Ich bin ein #Schreibnächtler

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Da gibt es etwas in meinem Leben, was seit geraumer Zeit zu einem großen Bestandteil geworden ist. Etwas, was ich nie mehr müssen möchte, etwas, dass mir unfassbar viel bedeutet: Die Schreibnacht. Und anlässlich des Jubiläums von satten 40 Schreibnächten, möchte auch ich ein paar Worte schreiben.

Was ist eigentlich los?

Am kommenden Samstag, den 29. April, startet die 40. Schreibnacht. Das sind verdammt viele Abende, mit unglaublich vielen Menschen, die nun mit einer grandiosen Feier gekrönt wird. Denn bei diesen Schreibnächsten handelt es sich nicht um irgendwelche Schreibabende. Es sind die Schreibnächte. Die Community umfasst mittlerweile weit über 2000 User, die allesamt dasselbe Ziel vor Augen tragen: Schreiben. Und das aus Leidenschaft und wohlmöglich für immer.
Jeden Monat wird eine Schreibnacht veranstaltet, in der wir uns gemeinsam online versammeln, um an unseren Hauseigenen Tastaturen unsere Texte zum leben erwecken. Und das gemeinsam. Die vermeintliche Meinung wir Autoren wären Einzelgänger, die einsam im Kämmerlein na ihren Manuskripten arbeiten, lässt sich angesichts dieser Community kaum bestätigen. Wir sind Rudeltiere und wir lieben es.
Und weil so eine 40. Schreibnacht etwas sehr besonderes ist, haben sich Paulina und Elise etwas einfallen lassen. Etwas sehr besonderes. Sie haben die Aktion #Schreibnächtler ins Leben gerufen, bei dem jeder, der Teil dieser Schreibgemeinschaft ist, etwas über sich und das Forum preisgeben kann. Die Geschichte hinter sich selbst und der Schreibnacht. Und mit diesem Beitrag möchte ich euch von mir selbst als Schreibnächtler sehr genau erzählen, in 14 Fragen der beiden Schreibnächtler.

Vierzehn Fragen und meine Antworten als Schreibnächtler

1. Kannst du dich an deine erste Schreibnacht erinnern und wenn ja – wann war die?

Leider kann ich das so ganz explizit nicht. Es wird irgendwann Anfang des vergangenen Jahres gewesen sein, allerdings habe ich mich wohl an dem Abend erst registriert und war mit dem Forum im ersten Moment etwas sehr überfordert. Zu Beginn war ich erst einmal nur Beobachterin und wollte mich umschauen, was an dieser Schreibnacht eigentlich so besonders ist. Anscheinend ziemlich viel, denn ich bin geblieben und kann mir nicht vorstellen wieder zu gehen.

2. Was sind deine ultimativen Schreibnacht-Essentials?

Puh. Zunächst einmal viel Koffein. Sehr viel. So viel, dass es angesichts meiner Körpergröße bestimmt nicht ganz legal ist. Und Süßkram. Unmöglich viel Süßkram. So viel Süßkram, dass sich mein Zahnarzt nach jeder Schreibnacht auf seine Arbeit freut (oder so in etwa). Darüber hinaus dürfen Notizblöcke, unzählige Kugelschreiber und die passende Musik auf keinen Fall fehlen.

3. Was war dein liebster Schreibnacht-Moment?

Ein einziger Moment? Das kann ich so gar nicht festhalten. Für mich besteht die Schreibnacht aus vielen unglaublichen Momenten, die bei mir ein gewaltiges Gefühl von Geborgenheit entfalten.

4. Hast du schon einmal ein Buch durch die Schreibnächte fertig gestellt? Wenn ja, stell es uns doch vor!

Durch eine offizielle monatliche Schreibnacht selbst nicht. Dazu war das Timing immer falsch, weil es grundsätzlich immer vorher oder deutlich später endete. Allerdings wäre ich ohne die Schreibnacht nicht so weit gekommen, überhaupt meine Geschichten wirklich zu beenden, danach zu überarbeiten und mir einen wirklichen Weg zur Veröffentlichung aufzubauen. Der Sandkornzähler zum Beispiel, den habe ich im April geschrieben und es war eines meiner ersten Geschichten, die durch die Schreibnacht ins Leben gerufen wurde.

