Rezension: Sieben Raben

Bewertung:  ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)

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Inhalt:
Frana wird ihr Leben lang von Sieben Raben heimgesucht. Sie begleiten sie stets im Alltag und scheinen sie nie wirklich allein zu lassen. Schon länger wundert sie sich, was es mit den Raben auf sich hat. Als dann eins Abends einer dieser Raben in ihr Schlafzimmer eindringt und in den Unterlagen ihrer Mutter stöbert, sollte sich eine Geschichte in ihr Leben entfachen, welche sie so nicht erwartet hat: Auf der Suche nach Antworten, findet sie sich in Tschechien wieder, in einer Ortschaft, in der sie eigentlich noch nie zuvor gewesen ist. Doch plötzlich quellen Erinnerungen hervor. Je weiter sie in ihrer Vergangenheit blickt, desto größer werden die Gefahren um sie herum.

Was mir gut gefiel:
Lange muss der Leser nicht warten und wird direkt in die Handlung gerissen. Dabei passt die Autorin die Spannungspunkte perfekt aufeinander ab. Das Buch wird in zwei unterschiedlichen Zeitzonen geschrieben, was die Neugier umso beständiger steigert. Die mystische Atmosphäre ist der Autorin herrlich düster gelungen. Die Charaktere wurden gut in Szene gesetzt.
Die Geschichte liest sich sehr flüssig, der Schreibstil stimmt perfekt mit der Stimmung überein, so dass der Leser wunderbar in die Geschichte eintauchen kann.
Kleine Anmerkung zur Autorin: Mika M. Krüger ist eine sehr geschätzte Autorenkollegin von mir. Ihr Debüt Sieben Raben hat sie im Selfpublishing veröffentlicht, was bei mir noch einmal einige Extrapunkte erworben hat. Das Buch ist qualitativ allein von der Schreibe her ausgezeichnet. Aus dem Grund hat die Autorin auf dem Cover das Qindie-Logo abgebildet: Es steht für eine gute Qualität von Selfpublisherwerken, auch ohne Hilfe von einem Verlag. Darüber hinaus liest sich der Roman sehr strukturiert, die Autorin hat sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und die Geschichte in einer mystisch märchenhaften Umgebung sehr schön eingebettet.

Was mir nicht so gut gefiel:
Der Anfang beginnt für meine Leseverhältnisse etwas plötzlich. Was jedoch seinen guten Reiz hatte, denn dadurch befindet man sich als Leser direkt im Geschehen. An dieser Stelle hätte ich mir vielleicht noch ein bisschen Vorgeschichte gewünscht. Allerdings passt es vielleicht auch besser so zu der düsteren Atmosphäre. Zu viel des Guten könnte ein Buch auch langweilig und schleppend wirken lassen.
Das Ende (Spoiler) ist zwar ein kleiner Klassiker, doch irgendwie passt es zu der Story.

Fazit:
Eine herrliche mystische Märchengeschichte, die sich wunderbar für einen herbstlichen Abend vor dem Kamin bei stürmischen Wetter eignet. Ein bemerkenswerter Debüt einer Selfpublisherin, der gekonnt in Szene gesetzt und stilsicher geschrieben wurde.
Wer könnte dieses Buch lesen? Die Lesergruppe würde ich eher ab 20 einordnen, da die Protagonistin selbst sich mit Fragen des Lebens und ihrem eigenen Hintergrund auseinander setzt. Wer darüber hinaus mystische Elemente und märchenhafte Zwischensequenzen liebt, ist hier genau an der richtigen Stelle.

Rezension: Arya und Finn

Bewertung:  ★ ★ ★ ☆ ☆ (3/5)

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Inhalt:
Arya hat ihre Zukunft als Leibwächterin klar vor Augen: Sie will ihrer Freundin Elena um jeden Preis zur Seite stehen. Schon seit vielen Jahren bereitet sie sich darauf vor und nimmt sogar ihre verhasste Gabe in Kauf, die ein gut behütetes Geheimnis ist. Ebenso wie Elenas wahre Herkunft.

Aus diesem Grund lässt sich Arya auf eine Reise ein, bei der sie nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit der Zukunft konfrontiert wird. Denn ihr Reisegefährte Finn weckt unbekannte Gefühle in ihr.

Doch während Arya versucht auf ihr Herz zu hören, kristallisiert sich eine Bedrohung für das gesamte Königreich heraus, der sich die Gefährten am Ende gemeinsam stellen müssen.*

Was mir gut gefiel:
Die einzelnen Charaktere hat Lisa Rosenbecker sehr gut ausgearbeitet. Jedem wird eine gezielte Rolle zugeordnet, die einen wichtigen Teil zu der Handlung beiträgt. Arya ist eine sehr starke weibliche Persönlichkeit, was mir sehr gut gefällt. Hier liegt keine Geschichte über eine Jungfrau in Nöten vor, sondern über zwei Freundinnen, die mit Willensstärke und Mut ihren Zielen folgen. Die drei Männer der Geschichte tragen den Unterhaltsamen Teil bei. Durch sie wird der ganzen Story erst der Charme einer märchenhaften Geschichte verliehen.
Die Welt, in der die Geschichte spielt wurde sehr schön ausgearbeitet. Die Idee, dass sich das Setting in einem Königreich abspielt, hinterlässt einen romantisch bis melancholischen Anklang, der mich irgendwie an Kindheitsgeschichten erinnert hat.
Die Idee mit Aryas Gabe war sehr originell. Die Umsetzung und spätere ausführliche Ausübung mit Fabulim und dem magischen Wald empfand ich als einer der intensivsten Stellen im Buch.

Was mir nicht so gut gefiel: 
Bis zur Hälfte konnte das Buch mich sehr überzeugen, dann jedoch flaute die Spannung ab und es lief eher in einer schönen Nacherzählung weiter. Die Geschichte der Charaktere war es schließlich und der flüssige Schreibstil, der mich zum weiterlesen brachte. Allerdings fehlte mir zwischendurch der Aha-Moment.
Einige Punkte schienen mir nicht vollends ausgearbeitet. Im Vordergrund steht dabei der Auftrag mit dem Elena die Reise überhaupt erst antritt: Sie will ihr Volk besser kennenlernen. Bis zur Hälfte gelingt dieser Gedanke sehr  gut (vor allem in Hinblick auf die Aktion-Szene und die Auspeitschung). Allerdings wird danach kaum noch ein Gedanke daran vergeben. Der Fokus richtete sich danach nur noch auf Arya und Finn. Natürlich handelt das Buch von den beiden, doch irgendwie hätte ich mir an der Stelle dennoch mehr Inhalt  gewünscht und weitaus mehr Komplikationen und Zwischenfälle.

Fazit: 
Eine märchenhafte Geschichte für gemütliche Lesestunden, die einen als Leser jedoch nicht herausfordern. Trotzdem hinterlässt die Geschichte durch den Charme der Charaktere einen schönen Lesegenuss. Obendrein bin ich selbst ein Teeliebhaber und kann mich über die Teezeiten zwischen den Zeilen keineswegs beschweren :3.

SR <3

Inhaltsangabe: Drachenmondverlag