Rezension: Die Wahrheit über das Lügen

Nachdem ich Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells am vergangenen Wochenende beendete, kam ich nicht umher direkt mit seinem aktuellen Werk Die Wahrheit über das Lügen fortzufahren. Sein Schreibstil und die triste Atmosphäre haben es mir fortweg angetan und sogen mich mit jeder weiteren Geschichte auf. Anfangs war ich noch davon ausgegangen, dass ich mir die Geschichten aufteilen würde, einige vielleicht für besondere Momente aufbewahre, doch weit gefehlt: Wells Geschichten machen süchtig, mehr über diese Gedankenwelten zu erfahren.  „Rezension: Die Wahrheit über das Lügen“ weiterlesen

Gedankenbelagerung -Wenn zu viele Ideen den Autor heimsuchen

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Während der eine Schreiberling von der gähnenden Leere geplagt wird und den Plot kaum zu füllen weiß, ist der ein oder andere von einer Überhäufig von Ideen geradezu überfordert. Welche sollen verwendet werden? Welche sind gänzlich Fehl am Platz oder sollten unbedingt genutzt werden?

Wie kann man zu viele Ideen haben?

Zunächst klingt es nach einem eher ungewöhnlichen Problem von Autoren, da wir bekannt dafür sind vielmehr unter Schreibblockaden zu leiden, als unter Ideenüberhäufung. Doch das trügt.
Sobald eine Idee sich in die Gedanken nistet, erhält die Geschichten ihren eigenen Lauf. Dabei kann zu Beginn schon recht schnell das Problem entstehen, dass einem unterschiedliche Handlungsverläufe einfallen und man sich für einen Weg nicht entscheiden kann.
Aus Inspiration und Alltagsentwürfen heraus kommen einem plötzlich so allerhand Einfälle, die alle am liebsten in die Geschichte miteinfließen sollen. Vielleicht ein neuer Charakterzug? Ein zusätzlicher Mord? Ein ganz anderes Ende? Tod und Leben zugleich? Am besten alle Geschichten in einem Buch vereinen, nicht, dass es sonst nicht interessant genug wirkt?

Welche Ideen sollen umgesetzt und welche verworfen werden?

Um herauszufinden, welche Ideen sinnvoll für den Verlauf der Geschichte sind und sie nicht derart belagern, dass aus einem Roman auch hätten 10 unterschiedliche geschrieben werden können, sollte zu Beginn ein strukturierter Plot erstellt werden.
Dabei fängt es bereits beim Protagonisten an, dessen Charakterzüge auch nur gewisse Handlungen und Weggabelungen, sowie Entscheidungen zulassen. Es ist wichtig zu erfahren, in wie weit sich der Charakter entwickeln oder verändern soll und welche Wege ihn zu dieser Wendung führen.
Dann sollte entschieden werden, welche Ideen unausweichlich zum weitern Verlauf beitragen und aus dem Grund natürlich nicht fehlen dürfen.
Ein Autor selbst hat natürlich selbst auch einige Wünsche oder Einprägungen, die eigentlich nicht wirklich zum Geschehen beitragen, die Ideen jedoch trotzdem gerne umsetzen möchten. Dadurch kann die Geschichte ihren ganz eigenen Charme erhalten. Allerdings sollte in dem Punkt nicht zu dick aufgetragen werden, sonst verliert sich die Geschichte in ihren Zeilen und droht zu langweilig zu werden.

Warum eigentlich nicht alle Ideen umsetzen? Mehr ist doch immer besser!

Ob weniger nun mehr oder umgekehrt der Wahrheit entspricht sei zunächst einmal dahin gestellt. Dabei kommt es natürlich stets auf die Art der Geschichte an. In einem Krimi-Roman wäre es gänzlich unangebracht unnütze Nebengeschichten einzubinden, denn dies kann allzu schnell dazu führen, dass die Spannung abgetötet wird und man das Buch gar nicht mehr weiterlesen möchte. Das gleiche gilt für Thriller, die zumeist noch kürzer und gestraffter sind, um allein der eigentlichen Handlung den Hauptakt zu gönnen und somit kaum andere Ideen einfließen lässt.
Anders sieht es dabei zum Beispiel bei Fantasy-Geschichten aus. Dort darf schon einmal hier und dort etwas ausschweifend erzählt werden, schließlich finden sich in diesen Geschichten meist gänzlich neue Techniken und Lebensformen vor, die nun einmal ausgeschildert werden müssen. Allerdings sollte auch hier lieber nicht übertrieben werden.
Lange Erzählungen können zu absoluter Langeweile führen, die Spannung flaut ab und der Leser tut das Buch schließlich beiseite. An dieser Stelle könnte der ein oder andere Schreiberling einwenden, dass auch Nebengeschichten die Spannung so richtig anheizen können. Natürlich. Nebengeschichten dienen hier und dort auch als Element, um ein Buch zum Pageturner zu gestalten, damit man möglichst schnell weiterlesen möchte, um zum eigentlichen Punkt zu gelangen. Allerdings können auch zu viele Handlungen, selbst wenn sie ebenfalls ihre eigenen interessanten Punkte aufweisen, zu einer gewaltigen Überforderung führen und vom eigentlichen Geschehen ablenken, so dass sich der Leser irgendwann fragt, worauf der Roman eigentlich hinaus will.

