Ein Mensch reicht aus, um… | Vorstellungsrunde

Vor einigen Wochen hat Becca das Buch Powerfrauen vorgestellt und mich damit direkt neugierig gestimmt. In dem Buch werden Frauen vorgestellt, die etwas bewegt haben und Großes leisteten. Als ich schließlich die Tage mit Becca ins Gespräch geriert, kam uns die Idee, eine Beitragsreihe über Menschen ins Leben zu rufen, die diese Welt bereichern und zu einem besseren Ort gestalten.  „Ein Mensch reicht aus, um… | Vorstellungsrunde“ weiterlesen

Was wäre, wenn…

Etwas verspätet komme ich mit der neuen Schreibaufgabe für den Freitag zum Kreativen Schreiben: Was wäre, wenn… daher. Die vergangene Frage hieß: Was wäre, wenn die Zeit stehenbleiben würde? Die Idee dahinter hat mir sehr zugesprochen, allzu lange musste ich nicht über den Text nachdenken. Umso schwieriger fiel es mir, in dieser Woche wieder eine neue Frage zu finden. Doch auch dieses Mal kam mir mit einer sehr schnellen Antwort mein Ehemann entgegen: „Was wäre, wenn…“ weiterlesen

Was wäre, wenn niemand lügen könnte?

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Wie wäre unsere Welt, wenn niemand lügen könnte? Wenn es die Option zu Lügen gar nicht gäbe? Wäre unsere Welt dann besser oder schlechter?

Kleine Lügen

Lügen fangen klein an und können sehr groß heran wachsen. Es beginnt bei einer alltäglichen Nachfrage nach dem Befinden, bei dem nicht jeder von uns ehrlich antwortet, ganz einfach, weil wir uns nicht jeder dahergelaufenen oder selbst einer nahstehenden Person zu jeder Zeit emotional offenbaren wollen. An sich auch keine Große Sache. Wie geht es dir? Gutgut und selbst? – Ist eine Floskel, die bei fast jedem von uns im Standardrepertoire der Selbstverteidigung der Seele sofort abrufbereit ist. Dann entstehen schnell bei der Hand Ausreden in Form von Lügen bei Zuspätkommen, Absagen oder irgendwelchen Unannehmlichkeiten, die man gerne verschönert ausdrückt, um nicht ganz so blöd dazustehen. Und wem schaden schon diese Alltagslügen? Sind sie denn so schlimm, obwohl es Lügen sind?

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Große Lügen

Daher laufen noch Lügen, die bodenlos erfundene Geschichten zum Vorschein bringen. Für einen Autor gar nicht mal so schlecht von Bedeutung, für die Realität jedoch kann es große Folgen haben. Neben der Politik und den Medien, werden wir überall und zu jeder Zeit von den Mitmenschen in großer Form belogen und hintergangen. Oft verstrickt sich jemand in solch einem Lügennetz, dass einem auf dem Weg dorthin die Wahrheit verloren geht. Die großen Lügen schaden oft unserem Leben. Sie dienen dazu, um etwas ebenso großes vertuschen zu können. Ein Beispiel hierfür dürfte weit oben in der List das Fremdgehen sein. Ein Lügennetz, welches am Ende jedem Schaden zufügt.
Und je höher die Rangposition des Menschen, desto größeren Schaden richtete am Ende die Lüge an. Bestes Beispiel wären in dem Fall die Politik, die nicht alles offenbart, um uns scheinbar zu schützen, doch sobald Wahrheitsfunken zum Tageslicht kommen und wir unsere eigene Meinung bilden können, ist es schon zu spät. Beim zweiten Weltkrieg wurden viele Lügennetze gestrickt, um jedem Deutschen klarzumachen, dass alle Anderen schlecht sind und nur sie die einzig wahren und Guten dieser Welt.

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Wären wir also ohne Lügen besser dran? 

Wenn von heut auf Morgen das Lügen schlichtweg nicht mehr möglich wäre, dann bin ich mir ziemlich sicher, würden wir uns in ein gewaltiges Chaos stürzen. Die Etikette nicht direkt jedem die Wahrheit ins Gesicht zu sagen (sieht mann, dass ich zu zugenommen habe? – Ähm, nee gar nicht…), um derer Gefühle zu schützen und sich in keinen mutwilligen Streit zu verwickeln, hat uns daraufhin erzogen, Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. So habe wir stets uns und unsere Umwelt versucht zu schützen. Doch wenn wir plötzlich jedem die Wahrheit sagen, obwohl jeder es sein Leben lang gewöhnt ist, belogen zu werden, ich fürchte, dass viele Menschen (leider) schnell in Streitigkeiten verstrickt wären. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass wir uns, wie mit so manch anderen Dingen die Neu sind, an die Situation gewöhnen würden. Und dann, ja vielleicht würden wir dann besser leben. Wesentlich besser. Keine Intrigen, keine Lügen, jeder müsste sich seinen Problemen stellen und viele Psychologen und Anwälte wären Arbeitslos. Oder es würden mehr Anwälte benötigt als zuvor, wer weiß das schon. Menschen würden merken, dass sie sich gar nicht leiden können und nur vorgaben Freunde zu sein, andersherum finden sich vielleicht so nur noch Freunde, die richtig sind? Keine Falschen Freunde mehr? Keine falschen Beziehungen mehr? Findet dann jeder zum Richtigen Menschen oder enden wir am Ende alle einsam und allein?
Bei der Politik hingegen und in den Medien wird es dann vielleicht zunächst ganz düster aussehen. Ich wüsste nicht, ob sie sich davon erholen könnten. Die Bild-Zeitung muss wahrscheinlich dann auf ein seriöses Blatt umsteigen.

