Rezension: Nur drei Worte | Love, Simon

Ich muss gestehen, dass mir der Roman in der deutschen Ausgabe unter dem Titel Nur drei Worte zwar in den Monaten des Release sehr deutlich aufgefallen ist, es jedoch bei mir persönlich kein wirkliches Interesse auslöste. Der Trailer hingegen schon. Erst durch den Kinofilm habe ich wieder an diese Story gedacht und mir durchgelesen worum es geht. Nicht nur die Tatsache, dass es meine erste Story über einen schwulen Protagonisten, der sich noch nicht geoutet hat, sein sollte, auch die Thematik mit den anonymen E-Mails und einer Lovestory innerhalb der Highschool lockte mein Interesse ungemein. Continue reading „Rezension: Nur drei Worte | Love, Simon“

Was wäre, wenn Liebe frei wäre?

Diesen Beitrag schreibe ich anlässlich des Pride Months, der morgen zu Ende geht. Vielmehr hat mich dieser Monat zu diesem Text inspiriert. Wie immer ist jeder dazu eingeladen, sich dem kreativen Schreiben in jeder Form anzuschließen. Eigentlich ist jede künstlerische Umsetzung denkbar!  Continue reading „Was wäre, wenn Liebe frei wäre?“

Leidenschaft Bloggen

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Heute möchte ich euch etwas über meine große Leidenschaft Bloggen erzählen. Wieso mache ich das eigentlich? Weshalb so viel Zeit in einen Blog investieren, ellenlange Beiträge runtertippen, Fotos drapieren, recherchieren und am Ende noch schön verpacken? Spoiler vorab: Weil ich es liebe.
Dieser Beitrag ist natürlich nicht nur auf meinen Mist gewachsen, es entstand in Zusammenarbeit mit Nicci [Trallafittibooks] und landet unter unsere Rubrik: Die Buchnachbarinnen. Continue reading „Leidenschaft Bloggen“

Autorenleben: Wie ich mit dem Schreiben begann

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An diesem Beitrag sitze ich bereits etwas länger, habe ihn jedoch immer wieder weiter nach hinten geschoben. Irgendwie fehlten mir jedes Mal die richtigen Worte, um zu beschreiben, wie ich eigentlich zum Schreiben gekommen bin, wieso es mich so viele Jahre begleitet hat und nie loslassen wird. Es ist eine unglaublich große Liebe, die süchtig macht, sehnsüchtig nach Wörtern auf Papier.

Autorenleben Wie ich mit dem Schreiben begann

Es ist merkwürdig, wie so viele Momente im Leben an einem vorbeigehen, ungeachtet, unbemerkt und schnell in Vergessenheit geraten. Dann jedoch gibt es jene großen Augenblicke, die wir nie vergessen. Bei jedem Menschen entwickeln sich diese Dinge in unterschiedliche Richtungen und jeder begreift andere Gegebenheiten als etwas unfassbar Wichtiges und speichert sie in Gedanken ab. Bei einigen zählen die Tage, an denen sie sich verliebt haben. Oder der Tag der Hochzeit. Oder die Geburt des Kindes? Der Schulabschluss oder der erste Tag des Studiums? Den Traumjob gefunden zu haben, oder ein großer Umzug in ein neues Leben? Eine unfassbar unvergessliche Reise oder Freunde, die man kennen- und lieben gelernt hat?
Wie sieht es aber eigentlich mit Dingen aus, die nicht so greifbar sind?
Wisst ihr noch jeden Moment, in dem ihr euch dazu entschlossen habt, einem Hobby nachzugehen? Tanzt ihr vielleicht und habt euch mal bei einer Tanzschule angemeldet? Erinnert ihr euch noch an diese Eingebung, die euch dazu verleitet hat? Oder zeichnet ihr vielleicht? Kennt ihr noch das erste Motiv, euer erstes Werk, das Gefühl, als ihr den Stift aufs Papier gesetzt habt? Ich selbst bin beiden Tätigkeiten nachgegangen und mochte auch beides unglaublich gern. Tanzen und Zeichnen haben mich jahrelang mal stärker, mal schwächer, in meinem Leben begleitet. Irgendwie erschienen mir diese Dinge, als wären sie schon immer da gewesen, aber an einen wirklichen Entschluss dazu, konnte ich mich gar nicht erinnern. Auch nicht an die großen Momente. Es waren Dinge, die mir sehr viel Freude bereiteten, denen ich aber auch nicht wirklich nachtrauerte, als ich anderen Möglichkeiten mit der Zeit nachging. Wie beispielsweise Kampfsport oder Snowboarden. Diese Aktivitäten begleiten mich jetzt, und ich mag sie, aber es wäre auch nicht schlimm, wenn ich sie in ein paar Jahren mit anderen Dingen fülle, die mich vielleicht dann ansprechen könnten.
Aber ich werde niemals den Tag vergessen, als ich mit dem Schreiben anfing. Ich weiß noch jedes Detail sehr genau, als spürte mein Körper bereits damals: Das ist der Moment, in dem wir uns gefunden haben und das solltest du für immer in deinen Erinnerungen behalten, denn das hier wird nie wieder weggehen.

