Woche in Worten: Münster und Fahrräder

Hello & herzlich Willkommen zu meinem Wochenrückblick, den Leselaunen, die von Trallafittibooks organisiert werden. Was in meinem Leben in dieser Woche passiert ist, was ich gerade lese und wie es der Buchwelt so geht, erfahrt ihr weiter in meinem Beitrag.

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Aktuelle Bücher

Derzeit lese ich weiterhin in Red Rising und bin von der Geschichte begeistert. Die greifbaren Emotionen, die Spannung und vor allem die Idee hinter dem Setting und dem System, in dem die Geschichte spielt, sind unfassbar faszinierend und intelligent zusammengespindelt worden. Ich könnte mich Ohrfeigen, mit Jill Herzensgeschichte nicht bereits viel eher begonnen zu haben.
Obendrein habe ich in ein Rezensionsexemplar reingelesen, einem Gedichteband, die Tanka beinhalten, die von Wakayama Bokusui geschrieben wurden und post mortem nun veröffentlicht wurden. Die Gedichte sind unfassbar poetisch, tiefsinnig und mit einer bedrückenden Atmosphäre versehen.

Angelehnt neige ich
mein Gesicht zum Baum hin
Da pocht an die Wange
kaum spürbar der Pulsschlag
des herbstlichen Waldes
In der Ferne Der Fuji Wolkenlos Heiter | Wakayama Bokusui

Leseplanung Oktober

Nachtfluch
Die Verlegerin
Happy End
Dodgers
Jack
Die Sonne, der Mond & die Rolling Stones

Reading | Read

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Und sonst so?

Derzeit türmen sich hier meine Skripte und Lernbücher. Für Anatomie habe ich die praktische Lernapp Quizlet entdeckt: Dabei kann man Karteikarten erstellen und im Lernmodus abgefragt werden. Für unterwegs ist es für mich genau perfekt, weil ich die App am Handy nutzen kann, die Wörter jedoch auch ganz bequem Zuhause oder in der Uni am Tablet/Notebook eintragen kann.
Mich erreichte auch die Tage wieder Buchpost: der langersehnte zweite Teil von Strange the Dreamer ist eingetroffen: Muse of Nightmares. Die Bücher sind so unfassbar schön!
Habe ich euch eigentlich schon erzählt, dass ich in meiner Uni zwischen den Vorlesungen mit dem Fahrrad fahren muss, um die Lehrgebäude zu erreichen?

Was macht die Bloggerwelt?

Die liebe zuckersüße Marie von Everything is Literary hat mich vor zwei Wochen angeschrieben und mich gefragt, ob ich Teil ihrer Reihe Quergelesen sein möchte. Sehr gerührt und unglaublich angetan von ihrer Beitragsreihe, habe ich umgehend zugesagt. Schaut unbedingt bei ihrem Interview über mich vorbei und klickt euch durch die weiteren Blogger, die sie ausgefragt hat!

Quergelesen: Sarah Ricchizzi

Am vergangenen Wochenende fand die Frankfurter Buchmesse statt. Leider konnte ich in diesem Jahr nicht dabei sein, doch dafür haben Jill und Nicci ihre Eindrücke durchgängig mit uns geteilt. Ausführlich könnt ihr alles in ihren Messeberichten nachlesen.

Letterheart mit FBM18 | Meine Messeausbeute

Trallafittibooks mit #FBM18 Mein Rückblick

Was macht die Welt?

Erschüttert und zutiefst schockiert hat mich die Nachricht über den Amoklauf auf der Krim. Es ist eine schreckliche Tat, bei der 19 Menschen ihr Leben verloren. Jill war die Erste, die mich auf den Amoklauf hinwies und mich damit vollkommen aus meinem Alltag riss. Mir ist unbegreiflich, wie ein Mensch so viel Hass in sich tragen kann. Doch statt an den Täter zu denken, sollten unsere Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen sein. Haltet die Augen offen und greift ein, wenn ihr glaubt, dass sich Menschen zu stark distanzieren, einen inneren Hass und Wut entwickeln.

Zitat der Woche?

This is not who I am, who I want to be. I want to be a father, a husband, a dancer. Let me dig in the earth. Let me sing the songs of my people and leap and spin and run along the walls. I would never sing the forbidden song. I would work. I would bow. Let me wash dirt from my hands instead of blood. I want only to live with my family. We were happy enough. Freedom costs too much.
– Darrow | Red Rising by Pierce Brown page 142

Lied der Woche?