Ohne Lügen aufwachsen 

Wenn wir jedoch ganz ohne Lügen aufwachsen, es also gewohnt sind mit der Wahrheit angesprochen zu werden, dann glaube ich, wäre dieser Ort vielleicht ein besserer. Vielleicht gäbe es keine Anschläge, keine Morde und vielleicht wird niemand hintergangen oder betrogen, vielleicht werden weniger Fehler gemacht, weil einfach jeder über seine und über all unsere Probleme spricht und so ganz vielleicht, keine Probleme mehr entstehen würden. Doch auch nur vielleicht. Es wäre ein schrecklicher Gedanke, wenn unsere Welt nur bestehen könnte, weil es Lügen gibt.

Was meint ihr?

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Sarah

Comics: islieb.de
Titelbild: pixabay.com

 

Rezension: Absurde Menschheit, Gard Meneberg

Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆(3/5)

Absurde Menschheit

Durch die Verlosung bin ich an ein Exemplar geraten. Zu Beginn konnte ich mich mit dem Buch eher nicht anfreunden. Gewöhnt man sich allerdings an den Autor, so nimmt es langsam Form an.

Inhalt:
Das Buch „Absurde Menschheit“ soll eine Grundlage oder vielmehr eine Zusammenfassung über den Menschen für Außerirdische sein. Der Autor spricht über den Menschen in unterschiedlichen Kategorien. Zwischen Arbeit, Liebe, Sex und das Streben nach Glück versucht Gard Meneberg den Menschen zu erklären. Was wir sind, wieso wir so sind und was uns antreibt. Durch einen sehr eigenen Humor wird der Mensch von seinen eher negativen Seiten vorgestellt. Positive Merkmale scheint der Mensch fast gar nicht vorzuzeigen. Zumindest aus der Sicht des Autors.

Was mir an dem Buch gefiel:
Nachdem ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, konnte ich mir das ein oder andere Schmunzeln nicht verkneifen. Der Autor hat in vielerlei Kategorien recherchiert und scheut sich nicht davor hier und dort ein wenig Fachjargon fallen zu lassen. Es wird zunehmend deutlich, dass sich Herr Meneberg sehr viel Arbeit mit seiner Geschichte über den Menschen gemacht hat. Dies möchte ich ihm unbedingt zugute reden. In einigen Punkten stimme ich dem Autor zu, was seine stark negative Ansicht über den Menschen betrifft.

Was mir an dem Buch nicht gefiel:
Vorab muss ich sagen, dass ich an der Verlosung aufgrund des sehr verlockend klingenden Klappentextes teilgenommen habe. Das Buch versprach die Marotten des Menschen aus einer humorvollen Perspektive darzustellen. Wenn man mit dieser Einstellung das Buch zu lesen beginnt, wird man am Anfang recht schnell enttäuscht sein. Weshalb ich einige Zeit brauchte, um mich an den Stil und die Richtung des Buches zu gewöhnen.
Die ersten Kapitel verlaufen eher holprig. Zudem wiederholt sich der Autor mehrfach und betont seine Intention ein paar Mal zu oft.
Ich muss gestehen, dass mich das Buch eher runtergezogen hat, als dass ich mich daran erfreuen konnte. Der Autor stellt den Menschen als glücklos und ja quasi sinnlos dar. Gewiss kann ich nachvollziehen, dass wir wirklich „nichts“ sind, in Relation zum Rest des Universums. Sollte die Welt plötzlich verschwinden, bezweifle ich auch, dass uns irgendjemand vermissen wird. Und dennoch finde ich es schade, dass wirklich jede Kleinigkeit des Menschens in den Abgrund gezogen wird. Selbst Glück scheint es nicht zu geben, zumindest nicht über einen Moment hinaus.

Fazit:
Das Buch spaltet die Geschmäcker. Tatsächlich sollte man sich vielleicht vorab eine Leseprobe gönnen, um herauszufinden, ob dies das richtige Buch für einen ist. Es hat mich zwischendurch unterhalten, allerdings stimmte mich das Buch eher nachdenklich und traurig.