Review: It ends with us

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Writing this review isn’t an easy task for me. Nicci [Trallafittibooks] and Jill [Letterheart] already warned me that this book will be extremely emotional.
They said: You can’t compare it to any other story. It will destroy you. It might even influence your way of thinking or even your entire life. Though I’ve been quite skeptical after reading the first chapters after a while I’ve got mesmerized by the course the story was taking. And now? I feel completely destroyed. „Review: It ends with us“ weiterlesen

Rezension: Abendsonne

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Bei dieser Rezension handelt es sich um den zweiten Band der Jahreszeiten-Reihe. Ich rate dazu, sie nur zu lesen, wenn man den ersten Band bereits kennt.

Den zweiten Roman der Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf habe ich in einem Tag verschlungen. Das Erzähltempo wurde deutlich angeheizt und mehrere Kritikpunkte, die ich noch zuvor bei Morgentau erwähnt hatte, wurden hier perfekt umgesetzt. Die Stimmung ist weitaus geladener und interessanter, obwohl sich nach meinem Geschmack die Geschichte etwas zu sehr nach einer Wiederholung angefühlt hat.

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Fakten

Titel: Abendsonne – Die Wiedererwählte der Jahreszeiten
Autorenname: Jennifer Wolf
Seitenanzahl: 282
Genre: Romance, Fantasy
Verlag: Carlsen
Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book)
ISBN: 978-3-646-60090-2 |

Inhalt

Niemals hätte sich Dahlia träumen lassen, dass sie einst zu den Auserwählten der Jahreszeiten gehören könnte. Als eine gewöhnliche Tochter der letzten bewohnbaren Stadt auf Erden gehört sie nicht in die Nähe von Göttern, sondern aufs Feld, wo sie von klein auf Lavendelblüten pflückt und ihre Familie unterstützt. Aber die Anweisung der Göttin Gaia hätte klarer nicht sein können: Dieses Mal soll ein Mädchen aus Hemera zu ihren vier Söhnen geschickt werden und sich ein Jahrhundert lang an einen von ihnen binden. Sollte Daliah die Auserwählte werden, für wen würde sie sich entscheiden? Den verspielten Frühling, den selbstsicheren Sommer, den tiefgründigen Herbst oder den verschlossenen Winter? [Carlsen]

Meine Lesezeit

Frech. Unverhofft. Interessant. 

In Abendsonne lernen wir als Auserwählte Dahlia kennen, die durch ihre direkte und freche Art, etwas Schwung in die Geschichte der Jahreszeiten gebracht hat. Sie benimmt sich nicht so, wie es von einer Auserwählten erwartet wird, erscheint den Göttern gar merkwürdig und verwirrt jeden durch ihr Verhalten. Sich selbst eingeschlossen. Dahlia ist selbstbewusst und will sich nicht durch einen Gott einschüchtern oder so ihr Leben bestimmen lassen. Diese mutige Art hat mir an ihr am meisten gefallen. Auch die Wortgefechte, die sie sich mit jedem zu liefern schien.

Ich spüre ihre Präsenz, als seien sie ein realer Mensch. Wie ein Geliebter, der mich nachts besucht. Ich spüre Sehnsucht nach einem… Mann? Aber nicht nach irgendeinem, sondern nach dem, den ich in meinen Träumen treffe. Es ist, als würde ein großer, starker Teil von mir ihn lieben… und begehren. Dieses Gefühl saugt mir die Kraft aus den Knochen und meine Konzentration beginnt sehr darunter zu leiden. Genau wie mein Herz. Wie kann man jemanden vermissen, den es gar nicht gibt?
– Seite 83 | Daliah | Abendsonne

Dieses Zitat beschreibt Dahlias Zustand vortrefflich: Sie ist verwirrt und hat seltsame Träume. Sie verfolgen sie Nacht um Nacht und werden immer intensiver. Wer den ersten Roman, Morgentau, gelesen hat, wird bereits wissen, weshalb Dahlia von diesen Träumen heimgesucht wird. Die Art, wie diese Träume in die Geschichte miteingebunden werden, fand ich sehr passend und verliehen der Stimmung einen gewissen Reiz. Vor allem hat es mir gefallen, dass diese Ausschnitte teilweise wirklich sehr kurz waren. Oft spielen sich Träume über mehrere Passagen, meist sogar Seiten in Romanen ab, was manchmal meine Konzentration und mein Interesse in die Flucht schlägt. Doch hier wurden diese Traumfetzen gekonnt von Jennifer Wolf platziert.