Wie ein Gedanke alles veränderte

Es mag vielleicht etwas eigenartig klingen, aber gerade bekomme ich Gänsehaut. Mich an diese Zeit zurückzuerinnern, lässt mich nostalgisch werden, ich grinse etwas verlegen und träume mich an diese Momente zurück. Dieses Jahr ist es zehn Jahre her, dass ich das Schreiben für mich entdeckt habe. Damals ist der vierte Band der Twilight-Reihe von Stephanie Meyer erschienen, den ich mit großer Enttäuschung in einem Tag durchgelesen hatte. Ich war am Boden zerstört. Ich wollte zum Einen nicht, dass es endete, zum Anderen regte mich der Verlauf der Geschichte so sehr auf… so sehr, dass ich ein anderes Ende wollte. Ich stellte mir vor, was ich gemacht hätte, was ich geschrieben hätte und plötzlich fand ich mich vor einem leeren Papier und dachte mir: Ich hätte nicht diese Geschichte geschrieben. Ich wollte meine eigene Geschichte schreiben. Geschichten auf Papier. Und plötzlich bemerkte ich eine unglaubliche Leere, spürte, wie mir etwas fehlte und ich sekündlich den Grund und die Lösung gefunden hatte: Schreiben. Ich wollte Schreiben. Mir ist vorher gar nicht in den Sinn gekommen, dass ich so etwas könnte. Dass ich so einem Werk überhaupt gewachsen wäre. So etwas machen doch nur alte weise Menschen, oder? Dürfen junge Menschen überhaupt schreiben? Will das jemand lesen? Will ich das überhaupt jemandem zeigen? Unglaublich viele Fragen brachen über mich ein, bis ich beschloss, es einfach zu tun. Ich habe angefangen zu schreiben und mich dazu entschieden, es keiner Menschenseele zu sagen. Das war mein Geheimnis. Meine heimlichen Glücksmomente. Es bedeutete mir so unfassbar viel, dass ich Angst hatte, es könnte durch äußere Einflüsse kaputtgehen. Die Sorge, dass es mir jemand schlechtreden könnte, mir jemand sagen würde, dass das, was ich da mache, Unsinn ist, war so groß, dass ich es für mich behielt. Ich schrieb jeden Tag. Und hörte nicht auf.

Wie es begann

Ich fühlte mich wie berauscht. Wenn ich an diese Momente zurückdenke, würde ich das Gefühl mit einer Verliebtheit beschreiben. Ich konnte nicht schlafen, haben nur an diese eine Sache gedacht, war ständig aufgeregt, fühlte mich so unfassbar glücklich und gefunden. Gefunden durch ein Hobby. Der Schreiberei.
In der Nacht, als ich das Schreiben für mich entdeckte, saß ich auf meinem roten Kinderzimmerteppich, durch das Augustwetter war es sehr warm, vor allem auch, da ich im Dachgeschoss wohnte, doch das störte mich nicht, denn es war schließlich nachts und eine angenehme Brise verlieh der Luft genau die richtige Temperatur. Ich kramte Stifte und Papier heraus und begann wilde Ideen zu skizzieren. Ich erstellte Charaktere, Orte, Handlungen, unfassbar viele Anfänge und Enden. Ich konnte mich gar nicht auf eine Geschichte festlegen und schrieb einfach alles nieder. Dabei wankte ich zwischen High-Fantasy und Lovestories hin und her, wusste mich gar nicht zu entscheiden und stellte fest, dass es in dem Moment auch vollkommen gleich war, denn ich wollte einfach alles entdecken. Ich war so furchtbar aufgeregt! Ich war vor wenigen Monaten sechzehn Jahre alt geworden und schwebte auf Wolke Sieben mit dem Schreiben. Während andere die Sommerferien mit wilden Parties und ersten Alkoholeskapaden verbrachten, saß ich auf meinem kuscheligen roten Teppich und schrieb mir die Finger wund. Ich habe ein beachtliches Papierchaos geführt, welches ich in Kisten verstaute, sicher bewahrt vor der ganzen Welt: Denn ich wollte mein Schreiben nicht teilen. Wenn man so etwas Wertvolles gefunden hat, ist die Angst groß, dass es einem genommen wird. Und das wollte ich nicht.

