Wert kreativer Arbeit 

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Immer wieder lese ich, dass Autoren sich über Leser empören, die ihre Werke nicht bezahlen wollen. In unserer Gesellschaft scheint sich die Meinung breit zu machen, dass jemand für etwas, dass ihm Spaß macht, nicht bezahlt werden müsste. Kleine Neuheit an die Welt: Nur weil wir einen Beruf für uns gefunden haben, der uns große Freude bereitet, bedeutet dies nicht, dass es keine Arbeit ist. Ich nehme an so etwas nennt man dann Berufung.

Warum kreative Arbeit entlohnt werden muss

Die Frage sollte vielmehr lauten, weshalb sie nicht entlohnt werden sollte, worauf ich keine Antwort wüsste. Cartoonisten posten gratis Cartoons im Internet und werden dann an den Pranger gestellt, wenn ihre Bücher für Geld über die Ladentheke gehen. Liebe Menschen dort vor dem Bildschirm: Wie stellt ihr euch das eigentlich vor? Dass wir uns jeden Tag stundenlang an unsere Werke setzen und von dem Lob unserer Fans leben? Tut mir Leid euch enttäuschen zu müssen, doch auch Autoren, Künstler jeglicher Art, müssen Mieten zahlen und von irgendetwas leben. Der ein oder andere mag sagen, dass man ja schliesslich auch richtige Arbeit ausüben könnte. Natürlich. Und nach der Arbeit dann dem Hobby gratis weiter nachgehen, weil man dafür ja keine Zeit braucht. Ein Buch schreibt sich schliesslich über Nacht und so ein Cartoon besteht nur aus ein paar Strichen, das geht ja schnell. Ähm. Nein.

Weshalb auch Schreiben viel Arbeit ist

Natürlich betrifft dies nicht nur das Schreiben. Es bezieht sich auf jeden Freiberufler. Alles kostet unglaublich viel Zeit. In den Anfangszeiten müssen wir einen Vollzeitjob ausüben und unserer kreativen Arbeit nachgehen, um irgendwann einst davon leben zu können. Die meisten können sich nicht annähernd vorstellen, wie viel Zeit und Kraft das kostet diese Phase durchzustehen.
Natürlich lieben wir das, was wir tun und zu Beginn fand ein jeder seine Leidenschaft dadurch, dass es als Hobby begann. Doch je mehr wir uns mit dem Schreiben, Zeichnen, Malen, designen (…) beschäftigen, umso mehr Zeit und Kraft muss investiert werden. Diese Zeit wird niemandem geschenkt. Um produktiver und schneller arbeiten und die Leidenschaft für immer ausüben zu können, müssen wir nun einmal dafür Geld verlangen. Niemand macht gerne Eigenwerbung. Niemand möchte um Geld betteln müssen. Doch, wenn erwartet wird, dass regelmäßig Neuigkeiten erscheinen, dass es mehr von den Büchern, den Bildern oder sonstigem gibt, dann wird der Brot-Job irgendwann sein Zeitliches finden müssen, um dem anderen den Vorrang zu gewähren. Allerdings ist es von Nöten, dass mit der kreativen Leistung dann allerdings die Kosten des Lebens getragen werden müssen.

Anmerkung der Autorin: Mir selbst ist so etwas noch nicht widerfahren. Allerdings habe ich von solchen Umständen bereits häufig in Beiträgen von bekannten Autoren, Cartoonisten und anderen Künstlern gelesen. Weit verbreitet ist es derweilen auch bei Coverdesignern, dass von ihnen gefordert wird, geringere Preise für ihre Leistung zu verlangen. Das ist schade und traurig, denn bei anderen Berufen guckt schließlich auch niemand komisch, wenn man mit Geld entlohnt werden möchte.

  • SR

Recherchearbeit einer Schriftstellerin

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Ganz gleich in welchem Genre Schriftsteller sich für ein Projekt niedersetzen, meist muss das ein oder andere etwas mehr oder weniger intensiv recherchiert werden, um eine gewisse Authentizität zu erschaffen.

Wofür recherchieren?

Als Autor kann man schließlich nicht alles wissen. Und Bücher über den Alltag eines Autors zu schreiben, wäre ja auf Dauer auch nicht wirklich interessant. Sobald Geschichten ihren Platz finden, können einem mit den Seiten plötzlich Berufe, Orte vielleicht gar Pflanzen oder Musikrichtungen entgegen kommen, die man vielleicht gar nicht kennt. Damit der Charakter echter erscheint und das Buch auch mehr an Tiefe erhält und nicht lapidar dahin geschrieben erscheint, müssen mit der Zeit Recherchearbeiten anfallen.

