10 Tipps wie man besser Lernen kann

Nach einem Jahr Medizin-Studium habe ich selbst gemerkt, dass man erst lernen muss, richtig zu lernen. Und dieses Wissen kann man nicht nur auf sein Studium beziehen oder in Fällen anwenden, die sich nur auf Klausuren und Prüfungen beschränken. Daher bezieht sich mein heutiger Beitrag nicht ausschließlich auf die Schule, die Ausbildung und das Studium, sondern auch auf ganz alltägliche Dinge, denen wir manchmal nicht hinterher kommen, weil eine gewisse Struktur fehlt oder es einem schwer fällt, die Zeit richtig zu nutzen und einteilen zu können. Angemerkt sei, dass es sich hier nur um meine persönlichen Erfahrungen und Ratschläge handelt und es natürlich nur Tipps sind und keine Ultimaten, mit denen es auf jeden Fall funktioniert.  „10 Tipps wie man besser Lernen kann“ weiterlesen

Vernunft oder Traumberuf?

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Lern doch erst einmal etwas Vernünftiges…

Diesen Satz wird der ein oder andere schon öfter im Leben gehört haben. Vor allem jedoch Menschen, die einen künstlerischen Beruf ausüben wollen: Sänger, Tänzer, Schauspieler, Zeichner, Maler, Musiker oder eben Schriftsteller.
All dies sind Berufe, die ein gewisses Risiko mit sich ziehen überhaupt jemals damit Geld verdienen und dementsprechend eine Existenz aufbauen zu können. Und aus diesem Grund wird einem oft bei dem Wunsch nach solch einem einzigartigen Beruf die Unvernunft eingetrichtert.
Diese Menschen, die einem diese Vernunft versuchen klarzumachen haben in den meisten Fällen den gleichen Namen: Eltern.
Ja, sie meinen es ja nicht böse mit uns, keineswegs. Schließlich sollen wir uns nicht ewig mit Wäschebergen bei ihnen geborgen fühlen, sondern irgendwann selbst in die große weite Welt reisen. Daher wird einem von allen Seiten die Auswahl an vernünftigen Berufen entgegen geworfen: Eine Ausbildung in einem netten Büro. In einer Bäckerei. Oder vielleicht ein Studium als Arzt oder vielleicht Anwalt. Das sind zweifelsfrei großartige Berufe. Doch sag das mal dem Künstler.

Unvernunft schreit nach Freiheit

In den meisten Fällen entschließt man sich dazu erst einmal irgendetwas anzufangen, um dann schließlich zu merken, dass das was man tut überhaupt keinen Spass macht. Ich sehe diesen Zustand allzu oft, wenn ich an Geschäften oder Büroräumen, von mir aus auch Krankenhäusern vorbeilaufe: Viele unzufriedene Menschen, die definitiv die falsche Wahl getroffen haben.
Der Wunsch seinen Traum leben zu können, schlägt unerbittlich in so manch einer Brust. Und ich frage mich: Warum tun wir es nicht einfach? Warum sind wir nicht einmal alle unvernünftig und machen das, was wir wirklich tun wollen? Wieso nicht glücklich sein? Ganz einfach: Weil wir kleine Angsthasen sind. Oder vielmehr: Riesige Mammut-Mutations-Angsthasen. Jawohl so ist es.
Trist und trostlos jammert der ein oder andere einher und grübelt über das vergeigte, vergeudete Leben. Wieso hören wir nicht alle damit auf und machen stattdessen etwas, was uns wirklich Spass macht? Ganz einfach: Wir trauen uns nicht. An dieser Stelle ein passendes Lied von Bodo Wartke, der mich übrigens bei seinem gestrigen Konzert in Magdeburg zu diesem Text hier inspiriert hat: 