Aber manchmal ist es gar nicht falsch, das Bild deines Lebens mit Weiß zu überstreichen und mit neuen Farben zu beginnen. Denn du bist der Pinsel, Dahlia. Du bestimmst, wie das Bild aussieht. Der Rahmen und die Leinwand mögen vorgegeben sein, aber du wählst die Farben und das Motiv.
– Seite 84 | Abendsonne

Es war schön, wieder in diese Welt einzutauchen, die wir zum Bruchteil im ersten Roman kennengelernt haben. Jennifer Wolf hat gekonnt Gebiete und Plätze weiter vertieft, die mich als Leser sehr interessiert haben. Zunächst hatte ich befürchtet, mich am Anfang wieder durch dieselbe Zeremonie wie im ersten Roman lesen zu müssen – doch weit gefehlt. Die Autorin hat sich etwas ganz Besonderes dafür einfallen lassen. Leider schwächte dieser Einfallsreichtum im mittleren Teil. Ich fühlte mich, als würde ich eine ähnliche Geschichte lesen, obwohl sie sich tatsächlich grundsätzlich zum ersten Roman unterscheidet, hatte ich das Gefühl, in einen Trott zu fallen. Lediglich die Wortgefechte und frechen Unterhaltungen von Dahlia, haben meine Stimmung aufrechtgehalten.

Ich mag ein Narr sein, der gerne Wein trinkt, aber ich erkenne die Liebe, wenn sie vor mir steht.
– Abendsonne

Dafür konnte Jennifer Wolf wieder mit einem grandiosen Ende aufwarten. Dort bewies sie wieder Einfallsreichtum und einen spannenden Abschluss, der mich erneut neugierig auf den Folgeband gestimmt hat. Durch die enge Bindung und die intensive Entwicklung Dahlias, habe ich mit ihr und ihrem Schicksal richtig mitfühlen können. Die Geschehnisse trafen mich genauso ins Herz, schmerzten ebenso und fühlten sich überraschend an. Das Ende war nicht vorhersehbar, was mich wirklich positiv gestimmt hat. Jennifer Wolf geht mir ihren Lesern nicht zimperlich um und schreibt die Geschichte genau perfekt, um einen emotional vollkommen zu zerstören, doch mit einem Funken Hoffnung zurückzulassen.

Mein Fazit

Mit Abendsonne hat Jennifer Wolf einen Roman geschrieben, der sich wie ein Zuhause anfühlte. In ihrer erschaffenen neuen Welt fühlte ich mich geborgen und freute mich auf die mir bekannten Gesichter und Orte. Der Anfang und das Ende berauschten mein Leseerlebnis, was vor allem den Wendungen und Überraschungen zuteilwurde, mit denen ich absolut nicht rechnen konnte.

Trotz des Endes und der Protagonistin, die mich wirklich begeistern konnten, fehlte mir das gewisse Etwas. Der Roman liest sich allerdings wunderbar an einem Abend hinweg, bereitet Freude und Genuss. Daher würde ich es als Zwischendurchlektüre jedem ans Herz legen, der eine besondere Geschichte, die nach Zuhause und Freundschaft mit Liebe bespickt schmeckt, zu schätzen weiß.

Friend

Eher selten greife ich zu aktueller Musik aus dem Radio, einfach weil es oft meinen Geschmack nicht trifft. Durch Zufall bin ich dann auf Perfect von Ed Sheeran getroffen, das erste Lied, was ich von ihm zu Hören bekam. Ich habe es bei YouTube entdeckt und es mehrfach angesehen, einfach weil mich dieses Video vollkommen in seinen Bann gezogen hat und diese liebevolle Stimme, die so wahre Worte singt. Das Lied ging mir sehr nahe und passt irgendwie vortrefflich zu diesem Roman. Es erzählt so viel Wahres und ein ganzes Leben voller Liebe und Freundschaft. Es ist einfach perfekt.

