Rezension: Uns gehört die Nacht

Uns gehört die Nacht wurde bei der Programmvorstellung als die moderne Version von Romeo und Julia betitelt. Ein Roman über Klassengesellschaften, eine tiefe, intensive Liebe und Menschen, die sie entzweien wollen. Auf diesen Roman habe ich mich seit je her gefreut und startete entsprechend voller Euphorie und wurde binnen der ersten Sätze von der Autorin in die Geschichten gesogen. „Rezension: Uns gehört die Nacht“ weiterlesen

Rezension: Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells. Es ist ein Name, der bereits seit Jahren in den Literaturkreisen kursiert. Seine Werke sind poetisch. Sein Schreibstil tiefgründig und einnehmend. Sein Name spricht Bände und lässt bereits erahnen, dass etwas Großes auf einen wartet, wenn man die ersten Seiten aufschlägt. „Rezension: Vom Ende der Einsamkeit“ weiterlesen

Rezension: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

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Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken ist mein erster John Green Roman. Bevor ich das Buch verschlungen habe, kamen mir bereits recht zwiegespaltene Meinungen entgegen, die mich umso neugieriger stimmten und mich wundern ließen, zu welcher Gruppe ich wohl gehören würde. Ich nehme es gerne vorweg: Mein erster John Green ist bereits jetzt definitiv eines meiner Jahreshighlights 2018.

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Fakten

Titel: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken | Autorenname: John Green| Seitenanzahl: 288 | Genre: Jugendroman | Verlag: Hanser Literaturverlage | Preis: 20,00 € | ISBN: 978-3-446-25903-4 |

Inhalt

Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht. [Hanser Literaturverlage]

Meine Lesezeit
Berührend. Authentisch. Emotional. 

Bereits der Anfang zog mich in den Bann durch John Greens beeindruckendem Schreibstil. Die einzigartige Art die Sätze ineinander zu verschachteln, ohne gekünstelt oder übertrieben zu wirken, faszinierte mich und spornte mich an, Seite um Seite weiterzulesen. Es machte Spaß, seine Sprache zu entdecken. Allein die Art wie er formulierte und damit der Protagonistin ihre persönliche Note verlieh, ließ den Roman zu einem unfassbaren Erlebnis werden. Jeder Satz wirkte perfekt durchdacht und genau richtig in Szene gesetzt. John Green formuliert Sätze, wie andere Gedichte schreiben. Dieser Roman trug durchweg etwas Poetisches an sich.

Es war eine Erleichterung, die eigene Bedeutungslosigkeit so deutlich gezeigt zu bekommen.
– Aza | Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – John Green | Seite 279

Ich liebte die Art, wie John Green durch eine scheinbar banale Alltagssituation etwas so ungemein Tiefsinniges erschuf. Plötzlich tauchten, perfekt in die Szenerie eingeflochten, beeindruckende tiefsinnige Gedankenkonstrukte auf, die mich stets nachdenklich stimmten und selbst zum Hinterfragen und Grübeln anregten. Diese Geschichte um Aza forderte mich während des Lesens auf eine Art, die ich bewundernswert finde. Leichte Sätze werden plötzlich zu großen Weltbildern erweitert, die das ganze Leben in Frage stellen. Gerade der Einblick in Azas Psyche, war eines meiner faszinierendsten Leseerlebnisse, das mir jemals zwischen zwei Buchdeckeln untergetreten ist.

„Aber was ich mich frage, ist, gibt es überhaupt ein Selbst, unabhängig von den Umständen? Ist da ein tieferes Ich, das die echte, wahre Person ist, dieselbe Person, egal ob sie arm oder reich ist, egal, ob sie einen Freund hat oder nicht, egal, ob sie auf die eine Schule geht oder auf die andere? Oder bin ich bloß eine Situation, eine Folge von Umständen?“
– Aza | Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – John Green | Seite 165