5. Gibt es für dich gute Schreibnacht-Mucke? Was hörst du gerne in diesen langen Nächten?

Oh, das ist ganz davon abhängig, was ich eigentlich gerade schreibe und an welchem Projekt ich sitze. Irgendwie muss es zum Setting passen, da findet sich eigentlich immer recht schnell etwas. Und unser wundervoller Plattenplausch im Schreibnachtforum hat immer einige Playlists und Musikideen, bei denen ich gerne reinhöre.

6. Bist du ein Früh-Aufhörer oder überlebst du auch mal die Geisterstunde (Hast du schon einmal bis 3 Uhr geschrieben)?

Jetzt kann ich mich ja outen. Ich bin so ein ausgearteter Nachtmensch, dass meine liebsten Schreibstunden zwischen 1 Uhr und 5 Uhr morgens sind. Da ist es so unfassbar ruhig, dort draußen in der Welt, dass ich meinen eigenen Weg zum schreiben finde.

7. Wie weit bist du gerade mit deinen Projekten? Wirst du Schreiben, Plotten oder Korrigieren?

Da wir uns derzeit im Camp-Monat des NaNoWriMo befinden, habe ich mir ein Schreibziel von 50 k gesetzt. Durch das Bloggen habe ich einige Wörter bereits verzeichnen können, doch leider fehlen im Prosa noch einige. Derzeit sitze ich an einem neuen Romanprojekt, weil ich zu meinem alten noch etwas Abstand brauche, um es genauer zu korrigieren und zu überarbeiten. Also wird am Wochenende geschrieben und das ziemlich viel! Geplottet ist bereits alles, so dass es für mich hoffentlich eine sehr wortreiche 40. Schreibnacht wird.

8. Wenn du Jemanden einladen könntest, der noch nicht Teil der Schreibnacht ist, wen würdest du da auswählen (tag!)

Obwohl die liebe Mika leider kein Fan von Foren ist, wäre sie meine erste Wahl. Irgendwann lotse ich sie schon zu uns hin. Denn wir sind alle super lieb und Mika passt einfach wunderbar zu unserem verrückten Haufen Schreibnächtler.

9. Welchen special Guest fandest du besonders klasse?

Ähm. Ich kann mich an meinen ersten Specialguest erinnern und das war Cornelia Funke. Ich war so geflashed, dass sie sich für uns jungen Autoren ihre Zeit genommen hat, um unsere Fragen zu beantworten. Das war schon ziemlich cool. Worüber ich etwas traurig war, sie verpasst zu haben, war Jenny May Nuyen. Ich mag ihre Geschichten sehr und habe genüsslich die Fragen und Antworten im Rückblick gelesen. Das ist echt super. Für die Zukunft würde ich mich sehr auf Sebastian Fitzek freuen, weil ich glaube, dass er eine ziemlich coole Socke ist!

10. Zeig uns ein Bild, dass du während der Schreibnacht aufgenommen hast und teile mit uns diesen ganz speziellen Schreibnacht-Flair!

Hahahahahaha. Der ist gut. Als ob ich vorzeiglich wäre, wenn ich mich bei der Schreibnacht im rosa Bademantel, Einhornhausschuhen und vollgestopft mit Süßigkeiten vor der Tastatur sitze.

11. Hast du schon einmal an einem der Schreibnacht- Treffen (ob regional oder bei Buchmessen) teilgenommen oder hast es noch vor?

Uuuuuuh! Mein erstes offizielles Treffen wird in ein paar wenigen Wochen in Münster stattfinden und ich bin jetzt schon total aufgeregt deswegen und etwas sehr nervös, weil ich glaube ich die Neue sein werde, die dort noch niemanden kennt, hehe. Und ich freue mich gewaltig.