Erste Veröffentlichung

Bevor ich meine erste Geschichte tatsächlich publizierte, habe ich drei Romane geschrieben und nie veröffentlicht. Ich weiß noch sehr genau, wann ich mein erstes  Buch zu Ende schrieb: Es war ein Tag vor Weihnachten und ich war gerade einmal zwanzig Jahre alt, habe vier Jahre gebraucht und hätte stolzer nicht sein können. Es hat viele Anläufe benötigt, bis ich mich auf eine Geschichte einigen konnte, ich habe satte 20 Kapitelanfänge geschrieben, die ich allesamt noch besitze. Ich habe einmal den ganzen Roman gelöscht, weil er mir doch nicht gefiel und wieder von Vorne begonnen. Und irgendwann sagte ich mir: Jetzt zieh es endlich durch! Und ich habe geschrieben und geschrieben, bis es fertig war. Und danach habe ich mit dem nächsten Roman begonnen, weil mich das Buch, als das erste Mal Ende unter einem meiner Projekte stand, mich nicht zufrieden stellte. Es sollte nicht das Werk werden, was ich zuerst rausbrachte. Also schrieb ich ein Zweites. Damit bewarb ich mich sogar bei Verlagen, die mir jedoch sagten, dass ihnen das gewisse Etwas fehlte. Ich zögerte nicht, öffnete eine neue Word-Datei und begann mein drittes Buch. Als ich es beendete, kam mir endlich die Idee zu Einmal im Jahr für immer. (Ja, der dritte Roman liegt auch ungelesen in einem Dokumenten-Ordner). Es hat lange gedauert, viele Wörter, die nie jemand lesen wird, und trotzdem habe ich es irgendwann bis zu diesem Moment im Jetzt geschafft. Ich kann immer noch nicht glauben, dass das, was ich da jahrelang heimlich fabriziert habe, nun dort draußen ist und gelesen wird.

Autorenleben

Einen Roman zu schreiben, ist eine große Aufgabe. Ihn mit der Welt zu teilen, bringt unglaubliche Überwindungen mit sich. Man verbringt unzählige Stunden mit diesen Seiten. Nicht nur während des bloßen Schreibprozesses, sondern auch ständig in Gedanken. Es begleitet einen selbst dann, wenn das Schlusswort steht und sogar noch Jahre danach. Schreiben ist etwas unfassbar intimes, denn dort auf dem Papier, da steht mein Herz. Natürlich vertritt es nicht immer die Meinung oder die Erfahrung des Autoren, doch es ist das Gefühl, diese Protagonisten ins Leben gerufen und sich ihnen hingegeben zu haben, was privater nicht sein könnte. So viele Herzensmomente verbrachte ich Zeile um Zeile mit diesen Geschichten und dann sind sie fort. Es hinterlässt jedes Mal eine eigenartige Leere, die einem glauben lässt, man hätte etwas vergessen. Überhaupt bin ich die zu-Tode-Überarbeiterin: Ich könnte auch nach hundert Jahren noch etwas finden, was ich umändern möchte. Einfach, weil mich diese Geschichten nicht loslassen und in meinen Gedanken stets ein Eigenleben entwickeln, was sie nie wirklich enden lässt.

Gefühl von Liebe

Wenn ich schreibe, fühle ich mich wie in meiner kleinen eigenen Welt, zu der niemand Zutritt hat, außer meiner Fantasie. Dort ist alles möglich und ich schreibe als gäbe es keine Existenz außerhalb dieser Gedankenblase. Es ist merkwürdig, aber wenn ich mir nach dem Schreibprozess die Geschichten durchlese, denke ich nicht selten: Komisch, das habe ich geschrieben? Denn während des Schreibens fühle ich mich nicht wie ich selbst. Ich bin der Protagonist, denke wie derjenige, handle so, muss mich so verhalten, um der Geschichte den nötigen Sinn zu verleihen. Bei mir persönlich ist es gar nicht so, dass ich jeden Tag schreibe. Es nagt immer in meinen Gedanken, begleitet mich durch mein Leben. Mein Notizbuch führe ich immer mit und ich schreibe mir ständig Ideen und neue Verläufe auf, aber mich verschlägt es nicht immer an die Tastatur. Denn das Schreiben selbst, ist nicht nur das bloße Handwerk vor dem Bildschirm. Es ist so viel mehr, das einen beschäftigt und niemals loslassen kann. Ununterbrochen spindeln sich Geschichten, selbst während ich schlafe und lassen mich niemals von dieser Liebe Abstand nehmen. Sie ist immer da und ich bezweifle, dass sie jemals fort sein wird.

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LoveSarah