 

Und nun? Sollen etwa alle nutzlosen, unverbrauchten Ideen, einfach entledigt werden?

Als Beispiel fällt mir an dieser Stelle J.K. Rowling ein. Ihre Harry Potter Romane sind dafür bekannt, dass sie sehr detaillierte Background-Stories mit sich tragen. Allerdings wurden einige pikante Geschichten erst im Nachhinein erzählt. Hier kommen alle Autoren ins Spiel: Natürlich sind jedem Autor die Geheimnisse jedes Charakters genauestens bekannt und am liebsten möchten wir alles in die Bücher hineinschreiben, damit auch die Leser alles erfahren können. Damit dies nicht ausufert gibt es Mittel und Wege die Geschichten trotzdem der lieben Welt mitzuteilen.
Nehmen wir einmal weiterhin J.K.Rowling als Beispiel. Sie erstellte nach Vollendung der Harry Potter Bücher eine Seite mit dem Namen Pottermore. Dort können Fans mehr Details und Geschichten über die Welt von Harry Potter erfahren. Dinge, die in den Büchern schlichtweg keinen Platz finden konnten. Dazu kann auch der eigene Blog dienen, in denen hier und dort Charakterskizzen ihren Platz unter der entsprechenden Rubrik finden könnten.
Eine weitere beliebte Methode wären Spin-Off Kurzgeschichten. Kurzgeschichten über die einzelnen Charaktere, die an sich einzeln, auch ohne Romanzusammenhang, gelesen werden können und in sich abgeschlossen sind.
Davon ab können Ideen, die aussortiert wurden, ihren richtigen Platz schließlich auch in anderen Projekten finden, die viel besser für sie geeignet sind.
Was ebenfalls bei einer Ideenüberlagerung geschehen kann: Der Mittelpunkt wird verrückt (<- kein Adjektiv. Verrückt -> verrücken. In diesem Zusammenhang. Von mir aus kann es natürlich auch verrückt sein, passt vielleicht auch ganz gut.). Durch zu viele aufregende und zugleich einnehmende Handlungen verliert jedes Detail für sich seine eigene Bedeutung. Das wäre für all die Geschichten auch etwas zu schade, schließlich sind wir auf all unsere Ideen mächtig stolz und erst in ihren eigenen Geschichten kommen sie so zur Geltung, wie sie es sich auch verdient haben.

TitelBild: pixabay

Lovelybooks-Leserunde

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Hallo liebe Lesemonster und Bücherblogger <3,

der ein oder andere unter euch ist vielleicht noch nicht zu der Gelegenheit gekommen, um sich unsere wunderbare Anthologie in das Hauseigene Bücherregel zu stellen.
Jetzt allerdings habt ihr die herrliche Gelegenheit bei Lovelybooks eins von 10 Exemplaren (oder, wie der Verleger so schön vorschlägt, bei Bedarf sogar mehr!) bei unserer Leserunde zu gewinnen! Ist das nicht fantastisch? <3 Mit jedem Buch geht weiterhin ein Euro an ein Flüchtlingsprojekt, zu dem kommt ihr in den Genuss von 22 sehr unterschiedlichen Kurzgeschichten :3

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Reinschauen lohnt sich! Was ihr dafür tun müsst? Folgt einfach dem Link, meldet euch bei Lovelybooks an und lest euch durch, was unser fleissiger Verleger für die Leserunde verfasst hat.

Und als zusätzliches Sahneschmuckstück verlosen wir unter denjenigen, die eine ausführliche Rezension verfasst haben, eine exklusive Tasse unserer Anthologie <3

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Ich freue mich euch auf Lovelybooks wiederzusehen <3

Ein wundervolles Wochenende wünsche ich euch :3

<3 – SR

Kurzgeschichten – Ein Leben in wenigen Worten

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Für mich persönlich stellen Kurzgeschichten unfassbar, fast nicht erreichbare Herausforderungen dar. Weshalb auch mein Kurzgeschichten-Projekt Die Geschichte des Luchris Sarberry für mich selbst ein Schritt in eine ganz und gar andere Richtung offenbarte. Es ist die erste Kurzgeschichte gewesen, die ich jemals geschrieben habe. Sich kurz zu fassen, war nie eines meiner besten Eigenschaften gewesen *Quaselstrippe*