12. Bist du bei der nächsten Schreibnacht dabei? Woran wirst du schreiben?

Wie jetzt? Du meinst die 40. Schreibnacht? DIE 40. SCHREIBNACHT? Alberne Frage.

13. Hast du schon einmal das Buch eines anderen Schreibnächtlers gelesen?

Gelesen nicht, allerdings liegen viele auf meinem Kindl. Der Sub, ihr versteht, er wächst und gedreiht und ich sorge dafür, dass die Größe immer beachtlich bleiben wird. Hehe.

14. Hier ist Platz für deine ganz speziellen Geburtstagswünsche!

Hach liebe Schreibnacht <3 Danke, Jennie, dass du so viel Zeit aufopferst und uns diesen Ort geschaffen hast, für uns Schreibnächtler. Das ist wirklich wundervoll :‘)

 

Der Mythos Schriftsteller

HimmelTastaturWie stellt man sich eigentlich so einen Schriftsteller vor? Vermutlich als alten Mann, der mit einer Schreibfeder über Pergament brütet, daneben eine Falsche Wein, eine Kerze, viel Gemurmel, Flüche, etwas Verzweiflung und die kreativ leuchtenden Augen, wenn nach Stundenlangem Grübeln tatsächlich die Geschichte vorwärts geht. Vor allem jedoch und ich glaube, diesen Gedanken haben viele: Schriftsteller sitzen alleine da. Schreiben ihr Werk alleine. Das Schreiben wird als einsames Werk angesehen, versunken in einer Welt der Kreativität. Doch dieser Gedanke trügt.

Unser Zeitalter: Schreibgruppen, Schreibforen & WhatsApp

Als ich mit dem Schreiben begann, wusste keiner davon. Ich schrieb allein, in meinem Zimmerlein, teilte mich niemandem mit, erzählte nicht davon. Meine Geschichten wollte ich damals noch nicht teilen, sie sollten erst fertig sein. Doch dazu bedurfte es erst einmal die nötige Erfahrung und reichlich Übung, um überhaupt etwas anständiges aufs Papier zu bringen. Meine Anfänge wollte ich mit niemandem teilen. Und das auch nicht unbedingt zu unrecht, hehe.
Zu Beginn durchforstete ich das Internet, stöberte auf Blogs herum, las unzählige Artikel über Autoren, das Schreiben und überhaupt die gesamte Bücherwelt. Allerdings nahm ich an Diskussionen selbst nicht Teil. Ich war nur ein Beobachter, sonst nichts.
Das änderte sich allerdings vor zwei Jahren. Erst einmal lief es etwas zögerlich ab. Ich fing an selbst Artikel zu schreiben und lernte so einige Menschen kennen, die auch schrieben. Andere Autoren. Andere junge Schriftsteller, die ebenfalls an dem Punkt standen, wo ich mich befand: Ganz am Anfang.

