Rezension: Tagwind – Der Bewahrer der Jahreszeiten

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Achtung: Bei dieser Rezension handelt es sich um den finalen Band einer Reihe. Ich rate dazu, sie nur zu lesen, sollten die Inhalte der anderen Bücher bereits bekannt sein.

Nun widme ich mich dem finalen Band der Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf. Dieser Roman hat mir mit Abstand am besten gefallen, dennoch störten mich ein paar Aspekte, die jedoch der liebevollen Geschichte nicht viel abverlangt haben.

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Fakten

Titel: Tagwind – Der Bewahrer der Jahreszeiten
Autorenname: Jennifer Wolf
Seitenanzahl: 288
Genre: Romance, Fantasy
Verlag: Carlsen
Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book)
ISBN: 978-3-551-31616-5

Inhalt

Yannis Tagwind zählt nicht nur zu den attraktivsten Junggesellen Hemeras, sondern ist auch mit Abstand der warmherzigste und liebenswerteste Mann, der jemals unter der Göttin Gaia gelebt hat. Für seine Familie würde er sein Leben geben. Während diese darauf hofft, dass er sich bald eine Frau sucht, gehört sein Herz jedoch jemandem, den er nicht lieben darf. Die beiden trennen ganze Welten an gelebter Zeit. Doch Yannis könnte den Lauf der gesamten Erdengeschichte ändern… [Carlsen]

Meine Lesezeit

Dramatisch. Liebevoll. Interessant. 

Von allen Charakteren mochte ich wohl Yannis als Protagonisten am meisten. Wobei mir Nanny als Nebencharakter mitunter am besten gefallen hat. Gerade ihre frechen Sprüche sorgten bei mir zwischendurch für einige Schmunzler und ich war begeistert, als sie sich auch in diesem Band wieder zeigte.

Wirklich, ich liebe meine Familie, aber manchmal wünsche ich sie mir zum Mond.
– Yannis | Seite 67 | Tagwind

Yannis Perspektive zu lesen, war eine willkommene Abwechslung. Er ist wohl mitunter der liebevollste Charakter, der obendrein zum Glück für keine gekünstelte Dramatik sorgte. Die großen Themen richteten sich in diesem Roman auf das Thema Homosexualität. Zwar wusste ich, dass der vierte Band sich um diese Liebe drehen wird, dennoch überraschte es mich, dass sich Jennifer Wolf an dieses Thema herantraute. Allein deswegen ziehe ich meinen Hut vor ihr! Diese Geschichte in eine Reihe einzugliedern, hat mir wirklich gut gefallen und sorgte für Abwechslung. Der große Kritikpunkt, dass sich die drei Romane zuvor zu stark im Handlungsverlauf ähnelten, wurde hier durch die ganz besondere Thematik direkt verändert. Neue Probleme tauchten auf, die der Liebe im Wege standen.

„Ich will auch ein Kleid und mit dir tanzen“, jammert Merkur und drückt sich an mein Bein. „Dafür brauchst du aber doch kein Kleid“, sagte ich sanft und gehe in die Knie. „Ich tanze auch im Anzug mit dir.“ Ich streiche über seine Wange und ein Lächeln erscheint. „Aber es tanzen immer nur Frauen mit Männern. Nicht Männer mit Männer.“ Mercurs Worte treffen mich mehr, als sie sollten.
Yannis | Tagwind | Seite 106

Mir gefiel es, wie Sol und Yannik mit sich selbst haderten und zu verstehen versuchten, was ihre Gefühle füreinander bedeuteten. Dabei ging die Autorin äußerst sensibel mit dieser Thematik um und setzte es so in Szene, dass es nicht gekünstelt wirkte, sondern echt. Die Entwicklung der Story hat mir vor allem im vierten Band sehr zugesagt. Die Spannung ließ nicht lange auf sich warten!

