Booktalk: Was ist schon normal – Spinster Girls | Holly Bourne

Gemeinsam mit Jill habe ich innerhalb der letzten zwei Tage den Jugendroman Was ist schon normal?, den ersten Band der Trilogie Spinster Girls by Holly Bourne,  durchgelesen. Obwohl das Buch nur knapp 400 Seiten hat und ich den gesamten Samstag Zeit hatte und es sich eigentlich recht flott lies, so wühlten mich derart viele Passagen auf, dass ich in ständigem Sprachnachrichten-Kontakt mit Jill geriet, um mich über gewisse Punkte auszutauschen. Da mich dieser Roman sehr aufgewühlt und zwiegespalten zurückließ, habe ich beschlossen einen Booktalk anstelle einer Rezension zu verfassen, um meine Gedanken deutlich zu Papier zu bringen. „Booktalk: Was ist schon normal – Spinster Girls | Holly Bourne“ weiterlesen

Was wäre, wenn du unsichtbar wärst? | Kreatives Schreiben

Und es ist wieder Freitag. Ich freue mich auf den heutigen Abend, denn wir werden gemeinsam mit meiner besten Freundin und ihrem Freund (hihi, der gleichzeitig mein Cousin ist und in meiner Welt sind meine beste Freundin und ich dann auch in richtiger Echtheit miteinander verwandt, yay – zurück zum Thema) ins Kino gehen und uns Jurassic World ansehen. Da mein Mann und ich zuvor verschlafen haben „Was wäre, wenn du unsichtbar wärst? | Kreatives Schreiben“ weiterlesen

Rezension: Opposition

Bewertung ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)

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Fakten

Titel: Opposition – Schattenblitz
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: Carlsen

Worum geht es?

Katy kann noch immer nicht fassen, dass Daemon sie verlassen und sich der Armee der Lux angeschlossen hat. Seit deren Invasion ist ein Krieg ausgebrochen, der schon viele Menschenleben gekostet hat. Niemand ist mehr sicher, doch um der schwangeren Beth zu helfen, wagt Katy sich aus dem Haus. Als ihr größter Wunsch in Erfüllung geht und sie Daemon begegnet, scheint dieser jegliche Gefühle für sie verloren zu haben. Katy muss herausfinden, ob noch etwas von dem Daemon, den sie liebt, in ihm steckt – bevor alles verloren ist.

Was ich darüber denke?

Bücher

JAP. Genau so sieht mein Gemütszustand derzeit aus. MIMIMIMIMI.
Gerade habe ich Opposition beendet und somit den finalen Band der Obsidian-Reihe. Und hach. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Irgendwie fühle ich mich so leer und möchte ein bisschen rumjammern. Ein kleiner Trost liegt gerade neben mir: Gestern auf einem Shoppingtrip habe ich mir bereits Oblivion gekauft (hihi und ein kleiner Glückskauf dazu: Ein Nirvana-Shirt, hach…ach, was soll’s ich lade mal eben ein Foto dazu hoch…)
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Ja, ich habe  mich etwas in dieses T-Shirt verliebt und danach konnte mich auch kein Weiteres überzeugen gekauft zu werden. Doch das macht nichts. Dafür gab es noch ein Buch, weil ich bereits ahnte, dass ich den letzten Band wohl am Wochenende beenden werde und ich Oblivion wahrscheinlich sehr gerne direkt hinterher lesen wollte, hehe.

Doch ich schweife ab. Ihr merkt, irgendwie will ich nicht so recht zum Punkt gelangen, weil die Reihe dann wirklich beendet wäre. Meine Gedanken sind noch ganz wirr und befinden sich in der Schwebe. Wie soll ich den letzten Band nur beschreiben?

Oh GOTT. Es passiert so viel. So unfassbar viel. Es wird traurig, sehr traurig. Aktiongeladen. Überraschend. Und mit einem Ende, mit dem man auch irgendwie gerechnet hat, doch ich glaube mit einem anderen wären Fans auch nicht zufrieden gewesen.