Intensität der Recherche

Während einer Recherche kann es passieren, dass man nur ein Wort, einen Gegenstand, vielleicht eine Namensherkunft herausfinden möchte. Das dauert natürlich nicht allzu lange. Wobei die Namensfindung für die einzelnen Charaktere, wenn mit Bedacht gesucht wird, auch einige Stunden in Anspruch nehmen kann, sollte der Name eine besondere Bedeutung inne haben oder einem schlichtweg manchmal kein guter einfallen will.
Nach Namen lässt sich sehr gut auf  vorname.combaby-vornamen.de oder auch auf beliebte-vornamen.de suchen. Oder aber man nutzt eine fremde Sprache und versucht durch Wortkombinationen etwas ganz und gar neues zu kreieren, was vor allem im Fantasy-Genre sehr beliebt ist, sich jedoch auch hervorragend in Dystopien nutzen lässt, wenn eine Zukunftswelt erschaffen wird, in der von Grund auf alles neu geschaffen wird.

Bekannt für seine sehr umfangreichen Recherchearbeiten ist zum Beispiel Dan Brown. Um seine gewaltigen Romane zu schreiben, reist er gar zu den Orten, um möglichst genau die Geschehnisse beschreiben zu können. Er ist damit allerdings keine Ausnahme. Viele Schreiblinge seilen sich vom Schreibtisch los, wenn sie ihren Roman beginnen und suchen den Ort ihres Schreibens auf, um sich in der Geschichte exakt einfühlen zu können.

Neben dem Reisen gibt es natürlich auch andere Möglichkeiten, um an den richtigen Stoff zu gelangen, damit die Geschichte möglichst echt erscheint. Ein beliebtes Mittel ist dafür das Interviewen von den richtigen Personen. Krimi-Autoren oder auch Thriller-Schreiberlinge nehmen davon häufig Gebrauch, um zum Beispiel Polizisten, Psychologen oder gar Gerichtsmediziner etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Darunter lassen sich natürlich auch andere Berufe fassen. In Liebesromane oder historischen Romane kann der Protagonist einen bestimmten Beruf einnehmen, über den der Autor nicht allzu viel weiß. Ein Interview oder gar ein Praktikumstag lässt sich dort sicherlich einrichten, um zu verstehen, wovon man eigentlich die ganze Zeit schreibt. Dadurch wirkt das Buch schlichtweg qualitativ besser, als sich irgendwelche Ideen aus den Fingern zu saugen, die so vielleicht gar nicht der Wahrheit entsprechen.

Wofür benötige ich die Recherchearbeit?

Derzeit schreibe ich an einem Fantasyroman. Dort erhalten Spiegel ein tragendes Element. Aus dem Grund setze ich mich derzeit an einen schicken Wikipedia-Artikel, um herauszufinden, was dort in so einem Spiegelschöpfungsprozess eigentlich vor sich geht. Das ein oder andere YouTube-Video wird mir in dem Punkt wohl auch Abhilfe verschaffen können, damit ich das alles auch wirklich richtig verstehe. Diese Informationen schreibe ich natürlich nicht wie ein Sachbuch hinunter. Allerdings lässt sich das ein oder andere im Inhalt einbetten, so dass meinen Protagonisten auch etwas Wissen abverlangt werden kann.

 

Wie schaut es bei euch aus? Musstet ihr schon einmal besondere Recherchearbeiten in Kauf nehmen? Darf man euren Verlauf überhaupt noch lesen, oder verbergen sich dort zu viele verbotene Suchanfragen, die den ein oder anderen stutzig machen könnte? :)

  • SR

 

Titelbild: pixabay.com

Prokrastination: Das kleine Monster jedes Autors

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Unerwartet, versteckt, doch immerzu startbereit sich zwischen die Zeilen und Tastenanschläge zu mischen, lauert sie auf jeden Schreiberling und überfällt einen so gerissen, dass wir es erst merken, wenn es bereits viel zu spät ist: Die Prokrastination.

Was ist überhaupt Prokrastination und warum ist das so ein komisches Wort?

Um es möglichst fachmännisch auf den Punkt zu bringen: Prokrastination kommt aus dem lateinischen und bedeutet procrastinare -> vertagen. Aha!
Prokrastination lenkt uns allesamt von der eigentlich wichtigen Arbeit ab. Nur, dass es sich dabei nicht um wichtige Dinge handelt, die einem die Arbeit verschieben lassen, sondern irgendein unnützes Ablenkungsmanöver, was meist unheimlichen Spaß oder aber einfach keinen Sinn hat, als seiner eigentlichen Verpflichtung nachzugehen.

Und was macht ein Prokrastinator in solch einem Moment?

Durch Social Media hat das Spektrum für Ablenkungen ein ganz neuartiges Ausmaß angenommen. Ob Twitter, Facebook, Instagram oder was es nicht sonst für neuartigen Kram gibt, mit dem wir unsere Freizeit füllen können (Was habe ich eigentlich gemacht, bevor es all diese Dinge gab?!).
Ich persönlich treibe mich gerne auf anderen Blogs umher, stöbere in Schreibforen oder stalke jemanden auf Facebook, Twitter & Co.
Natürlich existiert Prokrastinatioin nicht erst seit dem Zeitalter des Internets. Zur Prokrastination zählt auch rumkritzeln, aus einer müden Langeweile heraus die Fingernägel neulackieren, den Schreibtisch aufräumen, die gesamte Wohnung ausmisten, Wäsche waschen…  nun, alles, was man in dem Moment nicht  zwingend machen müsste, es einem jedoch gerade gelegen kommt es statt der eigentlich zu verrichtenden Arbeit zu tun.

