Ein kindliches Kribbeln

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Große dicke Flocken fallen sorglos und leicht, fast gewichtslos vom finstren Himmel hinab. Und plötzlich fühlt sich die Welt ganz anders an, plötzlich wechselt sie zu einem Sein, welches vorher nicht da war, plötzlich schleicht sich das Glück heran. Für den Augenblick, da sind wir ganz woanders. Ein Moment lang scheint alles im Reinen zu sein. Die Zeit sie verläuft wieder richtig, als gäbe es Unheil nicht oder das Böse unter uns. Die reinen weißen Flocken, in sich verwirrlich gestrickt, wie ein nicht ergründbares Puzzle, wie kleine Einhörner der Klarheit, lassen sich seicht und zärtlich auf die Erde herab. So recht können wir es nicht ergründen, doch dieser Schnee, diese gewaltigen Flocken, die in einer beeindruckenden Masse auf uns hinab rieseln, bescheren eine Schönheit, die kaum in Worten zu fassen ist. Dieser Eindruck der Vollkommenheit konnte nicht in einem schnellen Foto oder gar einem Bild erfasst werden. Die Augen, sie sehen nicht nur den bloßen Schnee, sondern spiegeln auch die Gefühle dahinter wieder und lassen uns spüren, dass diese weißen Purzelchen mehr sind als gefrorenes Wasser, was vom Himmel fällt. Gemeinsam bedecken sie die dunkeln Flecken dieser Welt mit einer großmütterlichen unschuldig reinen weißen Decke und lassen uns die nächste Zeit neu beginnen.

 

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Sarah

Winterschlaf

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Die Tage neigen sich schneller der dunklen Nacht. Sie fühlen sich kürzer an. Müdigkeit überfällt uns schneller als geahnt. Auch die Arbeitstauglichkeit lässt zu wünschen übrig.
Die Winterzeit finde ich gleichsam inspirierend, durch sein mystisches, finstres auftreten, etwas romantisch mit ein bisschen Schnee ist es obendrein auch, doch vor allem gerate ich in den gefährlichen Kuschel-Modus. Und dann wird überhaupt nichts mehr gemacht.

Statt am Manuskript herum zu werkeln, liegen wir kuschelig bequem, eingemuckelt in Decken und Kissen, vor dem Fernsehr und sehen uns alle Harry Potter Teile an. Star Wars war schließlich letzt Woche schon durch. Und wenn Harry fertig ist, dann folgen Hobbit und Herr der Ringe. Ihr seht, voll beschäftigt.

Zu gerne neigen wir uns der Kuscheligkeit, dabei ist es ja dieses Jahr eigentlich viel zu warm, um sich einkuscheln zu wollen, hehe. Doch die Jahreszeit und vor allem die weihnachtliche Vorfreude lassen sich von ein bisschen Sonnenschein schon nicht verdrängen. Mein Motto: Je mehr Weihnachts-Deko, desto mehr fühle ich mich schließlich auch wie Weihnachten, ganz gleich, was das Wetter draußen sagt.

Doch jetzt wird in die Tasten gehauen, jetzt wird weiter geschrieben, denn ich habe noch vor ein Manuskript zu beenden. Es fehlen (voraussichtlich) noch vier Kapitel!

Vernunft oder Traumberuf?

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Lern doch erst einmal etwas Vernünftiges…

Diesen Satz wird der ein oder andere schon öfter im Leben gehört haben. Vor allem jedoch Menschen, die einen künstlerischen Beruf ausüben wollen: Sänger, Tänzer, Schauspieler, Zeichner, Maler, Musiker oder eben Schriftsteller.
All dies sind Berufe, die ein gewisses Risiko mit sich ziehen überhaupt jemals damit Geld verdienen und dementsprechend eine Existenz aufbauen zu können. Und aus diesem Grund wird einem oft bei dem Wunsch nach solch einem einzigartigen Beruf die Unvernunft eingetrichtert.
Diese Menschen, die einem diese Vernunft versuchen klarzumachen haben in den meisten Fällen den gleichen Namen: Eltern.
Ja, sie meinen es ja nicht böse mit uns, keineswegs. Schließlich sollen wir uns nicht ewig mit Wäschebergen bei ihnen geborgen fühlen, sondern irgendwann selbst in die große weite Welt reisen. Daher wird einem von allen Seiten die Auswahl an vernünftigen Berufen entgegen geworfen: Eine Ausbildung in einem netten Büro. In einer Bäckerei. Oder vielleicht ein Studium als Arzt oder vielleicht Anwalt. Das sind zweifelsfrei großartige Berufe. Doch sag das mal dem Künstler.

