Entstehungsgeschichte: Einmal im Jahr für immer

Meine Lieben, heute findet der letzte Tag meiner Blogtour statt! Dabei möchte ich euch etwas über die Entstehungsgeschichte zum Roman erzählen, wie ich auf die Idee dazu gekommen bin und warum mir dieses Thema sehr am Herzen liegt und ich nicht anders konnte, als darüber eine ganze Geschichte zu schreiben.

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In meinem Roman Einmal im Jahr für immer verliert die Protagonistin Amelie Red ihren Ehemann und muss lernen wieder zurück ins Leben zu finden. Dabei soll ihr ein Clown behilflich sein. Ein Clown? Hä?
Die meisten wundern sich über eben jenen Clown, finden es komisch, eigenartig und gleichzeitig macht eben das neugierig. Wieso eigentlich? Und warum habe ich mir diese Person ausgesucht?

Amelie und ihr Verlust

Nach sieben gemeinsamen Jahren verstirbt der Ehemann von Amelie Red: Mathiew Red. Die Gründe hinter seinem Tod werden mit der Zeit geklärt, an dieser Stelle möchte ich darauf auch nicht weiter eingehen, damit ihr es selbst erfahren könnt. Doch warum wähle ich so ein Thema aus? Weshalb den Tod, die Trauerverarbeitung? Wieso so einen Verlust behandeln? Es sind mehrere Gründe, die mich dazu verleiteten diese Geschichte aus ihrer Perspektive zu schreiben. Die Geschichte von Amelie.
Der Leser erlebt hautnah, wie sie leidet, wie sie sich durch die Trauer quält und sich selbst am Leben hindert. Amelie Red will nicht leben. Sie will nicht weiterleben, nicht weitermachen, will sich dieser Welt nicht fügen, wenn der Schmerz um ihren Verlust doch so stark ist.
Mir war es wichtig diesen Trauerprozess so intensiv wie möglich darzulegen. Dazu habe ich einen wichtigen Faktor als Grundvorraussetzung in den Vordergrund gestellt: Amelie und Mathiew sind sehr wohlhabend. In vielen Geschichten, die über den Verlust einer Person handeln, werden Menschen vorgestellt, die sich noch ihrem Alltag fügen müssen, die weitermachen müssen, aufgrund dessen, dass sie eben eine Arbeit und Familie haben, für die sie Sorge zu tragen haben.
Bei Amelie ist dies nicht so.
Sie muss sich um niemanden kümmern, weil sie und Math keine Kinder hatten.
Sie muss nicht arbeiten gehen, denn sie und Math waren sehr wohlhabend.
Diese Kriterien waren eines meiner wichtigsten Punkte, um zu verdeutlichen, dass man im Leben alles besitzen kann, sorgenfrei leben könnte und all dies dennoch vollständig an Bedeutung verliert, wenn der Sinn dahinter verendet: Nämlich der Verlust des Menschen, den man liebt. Wenn der Grund zum Leben fort ist, weshalb sollte sie dann weitermachen? Wieso weiterleben, wenn der Schmerz über diesen Verlust sie zu stark runterzieht, dass Amelie das Gefühl hat nie wieder den Willen dazu finden zu können?
Mir war es unglaublich wichtig das Verständnis für Trauer und Verlust hervorzuheben. Denn den meisten Menschen ist es nicht bewusst, wie schmerzhaft und qualvoll so ein Prozess sein kann. Dass es eben nicht einfach ist. Dass man nicht weitermachen kann. Dass Worte einen nicht weiterhelfen, genauso wenig eine Umarmung oder zum Beispiel der Luxus sich alles leisten zu können. Ich wollte das Leben in seiner Brutalität darstellen, wie es wirklich ist, nämlich, dass man diesen Menschen nicht vergisst, auch nicht nach Jahren.
Der Reichtum von Amelie war obendrein noch ein wichtiger Faktor, um zu verdeutlichen, wie fatal der Gedanke ist, dass es das Leben leichter gestaltet. Dass solche Menschen weniger Probleme hätten oder sie unantastbar wären. Denn so ist es nicht.