Wieso habe ich mir diese Gefühle gewünscht? Jetzt, wo ich weiß, wie zerstörerisch sie sind, wünsche ich mir, wieder in meine alte Stumpfheit flüchten zu können.
Sol | Seite 140 | Tagwind

Sobald jedoch das wichtige Thema abgehandelt wurde, lässt der Lesefluss etwas nach. Ich finde mich in Gedankenwiederholungen wieder und wunderte mich, gerade ab dem letzten Drittel, wo die Dynamik und die Spannung geblieben sind. Gerade das Ende fand ich leider etwas zu leichtfertig abgehandelt und zu schnell niedergeschrieben. Da hatte mir noch das große Finale gefehlt, damit es sich für mich persönlich wirklich nach einem letzten Band anfühlte.

Einen großen Pluspunkt gibt es für all die Botschaften, die Jennifer Wolf vermittelte. Als Leser merkte man sehr deutlich, wie viel Herz sie in die Bücher steckte. Sie beleuchtete  die Liebe von allen Blickwinkeln und brachte vor allem eine Botschaft in den zentralen Mittelpunkt: Liebe ist Liebe.
Dabei ist mir der Tiefgang bezüglich der Welt, ihrer Entwicklung und der Verbindung mit Gaia etwas zu kurz geraten. Gerade als es hinsichtlich ihrer Form der Bestrafung und des Einhaltens von Regeln interessanter wurde, hat es sich die Autorin etwas leicht gemacht und ist nicht weiter darauf eingegangen. Das fand ich etwas schade, hätte doch so viel mehr noch rausgeholt werden können.

Mein Fazit

Mit Tagwind wird ein wirklich schöner Abschluss durch Jennifer Wolf niedergeschrieben, der vor allem durch die große Thematik, die Botschaft hinter der Liebe und der Liebesgeschichte zwischen Yannis und Sol punkten konnte. Deren Entwicklung und Zusammenspiel hat mich wirklich gerührt und mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet. Dennoch fehlte mir auch in diesem Roman die Liebe zum Detail. Wer jedoch gerne schöne Liebesgeschichten liest, deren Mittelpunkt vor allem das Paar und deren Konflikte darstellt, sollte sich dieser Reihe unbedingt annehmen. Gerade für jüngere Leser ist es eine schöne Bücherreihe, die einem das Gefühl von Familie, Liebe und Zuhause schenkt.

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Rezension: Nachtblüte – Erbin der Jahreszeiten

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Bei diesem Roman handelt es sich um den dritten Band der Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf. Es könnten Spoiler enthalten sein!

In dieser Woche habe ich den dritten Band der Jahreszeiten-Reihe verschlungen. Dabei merke ich bereits beim Schreiben, dass ich mich an die Handlung nur vage erinnern kann und es mehr ein Gefühl ist, was dieser Roman in mir auslöst: Es hat sich wie Nachhausekommen angefühlt. Man fühlt sich zwischen den Seiten geborgen und das ist es, was die Welt von Jennifer Wolf ausmacht.

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Fakten

Titel: Nachtblüte – Die Erbin der Jahreszeiten
Autorenname: Jennifer Wolf
Seitenanzahl: 288
Genre: Romance, Fantasy
Verlag: Carlsen
Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book)
ISBN: 978-3-551-31617-2

Inhalt

Ilea Sola Sommerkind kann Licht brechen und eine warme Brise herbeirufen. Sie ist nicht das einzige Jahreszeitenkind auf der Erde und dennoch ist sie etwas Besonderes, denn nur sie stammt vom Sommer ab. Und so ist ihr Heim auch dasjenige, das sich der Sommergott diesmal für seinen Aufenthalt ausgesucht hat. Als er jedoch schwer verunglückt, muss sie einen weiteren Gott beherbergen: Aviv, den Frühling, der seit fünfhundert Jahren den Frauen entsagt und die Erde gemieden hat… [Carlsen]

Meine Lesezeit

Geborgen. Humorvoll. Wiederkehrend.