AnneMayKantereit sind seit einigen Wochen wieder da, mit neuen Songs, einem bald erscheinendem Album und dem Song Marie. Neben diesem Lied gibt es derweilen noch vier weitere, die ich mir bereits runtergeladen habe, die jedoch auch allesamt auf YouTube von der Band hochgeladen wurden.
Und eine kleine Empfehlung meinerseits aus der Physik-Vorlesung: Monkey and the Gun einmal bei YouTube eingeben.


Weitere Leselaunen

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LoveSarah

 

 

Was wäre, wenn niemand lügen könnte?

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Wie wäre unsere Welt, wenn niemand lügen könnte? Wenn es die Option zu Lügen gar nicht gäbe? Wäre unsere Welt dann besser oder schlechter?

Kleine Lügen

Lügen fangen klein an und können sehr groß heran wachsen. Es beginnt bei einer alltäglichen Nachfrage nach dem Befinden, bei dem nicht jeder von uns ehrlich antwortet, ganz einfach, weil wir uns nicht jeder dahergelaufenen oder selbst einer nahstehenden Person zu jeder Zeit emotional offenbaren wollen. An sich auch keine Große Sache. Wie geht es dir? Gutgut und selbst? – Ist eine Floskel, die bei fast jedem von uns im Standardrepertoire der Selbstverteidigung der Seele sofort abrufbereit ist. Dann entstehen schnell bei der Hand Ausreden in Form von Lügen bei Zuspätkommen, Absagen oder irgendwelchen Unannehmlichkeiten, die man gerne verschönert ausdrückt, um nicht ganz so blöd dazustehen. Und wem schaden schon diese Alltagslügen? Sind sie denn so schlimm, obwohl es Lügen sind?

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Große Lügen

Daher laufen noch Lügen, die bodenlos erfundene Geschichten zum Vorschein bringen. Für einen Autor gar nicht mal so schlecht von Bedeutung, für die Realität jedoch kann es große Folgen haben. Neben der Politik und den Medien, werden wir überall und zu jeder Zeit von den Mitmenschen in großer Form belogen und hintergangen. Oft verstrickt sich jemand in solch einem Lügennetz, dass einem auf dem Weg dorthin die Wahrheit verloren geht. Die großen Lügen schaden oft unserem Leben. Sie dienen dazu, um etwas ebenso großes vertuschen zu können. Ein Beispiel hierfür dürfte weit oben in der List das Fremdgehen sein. Ein Lügennetz, welches am Ende jedem Schaden zufügt.
Und je höher die Rangposition des Menschen, desto größeren Schaden richtete am Ende die Lüge an. Bestes Beispiel wären in dem Fall die Politik, die nicht alles offenbart, um uns scheinbar zu schützen, doch sobald Wahrheitsfunken zum Tageslicht kommen und wir unsere eigene Meinung bilden können, ist es schon zu spät. Beim zweiten Weltkrieg wurden viele Lügennetze gestrickt, um jedem Deutschen klarzumachen, dass alle Anderen schlecht sind und nur sie die einzig wahren und Guten dieser Welt.

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Wären wir also ohne Lügen besser dran? 

Wenn von heut auf Morgen das Lügen schlichtweg nicht mehr möglich wäre, dann bin ich mir ziemlich sicher, würden wir uns in ein gewaltiges Chaos stürzen. Die Etikette nicht direkt jedem die Wahrheit ins Gesicht zu sagen (sieht mann, dass ich zu zugenommen habe? – Ähm, nee gar nicht…), um derer Gefühle zu schützen und sich in keinen mutwilligen Streit zu verwickeln, hat uns daraufhin erzogen, Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. So habe wir stets uns und unsere Umwelt versucht zu schützen. Doch wenn wir plötzlich jedem die Wahrheit sagen, obwohl jeder es sein Leben lang gewöhnt ist, belogen zu werden, ich fürchte, dass viele Menschen (leider) schnell in Streitigkeiten verstrickt wären. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass wir uns, wie mit so manch anderen Dingen die Neu sind, an die Situation gewöhnen würden. Und dann, ja vielleicht würden wir dann besser leben. Wesentlich besser. Keine Intrigen, keine Lügen, jeder müsste sich seinen Problemen stellen und viele Psychologen und Anwälte wären Arbeitslos. Oder es würden mehr Anwälte benötigt als zuvor, wer weiß das schon. Menschen würden merken, dass sie sich gar nicht leiden können und nur vorgaben Freunde zu sein, andersherum finden sich vielleicht so nur noch Freunde, die richtig sind? Keine Falschen Freunde mehr? Keine falschen Beziehungen mehr? Findet dann jeder zum Richtigen Menschen oder enden wir am Ende alle einsam und allein?
Bei der Politik hingegen und in den Medien wird es dann vielleicht zunächst ganz düster aussehen. Ich wüsste nicht, ob sie sich davon erholen könnten. Die Bild-Zeitung muss wahrscheinlich dann auf ein seriöses Blatt umsteigen.