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Der Clown

Nun hatte ich Amelie und die Geschichte, die ich schreiben wollte, doch irgendwie fehlte noch ein Element, etwas, dass sie an dieses Leben bindet und ihr helfen kann, weiterzumachen. Über dieses gewisse etwas grübelte ich  ganze zwei Jahre. Denn die Idee hinter Amelie und Mathiew kam mir bereits vor einer gefühlten Ewigkeit, doch erst durch den Clown hatte ich das Gefühl die Geschichte endlich auch erzählen zu können.
Während ich über die Trauer von Amelie nachdachte, wurde mir bewusst, dass etwas Gewaltiges folgen müsste, um sie wachzurütteln. Etwas gänzlich gegensätzliches. Etwas, womit einfach nicht zu rechnen ist und was in dem Zusammenhang überhaupt keinen Sinn macht: Ein Clown.
Ein Clown hat mit der tristen finstren Trauer absolut gar nichts zu tun. Es passt nicht ins Bild. Immerhin ist ein Clown bunt, soll Kindern Freude bereiten (wir sind hier nicht bei ES! Haha) und albern aussehen.
Bunt. Laut. Dreist.
So tritt der Clown in Amelies Leben und verwüstet alles, um sie in den Wahnsinn zu treiben, von ihren Gedanken fortzuzerren. Fort von ihrer Trauer, ihrem Loch, in welches sie ihr Bewusstsein eingesperrt hat, um sich dort mit Maths Tod zu verschließen.

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Die Briefe

Amelie schreibt Briefe an ihren verstorbenen Ehemann. Die Briefe haben zwei Funktionen: Zum einen helfen sie Amelie langsam von ihm Abschied zu nehmen. Zum anderen lernt der Leser durch die Briefe Erlebnisse mit Math kennen. Durch die direkte Anrede an Math, entsteht eine ganz andere Verbindung zu ihm, obwohl er eigentlich tot ist.
Solch einen Brief habe ich auch an alle Taschenbuchbestellungen bei mir weitergegeben. Ich kann mir vorstellen, dass der Gedanke tröstend sein kann, jemandem noch einmal zu schreiben, als wäre er noch da, obwohl er eigentlich fort ist. Um so auf eine ganz andere Art, sehr direkt und persönlich, Abschied zu nehmen.

*** SPOILER ***

Hier kommen wir zu einem Teil, den ich euch nicht vorenthalten möchte, der jedoch nur von denjenigen gelesen werden sollte, die das Buch bereits gelesen haben. Es betrifft die Todesursache von Math und weshalb ich dieses Thema überhaupt ausgewählt habe.

So. Ich hoffe ab hier liest niemand mehr mit: Das große Thema Selbstmord. 

Wieso habe ich dieses Thema gewählt?