Das Bloggerleben. Viele Autoren eröffnen einen Blog. Schreiben über ihr Leben als Schriftsteller. Ihre Anfänge. Gute Tage. Schlechte Tage. Dabei beziehen sie sich meist auf ihre Fortschritte, erzählen, wie die Geschichte vorwärts kommt, posten gelegentlich ein paar Zeilen aus dem aktuellen Manuskript. Man kann jeden kleinen Schritt selbst mitverfolgen. Ich selbst bin in der Hinsicht nicht so mitteilungsbedürftig, was vor allem daran liegt, dass ich mir nicht bei jedem Schreibprojekt sicher bin, ob und wann ich es veröffentlichen möchte. Allerdings ist diese Art des Bloggens eine Möglichkeit schon sehr früh Leser zu finden, die den Weg mitverfolgen.
Ich tendiere eher dazu, alles um das Thema Buch und Schreiben zu posten. Dazu gehören Artikel über die Schreibwelt, als auch Rezensionen, Berichte über Messen, den Austausch mit anderen Autoren, und über mein Dasein als Schreiberling. Dabei trenne ich die unterschiedlichen Aspekte nicht, sondern vereine alles auf einer Plattform. Viele Autoren tendieren eher dazu, alles strikt zu trennen. Buchblog. Autorenblog. Coverblog. Ich kann den Gedanken dahinter durchaus nachvollziehen, so riskiert man nicht diejenigen, die sich nur für eine Kategorie interessieren, zu überlagern und aus den Augen zu verlieren. Persönlich mag ich es lieber, wenn ich alles über einen Menschen auf einer Seite finde. Doch das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Facebook-Gruppen. Wenn man sich erst einmal in dem Metie der Schreiberei bewegt, lernt man sehr schnell unfassbar viele Menschen kennen. Obwohl es manchmal den Anschein macht, dass sich junge Menschen nicht wirklich mit Büchern und dem Schreiben auseinander setzen: Das trügt gewaltig. Wir schreiben. Und wir sind verdammt viele Menschen. Ich bin wirklich geplättet über die Anzahl an Menschen, die schreiben, veröffentlichen, sich austauschen und sich so greifbar in den Netzwerken etablieren. Dabei gibt es unzählige Schreibgruppen, in denen es ausschließlich genau um dieses Thema geht: Schreiben. Dazu zählen die Schreibnacht, welches wohl einer der ersten und einer der größten Plattformen für Autoren grworden ist. Auf Facebook gibt es sie als Schreibgruppe, Seite und in den Weiten des Internets noch ebenfalls als Forum (dazu später mehr). Dort bin ich regelmäßig vorzufinden. Dort kann man Fragen stellen, sich mit anderen Schreibern austauschen, Kritik anfragen und einiges über die Schreibwelt dort draußen lernen.
Die nächtliche Schreibwerkstatt hat sich ebenfalls sehr stark etablieren können. Sie punktet durch die regelmäßigen Schreibabenden, die jeden Donnerstag & Samstag ab 18 Uhr stattfinden. Den Abend über leitet einer der Admins. Dabei kann man so viel schreiben, wie es einen beliebt, es ist zu dieser Zeit immer jemand in der Gruppe aktiv, es werden Denkanstöße geliefert, Zwischenfragen gestellt und kleine Motivationsschübe gesetzt.
Ganz neu existiert die Gruppe, die Ava Reed im Januar diesen Jahres in Leben gerufen hat. Dabei finden …
Neben Schreibgruppen, in denen das Schreiben an sich im Mittelpunkt steht, gibt es noch Gruppen, die beim Schreiben sehr hilfreich sein können. Unter anderem Autoren-Marketing, Recherche-Pool für Autoren und unterschiedliche Gruppen, die bei der Wahl von Covers behilflich sein können. Es gibt unfassbar viele Gruppen, die sich detailiert auch mit den unterschiedlichen Aspekten des Schreibens, der Veröffentlichung und Werbung auseinander setzen. Wenn man gründlich sucht, findet man genau die passenden für einen selbst. Zu Beginn bin ich recht vielen Gruppen beigetreten, um etwas herumzuschnuppern, zu gucken, wo ich gut reinpasste. Am Ende sind es eine Auswahl von 10 geworden, in denen ich in 5 sehr aktiv bin.
Neben Gruppen, die sich auf die Welt von Autoren bezieht, gibt es noch zwei Gruppen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Zum einen sind es die Zeilenspringer. Eine unfassbar herrliche Gruppe, in denen unglaublich viele Menschen anzutreffen sind, die alle ein Herzensthema haben: Bücher. Dadurch, dass viele Autoren ebenfalls dort anzutreffen sind, kommt das Thema Schreiben auch nicht zu knapp vor. Allerdings dreht sich das Hauptaugenmerk eher um Bücher und wie sehr wir sie alle lieben, haha. Ich liebe diese Gruppe, die Menschen dort sind einfach unglaublich und wir teilen alle dasselbe Hobby, was irgendwie ziemlich cool ist.
Dann hat der Drachenmond-Verlag vor einigen Wochen die Drachenflüsterer ins Leben gerufen. Dort stehen natürlich die Bücher des Verlags und alle Autoren im Mittelpunkt, was für Fans wie mich natürlich der absolute Wahnsinn ist. Dort dürfen Fragen an die Autoren gestellt werden, Bücher werden vorgestellt, Gewinnspiele, Zitate, Bucheindrücke und so einiges mehr gepostet.

