Wert kreativer Arbeit 

home-office-336378_1920

Immer wieder lese ich, dass Autoren sich über Leser empören, die ihre Werke nicht bezahlen wollen. In unserer Gesellschaft scheint sich die Meinung breit zu machen, dass jemand für etwas, dass ihm Spaß macht, nicht bezahlt werden müsste. Kleine Neuheit an die Welt: Nur weil wir einen Beruf für uns gefunden haben, der uns große Freude bereitet, bedeutet dies nicht, dass es keine Arbeit ist. Ich nehme an so etwas nennt man dann Berufung.

Warum kreative Arbeit entlohnt werden muss

Die Frage sollte vielmehr lauten, weshalb sie nicht entlohnt werden sollte, worauf ich keine Antwort wüsste. Cartoonisten posten gratis Cartoons im Internet und werden dann an den Pranger gestellt, wenn ihre Bücher für Geld über die Ladentheke gehen. Liebe Menschen dort vor dem Bildschirm: Wie stellt ihr euch das eigentlich vor? Dass wir uns jeden Tag stundenlang an unsere Werke setzen und von dem Lob unserer Fans leben? Tut mir Leid euch enttäuschen zu müssen, doch auch Autoren, Künstler jeglicher Art, müssen Mieten zahlen und von irgendetwas leben. Der ein oder andere mag sagen, dass man ja schliesslich auch richtige Arbeit ausüben könnte. Natürlich. Und nach der Arbeit dann dem Hobby gratis weiter nachgehen, weil man dafür ja keine Zeit braucht. Ein Buch schreibt sich schliesslich über Nacht und so ein Cartoon besteht nur aus ein paar Strichen, das geht ja schnell. Ähm. Nein.

Weshalb auch Schreiben viel Arbeit ist

Natürlich betrifft dies nicht nur das Schreiben. Es bezieht sich auf jeden Freiberufler. Alles kostet unglaublich viel Zeit. In den Anfangszeiten müssen wir einen Vollzeitjob ausüben und unserer kreativen Arbeit nachgehen, um irgendwann einst davon leben zu können. Die meisten können sich nicht annähernd vorstellen, wie viel Zeit und Kraft das kostet diese Phase durchzustehen.
Natürlich lieben wir das, was wir tun und zu Beginn fand ein jeder seine Leidenschaft dadurch, dass es als Hobby begann. Doch je mehr wir uns mit dem Schreiben, Zeichnen, Malen, designen (…) beschäftigen, umso mehr Zeit und Kraft muss investiert werden. Diese Zeit wird niemandem geschenkt. Um produktiver und schneller arbeiten und die Leidenschaft für immer ausüben zu können, müssen wir nun einmal dafür Geld verlangen. Niemand macht gerne Eigenwerbung. Niemand möchte um Geld betteln müssen. Doch, wenn erwartet wird, dass regelmäßig Neuigkeiten erscheinen, dass es mehr von den Büchern, den Bildern oder sonstigem gibt, dann wird der Brot-Job irgendwann sein Zeitliches finden müssen, um dem anderen den Vorrang zu gewähren. Allerdings ist es von Nöten, dass mit der kreativen Leistung dann allerdings die Kosten des Lebens getragen werden müssen.

Anmerkung der Autorin: Mir selbst ist so etwas noch nicht widerfahren. Allerdings habe ich von solchen Umständen bereits häufig in Beiträgen von bekannten Autoren, Cartoonisten und anderen Künstlern gelesen. Weit verbreitet ist es derweilen auch bei Coverdesignern, dass von ihnen gefordert wird, geringere Preise für ihre Leistung zu verlangen. Das ist schade und traurig, denn bei anderen Berufen guckt schließlich auch niemand komisch, wenn man mit Geld entlohnt werden möchte.

  • SR

Synonym – Ohne geht es schlichtweg nicht voran.

Wiederholungen und ein begrenztes Vokabular sind Feinde jedes Schriftstellers. Denn sie verschmutzen und vernichten jeden noch so inhaltlich perfekten Text.