Es gibt zwei Hintergrundstorys dazu, die mich dazu inspirierten und mich derart schockierten, mich traurig stimmten, dass ich nicht anders konnte, als dazu eine Geschichte zu schreiben.
Als sich 2009 Robert Enke das Leben nahm, war ich platt. Ich bin kein Fußballfan, ich kannte diesen Menschen vorher nicht. Dennoch ergriff mich sein Tod sehr. Es war nämlich der Moment, in dem ich das erste Mal mit Selbstmord konfrontiert wurde, der zudem noch so öffentlich thematisiert wurde. Selbstmord. Depressionen. Ein großes Tabuthema. Kaum jemand traut sich darüber offen zu reden. Aus unterschiedlichen Gründen. Zum Einen: Es ist verdammt persönlich. Zum Anderen: Die Angst nicht Ernst genommen zu werden. Dass man belächelt wird. Dass niemand einen hört, bis es zu spät ist. Dass niemand da sein möchte. Dass es niemanden interessiert.
Oder: Wenn es jemand ernst nimmt, sie einen selbst dann nicht mehr für vollwertig nehmen. Dass man ausschließlich auf diese Krankheit und diese Gedanken reduziert wird, ganz gleich, was für ein Mensch man ansonsten auch ist.
Es ist ein schwieriges Thema. Eines, wie ich finde, das viel zu selten überhaupt aufgegriffen wird. Die Presse hat Angst vor den Werther-Effekt. Einem Nachahmungseffekt, der dem Roman „Der Werther“ zugesprochen wird, nach dessen Veröffentlichung (nicht nachweislich) eine Serie von Selbstmorden stattgefunden hätten und weshalb die Publizierung vorübergehend unterbunden worden war. Aus dem Grund wird das Thema in der Presse oftmals gar nicht erst angesprochen. Doch nützt es wirklich mehr, dieses  Thema todzuschweigen, anstatt es offen anzusprechen? Vervielfältigt man nicht die Angst derer, dass sie nicht gehört werden, wenn überhaupt nie darüber gesprochen wird? Haben sie nicht eher das Gefühl nie gehört oder gesehen zu werden, eben weil niemand darüber ein Wort verlieren will?
Über diesen Selbstmord musste ich noch sehr lange grübeln, tue es heute immer noch. Und mit den Jahren frage ich mich immer wieder: Wie ist es der Familie ergangen? Wie haben sie das geschafft?
Danach folgten über die Jahre hinweg Selbstmorde von öffentlichen Persönlichkeiten, wie Robin Williams und zuletzt Chester Bennington und Chris Cornell, die noch einmal die Aufmerksamkeit auf dieses große Thema lenkten. Vor allem zeigen diese Fälle, dass es vollkommen gleich ist, wie viel ein Mensch im Leben besitzt, ob er Familie hat, jemanden liebt, reich und berühmt ist, seine Lebensbestimmung und alles Glück der Welt gefunden hat: Depressionen suchen sich ihr Ziel nicht aus. Jeden kann es treffen und jeder hat gleichermaßen damit zu kämpfen. Gerade solche Fälle zeigen nur zu deutlich, wie schrecklich diese Krankheit sein muss, wenn alles nicht hilft und sie sich dennoch nicht retten könnten, keinen anderen Ausweg gesehen haben. Dieser Gedanke ist schrecklich und gleichzeitig wachrüttelnd: Denn diese Krankheit muss ernst genommen werden. Auf diese Krankheit muss hingewiesen werden und es muss darüber gesprochen werden. Aus dem Grund habe ich diesen Roman geschrieben, um für einen Moment das Schweigen zu brechen.

*** Spoiler Ende ***

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Das war mein Beitrag zu meinem Herzensbuch. Mein Roman-Debüt, in das ich mein ganzes Herzblut, mein Alles reingesteckt habe. Ich hoffe euch damit berühren, euch in die Welt von Amelie und Mathiew führen zu können und mit dem Clown etwas Konfetti und Freude zu bringen.

Habt ihr Einmal im Jahr für immer schon gelesen? Schreibt mir unbedingt, wie ihr es gefunden habt!

Übrigens: Über eine Rezension freue ich mich jedes mal unglaublich sehr! Schickt sie mit unbedingt! Ich lese mir jede durch und freue mich über jedes einzelne Wort! Solltet ihr etwas Zeit finden und eure Rezension bei Amazon reinstellen, würde ich im Dreieck springen vor Freude <3 Gerade im Bereich Selfpublishing ist man sehr auf die Rezensionen bei Amazon angewiesen, damit auch andere Leser auf einen aufmerksam werden! Ich würde mich wahnsinnig freuen.

Ihr habt Einmal im Jahr für immer noch nicht gelesen, möchtet es aber gerne? Dann gäbe es mehrere Möglichkeiten: Zum einen wäre es bei Amazon als Taschenbuch und E-Book erhältlich. Wenn ihr kein Freund von Amazon seid, schaut unbedingt bei Neobooks vorbei, dort ist es ebenfalls als Ebook erhältlich! Zum anderen könnt ihr gerne eine Konfetti-Buchpaket-Bestellung samt Signierung bei mir einreichen: books@ricchizzi.de

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Ihr fragt euch, wer alles bei der Konfettiparty mitgemacht hat? Seht selbst!
Die Bilder habe ich übrigens bei der Aktion Einmal Clown sein mit Lydia gemeinsam gemacht! Es war total spaßig. In ihrem Beitrag könnt ihr nochmal die gesamte Fotosession sehen.