Blogger des Vertrauens

Beccas Leselichtung
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LoveSarah

Rezension: Morgentau

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Die Jahreszeiten-Reihe von Jennifer Wolf habe ich bereits seit einiger Zeit in den sozialen Medien gesehen, bin jedoch selbst nie wirklich neugierig gewesen. Bis! Bis Becca mit Jill eine Blogtour der Jahreszeiten plante und ich dabei so glücklich war, den vierten Band zu gewinnen. Becca forderte mich geradezu auf, endlich diese Reihe zu kaufen und mir jeden Band vorzuknöpfen. Das habe ich nun auch. Leider konnte mich der erste Band nicht so stark überzeugen, wie es bei meinen Bloggerfreunden der Fall war.

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Fakten

Titel: Morgentau – Die Auserwählte der vier Jahreszeiten| Autorenname: Jennifer Wolf | Seitenanzahl: 272 | Genre: Romance | Verlag: Carlsen | Preis: 7,99 € (TB) 3,99 (E-Book) | ISBN: 978-3-551-31595-3 |

Inhalt

Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben? [Carlsen]

Meine Lesezeit

Träumerisch. Ruhig. Überraschend.

Ich muss gestehen, dass ich mit einer vollkommen anderen Geschichte gerechnet hatte, als ich von den Vier Jahreszeiten und Göttern hörte. Die Umsetzung und die Welt in der wir uns wiederfinden, haben mir ausgesprochen gut gefallen. Die Idee, dass wir uns weit in der Zukunft befinden und Götter tatsächlich existieren, um uns zu helfen, ließ sich mit Faszination lesen. Dabei musste ich mich jedoch des Öfteren ermahnen, diese Welt so, wie sie in der Zukunft ausgemalt wird, tatsächlich ernst zu nehmen. Die Art, wie die Menschen die Götter anhimmeln, ihnen ihr Leben zuschreiben und sie verehren, nervte mich zwischendurch. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass es in dem Kontext durchaus nachvollziehbar war, immerhin leisteten die Götter für die Gebete stets auch eine Gegenleistung. Dennoch störte es mich, dass die Menschen vollkommen unvoreingenommen und geradezu willenlos, bereit waren, ihr ganzes Sein den Göttern  zuzuschreiben. Ohne etwas in Frage zu stellen. Ohne selbstsüchtig zu sein. Ohne zu denken: Warum dürfen die das eigentlich?

Liebe ist zügellos, ungestüm und sehr eigenwillig. Zu versuchen sie zu erklären wäre Blasphemie. Eine Macht, die nicht einmal eine Göttin zu lenken versteht, sollte man niemals unterschätzen oder sich ihr gar verwehren.
– Seite 135 | Morgentau

Neben den Göttern, geht es in dem Roman vor allem um eine Liebesgeschichte. Die Suche nach der wahren Liebe und der Frage, ob es diese eigentlich überhaupt gibt. Dabei soll eine Auserwählte, in diesem Fall Maya, einen von vier Göttern auswählen, mit dem sie ihr Leben verbringen will. Zur Auswahl stehen vier Jahreszeiten. Die Schilderung ihrer Charaktere und ihrer Aufgaben wurde schön umgesetzt. Allerdings fehlte es mir zum Schluss etwas an Detail. Da es sich jedoch um eine Reihe handelt, möchte ich diesbezüglich keinen Punkt abziehen, schließlich werden die Götter, für die sich Maya nicht entschieden hat, wohl zum richtigen Zeitpunkt näher erklärt werden. Davon gehe ich zumindest aus.