Unvernunft schreit nach Freiheit

In den meisten Fällen entschließt man sich dazu erst einmal irgendetwas anzufangen, um dann schließlich zu merken, dass das was man tut überhaupt keinen Spass macht. Ich sehe diesen Zustand allzu oft, wenn ich an Geschäften oder Büroräumen, von mir aus auch Krankenhäusern vorbeilaufe: Viele unzufriedene Menschen, die definitiv die falsche Wahl getroffen haben.
Der Wunsch seinen Traum leben zu können, schlägt unerbittlich in so manch einer Brust. Und ich frage mich: Warum tun wir es nicht einfach? Warum sind wir nicht einmal alle unvernünftig und machen das, was wir wirklich tun wollen? Wieso nicht glücklich sein? Ganz einfach: Weil wir kleine Angsthasen sind. Oder vielmehr: Riesige Mammut-Mutations-Angsthasen. Jawohl so ist es.
Trist und trostlos jammert der ein oder andere einher und grübelt über das vergeigte, vergeudete Leben. Wieso hören wir nicht alle damit auf und machen stattdessen etwas, was uns wirklich Spass macht? Ganz einfach: Wir trauen uns nicht. An dieser Stelle ein passendes Lied von Bodo Wartke, der mich übrigens bei seinem gestrigen Konzert in Magdeburg zu diesem Text hier inspiriert hat: 

Leichter gesagt als getan

Selbstverständlich ist es nicht so einfach, wie es klingt. Einfach so alles stehen und liegen lassen und seinen Traum zu leben klingt heldenhaft, geradezu rebellisch, doch Hand aufs Herz: Wie sollen wir dann leben? Wie durch den Alltag gelangen, wie die Miete bezahlen, wenn das Ziel noch gar nicht erreicht ist?
Sinnvoll wäre es einen Beruf zu finden, der einem auf dem Weg zu seinem Ziel behilflich sein kann: Als Musiker wäre ein Musikstudium vielleicht nicht verkehrt, als Schriftsteller vielleicht eine Ausbildung im Verlagswesen oder ein Studium unterschiedlicher Gebiete, um eine gewisse Reife zu erlangen. Als Maler wäre eine Ausbildung zum Grafiker genauso hilfreich, wie ein Studium der Kunst. Natürlich ist es noch nicht das Wahre, das Echte, dennoch kann es einen weitaus mehr bereichern, als es vielleicht den Anschein macht. Und Erfahrung kann man nie genug haben. Zudem benötigt ein Künstler Inspiration und nur dort draußen in der weiten Welt werden wir sie überhaupt finden.

Einen Traumberuf im Bereich der künstlerischen Branche zu ergattern ist eine Rarität die nicht jedem zu Teil wird. Und um dieses Ziel erreichen zu können Bedarf es an viel Arbeit und vor allem: Durchhaltevermögen. Viele Absagen, Ablehnungen und negative Erfahrungen werden einem mit Fäusten eines Hulks vom Weg abbringen und Zweifel aufkommen lassen. Doch nur wer nicht aufgibt, niemals loslässt, stetig aufsieht und den Glauben an sich nicht verliert, kann vielleicht tatsächlich irgendwann seinen Traum einfangen und muss ihn nie wieder loslassen.

X Sarah

 

NaNoWriMo: Tag 17, 34193 Wörter

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Trotz beständiger Müdigkeit habe ich geschrieben und obwohl ich in der Zeit liege, war ich dann doch seht enttäuscht, dass es nicht mehr Wörter geworden sind. Es hat sich nämlich definitiv nach mehr angefühlt.

Wenn sich Sekunden wie Stunden anfühlen

Dieses Gefühl kennt natürlich jeder. Ob während des Schreibens, oder bei langen Warteschlangen an der Kasse: Die Zeit hat ihre eigenen Wege zu verstreichen. Für wahr können so Minuten zu gefühlten Stunden werden und Stunden wiederum in einem Moment an einem vorbei ziehen. Schon eigenartig. In Büchern ließt man allzu oft, dass sich ein Moment gleich vieler Stunden in die Länge zog und man glaubt der Autor übertreibe massiv. Doch weit gefehlt. Wenn man sich erst in solch einer Situation befindet, einem Moment entgegen strebt oder Zeit verstreichen muss, dann, ja dann lässt sie gut auf sich warten.

Mehr Worte, als man glaubt

So habe ich heute den gesamten Nachmittag und späten Abend damit verbracht zu schreiben. Nebenher liefen einige Filme und Musik und ich glaubte ein halbes Buch niedergeschrieben zu haben und wenigstens an die 35 000, wenn nicht gar an überhebliche 40 000 herangekommen zu sein. Weit gefehlt.
Das heißt nicht, dass mich das Schreiben gelangweilt hat, doch anscheinend hat sich in meinen Gedanken mehr abgespielt, als dann tatsächlich auf dem Papier erschienen ist, oder Szenen erschienen mir schlichtweg ausführlicher als sie eigentlich waren.

Müde werde ich mich jetzt zu Bett begeben und hoffen, dass zumindest bis zum Ende der Woche die 40 000, wenn gar nicht am Wochenende sogar die 45 000 geknackt sind.