Aza ist mit Abstand die intensivste, authentischste und interessanteste Protagonistin, aus dessen Sicht ich jemals eine Geschichte gelesen habe. Ich bedanke mich bei John Green für diesen tiefen Einblick in ihre Psyche und die beständige Auslegung ihres Charakters. Noch nie zuvor haben mich Gedanken so sehr in den Bann gezogen, wie die von Aza. Es war berauschend und gleichzeitig berührend schön, bis hin zu schrecklich traurig und emotional zerstörend. Azas Leben bewegte mich auf eine Art, die ich kaum begreifen kann. Ich fühlte durch jeden Lebensabschnitt mit ihr und bangte um ihre Gedankenwelt. Ihre Geschichte habe ich mit solch einer Intensität verfolgt, dass ich nicht selten laut aufschrie oder Tränen verdrückte. Azas Persönlichkeit wird mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

Dann weißt du, wie es ist. Nein, ich wusste nicht, wie es war. Jeder Verlust ist anders. Man kann nie wissen, wie es für jemand anderen ist, nicht wirklich – jemand zu berühren war ja auch nicht dasselbe, wie in seinem Körper zu stecken.
– Aza | Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – John Green | Seite 173

Neben Aza gefielen mir vor allem auch die Nebencharaktere, die diesem Roman den Charme und Witz einflößten und für genau das richtige Maß an Unbeschwertheit und Heiterkeit sorgten, um ein Gleichgewicht zur bedeutungsschweren Gedankenwelt von Aza zu erschaffen. Dabei gelang es John Green vorzüglich die Nebencharaktere mit ganz eigenen Macken und Eigenschaften als etwas Unvergessliches in die Geschichte miteinzubinden. Obwohl Azas Gedankenwelt für den Leser sehr einnehmend ist, so ist es John Green geglückt die weiteren Charaktere dennoch als wichtig und sympathisch durch ganz eigene Geschichten in den Vordergrund zu bringen, ohne dabei das Wichtigste außer Acht zu lassen. Dabei fand ich es vor allem beachtlich, wie John Green keinerlei Lückenfüller oder langatmige Passagen einarbeitete, nur, um die Seiten zu füllen. Jede Szene, jede Handlung erfüllte seinen Zweck. Alles verleitet uns schließlich zum eigentlichen Ende und erklärt, worauf John Green mit dem Leben von Aza eigentlich hinaus will.

Ich weiß zwar, dass Jungfräulichkeit ein frauenfeindliches, repressives soziales Konstrukt ist, aber ich will sie trotzdem loswerden, und dieser Knabe druckst herum, als wären wir in einem Jane-Austen-Roman.
– Daisy | Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – John Green | Seite 238

Dabei war mir als Charakter vor allem Daisy mit ihrer unfassbar herzerwärmenden und selbstbewussten Art sehr sympathisch. Es gefiel mir, dass sie kein Übermensch war, sondern auch mit ihren eigenen Problemen und Ecken und Kanten neben Aza auftrat. Sie passen perfekt zueinander, ganz gleich wie gegensätzlich sie zunächst erscheinen. Daisy brachte den Humor und die Lebendigkeit mit und rüttelte den Leser, nach den Gedankenspielereien von Aza, ordentlich auf, um wieder ins Hier und Jetzt zu gelangen. Durch Daisy konnte man das Aufatmen lernen, nachdem man mit Aza vollkommen untergetaucht war.

Ich glaube, als Kind kommt irgendwann der Punkt, wo man merkt, dass der, der sich um einen kümmern soll, auch nur ein Mensch ist, ohne Superkräfte, und einen nicht davor beschützen kann, verletzt zu werden.
– Aza | Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – John Green | Seite 148

Das Ende fand ich grandios. Es ließ mich zerrüttet und emotional aufgewühlt zurück. Die letzten Passagen waren unglaublich emotional, was vor allem dem poetischen Schreibstil zu verdanken ist. Ich liebe es, wie John Green die Geschichte enden ließ und damit vom echten Leben erzählte.