Ohne Lügen aufwachsen 

Wenn wir jedoch ganz ohne Lügen aufwachsen, es also gewohnt sind mit der Wahrheit angesprochen zu werden, dann glaube ich, wäre dieser Ort vielleicht ein besserer. Vielleicht gäbe es keine Anschläge, keine Morde und vielleicht wird niemand hintergangen oder betrogen, vielleicht werden weniger Fehler gemacht, weil einfach jeder über seine und über all unsere Probleme spricht und so ganz vielleicht, keine Probleme mehr entstehen würden. Doch auch nur vielleicht. Es wäre ein schrecklicher Gedanke, wenn unsere Welt nur bestehen könnte, weil es Lügen gibt.

Was meint ihr?

X

Sarah

Comics: islieb.de
Titelbild: pixabay.com

 

Kleiner Frankenstein

Träge, schlapp und leicht entkräftet schleppt man sich nach einem langen Tag, vollgestopft mit Arbeit, Haushalt und dem Tragen von Einkaufen, in die Wohnung. Dort strahlt er dann müde und erwartungsvoll: Der Computer. Schweigsam doch mit einer bedrohlichen Aufmerksamkeit steht er da. Tut nichts. Wirkt recht unschuldig, doch insgeheim strahlt er das schlechte Gewissen entgegen, denn er weiß genau Bescheid: Heute wurde noch kein einziges Wort geschrieben. Nicht einmal ein einziges Zeichen (Facebook- und Whatsapp-Nachrichten außen vor) konnte seinen rechten Platz auf einem galanten Papier finden. Und obgleich die Ausreden schnell vorgeführt werden, so wird einem trotzdem nur zu genau bewusst, dass dieser Zustand so nicht weiter geht. Ja, der Tag war anstrengend und das Bett ruft ebenso verführerisch, wie ein warmer, reich an Kalorien und Schokolade enthaltener Kakao. Gewiss die Lust versickert schnell, doch wenn ein Tag den nächsten grüßt und schließlich ein Wochenende und dann ein Monat den anderen und die Ausreden sich häufen, dann liegt das Manuskript noch ein Jahr weiter so unvollendet, deprimiert und klagend da und stirbt irgendwann an ignoranter Einsamkeit und Liebesentzug.

Und langsam, recht zaghaft, doch mit der Zeit zügig und griffsicher, werden die Tasten mit den richtigen Worten gefunden. Das noch leere Papier füllt sich, Worte fügen sich zu Sätzen und Absätze entstehen. Kapitel werden endlich abgeschlossen, ein erleichterndes und gleichsam mit Adrenalin und absoluter Begeisterung erfülltes Gefühl verbreitet sich von den Fingerspitzen bis in die heran gezogenen Zehen. Ja, dort stehen sie, die eigenen Worte, die selbst kreierte Geschichte, die erschaffenen Figuren, erweckt zum Leben. – Ein kleiner Frankenstein steckt wohl in jedem von uns, gell. Und da tanzen und bewegen sie sich, sie handeln und erleben Dinge, derer sie sich nicht bewusster sind, als der Schreiber selbst. Schließlich ergeben ganze Handlungsstränge Sinn, sie verflechten und verknoten sich und sind nicht mehr zu trennen. Also weiter machen, weiter schreiben, denn sonst verblasst die Magie und fort sind sie, die Geschichten, gesogen aus unserer Gedankenkraft.