Synonyme

Niemand will immerzu den gleichen Satzanfang lesen oder ein begrenztes Spektrum an Verben und Nomen durch einen fünfhundert Seiten Roman an den Kopf geworfen bekommen. Schon nach der ersten Seite würde niemand mehr weiterlesen, wenn der Wortschatz über ist, sein, waren, Kinder, Mensch, Baum, Schrank und dann, danach, damit, weil, weil, weil, weil – hinausgeht.

Jeder Autor besitzt natürlich sein eigenes Vokabular mit dem er seine Texte kennzeichnet. Und hier und dort mal ein paar Wiederholungen tragen auch erst mal nichts zur Langeweile bei. Trotzdem wird einem beim Durcharbeiten des Manuskripts deutlich auffallen, dass einige Floskeln und Phrasen zu oft auftauchen.

woxikon ist eines der Portale, die ich nutze, um meinen Wiederholungen Einhalt zu gebieten. Es ist erstaunlich, was für selbstverständliche Wörter sich anstelle der eigenen dort finden lassen. Am Ende tauchen nämlich keine absurden neuen Begriffe auf, sondern schlichtweg ähnliche Synonyme, die genau denselben Kontext teilen. Nur halt eben anders.

Nicht übertreiben

Natürlich sollte vermieden werden, dass der eigene Text bis zur Unkenntlichkeit mit irgendwelchen komischen Wörtern bepflastert wird. Es sollten Begriffe ausgetauscht werden, die man auch wirklich kennt und die auch in den Kontext passen. Nur weil man ein Wort eingibt und nach Synonymen sucht, heißt das noch lange nicht, dass die gefundenen Wörter auch genutzt werden können. Ein bisschen Mitdenken gehört an der Stelle dann doch noch dazu.

XX Sarah

Lesen ohne zu verstehen

Mein Kopf fühlt sich wie ausgedörrt an, als fehlte die nötige Flüssigkeit oder die wichtigen Nährstoffe, um mich auf trapp zu halten. Immer und immer wieder lese ich mir die gleichen Sätze durch, ohne ihren Sinn in meinem Gehirn einspeichern zu können. Nicht, dass der Text in irgendeiner Weise kompliziert oder schwierig zu verstehen wäre. Nein, ganz und gar nicht, schließlich handelt es sich um meine eigenen Worte. Hehe.
Und dennoch sickern sie irgendwie nicht in meine Gedanken ein und wollen nicht begriffen werden. Ganz gleich, wie oft ich ihnen folge, trotzdem schreit es nach einer Pause. Weg vom PC, weg vom Schreibtisch. Energietanken und weiter geht’s…

Ich möchte lieber einer Ritter sein

Schrubb,schrubb, da schwappt und wabbert der Schwamm über den Boden. Ein Stückchen nach rechts, ein Stückchen nach links und schrubb, schrubb und fast ist es geschafft. Genervt keucht Claera auf und schaut auf die Uhr. Das Ticken donnert wie ein Erdbeben durch ihre Ohren. Tick.Tack.Tick. Und weitermachen. Und dies jeden Tag. Für ihr gesamtes Leben. Oh ja! Gewiss, das Schrubben jedes Bodens dieser Stadt, das sollte ihr Lebensinhalt werden. Und schrubb, schrubb, tick, tack, tick. Und dann hört sie sie! Metall bricht auf Metall, ein klirrendes helles Geräusch drängt sich in ihre Ohren an der Uhr vorbei und lässt die Aufregung in ihrem Innren aufwallen. Die Ritter! Sie trainierten! Mit vollem Tatendrang und Leidenschaft. ZAAAAM. BAAAAM. KLIIIRRRR! Ja, so stellte sie sich ihr Leben vor. Schnell, hektisch, mit einem Funken Gewalt und einer Euphorie, wie sie sie noch nie erlebt hatte. Ein Kampfesgebrüll hier und ein Japser dort. Eilige Ausfallschritte, Sprünge und flinke Hiebe! Ja! Dieses Gefühl muss so erfüllend, so berauschend, ja gleich einer Ekstase sein, die einen in eine Art Trance-Zustand überträgt. Doch Claera war hier, hoch oben im obersten Turm und schrubbte fleissig den Boden. Schrubb, Schrubb.