Bücher lesen

Mancheinmal, während ich ein Buch lese, denke ich mir: Also wirklich, dass hätte man deutlich besser machen können! Es gibt so gute Ideen und Welten, die erschaffen werden und dann Plumps, scheitert die Handlung vollkommen und fliegt gen hohen Bogen hin. Es ist wirklich niederschmetternd! Es steckt so viel Arbeit in solchen Projekten, ein Buch zu erschaffen, eine Welt zu kreieren und dennoch verbocken es so viele Schriftsteller, es ist zum dahinbrutzeln und regt mich immer wieder auf. Ich lese mit gebannter Aufregung und bin ich erst einmal so richtig in Fahrt, dann kann ich gar nicht damit aufhören das Buch bis in den Wahnsinn zu kritisieren. So ist es zur Zeit. Ich habe zu einem Buch gegriffen, welches eine sehr gute Bewertung hatte. Und Zeile um Zeile wurde meine Aufregung immer größer. Hier ein Fehler, eine Irreführung, dort fehlt ein Teil der Handlung und zack, rege ich mich durch jede Seite des Buches auf – lese es allerdings trotzdem zu Ende. Schließlich gefällt es mir dennoch, doch nicht so, dass es meine Leselust nur im Ansatz befriedigt hätte. Ärgerlich.

Eines der Gründe, weshalb ich selbst angefangen habe zu schreiben ist, dass ich mir oft genug dachte: Das hätte man besser machen können. Oder wenn mir das Ende nicht gefallen hat, weil es wie abgeguckt, kopiert und wiederholt erklang. Wenn Dinge nicht so verliefen, wie es hätte perfekt sein können. Und natürlich der Wunsch selbst Welten zu kreieren – doch bleiben wir vorerst beim Lesen und Aufregen. Bitte unterstellt mir keine Arroganz, nur weil ich manchmal der Ansicht bin, dass ein Buch hätte besser geschrieben werden können, bedeutet dies nicht, dass ich es gelungener geschafft hätte.

Ich bin mir gewiss, dass es vielen unter euch so ergeht. Man kauft sich ein Buch und beginnt voller Vorfreude zu lesen und taucht in eine absolute Enttäuschung, derer man sich nicht so schnell entziehen kann. Schließlich ist dieses Buch nun gekauft und muss gelesen werden. Und dann fragt man sich: Ja hat das denn niemand vorher bemerkt, dass die Handlung nichts taugt?!

Ker, ker, dass man sich vorm zu Bettgehen noch so aufregen muss!

Gute Nacht!

Ich möchte lieber einer Ritter sein

Schrubb,schrubb, da schwappt und wabbert der Schwamm über den Boden. Ein Stückchen nach rechts, ein Stückchen nach links und schrubb, schrubb und fast ist es geschafft. Genervt keucht Claera auf und schaut auf die Uhr. Das Ticken donnert wie ein Erdbeben durch ihre Ohren. Tick.Tack.Tick. Und weitermachen. Und dies jeden Tag. Für ihr gesamtes Leben. Oh ja! Gewiss, das Schrubben jedes Bodens dieser Stadt, das sollte ihr Lebensinhalt werden. Und schrubb, schrubb, tick, tack, tick. Und dann hört sie sie! Metall bricht auf Metall, ein klirrendes helles Geräusch drängt sich in ihre Ohren an der Uhr vorbei und lässt die Aufregung in ihrem Innren aufwallen. Die Ritter! Sie trainierten! Mit vollem Tatendrang und Leidenschaft. ZAAAAM. BAAAAM. KLIIIRRRR! Ja, so stellte sie sich ihr Leben vor. Schnell, hektisch, mit einem Funken Gewalt und einer Euphorie, wie sie sie noch nie erlebt hatte. Ein Kampfesgebrüll hier und ein Japser dort. Eilige Ausfallschritte, Sprünge und flinke Hiebe! Ja! Dieses Gefühl muss so erfüllend, so berauschend, ja gleich einer Ekstase sein, die einen in eine Art Trance-Zustand überträgt. Doch Claera war hier, hoch oben im obersten Turm und schrubbte fleissig den Boden. Schrubb, Schrubb.