Leichter gesagt als getan

Selbstverständlich ist es nicht so einfach, wie es klingt. Einfach so alles stehen und liegen lassen und seinen Traum zu leben klingt heldenhaft, geradezu rebellisch, doch Hand aufs Herz: Wie sollen wir dann leben? Wie durch den Alltag gelangen, wie die Miete bezahlen, wenn das Ziel noch gar nicht erreicht ist?
Sinnvoll wäre es einen Beruf zu finden, der einem auf dem Weg zu seinem Ziel behilflich sein kann: Als Musiker wäre ein Musikstudium vielleicht nicht verkehrt, als Schriftsteller vielleicht eine Ausbildung im Verlagswesen oder ein Studium unterschiedlicher Gebiete, um eine gewisse Reife zu erlangen. Als Maler wäre eine Ausbildung zum Grafiker genauso hilfreich, wie ein Studium der Kunst. Natürlich ist es noch nicht das Wahre, das Echte, dennoch kann es einen weitaus mehr bereichern, als es vielleicht den Anschein macht. Und Erfahrung kann man nie genug haben. Zudem benötigt ein Künstler Inspiration und nur dort draußen in der weiten Welt werden wir sie überhaupt finden.

Einen Traumberuf im Bereich der künstlerischen Branche zu ergattern ist eine Rarität die nicht jedem zu Teil wird. Und um dieses Ziel erreichen zu können Bedarf es an viel Arbeit und vor allem: Durchhaltevermögen. Viele Absagen, Ablehnungen und negative Erfahrungen werden einem mit Fäusten eines Hulks vom Weg abbringen und Zweifel aufkommen lassen. Doch nur wer nicht aufgibt, niemals loslässt, stetig aufsieht und den Glauben an sich nicht verliert, kann vielleicht tatsächlich irgendwann seinen Traum einfangen und muss ihn nie wieder loslassen.

X Sarah

 

Wie geht das, ein Buch zu schreiben?

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Statt heute kurze Geschichten oder Gedanken aufzuschreiben, widme ich mich einmal dem Schreiben selbst. Wie geht das eigentlich? Und wie zum Kuckuck schreibt man eigentlich ein Buch?

Inhalt

Um ein Buch schreiben zu können, benötigt man zunächst ein Thema, was sich wohl als größte Herausforderung entpuppen dürfte.  Es muss so viele Anforderungen erfüllen, dass man meinen könnte, sich eine unlösbare Aufgabe gestellt zu haben. Nur allzu oft habe ich Ideen aufgeschrieben, mir Gedanken dazu gemacht, sogar Anfänge begonnen und schließlich alles verworfen, weil ihnen das gewisse Etwas fehlte. Der Kick. Diese Sehnsucht, die man allein durch den Inhalt in einem selbst und vor allem später in dem Leser entfesseln muss, weiter lesen oder mehr erfahren zu wollen. Nur woher kriege ich solch ein Thema? Meine erste Antwort darauf: Viel, viel und dann noch einmal viel mehr Schreiben. Tag für Tag. Und seien es nur Gedankenfetzen, Stichworte oder Mindmaps. Die Ideen fallen nicht von selbst vom Himmel (naja, manchmal kann man auch Glück haben). Ihr müsst euch mit ihnen auseinander setzen. Die weitere Antwort, die ich euch geben kann: Lesen! Ja, Bücher anderer Autoren zeigen einem Wege, die man vielleicht auch begehen möchte, allerdings sollte man nicht in die allzu beliebte Falle tappen und ähnliche, gleiche oder abgewandelte Geschichten nachahmen. Es ist wichtig die eigene Welt zu erschaffen – kein Mensch möchte noch einen Twilight-Abklatsch lesen.

Das Genre

Worüber schreibe? Meistens neigt man dazu über Geschichten zu schreiben, die man selbst auch gerne liest. Daher sollte sich das Genre schon fast von alleine finden. Viele Autoren sind jedoch bekannte Alles-Leser. Einmal Querbeet, bitte! Wichtig ist es, dass euch vorher klar ist, in welchem Genre ihr euch bewegen wollt. Liebesroman oder Aktion-Thriller? Fantasy oder Sachbuch?