Ich weiß gar nicht warum, aber die Antwort verursacht bei mir Gänsehaut. Jeder sollte mal die Fürsorge eines anderen genossen haben.
-142 | Morgentau

Der Roman wird bis zur Hälfte in einem eher ruhigen Ton erzählt. Es folgen viele Beschreibungen und Erklärungen, was manchmal dazu führte, dass ich ein paar Passagen eher als langweilig empfunden habe. Es mag auch am Charakter von Maya liegen, die eher eine ruhige und beobachtende Natur hat, dass viele Passagen eher still verliefen und wenig mit sich gaben. Mayas Art wurde sehr gut wiedergegeben. Ihre naive Sichtweise der Welt und Männern gegenüber, war durchaus nachvollziehbar, genauso die Weise wie sie sich benahm und wie ihre Gedanken abdrifteten.
Zum Ende hin nimmt die Geschichte sehr an Fahrt auf, was ich mir ehrlich gesagt, bereits etwas eher erhofft hatte. Die letzten Ereignisse, so abenteuerlich sie auch waren, geschehen sehr schnell, so dass ich zwischendurch nicht einmal die Zeit hatte, um überhaupt mit Maya und ihrem Schicksal mitzufühlen. Mit einigen Ereignissen konnte ich gar nicht richtig abschließen, da folgten schon die nächsten Schritte. Wo noch am Anfang alles nach und nach geschah und eine Kürzung vielleicht angebracht gewesen wäre, wurde zum Schluss die Dramatik schnell niedergeschrieben.
Trotz dessen hat mich das Ende und vor allem die Idee dahinter, sehr überzeugt und mir noch einmal ein Lächeln abgewonnen. Vor allem die letzten Sätze haben mich auf die Folgebände sehr neugierig gestimmt.

Mein Fazit

Jennifer Wolf hat mit Morgentau einen angenehmen Reihenauftakt erschaffen, der mit einer vollkommen neuen Weltordnung und interessanten Aspekten hinsichtlich des Lebens punkten konnte. Allerdings erschienen mir einige Passagen zur Mitte hin etwas langatmig, was jedoch der rasante Abspann wiedergutmachen konnte.

Da es mir etwas an Spannung und Detail fehlte, ich jedoch die Idee hinter der Geschichte sehr mochte, würde ich den Roman als Lektüre für Zwischendurch weiterempfehlen. Es liest sich leicht hinweg und bietet eine vollkommen neue Welt, in der man sich verlieren kann.

Friend

Musikalisch kann ich an dieser Stelle übrigens Claire de Lune von Claude Debussy sehr empfehlen. Die ruhige und zugleich dramatische Art, passt hervorragend zur Stimmung im Roman. Instrumentalmusik gefällt mir beim Lesen ausgesprochen gut. Es spiegelt manchmal die Atmosphäre perfekt wieder und lässt einen Roman noch intensiver aufblühen.

Blogger des Vertrauens

Beccas Leselichtung
Letterheart
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Habt ihr auch eine Rezension zu Morgentau geschrieben?
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LoveSarah

 

Rezension: forbidden

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Vor einigen Monaten schon hat mir Becca dieses Schmuckstück empfohlen und darauf gepocht, es endlich zu lesen. Ich muss gestehen, dass ich die Geschichte erst einmal im Regal habe stehen lassen, da es mich irgendwie gar nicht gereizt hat. Bis Becca in der vergangenen Woche der Geduldsfaden geplatzt ist. Zum Glück!

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Fakten

Titel: forbidden| Autorenname: Tabitha Suzuma| Seitenanzahl: 445 | Genre: Romance | Verlag: Oetinger | Preis: 16,99 € (bei Thalia derzeit: 4,99 €) | ISBN: 978-3789147449 |

Inhalt

Eine große Liebe – voller Leidenschaft und gegen alle Vernunft Die sechzehnjährige Maya und ihr ein Jahr älterer Bruder Lochan kümmern sich um ihre drei jüngeren Geschwister, während ihre Mutter sich dem Alkohol und ihrem Liebhaber zuwendet. Verzweifelt versuchen die beiden, ihre Familie zu erhalten und kommen sich dabei immer näher. Sie wissen, was der andere denkt und fühlt, geben sich Halt und sind sich gegenseitig Trost. Eines Tages wird mehr aus ihrer Beziehung. Maya und Lochan wissen, dass sie etwas Verbotenes tun, aber ihre Gefühle sind stärker und sie können nicht mehr ohne den anderen sein. Denn: Wie kann sich etwas Falsches so richtig anfühlen? Sensibel und eindringlich erzählt Tabitha Suzuma von einer bedingungslosen Liebe über alle Grenzen hinweg. Ein Tabuthema, das bewegt, fesselt und lange nachklingt. [Thalia]

Meine Lesezeit

Verboten. Intensiv. Verzweifelt. 