Die Idee in welche Richtung dieser Roman geht, hat mir sehr gut gefallen. Zu Beginn erst einmal wieder verzweifelt, wo wir doch irgendwie an demselben Ausgangspunkt, wie bei Roman 4 – Origin angelangt waren: Daemon und Katy wurden getrennt. Nur, dass es dieses Mal Daemon ist, von dem wir nicht wissen, was mit ihm geschieht. Allerdings lüftet sich das kleine Geheimnis und eine böse Vorahnung recht schnell, indem Armentrout ebenfalls in diesem Roman wieder den Perspektivwechsel zwischen Daemon und Katy eingebaut hat.
Die Lux erreichen die Erde und ziehen diejenigen, die bereits auf der Welt verstreut lebten, wie magnetisch zu sich an. Sie haben gar keine Wahl, folgen ihrem Volk, ihresgleichen und müssen tun, was von ihnen verlangt wird. Die Lux wollen die Menschen vernichten und den gesamten Planeten für sich erobern. Doch wer führt sie an? Was sind ihre wahren Intentionen?
Die Regierung klingt sich wieder ein, doch auf welcher Seite stehen sie? Was planen sie? Und was ist eigentlich mit Luc?
Katy muss einiges durchmachen, wobei wir als Leser, wie ich finde, an einigen Stellen etwas zu schnell erfahren, was eigentlich wirklich wer denkt und vorhat. Doch so schlimm empfand ich es nicht, immerhin rutschten wir über die Kapitel hinweg so schnell in unvorhergesehene Szenarien, dass man die Katastrophen erst einmal verarbeiten musste, bevor die nächste einschlug. Die gesamte Atmosphäre erinnert an eine Zombie-Apokalypse, in der wirklich alles den Bach runtergeht. Dabei kämpfen die Protagonisten stets um ihr Leben, verlieren sich gegenseitig, wollen sich beschützen und sehen sich nicht nur einmal in einer Zwickmühle gefangen.
Archer wächst mir in diesem Band sehr ans Herz. Er ist unglaublich cool und Daemon gewachsen. Nicht zuletzt seine Fähigkeit Gedanken zu lesen, treibt jeden in den Wahnsinn was er mit seinem unglaublichen Humor super überspielt und für jeden, selbst Daemon, irgendwie der Fels in der Brandung zu sein scheint. Er überblickt die Situationen perfekt und bewahrt stets einen kühlen Kopf, um unsere voreiligen Protagonisten aus der Schlinge zu ziehen.
In dem Band lernen wir Luc etwas besser kennen, wobei er immer noch etwas mysteriös bleibt und das auch irgendwie zu seinem Charakter passt.
Das Ende schockiert und ich habe jede Zeile mitgelitten. Es war furchtbar, doch hätte die Autorin es nicht so geschrieben, wäre es mir auch irgendwie zu unrealistisch vorgekommen. Sie hat genau die richtigen Entscheidungen getroffen und uns auf einen Weg geführt, der brutal ist, doch durchgezogen werden musste.

Fazit?

Ein gelungenes Ende, was so gut wie alle Rätsel auflösen wird, ohne übereilt oder gedrängt zu wirken. Dieses Buch umfasst alle Fragen und Antworten, zeigt uns die Welt der Lux, ihr wahres Erscheinungsbild, genauso wie einige Hintergrundgeschichten zu längst vergessenen Charakteren. Alles ergibt einen Sinn und man merkt, dass die Autorin vom ersten Band an etwas geplant hat, wovon wir Leser keine Ahnung hatten.
Diese Reihe übertrumpft sich selbst mit jedem Roman, jedes Buch war für mich lesenswert, zog mich in den Bann und hinterlässt die Zeilen für immer in meinen Gedanken. Anders, als in anderen Reihen, beschleicht einen nicht das Gefühl, dass die Autorin die Geschichte unnötig in die Länge gezogen hat. Im Gegenteil: Es wäre sogar Potenzial für weitere Geschichten, Ideen und Katastrophen, doch ich denke Daemon und Katy haben bereits genug gelitten. Haha.