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Urlaub mit meinem Protagonisten

Ja, ich weiß. Heute ist bereits Tag 6. Aber ich habe tatsächlich eine kleine Ausrede: Die liebe Mika Krüger ist für ein paar Tage bei mir zu Besuch und wir beide waren eingehend damit beschäftigt uns darüber zu freuen, dass wir uns wiedersehen, hah.

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Jetzt hole ich allerdings zunächst einmal den fünften Tag nach und heute Abend dann folgt der heutige. Und irgendwann zwischendurch stelle ich euch noch meinen SuB-Sunday-Roman vor, kann mich allerdings noch nicht entscheiden, wer es heute auf die Liste schafft.

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Wo reisen wir hin?

Vermutlich bleiben wir Zuhause. Meine Protagonistin Amelie Red hat vor einigen Monaten ihren Ehemann verloren und nun ja auf Reisen gehen mag sie dann eher nicht so. Viel mehr Spaß hätten wir da vermutlich mit dem Clown, er ist aber auch mehr so der Stubenhocker. Also bleiben wir Zuhause, machen allerdings ganz verrückte Dinge. Zum Beispiel auf einer Hüpfburg im Wohnzimmer springen. What? Oder mit einer Seifenblasenmaschiene Unsinn treiben. Abgesehen davon ist Amelie Red sehr wohlhabend, weshalb sie im Garten einen Swimmingpool stehen hat, den wir ausgiebig bei diesem herrlichen Sonnenwetter nutzen können. Der Clown sorgt für unsere Abendunterhaltung und schon fühlen wir uns wie in eine andere Welt verfrachtet. Das Haus verlassen wir nicht, das stört allerdings auch nicht weiter, dafür gibt es ja heutzutage alle möglichen Internetseiten und Apps, die dafür sorgen, dass wir weder verhungern, noch vor Langeweile eingehen können.

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Durch diesen erdachten Urlaub mit meinem Protagonisten, konntet ihr wieder einen Eindruck von Einmal im Jahr für immer erlangen. Was denkt ihr? Was macht der Clown wohl  bei Amelie? Wie stellt ihr euch die Atmosphäre vor?

Alles Liebe, genießt das herrliche Wetter,
Sarah

 

Trauern mit einem Clown

Hier wären wir nun bei Zitat Nummer 3 angelangt. Es verrät den wichtigsten Teil des Romans: Den Clown. Ja, ganz genau. Neben Amelie, spielt ein Clown die Hauptrolle.
Say what?!

Zitat3

Wie passt das  nun zusammen? Ein verstorbener Ehemann. Eine trauernde Witwe. Und ein Clown. Ja, das klingt ein bisschen schräg. Das hoffe ich zumindest, denn das war auch meine Intention dahinter.
Amelie Red trauert um ihren Ehemann und plötzlich taucht ein Clown in ihrem Leben auf. Und bevor die Spekulationen über eine total verstörte Liebesbeziehung aufquellen: Nope. Da muss ich euch (zum Glück) enttäuschen. Der Clown wird Amelie helfen. Auf eine sehr eigene Art.

Was habe ich mir dabei gedacht?

Amelie trauert lange und fällt tief. Sehr tief. Sie vergräbt sich und schließt ihr Leben vollkommen aus der Welt aus. Etwas sehr Großes musste folgen, damit sie wachgerüttelt wird. Damit sie wieder etwas tut: Nämlich leben.
Leben. Ein zentrales Thema in meinem Roman. Wie kann Amelie weiterleben, wie kann sie es schaffen? Wird sie es schaffen?
Dabei soll ihr ein Clown helfen.
Den Clown habe ich gewählt, weil es so gegensätzlich ist. Weil es absolut nicht passt. Weil es etwas ist, was man in dem Moment so richtig nicht gebrauchen kann.

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Na, könnt ihr euch etwas darunter vorstellen? Wie findet ihr die Idee? Empfindet ihr es als zu merkwürdig? Wäre es ein Grund für euch, den Roman beispielsweise nicht zu lesen? Oder vielleicht eben deswegen? Oder findet ihr das vielleicht eher langweilig?