Manchmal ließen mich die Gedanken stundenlang, tagelang in Ruhe, und ich konnte mich an etwas erinnern, was meine Mutter einmal zu mir gesagt hatte: Dein Jetzt ist nicht dein Immer. (…) Ich war nicht immer in meinem Ich, oder meinen Ichs, gefangen. Ich war nicht nur gestört.
– Aza | Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken – John Green | Seite 96

Mein Fazit

Mit Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken hat John Green einen atemberaubend schönen, noch lange nachhallenden Roman geschrieben, dessen Tiefgründigkeit und Schönheit der menschlichen Seele auf eine poetische Weise erklärt und niedergeschrieben wurde. Eine Geschichte, die so viel über das Leben, die eigene Person und Gedanken verrät, dass es verwunderlich ist, wie John Green es geschafft hat, diese zwischen so scheinbar alltäglichen Gegebenheiten einzubetten. Dieser Roman wandert definitiv in die Kategorie: Soulmate.

Soulmate

Blogger des Vertrauens

Bücherschmöcker

Buchstabenträumerei

Hinterlasst mir gerne euren Link, solltet ihr auch eine Rezension verfasst haben.

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Mein Jahresrückblick

Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, ich werde etwas melancholisch sehnsüchtig und blicke mit euch gemeinsam zurück. Was hat sich in der Buchwelt und Schreibwelt bei mir getan? Was ist dieses Jahr geschehen? Einiges!

Was habe ich gelesen?

In diesem Jahr habe ich Kerstin Gier für mich entdeckt. Mit ihrer Edelstein-Trilogie konnte sie mich hellauf begeistern. Wobei ich gestehen muss, dass mich der finale Band in ein paar Punkten enttäuscht hat, dennoch war die Reihe an sich ausgesprochen gut geschrieben. Gerade Giers Humor und ihr Schreibstil haben bei mir für Begeisterung gesorgt.
Danach habe ich direkt die Silberreihe gelesen, die mich allerdings ziemlich enttäuscht zurückließt und mich sogar dazu veranlasst hat, den neuen Band Wolkenschloss nicht zu kaufen.

Im April überkam mich die Lust wieder eine Teenage-meets-Twilight-Reihe zu lesen und habe mich direkt auf die Lux-Reihe von Jennifer L. Armentrout gestürzt – und sie verschlungen. Die Geschichte um Daemon und Katy hat mich in eine totale Sucht gezogen. Ich mochte deren Zusammenspiel und die lockere Art von Armentrout. Ihr leichter Schreibstil ließ die Geschichte mit viel Spaß genießen.

Danach habe ich im Juni die Queen of Writing für mich entdeckt: SARAH J. MAAS. Und was habe ich nicht zuvor verpasst! Wie konnte ich all die Jahre überhaupt Bücher lesen, ohne von ihr zu wissen? Ich liebe jedes ihrer Romane. Ihr Worldbuilding ist mehr als beeindruckend, ihr Sprachstil fordernd und malerisch. Der zweite Band ihrer ACOTAR-Reihe gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights.

Mit A Court of Mist and Fury hat sie ein Meisterwerk der Literaturszene geschrieben. Die Art wie sie die Geschichte perfekt zusammen gespindelt hat, geschrieben wie einen Krimi, hinterlistig geheimnisvoll und mit vielen Rätseln, dazu mit perfekten Charakterentwicklungen und einer tiefsinnigen Ausarbeitung der Seele und der Psyche, ließ mich fassungslos zurück. Von diesem Roman bin ich weiterhin begeistert und arte durchgehend in ausartenden Exstasen über Lobeshymnen aus, wenn ich erst einmal beginne, die Einzelheiten zu rekapitulieren.

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Sehr berührt hat mich der Roman Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen, was ebenfalls zu meinen Jahreshhighlights zählt. Ulla Scheler hat mich durch ihren poetischen Schreibstil und der perfekten Erfassung der Verwirrtheit und Unsicherheit der Jugend begeistert. Immernoch denke ich an vereinzelte Szenen zurück und habe bereits ihren zweiten Roman hier liegen, um wieder ihrem einzigartigen Schreibstil und ihrer Erzählweise zu verfallen. Ich bin gespannt, was sie mir dieses mal bieten wird. Eine beeindruckende deutsche Autorin, von der noch viel zu erwarten sein kann.