Schreibforen. Ganz weit Vorne steht dabei die Schreibnacht. Es ist ein unglaubliches Forum und ich bin mir nicht einmal sicher, ob es etwas vergleichbares gibt. Die Schreibnacht veranstaltet einmal im Monat die Schreibnacht. Bei dieser wird ein Special-Guest (meist ein Autor, manchmal auch Verlags-Menschen, wie Lektoren) eingeladen, dem man eine Stunde lang Fragen stellen darf. Danach wird geschrieben, die ganze Nacht. Dabei werden unterschiedliche Etappen und Schreibziele, Hintergrundfragen zur Story und Schreibszenarien gestellt, um das ganze etwas aufzupeppen. Währenddessen kann man selbst auch Themen zum Schreiben erstellen, Fragen stellen und vieles rund um die eigene Story erfahren. Es ist unfassbar, wie viele Menschen an diesen Abenden dabei sind und gleichzeitig an ihren Geschichten arbeiten. Das ist wirklich ziemlich cool Vor allem könnt ihr uns auf Twitter verfolgen. In der Schreibnacht sind wir gar nicht zu übersehen. Neben den Schreibnächten selbst, ist das Forum unglaublich aktiv mit unterschiedlichen Topics und unfassbar vielen Events. Dabei gibt es unter anderem die Schreibabenteuer, die WriYoBo-Veranstaltungen, Schreibbuddies, Mararthon-Wochenenden und vieles mehr. Im Forum tummeln sich mittlerweile über 2000 User. Und seit kurzem darf ich mich glücklich schätzen Teil des Teams zu sein.

Buchplattformen. Dabei dürfte wattpad zu den wichtigsten Seiten gehören. Dort kann man seine Bücher, Ausschnitte, erste Kapitel, je nach dem wie es einem beliebt, online hochladen und sich der Kritik stellen. Es ist wirklich unglaublich hilfreich, um sich die unterschiedlichen Meinungen einzuholen und selbst an seinem Schreiben arbeiten zu können.
Darüber hinaus denke ich, dass Lovelybooks ebenfalls eine ausgesprochen wichtige Seite ist. Zwar dürfte es vorrangig Buchbloggern und Lesern interessieren, allerdings ist es für angehende Autoren wichtig dieses System zu begreifen. Denn dort ist es möglich später Leserunden zu veranstalten, um das Buch zu diskutieren und Rezensenten zu finden. Außerdem ist die Seite im allgemeinen wundervoll, für Büchervernarrte im allgemeinen und das sind wir ja alle irgendwie.

WhatsApp-Gruppen. Ja, auch Autoren haben WhatsApp-Gruppen und das nicht zu knapp. Oft finden sich Schreibbuddies mit den gleichen Genre oder ähnlichen Ambitionen zusammen, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, zu motivieren, Kritik, Hilfe oder ähnliches einzuholen. Solche Gruppen erschließen sich meist innerhalb der unterschiedlichen Foren und Schreibgruppen auf Facebook und umfassen oft nicht mehr als 10 Mitglieder, aus Gründen der Übersicht.

Schreibtreffen. Die gibt es natürlich auch. Wie witzig es ja ist, dass diese als Offline-Treffen bezeichnet werden, doch den Namen tragen sie oft zurecht. Denn all diese Menschen, die sich in Literatur-Cafes oder sonstigen Orten zusammentreffen, um über das Schreiben und Bücher zu sprechen, kennen sich zunächst nur aus dem Internet. Mit der Zeit wurden dann Zusammentreffen in unterschiedlichen großen Städten geplant, wo ausgiebig geschrieben und über das geschrieben gesprochen wird. Ich selbst war persönlich noch bei keinen der Treffen dabei, da sie meist in größeren Städten stattfinden oder ich einfach zu verplant bin. Allerdings findet bald eines in meiner Nähe, und zwar in Münster, statt. Ich bin gespannt und freue mich schon wahnsinnig drauf :)

Früher schrieb man allerdings auch nicht alleine.