Wie es der Name verlauten lässt, merkt man dem Roman die grundlegende Geschichte dieser Reihe an: Das Verlieben in einen Gott. Diese Liebesgeschichte wurde ebenso schön wie liebevoll niedergeschrieben. Dabei empfand ich diesen Roman mitunter am witzigsten, gerade durch die Unbeschwertheit mit der sich die Protagonistin trotz ihrer Lebenslage gibt. Sie ist ein wahrer Sonnenschein und ihre lockere Art hat dafür gesorgt, dass sich der Roman wirklich schön lesen ließ.

„Manchmal liegt Perfektion in Unebenheiten und kleinen Fehlern.“

Zum Hauptaugenmerk wird in diesem Roman Aviv, der Frühlingsgott. In den Bänden zuvor wird er als schüchtern und jugendhaft beschrieben. Dass ihn etwas plagt, führt dazu, dass seine lockere Haltung durch Trauer überschattet wird. Allerdings habe ich gerade den Charakterzug der Schüchternheit bei ihm etwas vermisst. Er wirkte manchmal zwar zurückhaltend, doch schüchtern erschien er mir irgendwie nicht. Gerade bei Aviv habe ich mir erhofft, dass sich sein Charakter etwas deutlicher von seinen Brüdern abzeichnen würde. Zwar mochte ich ihn und die Entwicklung der Liebesgeschichte sehr, dennoch fühlte sich auch in diesem Band alles wie eine Wiederholung an. Nach einer Wochen nun kann ich mich nicht einmal an einzelne Szenen zurückerinnern, die diese Lovestory irgendwie auszeichneten.

„Geh, kleine Nachtblüte. Trage Licht in die Dunkelheit. Dafür wurdest du geboren“, sagt mein Vater und ich weiß schon jetzt, dass seine Worte mich für immer begleiten werden.

Etwas Hoffnung steckte ich in diesen Roman, nachdem mich ein dramatischer Auftakt in den ersten Seiten begrüßte. Die Mutter von Gaia tritt in ihr Reich ein und ich wartete auf ein unglaubliches Spektakel. Leider entwickelte sich dieser Twist etwas anders als erhofft und gerade da, wo Jennifer Wolf hätte noch mehr aus der Story herausholen können, ist sie wieder in den Alltag der Vorgänger getreten, was ich wirklich schade fand. Gerade in diesem Roman hatte ich mir etwas mehr Tiefgang und ein detailliertes Worldbuilding erhofft. Leider erfahren wir nicht viel mehr über die Hintergrundgeschichte als wir ohnehin durch die Geschichten zuvor lesen durften. Das fand ich wirklich schade! Der Fokus wurde weiterhin ausschließlich auf die Entwicklung der Liebenden gelenkt, so dass auch die Spannung mit der Zeit auf sich warten ließ.

„Nein. Mich zu verlieben wäre mit das Schlimmste, was mir hier passieren könnte.“

Was mich mit der Zeit am meisten wurmte und sich bislang durch jeden Roman zog, war die Ehrfurcht mit der die Menschen der Göttin Gaia entgegentraten. Zwar kann ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, dass die Menschen vor einer echten Gottheit, die sich körperlich und mit ihrer Macht vor ihnen zeigt, eine gewisse Angst haben, dennoch finde ich es fragwürdig, dass sich wirklich jeder vor ihr scheut. Dabei muss man nicht zwangsweise gegen ihre Gesetze verstoßen oder ihr gegenüber unfreundlich sein, doch wenigstens sie zu hinterfragen, was auch auf eine höfliche Ebene stattfinden kann, finde ich angemessen und eben das habe ich vermisst. Das selbstverständliche Hinnehmen ihrer Macht wirkte mit der Zeit nicht glaubwürdig und störte mich. 

