low a person can get. I also know that when you’re not in the best headspace, the trivial can turn into the insurmountable and all of sudden you’re heading down a dark path and you can’t find your way back.

 

Fazit

Dear Evan Hansen ist eine Geschichte, die so viele Menschen betrifft und noch von viel zu wenigen erzählt wird. Dieses Buch liefert eine Stimme, die spricht und zuhört und die vor allem eines aussendet: Verständnis und den Mut zum Handeln. Eine absolute Leseempfehlung.

Weitere Rezensionen

Habt ihr eine Rezension zu Dear Evan Hansen geschrieben?
Dann hinterlasst mir in den Kommentaren gerne euren Link!

 

LoveSarah