Natürlich gab es kein Internet. Das heißt aber nicht, dass Autoren alleine irgendwo in einer Höhle lebten, und dort ihre Bücher schrieben. Früher gab es Kaffeehäuser*. Ja, ganz im ernst. Und viele bekannte Autoren haben sich zu solchen Gemeinschaften zusammengefunden, um sich über ihre Projekte auszutauschen, Kritik von Kollegen einzuholen, Plotlücken zu füllen und sich allgemein über das Schreiben und die Literatur im Allgemeinen auszutoben. Denn eines ist sicher: Wir Autoren brauchen uns gegenseitig. Wir verstehen uns, begreifen die Probleme und bieten reichlich unterschiedliche Lösungen. Außerdem lieben wir es über das zu diskutieren, worüber wir schreiben, entdecken vielleicht neue Themen und besprechen die Texte anderer.
Dabei schrieben auch viele allein an solchen öffentlichen Orten, um sich von der Umwelt inspirieren zu lassen.
Die Kaffeehäuser finden ihren Ursprung in Österreich. Doch auch in Deutschland versammelten sich allerhand bekannte Autoren an solchen öffentlichen Orten, um sich dort inspirieren zu lassen, oder sich mit Freunden der Literaturszenen auf Diskussionen einzulassen. Unter anderem tummelten sich dort: Stefan Zweig (Die Schachnovelle, ich liebe dieses Buch, und das, obwohl es Teil des Deutschunterrichts war, hehe) und Erich Kästner.

Nicht gerade unbekannt war ein ganz spezieller Freundeskreis, genannt, die Inklings*. Es war eine Gruppe junger, nicht gerade unbekannter Männer. Diese Gemeinschaft tat sich durch Zufallen zusammen, waren sie eigentlich alle Freunde, allerdings mit derselben Leidenschaft: Schreiben und Bücher. C.S. Lewis, seiner Tage Dozent in Oxford, gründete mehr oder weniger diese Gemeinschaft. Mit darunter befand sich außerdem J.R.R. Tolkien. Sie disktuierten über ihre Werke, versuchen sich mit gegenseitigem Austausch zu motivieren, kritiseren und versuchten gar Aspekte des jeweils anderen in ihren eigenen Geschichten unterzukriegen. Sie bewunderten und bewerteten sich, um ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Na, wie sieht es bei euch aus? Kommen euch manche Namen bekannt vor? Seid ihr selbst irgendwo vertreten? Ich bin auf eure Antworten gespannt.

Alles Liebe
SR


Quellen: Wikipedia

Titelbild: Copyright by Sarah Ricchizzi
Foto: Pixybay

Der fiese Wordcount und warum er uns Autoren in den Wahnsinn treibt

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Oft werde ich gefragt, wie viele Seiten ich am Tag so schreibe. So generell, was denn mein Schnitt wäre. Dabei wird diese Form der Frage eher von Lesern oder Freunden formuliert. Autoren würden in der Hinsicht ganz anders nachfragen.

Seite ist nicht gleich Seite

Klingt vielleicht erst einmal komisch, doch von einer regulären Seite zu sprechen ist zunächst einmal kritisch zu betrachten. Denn es ist so: Nicht jeder Autor schreibt in der gleichen Formatierung. Wie ist die Seite eingerichtet? Wie lautet der Zeilenabstand? Schriftgröße? Schriftart? All das trägt dazu bei, dass auf einer Seite gleich mal die doppelten Wörter reinpassen und daher ein wirklicher Austausch oder eine direkte Aussage darüber, wie viel man eigentlich an Seiten pro Tag schafft, eher schlecht getroffen werden kann.