Aber Liebe? Das ist so ein großes, bedeutsames Wort, was man nicht unüberlegt oder vorschnell in den Mund nehmen sollte. Liebe… ich weiß doch noch überhaupt nicht, was das wirklich bedeutet.

Dennoch mochte ich diesen Roman, gerade durch die vertrauten Charaktere und dem Wissen, wieder in diese familiäre Umgebung einzutauchen, bereitete mir jedes Mal eine gewisse Vorfreude auf die nächsten Seiten.

Mein Fazit

Nachtblüte bescherte mir wieder eine schöne Lesezeit, die sich mit witzigen Momenten und einer niedlichen Liebesgeschichte sehen lassen konnte. Leider fehlte mir auch in diesem Roman die Tiefgründigkeit und vor allem eine gewisse Vielschichtigkeit, die einen neuen Blickwinkel zulässt und etwas Abwechslungsreichtum, vor allem hinsichtlich der Entwicklung der Liebesgeschichte und der Eigenschaften der Hauptfiguren.

Auch den dritten Roman von Jennifer Wolf möchte ich liebend gerne als Lektüre für zwischendurch weiterempfehlen. Es ist eine schöne Geschichte, die sich zu lesen lohnt. Es ist vielleicht eher eine Liebesgeschichte für junge Teenager, die etwas Herzschmerz verkraften können. Aus dem Grund ordne ich Nachtblüte in die Kategorie Friend ein.

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Rezension: Abendsonne

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Bei dieser Rezension handelt es sich um den zweiten Band der Jahreszeiten-Reihe. Ich rate dazu, sie nur zu lesen, wenn man den ersten Band bereits kennt.

Den zweiten Roman der Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf habe ich in einem Tag verschlungen. Das Erzähltempo wurde deutlich angeheizt und mehrere Kritikpunkte, die ich noch zuvor bei Morgentau erwähnt hatte, wurden hier perfekt umgesetzt. Die Stimmung ist weitaus geladener und interessanter, obwohl sich nach meinem Geschmack die Geschichte etwas zu sehr nach einer Wiederholung angefühlt hat.

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Fakten

Titel: Abendsonne – Die Wiedererwählte der Jahreszeiten
Autorenname: Jennifer Wolf
Seitenanzahl: 282
Genre: Romance, Fantasy
Verlag: Carlsen
Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book)
ISBN: 978-3-646-60090-2 |

Inhalt

Niemals hätte sich Dahlia träumen lassen, dass sie einst zu den Auserwählten der Jahreszeiten gehören könnte. Als eine gewöhnliche Tochter der letzten bewohnbaren Stadt auf Erden gehört sie nicht in die Nähe von Göttern, sondern aufs Feld, wo sie von klein auf Lavendelblüten pflückt und ihre Familie unterstützt. Aber die Anweisung der Göttin Gaia hätte klarer nicht sein können: Dieses Mal soll ein Mädchen aus Hemera zu ihren vier Söhnen geschickt werden und sich ein Jahrhundert lang an einen von ihnen binden. Sollte Daliah die Auserwählte werden, für wen würde sie sich entscheiden? Den verspielten Frühling, den selbstsicheren Sommer, den tiefgründigen Herbst oder den verschlossenen Winter? [Carlsen]

Meine Lesezeit

Frech. Unverhofft. Interessant. 

In Abendsonne lernen wir als Auserwählte Dahlia kennen, die durch ihre direkte und freche Art, etwas Schwung in die Geschichte der Jahreszeiten gebracht hat. Sie benimmt sich nicht so, wie es von einer Auserwählten erwartet wird, erscheint den Göttern gar merkwürdig und verwirrt jeden durch ihr Verhalten. Sich selbst eingeschlossen. Dahlia ist selbstbewusst und will sich nicht durch einen Gott einschüchtern oder so ihr Leben bestimmen lassen. Diese mutige Art hat mir an ihr am meisten gefallen. Auch die Wortgefechte, die sie sich mit jedem zu liefern schien.