Viel Inhalt in wenigen Worten

Dass für mich Schwierige stellt die geringe Wortzahl dar. In wenigen Seiten soll eine ganze Geschichte niedergeschrieben sein, die bestenfalls noch allerhand Emotionen hervorbringen soll und am Ende vielleicht ein kleines Schmunzeln hinterlässt. So manch einer würde behaupten, dass Kurzgeschichten viel einfacher wären, als einen Roman zu schreiben, schließlich braucht mal viel weniger Worte und der Aufwand ist geringer. Das mag so sein, schließlich hat ein Roman auch mehr Tiefgang und braucht einen gewaltigen Spannungsbogen. Und dennoch. In einem Roman kann ich mir Zeit lassen. Viel Zeit. Kann Figuren und ihre Geschichten exakt planen, ihre Leben durchlaufen und sie so richtig kennen lernen. All ihre Facetten und Teile ihrer Geschichte kann ich auf reichlich Seiten niederschreiben. Es ist herrlich. Ich liebe es Romane zu schreiben, erst zwischen all den vielen Wörtern kann ich meinen Ideen ihren Freiraum geben und hier und dort auch mein eigenes Weltbild zwischen versteckten Zeilen offenbaren, vielleicht dem Leser etwas mit auf dem Weg geben. Doch dafür braucht es Zeit. Zeit an Seiten, die ich niederschreibe.
In Kurzgeschichten ist dies allerdings nicht so, da bedarf es viel Geschick und Überlegung, um eben das, was vermittelt und erzählt werden soll, kurz, jedoch nicht zu abgehackt klingen zu lassen. Es sollte trotzdem schön geschrieben sein und dazu noch reichlich Inhalt haben. Andere schaffen das sogar in einem kurzen Satz. Einem wunderschönen Zitat. Ich brauche dafür 500 Seiten.

Sich der Herausforderung stellen

Und trotzdem habe ich es versucht. Es war anstrengend und hat viel Herzblut und Einhornspucke (*Einhornrotze wohl eher*) gekostet, mit etwas Koboldgold bespickt und vielleicht Feenstaubglück, damit meine Kurzgeschichte es tatsächlich in die Anthologie geschafft hat. Ich habe viele Nächte an der Rohfassung gesessen und ewig daran den Text auf die richtige Größe zu kürzen. Radikal, als wäre ich ein Serienmörder, schnitt ich Zeile um Zeile, ach Papalapapp! Absatz um Absatz, ja gar eine GANZE SEITE, einfach heraus. Zack: Das kann weg. Oder muss vielmehr. Am Ende musste ich schluchzend feststellen, dass daraus nur eine Kurzgeschichte wurde, weil ich an einem Wettbewerb mitgemacht habe. Hätte ich mir selbst vorgenommen daraus eine Kurzgeschichte machen zu wollen, tja, dann wäre daraus wohl eher ein Roman geworden. Die Idee hat sich auch nebenher gesponnen, während ich die Wortzahl auf ein Drittel reduziert habe. Was soll ich sagen, meine gesamte Mitwelt kann wohl lachend und Augenrollend bestätigen, dass ich ein gewaltiger Quaselkopf bin. Und wie solche Menschen nun einmal sind: Sie haben sehr viel zu erzählen!

Karikatur der Literatur

Dennoch mag ich Kurzgeschichten sehr. Eine schöne kleine Geschichte, in wenigen Minuten durchgelesen und man weiß sofort alles. Das ist wirklich der Wahnsinn! Ich mein für ein Buch braucht man Stunden… aber eine Kurzgeschichte hingegen: Schwub. Vorbei. Und endlich weiß man das Ende. Und alles was passiert ist. Etwas schade ist es natürlich schon, schließlich kann man die Charaktere nicht noch näher kennen lernen. Doch die Message wird einem schnell vermittelt, man lernt irgendwie den Autor dadurch besser kennen und mit Kurzgeschichten lassen sich Weltbilder sehr gut reflektieren, gleich einer Karikatur der literarischen Welt.

Was haltet ihr von Kurzgeschichten? Habt ihr schon einmal Anthologien gelesen? Oder glaubt ihr, dass so etwas eher aus der Mode ist?

Psssssst! Schaut doch gerne noch ganz schnell bei meinem Gewinnspiel vorbei :) dort könnt ihr nämlich meine und 22 weitere Kurzgeschichten unserer Anthologie: Flucht in ein sicheres Leben, gewinnen! Dazu müsst ihr mir nur einen lieben Kommentar über euch selbst hinterlassen :) klingt doch ganz einfach ;)

<3

Sarah

Bild: pixabay.com