Die Normseite

Bevor jetzt die bösen Zeigefinger auftauchen und das Geschrei groß wird: Eine tatsächliche gängige Formatierung einer Seite, die viele Autoren kennen, gibt es wirklich. Sie wird die Normseite* genannt. Klingt simpel, doch sie erfüllt ihren Zweck. Denn sie ist ein Mittel, um sowohl anderen Autoren, vor allem jedoch Verlagen mitzuteilen, wie lang so ein Roman denn eigentlich ist. Denn mit Normseiten arbeiten vor allem Lektoren. So tauchen keine eigenartigen Schriftarten auf, nichts wird auf eine Seite gequetscht und alles sieht herrlich gleichschichtig aus. Wenn so manch Autor von der Anzahl seiner Seiten oder dem Fortschritt des Romans spricht, dann kann es sein, dass er die Aussage über die Normseite trifft. So lässt sich leicht beurteilen, wie weit das Werk ist oder wie umfangreich. Auch lässt sich einschätzen wie viel oder wenig man am Tag dadurch schafft.
Allerdings arbeiten nicht alle Autoren mit Normseiten. Zum Schluss wird der Text einfach in ein zweites Dokument geladen und zur Normseite formatiert, damit es auch Verlagskonform ist. Allerdings wirkt der Text recht langweilig, so dass viele einfach in einer selbst eingerichteten Seite arbeiten.
Ich persönlich schreibe alles komplett in Normseite.

Der Wordcount

Die meisten jedoch sprechen darüber, wie viele Wörter sie am Tag schaffen. Oft nimmt man sich eine gewisse Wortanzahl am Tag vor, die es zu erreichen gilt. Ein bestimmtes Montagsziel darf es auch gerne sein. So ist es leicht seine Ziele zu verfolgen und schnell reihen sich so viele Wörter aneinander und man hat direkt das Gefühl furchtbar viel an einem Tag geschafft zu haben. Stephen King zum Beispiel nimmt sich vor 2000 Wörter am Tag zu schreiben. Das ist ein wirklich guter Schnitt.
Mein höchster Satz an einem Tag waren 12 000 Wörter. Meinen Schnitt kann ich gar nicht so genau nennen, denn ich dokumentiere meine Wortanzahlen erst seit Januar 2017. Davor habe ich einfach geschrieben, ohne darauf zu achten. Viele würden sagen, dass das doch auch vollkommen in Ordnung sei, schließlich sollte der Spaß nicht verloren gehen und wenn man sich bis zu einer gewissen Wortzahl zwingt, geht die Freude daran verloren. Das würde ich allerdings nicht so unterschreiben. Die Sache ist nämlich die: Es gibt Tage, da läuft es echt schlecht. Der Plot ist nicht aufgefeilt genug, irgendetwas stimmt nicht, eine Passage muss überarbeitet werden, damit weiter geschrieben kann und irgendwie geht es nicht voran. Es ist dann gut zu wissen, wie viel man überhaupt geschafft und dass man rückwirkend sehen kann, wie viel man zuvor erreicht hat und weiß, dass so kleinere Phasen vollkommen in Ordnung sind. Denn die guten Schreibtage gab es schließlich auch.

Monatsziele

Sich selbst ein Monatsziel zu setzen, ist wirklich super. Durch den NaNoWriMo (National Novel Writing Month, Wortziel im November 50 000 Wörter) kam dieser Gedanke überhaupt erst auf. Danach galt es sich zu überlegen: Wie viel will ich eigentlich regulär in einem Monat schaffen?
Die Schreibnacht hat sich dazu auch Gedanken gemacht und den WriYoBo ins Leben gerufen. Es ist ein Schreibmarathon der gesonderten Art: Wir wurden in vier Gilden aufgeteilt. Es gilt so viel in einem Jahr zu schreiben, wie es einem möglich ist, einen Wordcount von 10 000 im Monat darf jedoch nicht unterschritten werden. Zu wissen, dass auch andere dieses Ziel haben, motiviert ungemein selbst auch zu schreiben. Dadurch tauchen keine faulen Ausreden auf. Mal abgesehen davon, dass es ein unglaubliches Gefühl ist zu wissen, dass dort draußen so viele Schreiberlinge sind, die genau dasselbe tun: Nämlich in ihre Geschichten eintauchen und weiterschreiben. Schreiben. Schreiben. Schreiben.