Ich spüre ihre Präsenz, als seien sie ein realer Mensch. Wie ein Geliebter, der mich nachts besucht. Ich spüre Sehnsucht nach einem… Mann? Aber nicht nach irgendeinem, sondern nach dem, den ich in meinen Träumen treffe. Es ist, als würde ein großer, starker Teil von mir ihn lieben… und begehren. Dieses Gefühl saugt mir die Kraft aus den Knochen und meine Konzentration beginnt sehr darunter zu leiden. Genau wie mein Herz. Wie kann man jemanden vermissen, den es gar nicht gibt?
– Seite 83 | Daliah | Abendsonne

Dieses Zitat beschreibt Dahlias Zustand vortrefflich: Sie ist verwirrt und hat seltsame Träume. Sie verfolgen sie Nacht um Nacht und werden immer intensiver. Wer den ersten Roman, Morgentau, gelesen hat, wird bereits wissen, weshalb Dahlia von diesen Träumen heimgesucht wird. Die Art, wie diese Träume in die Geschichte miteingebunden werden, fand ich sehr passend und verliehen der Stimmung einen gewissen Reiz. Vor allem hat es mir gefallen, dass diese Ausschnitte teilweise wirklich sehr kurz waren. Oft spielen sich Träume über mehrere Passagen, meist sogar Seiten in Romanen ab, was manchmal meine Konzentration und mein Interesse in die Flucht schlägt. Doch hier wurden diese Traumfetzen gekonnt von Jennifer Wolf platziert.

Aber manchmal ist es gar nicht falsch, das Bild deines Lebens mit Weiß zu überstreichen und mit neuen Farben zu beginnen. Denn du bist der Pinsel, Dahlia. Du bestimmst, wie das Bild aussieht. Der Rahmen und die Leinwand mögen vorgegeben sein, aber du wählst die Farben und das Motiv.
– Seite 84 | Abendsonne

Es war schön, wieder in diese Welt einzutauchen, die wir zum Bruchteil im ersten Roman kennengelernt haben. Jennifer Wolf hat gekonnt Gebiete und Plätze weiter vertieft, die mich als Leser sehr interessiert haben. Zunächst hatte ich befürchtet, mich am Anfang wieder durch dieselbe Zeremonie wie im ersten Roman lesen zu müssen – doch weit gefehlt. Die Autorin hat sich etwas ganz Besonderes dafür einfallen lassen. Leider schwächte dieser Einfallsreichtum im mittleren Teil. Ich fühlte mich, als würde ich eine ähnliche Geschichte lesen, obwohl sie sich tatsächlich grundsätzlich zum ersten Roman unterscheidet, hatte ich das Gefühl, in einen Trott zu fallen. Lediglich die Wortgefechte und frechen Unterhaltungen von Dahlia, haben meine Stimmung aufrechtgehalten.

Ich mag ein Narr sein, der gerne Wein trinkt, aber ich erkenne die Liebe, wenn sie vor mir steht.
– Abendsonne

Dafür konnte Jennifer Wolf wieder mit einem grandiosen Ende aufwarten. Dort bewies sie wieder Einfallsreichtum und einen spannenden Abschluss, der mich erneut neugierig auf den Folgeband gestimmt hat. Durch die enge Bindung und die intensive Entwicklung Dahlias, habe ich mit ihr und ihrem Schicksal richtig mitfühlen können. Die Geschehnisse trafen mich genauso ins Herz, schmerzten ebenso und fühlten sich überraschend an. Das Ende war nicht vorhersehbar, was mich wirklich positiv gestimmt hat. Jennifer Wolf geht mir ihren Lesern nicht zimperlich um und schreibt die Geschichte genau perfekt, um einen emotional vollkommen zu zerstören, doch mit einem Funken Hoffnung zurückzulassen.