Gerade höre ich das Album Coexist von The XX und schwebe in Erinnerungen an diesen Roman, der mich vollkommen zerstört zurückgelassen hat, mit einer Leere, die ich gar nicht so recht beschreiben kann. Melancholisch wie die Musik, wandern meine Gedanken zu den Passagen zurück, die mich fassungslos, verzweifelt, geradezu zerrissen lesen ließen. Zuvor habe ich bereits Romane gelesen, die ähnlich intensiv waren, bei denen mir jedoch immer das gewisse Etwas, die ganz spezielle Dramatik und Ausweglosigkeit fehlte, die Tabitha Suzuma hier jedoch bis ins winzigste Detail perfekt gespindelt hat.

Aber ich brauche das Gefühl, es in meiner Nähe zu haben: Es erinnert mich daran, dass diese glücklicheren Zeiten wirklich existiert haben. Dass das alles nicht nur eine Einbildung von mir ist.
-Lochan | Seite 21

Diese Geschichte erzählt nicht nur von einer Liebesstory zwischen einem Geschwisterpaar. Es ist so viel mehr. Angefangen bei Lochan, der soanders ist, wie all die Protagonisten zuvor. Kein Badboy, kein Draufgänger, kein Macho. Er ist ein Bruder, ein Fürsorger, ein bester Freund. Lochan ist das älteste der fünf Kinder dieser chaotischen Familie. Er hat Probleme sich in der sozialen Welt zurechtzufinden, kann mit anderen Menschen nicht sprechen, fühlt sich in so gut wie jeder Situation unwohl und hat Angst. So viel Angst. Seine Gedankenwelt wird perfekt widergespiegelt, der Druck und das Unwohlsein, welches auf ihm so schwer lastet, wird immer wieder sensibel von Tabitha Suzuma behandelt und so emotional erzählt, dass ich Lochan am liebsten zur Seite gestanden hätte, durch jede Seite, jede Situation, sein ganzes Leben.

Es ist grässlich, sich für jemanden zu schämen, den man mag; es frisst einen auf. Und wenn man dieses Gefühl überhandnehmen lässt, wenn man die Waffen streckt und aufgibt, dann wandelt sich die Scham schließlich in Hass.
-Lochan | Seite 43

Das Familienleben ist zerrüttelt, durch eine Mutter, die sich für niemanden außer ihrem eigenen Leben interessiert, mit viel zu jungen Kindern, die sich versuchen über Wasser zu halten und einem Geschwisterpaar, was Gefühle entwickelt, wo keine sein dürfen. Sie sind so verdammt jung, dass es mir zwischendurch Gänsehaut bereitet, was jeder einzelne von ihnen durchmachen musste. Nicht selten blieb mir das Herz stehen, durch die Dramatik, die nicht gespielt, sondern echt war. Durch die Nähe, die Fürsorge, die Echtheit dieser Familien, derer Leben und diese ausweglose Situation, in der sie sich befinden und aus der es kein Entkommen gibt.

Meine Geschwister machen mich manchmal wahnsinnig, doch sie gehören zu mir. Sie sind alles, was ich habe. Meine Familie, das bin ich. Sie sind mein Leben. Ohne sie wär eich einsam und verlassen.
-Lochan | Seite 43

Der Roman wird sowohl aus Lochans als auch aus Mayas Perspektive abwechselnd erzählt. Die Kapitel sind recht kurz, wodurch die Spannung zum zerbersten hochgeschraubt wird und einen gewissen Nervenkitzel durch die Zeilen zieht. Anders als in gewöhnlichen Liebesromanen, spielen hier keine Zickereien oder deplatzierte Eifersuchtsausbrücke den dramatischen Mittelpunkt der Loveinterest. Es ist der Konflikt, dass sich Geschwister ineinander verlieben und die Grundfrage, die mich weiterhin nachhaltig beeinflusst hat: Darf man das? 