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Wer tut denn so etwas komisches?!

Nun, die meisten Menschen arbeiten auf der Arbeit. Und dort lässt sich eher schlecht Prokrastination betreiben, weshalb sie wohl auch etwas produktiver sind und nun ja, der Chef wäre wohl kaum begeistert, wenn seine Mitarbeiter Gameboy spielen oder sich der Pokemonjagt verschrieben haben, anstelle den Papierberg zu bearbeiten.
Doch all jene, die Zuhause Arbeit verrichten müssen, nun die werden von der Prokrastination Heim gesucht, als gäbe es die Zeit gratis zu verschenken.

Betroffen sind häufig all jene, die kreatives Schaffen betreiben. Künstler, Schreiberlinge, Blogger, Studenten! (stehen an erster Stelle), Coverdesigner gewiss auch und all jene, die sich  gerade meinen Beitrag durchlesen und eigentlich noch 10 andere Fenster geöffnet haben, in denen die unfertigen Projekte nach ihnen schreien.

Wenn wir das Problem kennen, warum machen wir es dann?

Das Problem ist: Es merkt niemand! Die Prokrastination ist in ihrem Sein sehr subtil und schmuggelt sich in unsere Gedanken, ohne, dass wir es merken. Und sobald der Funken überkommt sind dann auch mal schnell zwei Stunden um! Wollen wir mal ganz ehrlich mit uns sein: Wie oft kam es schon vor, dass es gerade noch 10 Uhr früh gewesen ist und plötzlich 12 Uhr Nachts ?!

Anmerkung der Autorin: Dies war mein 4. Anlauf, um diesen Artikel zu schreiben. Meine Prokrastination: Bilder surfen auf Pixabay, dann kam mir der Gedanke ruhig auch auf anderen Bilderseiten zu surfen, daraufhin dachte ich mir, dass ein paar Ideen für ein Cover auch nicht verkehrt wären, daraufhin gesellte ich mich in Facebook ein, fand einen interessanten Beitrag nach dem anderen, bis die Tage nur so verstrichen und ich mir schließlich, endlich heute ganz strickt vorgenommen habe, den Artikel fertig zu stellen.

Tschaka. Geschafft.
Frohes Gelingen meine lieben Weltenweber <3

  • SR

Quellen:
Titelbild: pixabay
Comic: islieb.de
Info: wikipedia

Kleiner Frankenstein

Träge, schlapp und leicht entkräftet schleppt man sich nach einem langen Tag, vollgestopft mit Arbeit, Haushalt und dem Tragen von Einkaufen, in die Wohnung. Dort strahlt er dann müde und erwartungsvoll: Der Computer. Schweigsam doch mit einer bedrohlichen Aufmerksamkeit steht er da. Tut nichts. Wirkt recht unschuldig, doch insgeheim strahlt er das schlechte Gewissen entgegen, denn er weiß genau Bescheid: Heute wurde noch kein einziges Wort geschrieben. Nicht einmal ein einziges Zeichen (Facebook- und Whatsapp-Nachrichten außen vor) konnte seinen rechten Platz auf einem galanten Papier finden. Und obgleich die Ausreden schnell vorgeführt werden, so wird einem trotzdem nur zu genau bewusst, dass dieser Zustand so nicht weiter geht. Ja, der Tag war anstrengend und das Bett ruft ebenso verführerisch, wie ein warmer, reich an Kalorien und Schokolade enthaltener Kakao. Gewiss die Lust versickert schnell, doch wenn ein Tag den nächsten grüßt und schließlich ein Wochenende und dann ein Monat den anderen und die Ausreden sich häufen, dann liegt das Manuskript noch ein Jahr weiter so unvollendet, deprimiert und klagend da und stirbt irgendwann an ignoranter Einsamkeit und Liebesentzug.

Und langsam, recht zaghaft, doch mit der Zeit zügig und griffsicher, werden die Tasten mit den richtigen Worten gefunden. Das noch leere Papier füllt sich, Worte fügen sich zu Sätzen und Absätze entstehen. Kapitel werden endlich abgeschlossen, ein erleichterndes und gleichsam mit Adrenalin und absoluter Begeisterung erfülltes Gefühl verbreitet sich von den Fingerspitzen bis in die heran gezogenen Zehen. Ja, dort stehen sie, die eigenen Worte, die selbst kreierte Geschichte, die erschaffenen Figuren, erweckt zum Leben. – Ein kleiner Frankenstein steckt wohl in jedem von uns, gell. Und da tanzen und bewegen sie sich, sie handeln und erleben Dinge, derer sie sich nicht bewusster sind, als der Schreiber selbst. Schließlich ergeben ganze Handlungsstränge Sinn, sie verflechten und verknoten sich und sind nicht mehr zu trennen. Also weiter machen, weiter schreiben, denn sonst verblasst die Magie und fort sind sie, die Geschichten, gesogen aus unserer Gedankenkraft.