Mein Fazit

Mit Abendsonne hat Jennifer Wolf einen Roman geschrieben, der sich wie ein Zuhause anfühlte. In ihrer erschaffenen neuen Welt fühlte ich mich geborgen und freute mich auf die mir bekannten Gesichter und Orte. Der Anfang und das Ende berauschten mein Leseerlebnis, was vor allem den Wendungen und Überraschungen zuteilwurde, mit denen ich absolut nicht rechnen konnte.

Trotz des Endes und der Protagonistin, die mich wirklich begeistern konnten, fehlte mir das gewisse Etwas. Der Roman liest sich allerdings wunderbar an einem Abend hinweg, bereitet Freude und Genuss. Daher würde ich es als Zwischendurchlektüre jedem ans Herz legen, der eine besondere Geschichte, die nach Zuhause und Freundschaft mit Liebe bespickt schmeckt, zu schätzen weiß.

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Eher selten greife ich zu aktueller Musik aus dem Radio, einfach weil es oft meinen Geschmack nicht trifft. Durch Zufall bin ich dann auf Perfect von Ed Sheeran getroffen, das erste Lied, was ich von ihm zu Hören bekam. Ich habe es bei YouTube entdeckt und es mehrfach angesehen, einfach weil mich dieses Video vollkommen in seinen Bann gezogen hat und diese liebevolle Stimme, die so wahre Worte singt. Das Lied ging mir sehr nahe und passt irgendwie vortrefflich zu diesem Roman. Es erzählt so viel Wahres und ein ganzes Leben voller Liebe und Freundschaft. Es ist einfach perfekt.

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Rezension: Morgentau

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Die Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf habe ich bereits seit einiger Zeit in den sozialen Medien gesehen, bin jedoch selbst nie wirklich neugierig gewesen. Bis! Bis Becca mit Jill eine Blogtour der Jahreszeiten plante und ich dabei so glücklich war, den vierten Band zu gewinnen. Becca forderte mich geradezu auf, endlich diese Reihe zu kaufen und mir jeden Band vorzuknöpfen. Das habe ich nun auch. Leider konnte mich der erste Band nicht so stark überzeugen, wie es bei meinen Bloggerfreunden der Fall war.

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Fakten

Titel: Morgentau – Die Auserwählte der vier Jahreszeiten| Autorenname: Jennifer Wolf | Seitenanzahl: 272 | Genre: Romance | Verlag: Carlsen | Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book) | ISBN: 978-3-551-31595-3 |

Inhalt

Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben? [Carlsen]

Meine Lesezeit

Träumerisch. Ruhig. Überraschend.

Ich muss gestehen, dass ich mit einer vollkommen anderen Geschichte gerechnet hatte, als ich von den Vier Jahreszeiten und Göttern hörte. Die Umsetzung und die Welt in der wir uns wiederfinden, haben mir ausgesprochen gut gefallen. Die Idee, dass wir uns weit in der Zukunft befinden und Götter tatsächlich existieren, um uns zu helfen, ließ sich mit Faszination lesen. Dabei musste ich mich jedoch des Öfteren ermahnen, diese Welt so, wie sie in der Zukunft ausgemalt wird, tatsächlich ernst zu nehmen. Die Art, wie die Menschen die Götter anhimmeln, ihnen ihr Leben zuschreiben und sie verehren, nervte mich zwischendurch. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass es in dem Kontext durchaus nachvollziehbar war, immerhin leisteten die Götter für die Gebete stets auch eine Gegenleistung. Dennoch störte es mich, dass die Menschen vollkommen unvoreingenommen und geradezu willenlos, bereit waren, ihr ganzes Sein den Göttern  zuzuschreiben. Ohne etwas in Frage zu stellen. Ohne selbstsüchtig zu sein. Ohne zu denken: Warum dürfen die das eigentlich?

