Plotten – Wie geht das?

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Hier und dort hört man in Foren oder Gruppen, öfter Mal auch auf dem ein oder anderen Autoren-Blog, dass geplottet wird. Doch was genau ist das eigentlich?

Plotten – Von der Ideenfindung zum richtigen Text

Beim Plotten geht es darum die Ideen um die Geschichte zusammenzutragen. Dabei sollen einzelne Handlungsstränge aufgelistet und ein gewisser Überblick erschaffen werden.

Sobald ein Schreiberling eine Idee zum Buch hegt, fangen Ideen und Gedanken an seine Wege zu laufen. Diese Ideen sollen nun zu Papier gebracht werden. Doch schon ergibt sich das erste Problem: So viele Ideen und noch weiß ich nicht so recht, wann und wo sie sich abspielen.
Aus diesem Grund wird der Plot, also der Inhalt, geplottet: Eine Reihenfolge, quasi ein umfangreiches Inhaltsverzeichnis, wird geschaffen.

Einen Überblick kreieren

Jedes Mal verschaffe ich mir den gleichen Überblick: Ich schreibe eine gewisse Kapitelanzahl hinunter und füge dann den Verlauf durch die Geschichte hinzu. Nach und nach beginnen sich dann Kapitel zu fügen und allmählich gewinnt die Geschichte an Form: Das Chaos wird beseitigt.

Danach schreibe ich gröbere Zusammenfassungen, die jeweils in zwei bis drei Sätzen jedes Kapitel zusammenfassen. Manchmal habe ich an ein paar Stellen noch nicht wirklich die Brücke zum nächsten Kapitel gefunden und kritzele dann bei den jeweiligen Kapiteln nur ein paar Begriffe hin. Manchmal, vor allem zu Beginn, entstehen noch viele Lücken, doch die Kapitel bleiben stehen – nur halt noch ohne Titel und ohne Inhalt. So weiß ich, dass dort noch ein Teil fehlt, und vor allem wie lang das Buch sein sollte.

Das Plotten findet nie ein Ende

Selbst, wenn ich schon fast das gesamte Skript geschrieben habe, schweifen meine Augen wieder zu meiner Kapitelübersicht und meinen anfänglichen Plott-Versuchen zurück und hier und dort werden noch weitere Handlungsideen hinzugefügt. Das ursprüngliche Modell sieht am Schluss vollgestopft, vollkommen überfüllt, jedoch ganz und gar vollständig aus!

Wie plotte ich richtig?

Das gib es eigentlich gar nicht. Jeder Schreiberling muss selbst wissen, welche Art und Weise die Richtige ist, um seinem Inhalt die Form und die Übersicht zu verpassen, damit man selbst beim Schreiben klarkommt. Denn nichts anderes soll es sein: Eine Hilfe, die einem das Schreiben erleichtert und vor allem den Irrgarten entwirrt. Schreibt man nämlich nur drauf los, kann es geschehen, dass der berüchtigte rote Farben plötzlich futsch ist und man sich in seinen eigenen Ideen verläuft.

Die Ideen-Findung

Ein Buch zu schreiben ist eine große Herausforderung. Allen voran stellt sich die große Aufgabe des Inhalts und was vermittelt werden soll.

Viele tappen in die Falle und schreiben über Themen, die es schon gibt. Natürlich lässt es sich kaum vermeiden ähnliche  Inspirationen oder Aussagen vermitteln zu wollen, doch die eigentliche Geschichte sollte herausstechen. Die Grundstory kann ruhig die gleiche sein. Ein Beispiel. Viele Autoren schreiben über Liebesgeschichten. Ein Junge liebt ein Mädchen, doch kann diese Liebe nicht erwidert werden weil… – So. Es gibt reichlich Geschichten, die diese Grundlage nutzen, um daraus einen fantastischen Roman schreiben zu können. Die Grundlage kann durchaus die gleiche sein, doch die Charaktere, das Umfeld und vor allem das „weil“ müssen ganz und gar neuartig sein. Romeo und Julia ist ein Klassiker, der jedoch in unterschiedlichen Veränderungen schon bei vielen Autoren seinen Platz gefunden hat, ohne wie eine abgeklatschte Wiederholung zu klingen. Wichtig ist es etwas einzigartiges zu schaffen, die Motive können die gleichen sein, doch die Charaktere und ihre individuelle Geschichte muss den Leser verzaubern können.
Doch woher kriege ich diese Einzigartigkeit? Viel, viel Lesen. Und viel, viel Schreiben.
Wichtig ist es so viele Ideen und Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, wie es überhaupt irgendwie möglich ist. Schreib alles auf und ich meine wirklich alles. Man kann nie wissen, wann eine Idee tatsächlich brauchbar sein kann und wenn es nicht für diese Geschichte ist, dann sicherlich für die nächste. Schreibt Geschichten über die Charaktere, lernt sie kennen, erfahrt mehr über sie, lernt sie so gut kennen, als wären sie eure engsten Freunde. Denn so muss die Geschichte schließlich rüberkommen: Echt. Nah. Sie muss einem ans Herz wachsen, der Leser muss mitfühlen und verstehen können, warum eure Lieblingsmenschen so handeln, wie sie es tun.
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um auf geniale Ideen kommen zu können. Zum einen kann man Mindmaps erstellen – klingt einfach, doch es ist effizient. Außerdem bieten sie einen groben Überblick, ohne, dass man groß in seinen Bergen von Notizen herumwühlen muss. Wählt Überschriften, die euch selbst interessieren. Dinge, die auch ihr erfahren wollt. Geschichten, die ihr gerne selbst lesen und erfahren würdet. Ihr schreibt über Abenteuer, die ein jeder erleben und mitfühlen möchte.
Dann gibt es das Prinzip ohne Unterbrechung zu schreiben. Ohne Leerzeichen und auch ruhig ohne Sinn! Tatsächlich habe ich diese Schreibübung einmal in der Schule gemacht und sie hat wirklich meine Ideen-Findung bereichert. Ihr müsst schreiben. Die ganze Zeit. Ohne Unterbrechung. Dabei ist es egal, was es ist, irgendwann tauchen plötzlich die wahnsinnigsten Ideen auf. Ein Beispiel gefällig?
HalloSarahClaudiaTristanWelttraurigwiesohallohalllohallimirfälltnichtsein
aberichmussweitermachenwiesomacheichdasClownZirkusElefantWasser
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