Den Überblick behalten

Wenn man nicht unbedingt der Typ für eine größere Community ist, oder einfach nur für sich die Wörter zählen möchte, um einen kleinen Schubser für zwischendurch zu erhalten, der kann sich entweder einfach selbst eine Jahres-Excell-Tabelle erstellen, in dem jeder Monat auftaucht und alles aufs Jahr gestaffelt wird. Oder man lädt sich eine App runter. Es gibt unglaublich viele Apps die dabei behilflich sein können. So manch eine erinnert einen daran zu schreiben, wenn man den täglichen Wortcount noch nicht eingetragen hat. Wirklich praktisch. Und auch wenn es sich so manch einer vielleicht nicht vorstellen kann: JA, wirklich! Es spornt einen an zu schreiben, auch, wenn so mancher Tag vielleicht nicht so gut verlaufen ist. Probiert es aus, vielleicht entdeckt ihr ja was für euch.

 

SR


Ein paar Definitionen, die andernfalls den Lesefluss vielleicht stören:
*Normseite, dieDie Normseite ist eine Hilfsgröße, mit der man den Umfang eines Manuskripts abschätzen kann. (…) 30 Zeilen zu jeweils maximal 60 Anschlägen. (…) Von der VG Wort vereinfacht als Normseite à 1500 Zeichen.

 

Quelle:
Wikipedia

 

Die BuchBerlin – Aufregende Stunden

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In der Tat, die Buch Berlin ist bereits ein paar Tag vorbei. Allerdings kann ich auch nichts dafür, dass der NaNoWriMo unbedingt im gleichen Monat stattfindet, wie die Buch Berlin. Und da musste (und muss immer noch… ahem. Tick.Tick. ich schreibe mal schneller) ich erst einmal einige Wörter nachholen (so fast alle.).

Wie dem auch sei!

Gemeinsam mit meinem Liebsten (Nino <3) habe ich mich auf dem Weg nach Berlin gemacht. Dabei sind wir ganz bequem mit dem FlixBus gefahren, so dass wir beide am Laptop sitzen, schreiben und Filme gucken konnten, hehe. Super Sache, so eine Busfahrt!

Zur Buch Berlin zu gehen war keine zufällige Begebung: Meine Autorenkollegin Mika M. Krüger feierte vor Ort ihren Release von ihrem Dystopie-Roman Totenläufer! Ich kann euch gar nicht sagen, wie unglaublich cool der Roman ist. Ich hatte die Ehre einer der Betaleser sein zu dürfen und ordentlich rumzumäkeln – allerdings gab es da nicht viel zu kritisieren, weil die Story einfach wunderbar war und durch eine unglaublich intensive Überarbeitung von Mika einfach nur perfekt geworden ist. Schaut gerne bei ihr vorbei, das Buch lohnt sich! In der nahen Zukunft könnt ihr  bei Buchstabenträumerin eine Rezension nachlesen <3 Auf dem Foto sehr ihr: (Links) Stella, Mika & ich! 15202696_367596843573968_3656665173700791889_n

Neben Mika habe ich noch weitere Autoren getroffen und bei so einigen Verlagen durchgeschnuppert. Hach, es war einfach herrlich. Ich gehe davon aus, dass wir nächstes Jahr definitiv wieder dabei sein werden. Durch die schnuckelige Atmosphäre wirkten all die tollen Verlage (aaaah Drachenmond <3 hach, ich hätte am liebsten den ganzen Stand leergekauft) sowie Autoren wie eine kleine Familie mit der man gemütlich plaudern konnte. Wirklich empfehlenswert. Darüber hinaus ist es so wunderbar für Selfpublisher, denn rein preislich ist es auch für sie erschwinglich sich dort einen Tisch zu ergattern und unter die Menge zu begeben.

Darüber hinaus hat sich vor Ort ein kleines feines Schreibnachttreffen ergeben! Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit, doch für ein Foto reichte es allemal.

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Na, war einer von euch vor Ort?

-SR