Es ist immer schön, von jemand angelächelt zu werden. Es ist immer schön, von jemand gemocht zu werden. Auch wenn es die falsche Person ist.
– Maya | Seite 151

Neben Lochan und Maya, spielen sowohl die Mutter, als auch die anderen Geschwister eine gewaltige Rolle in der Geschichte. Dabei wurden ihre Charaktere perfekt ausgearbeitet. Sie waren keine unwichtigen Nebenrollen, die man so schnell wieder vergisst. Jeder einzelne hat einen bleibenden, noch lange anhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen und spielte letztendlich einen unfassbar wichtigen Part für das Ende. Ohne diese Nebencharaktere, hätte es die gesamte Geschichte nicht geben können. Das beeindruckte mich mitunter am meisten, da Nebenrollen oft vergessen, vernachlässigt oder nur als Randdekoration genutzt werden und manchmal sogar offene Enden lassen und wie aus den Kontext gegriffen wirken. Nicht hier. Hier habe ich sogar manchmal das Gefühl, es waren sechs Hauptrollen. Niemand war wegzudenken, um all die Konflikte, die Liebe, die Grenzen und Probleme überhaupt erst hervorzurufen.

Ich kann jetzt nicht darüber nachdenken, was das alles bedeutet. Ich will nicht daran denken, wie man das zwischen uns nennt. Ich will mir nicht durch irgendwelche Aufkleber aus der Welt da draußen den glücklichsten Tag meines Lebens verderben lassen.
-Maya | Seite 190

Diese Liebesgeschichte wird von Gefühlen und einer emotionalen Intensität heimgesucht, dass es schmerzt sich in die Gedankenwelt von Lochan und Maya einzufühlen. Dabei sollte einem bewusst sein, dass es sich hier um verliebte Teenager handelt und daher die Gedanken durchaus auch unglaublich kitschig werden, was ich in den Situation genau passend fand, denn genauso spielt es sich im echten Leben ab. Die Liebe wird mit einer Echtheit dargestellt, die mein Herz flattern ließ. Es war einfach wunderschön, die Geschichte zu lesen.

Am Ende geht es nur darum, wie viel man ertragen kann, wie viel man aushalten und durchstehen kann. Wenn wir zusammen sind, tun wir niemandem was; wenn wir getrennt voneinander sind, löschen wir uns selbst aus.
-Maya | 226

Doch was wird nun aus Lochan und Maya? Wie kann eine Liebesgeschichte enden, über eine Liebe, die eigentlich sogar gesetzlich verboten ist? Darf  man das? Geht das? Funktioniert das? Das Ende ist perfekt. Mehr möchte ich gar nicht dazu sagen. Es ist einfach vollkommen perfekt und anders hätte ich mir diese Geschichte wahrscheinlich nicht in Erinnerung behalten können, sonst wäre sie wieder eine von vielen geworden. Doch mit diesem Ende, ist es ein Meisterwerk.

Mein Fazit

Forbidden spricht ein absolutes Tabuthema an. Zuvor habe ich so eine Geschichte noch nie gelesen und muss ehrlich gestehen, dass ich auf so ein Thema niemals selbst gekommen wäre. Es ist ein interessanter Gedankengang, der mit einer Sensibilität angegangen wurde, die sich sehen lassen kann. Tabitha Suzuma schreibt gefühlvoll und echt und sorgte dafür, dass ich diese Geschichte wohl niemals aus meiner Erinnerung bannen kann, so sehr hat sie mich berührt und bewegt.

Ich kann gar nicht anders, als dieses Buch der Kategorie Soulmate zuzuordnen. Nicht nur, wie die Autorin das Tabuthema angegangen hat, vor allem ihre Erzählweise, die Authentizität und die Intensität der Charaktere, ihre Gedankenwelten und der Verlauf der Geschichte, bis hin zum grandiosen Ende, werden mich diese Geschichte niemals vergessen lassen.

Soulmate

Blogger des Vertrauens

Becca von Beccas Leselichtung

Leselurch

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