Wie hat euch die Reihe gefallen? Wie fandet ihr das Ende? Falls ihr Details besprechen wollt, markiert sie bitte mit „SPOILER“. Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

SR


Titelbild: Copyright by Sarah Ricchizzi
Comic: Sarah Scribbles
Klappentext: Carlsen

 

Unerwartete Erinnerungen

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Während ich im Internet umher stöberte und nach dem Wort Leben suchte, fand ich unter vielen Ergebnissen diesen Mann. Der Künstler, der dahinter steckte, nutzte als Suchwort also den Begriff Leben. Und wahrlich: Er hatte es treffend formuliert.

Mit grüblerischem Blick, gerunzelter Stirn und kreisenden Gedanken starrte er in die Vergangenheit. Sein Blick glänzte im Antlitz der Passanten, die an ihm vorbeigingen, während er nur Momente zuvor eine Erinnerung durchleben musste.
Unerwartet hatte er sich an diesem Morgen auf einen Spaziergang begeben. Zwar war es deutlich zu kalt an diesem Tag, doch irgendwie zog ihn der fröstelnde Wind in die Gassen dieser Stadt. Mit einer Wollmütze, die ihm einst seine Mutter gestrickt hatte und einem Schal, der so alt war, dass er sich kaum daran erinnern konnte, woher er diesen erbeutetet hatte, trat er hinaus in die Welt.
Als ihn der frische Wind um die Nase strich, fuhr er sich mit den noch warmen Händen durch das langsam frierende Gesicht und bemerkte die Stoppeln um sein Kinn. Dabei fragte er sich, ob ihm wohl ein langer Bart stehen würde oder doch eher wieder eine glatte Rasur zur Tagesordnung übertreten sollte. Einst, als er noch mit Anzug und Koffer durch die Büroräume schritt, da wäre er eher zu spät angetreten, als sein Äußeres zu missachten.
Diese Zeit ward allerdings so lange zurück, dass er daran zurückdachte, als wäre es nicht sein eigenes Leben gewesen, sondern das eines Freundes.
Für einige Zeit durchstreifte er einen Park, bis er an ein Café angelangte. Trotz der kalten Luft, nahm er draußen auf einem kargen Holzstuhl Platz und bestellte einen Tee. Welchen er haben wollte? Nun, das durfte die Kellnerin gerne selbst wählen, es war ihm gleich. Dabei schmunzelte diese und versprach etwas Besonderes anzurichten.
Während er nun da allein draußen vor dem Café auf einem Holzstuhl saß, an diesem so kalten Morgen, da beobachtete er Passanten, die eilig umherliefen, als läge ihnen der Tod im Nacken. Für einen Moment dann glaubte er jemanden zu sehen, der längst fort war. Sein Atem stockte und er versuchte mit seinen Augen diese junge Frau zu erfassen. Er wusste natürlich, dass sie es unmöglich sein konnte, doch entgegen seines Verstandes, pochte sein Herz voller Sehnsucht. Im nächsten Moment dann sackte die Erkenntnis ein, als sich die Frau zu einer Stimme umdrehte und ihr Gesicht dann doch ein ganz anderes war. Nein, sie war nicht seine Tochter gewesen, doch ja, er hatte es doch eigentlich gewusst. Denn sie war tot und das für immer.
Bevor die Kellnerin zurückkam, presste er die Lippen aufeinander, um die aufgestiegenen Tränen in seinen Augen zu unterdrücken. Als dann die dampfende Teetasse mit der frohlockenden Stimme der Kellnerin vor ihm abgesetzt wurde, nickte er bloß freundlich mit gedankenverlorenen Augen, denn sprechen konnte er für den Moment erst einmal nicht mehr. Die Kellnerin wunderte sich für einen Augenblick, sah jedoch an seinen Augen sehr deutlich, dass es angebracht schien ihm nicht zu stören.
Dort saß er nun bis hin zum Mittag und schwelgte in alten Erinnerungen. Erst als sich seine Gedanken zerstreuten begann er den längst kalten Tee zu trinken.