Der Anfang

Viele erzählen davon, dass ihnen der Anfang am schwierigsten gelingt und sie schon an der Stelle meistens scheitern. Ich muss gestehen, dass dieser Part sich bei mir eher einfach gestaltet. Warum? Weil ich einfach anfange! Klingt ein wenig blöd, ist aber so. Einfach beginnen. Der Angst ins Gesicht blicken und loslegen! Falls es nicht direkt gefällt, ker, dann könnt ihr es später ja wieder umschreiben ;) – doch wichtig ist es endlich zu beginnen. Nicht tagelang murren und zucken und nicht wissen, wie man was machen und tun soll. Zur Inspiration könnt ihr euch an dieser Stelle natürlich wieder die Anfänge einiger Autoren anschauen. Begutachtet genau, wie sie den Anfang bewerkstelligen. Doch auch hier aufgepasst: Kein Copy&Paste!

Die Charaktere

Autoren legen in ihren Geschichten den Fokus unterschiedlich. Mir persönlich sind die Geschichten der einzelnen Charaktere sehr wichtig. Ich schreibe vorab mehrere Zusammenfassungen und skizziere ihr Leben grob, um die Dialoge und Handlungen so realistisch wie möglich darstellen zu können. Andere wiederum erzählen mehr, gehen mehr ins Detail, was die Welten betrifft oder der Kontext ist umfangreicher (bei Kriminalromanen geht es zum Beispiel bei der Handlung mehr zur Sache, mehr Verzweigungen, mehr Aktion, dafür können die Charaktere auf der Strecke bleiben, was das Buch jedoch keineswegs schlechter macht!). Selbstverständlich sind die Handlungen und die Orte trotzdem extrem wichtig und sollten ebenfalls detailreich und genauestens überdacht werden, um dem Leser die eigene Geschichte so nah wie möglich zu bringen.

Das Foto Writing wurde von Mike Thomas geschossen und auf flickr.com ausgestellt.

Der Analphabetenjäger

Bewaffnet mit Stift und Papier, eingekleidet in raschelnden, flatternden Seitenfetzen aus Büchern, die das Wissen der Welt bergen. So oder so ähnlich streift er durch das Land, auf der Suche nach jenen, die es nie gelernt, nie gekonnt, nie gezeigt bekommen haben. Das Lesen und Schreiben. Hoch motiviert, geradezu euphorisch rast er durch das weite Land und sucht sich seine Opfer aus. Er umkreist sie, belagert sie und zückt ganz raffiniert in ihrer Gegenwart sein scharfes Geschoss. Mit kratzenden Geräuschen und zärtlichen Schwingungen zeichnet er die Buchstaben auf das Papier und lässt es zunächst fremd und wie ein Kunstwerk ausschauen. Kaum zu erkennen, verwirrend, verschwommen und ohne wirklichen Zusammenhang erscheinen die merkwürdigen Schnörkel und Striche, die der Jäger dort von seinen filigranen Fingern auf dem Blatt erscheinen lässt.

Dann beginnt er zu erklären, zu erzählen und zu verdeutlichen. Er lässt sie schreiben, seine Kinder, lässt sie zeichnen, lässt sie abschreiben, abgucken, verstehen. Sprechen sollen sie, schreiben sollen, lesen werden sie!, munkelt und kichert der Analphabetenjäger seine zauberhaften Worte zwischen seinen raschelnden Buchseiten und freut sich auf sein Werk.

Ja, es ist seine Lebensaufgabe, sein Lebenswerk! Jeder soll es können, keinem soll es verwehrt sein! Das Lesen und Schreiben zu können. Welch Tragödie mit diesen Geschöpfen einhergeht, wenn sie diese Fertigkeiten nicht beherrschen, so machtlos, so orientierungslos und ausgeliefert. Keinen Brief können sie verfassen, kein Straßenschild erkennen, weder das Wissen über die Mathematik, noch über jegliche Kinderbücher oder Geschichten vermag in ihren Köpfen Platz zu finden.

Und so wird er durch die Länder ziehen, Tagein Tagaus und seine Opfer wählen, der Analphabetenjäger schreckt vor nichts zurück. Er zückt schnell und elegant seine Schreibfeder. Keine Herausforderung ist zu groß. Kein Talent vor ihm verborgen. Denn er weiß:

Ohne das geschriebene Wort sind wir verloren.