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Mit Schmetterlingsblau wäre beinahe ein weiteres Jahreshighlight auf diese Liste gelangt. Mich konnte allerdings das Ende nicht wirklich überzeugen. Dafür jedoch der bildhaft schöne Schreibstil der Autorin und die ruhige, doch romantische Geschichte, die sie uns mit ihren Fantasyroman offenbarte. Ein gelungenes Werk, was ich jedem ans Herz legen möchte, der etwas Melancholie wünscht.

Daneben habe ich mich an Colleen Hoover gewagt und sie in mein Herz geschlossen. Ihre liebevolle wortgewaltige Art zu schreiben, ließ mich Tränen weinen. Mit Slammed und Point of Retreat habe ich wahrlich Highlights für mich entdeckt. Hoover schreibt mir so viel Liebe, dass die Geschichten, das Leid, die Schicksalsschläge, einen schrecklich mitleiden lassen. Ihre Bücher müssen an einem Stück gelesen werden, so süchtig machen sie.

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Das waren allesamt meine Highlights aus diesem Jahr. Welche Bücher ich insgesamt gelesen habe, liste ich euch einmal hier auf. Dabei dachte ich mir, ordne ich allesamt in meine neuen Kategorien ein, obwohl ich die Rezensionen noch nicht allesamt durchbearbeitet habe, weiß ich dennoch, wo ich jeden zuordnen würde.

Soulmate

A Court of Mist and Fury  A Court of Thorns and Roses  A Court of Wings and Ruin  Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen  Slammed  Point of Retreat  The last Magician

Lover

Throne of Glass  Crown of Midnight  Edelstein-Trilogie  Silber – Das erste Buch der Träume  Obsidian  Onyx  Origin  Opposition  Opal  Crashed  Den Mund voll ungesagter Dinge  Die wahre Königin  Schmetterlingsblau  Wir fliegen wenn wir fallen  For Good – Über die Liebe und das Leben  Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit  Die Bestimmung  Pretend  Abandoned  Splitterleben

Friend

Oblivion – Lichtflüstern  Oblivion – Lichtflimmern  Silber – Das zweite Buch der Träume

Stranger

Straßensymphonie  Murder Park  Silber – Das dritte Buch der Träume

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In diesem Jahr sind mir so viele wundervolle Dinge zugestoßen, dass es mir schwerfällt, es in wenigen Worten zusammenzufassen. Ich will es jedoch versuchen: Ich habe mich getraut, es gewagt den Schritt in die Veröffentlichung. Mit viel Bangen, viel Angst und viel Respekt vor dieser Buchwelt, habe ich zuerst meine Kurzgeschichte über die Zeit „Der Sandkornzähler“ und dann im Sommer meinen Debütroman „Einmal im Jahr für immer“ veröffentlicht. Niemals hätte ich erahnen können, wie viel Zuspruch und Unterstützung ich durch meine Geschichten erreichen würde. Niemals. Es ist eine so gewaltige Buchwelt dort draußen, dass es mir niemals möglich erschienen wäre, überhaupt einzeln dort hervorzustechen.

Doch durch meinen Roman, durch diese wundervolle Buchwelt, dieser Gemeinschaft, habe ich die unglaublichsten und mittlerweile wichtigsten Menschen kennengelernt: Nicci, Becca, MEINE JILL und Michi. Es sind großartige Freunde geworden, die ich niemals missen möchte. ICH LIEBE EUCH!

Wir haben gemeinsam einige Abenteuer in den wenigen Monaten, die wir uns eigentlich erst kennen, erlebt. London, Berlin und unsere Heimat werden regelmäßig von uns unsicher gemacht. Im nächsten Jahr folgen noch viele gemeinsame Erlebnisse, auf die ich mich jetzt bereits unglaublich freue. Ich schätze mich wahnsinnig glücklich, sie in meinem Leben genießen zu dürfen. People? Ihr seid die gamsigste Buchgang aller Zeiten! 

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Ich hoffe, ihr konntet ein großartiges Jahr genießen und auf einige schöne Momente zurückblicken <3 Ich wünsche euch einen wundervollen Start ins neue Jahr und vieleviele liebevolle Momente!

Alles Liebe,
Sarah Ricchizzi