Liebe ist zügellos, ungestüm und sehr eigenwillig. Zu versuchen sie zu erklären wäre Blasphemie. Eine Macht, die nicht einmal eine Göttin zu lenken versteht, sollte man niemals unterschätzen oder sich ihr gar verwehren.
– Seite 135 | Morgentau

Neben den Göttern, geht es in dem Roman vor allem um eine Liebesgeschichte. Die Suche nach der wahren Liebe und der Frage, ob es diese eigentlich überhaupt gibt. Dabei soll eine Auserwählte, in diesem Fall Maya, einen von vier Göttern auswählen, mit dem sie ihr Leben verbringen will. Zur Auswahl stehen vier Jahreszeiten. Die Schilderung ihrer Charaktere und ihrer Aufgaben wurde schön umgesetzt. Allerdings fehlte es mir zum Schluss etwas an Detail. Da es sich jedoch um eine Reihe handelt, möchte ich diesbezüglich keinen Punkt abziehen, schließlich werden die Götter, für die sich Maya nicht entschieden hat, wohl zum richtigen Zeitpunkt näher erklärt werden. Davon gehe ich zumindest aus.

Ich weiß gar nicht warum, aber die Antwort verursacht bei mir Gänsehaut. Jeder sollte mal die Fürsorge eines anderen genossen haben.
-142 | Morgentau

Der Roman wird bis zur Hälfte in einem eher ruhigen Ton erzählt. Es folgen viele Beschreibungen und Erklärungen, was manchmal dazu führte, dass ich ein paar Passagen eher als langweilig empfunden habe. Es mag auch am Charakter von Maya liegen, die eher eine ruhige und beobachtende Natur hat, dass viele Passagen eher still verliefen und wenig mit sich gaben. Mayas Art wurde sehr gut wiedergegeben. Ihre naive Sichtweise der Welt und Männern gegenüber, war durchaus nachvollziehbar, genauso die Weise wie sie sich benahm und wie ihre Gedanken abdrifteten.
Zum Ende hin nimmt die Geschichte sehr an Fahrt auf, was ich mir ehrlich gesagt, bereits etwas eher erhofft hatte. Die letzten Ereignisse, so abenteuerlich sie auch waren, geschehen sehr schnell, so dass ich zwischendurch nicht einmal die Zeit hatte, um überhaupt mit Maya und ihrem Schicksal mitzufühlen. Mit einigen Ereignissen konnte ich gar nicht richtig abschließen, da folgten schon die nächsten Schritte. Wo noch am Anfang alles nach und nach geschah und eine Kürzung vielleicht angebracht gewesen wäre, wurde zum Schluss die Dramatik schnell niedergeschrieben.
Trotz dessen hat mich das Ende und vor allem die Idee dahinter, sehr überzeugt und mir noch einmal ein Lächeln abgewonnen. Vor allem die letzten Sätze haben mich auf die Folgebände sehr neugierig gestimmt.

Mein Fazit

Jennifer Wolf hat mit Morgentau einen angenehmen Reihenauftakt erschaffen, der mit einer vollkommen neuen Weltordnung und interessanten Aspekten hinsichtlich des Lebens punkten konnte. Allerdings erschienen mir einige Passagen zur Mitte hin etwas langatmig, was jedoch der rasante Abspann wiedergutmachen konnte.

Da es mir etwas an Spannung und Detail fehlte, ich jedoch die Idee hinter der Geschichte sehr mochte, würde ich den Roman als Lektüre für Zwischendurch weiterempfehlen. Es liest sich leicht hinweg und bietet eine vollkommen neue Welt, in der man sich verlieren kann.

Friend

Musikalisch kann ich an dieser Stelle übrigens Claire de Lune von Claude Debussy sehr empfehlen. Die ruhige und zugleich dramatische Art, passt hervorragend zur Stimmung im Roman. Instrumentalmusik gefällt mir beim Lesen ausgesprochen gut. Es spiegelt manchmal die Atmosphäre perfekt wieder und lässt einen Roman noch intensiver aufblühen.

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