Rezension: Origin

Bewertung ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)

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Fakten

Titel: Origin – Schattenfunke
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Carlsen

Worum geht es?

Daemons Leben hat jeglichen Wert verloren, seit Katy von Daedalus festgehalten wird. Auch Katy ist verzweifelt. Täglich muss sie neue Experimente über sich ergehen lassen. Trotzdem beginnt sie zu ahnen, dass Daedalus nicht nur schlechte Seiten hat. Und sind die Lux wirklich so friedlich, wie sie es bisher immer annahm? Wer sind hier die Guten und wer die Bösen? Katy ist fest entschlossen, eine Antwort auf diese Fragen zu finden – doch dann könnte es bereits zu spät sein. Vor allem, wenn Daemon bis dahin nicht wieder an ihrer Seite ist …*

Wie hat es mir gefallen?

Das Ende von Opal hat mich wirklich wahnsinnig gemacht. Ich habe noch nie zuvor so einen furchtbaren Cliffhanger miterlebt. Innerlich etwas zerstört, wollte ich erst einmal nicht weiterlesen. Irgendwie konnte ich es nicht. Denn eins war sehr gewiss: Zu Beginn würden Katy und Daemon eine Zeitlang getrennt sein und irgendwie hatte ich keine Lust. Keine Lust darauf zu warten, dass der Punkt erreicht ist, wo sie wieder zusammenfinden. Doch die Spannung packte mich. Und wie!
Dieser Teil ist wohl der spannendste dieser Reihe. Aktiongeladen, Nervenkitzel und Grauen spuken durch die Seiten. Im Mittelpunkt dieses Bandes steht Daedalus, was sie vorhaben, was sie eigentlich genau sind und was sie genau von Katy und Daemon wollen. Dabei geht die Autorin mit unseren Lieblingen nicht gerade zimperlich um. Es wird heftig. Hier werden wir als Leser nicht ein Stück verschont.
Einige Überraschungen lauern auf uns, unvorhergesehenes geschieht. Man wird selbst paranoid, vertraut niemandem und fürchtet hinter jedem Kapitel auf die nächste Katastrophe, die wir mit Daemon und Katy durchstehen müssen. Bis zum Schluss hält die Spannung gnadenlos an. Die Zeilen konnte gar nicht schnell genug verfliegen, ich musste einfach wissen, wie es ausgeht. Musste erfahren, was das Ziel aller sein wird. Alles ist stets ungewiss. Kaum glaubt man, dass man weiß, worauf alles hinausgeht, da lauert die nächste Überraschung auf. Alles läuft sehr schnell vonstatten, es gibt keine langgezogenen Szenen, keine überflüssigen Gespräche. Jede Geschichte wirkt durchdacht, jede Rolle perfekt inszeniert, die Gespräche genau richtig gesetzt.
Mein absolutes Highlight: Die Story wurde dieses Mal aus BEIDEN Perspektiven geschrieben. Die Autorin hat diesen Part unglaublich gut umgesetzt. Die Charaktere wirken durch ihre Sichtweisen noch echter und tiefgängiger als zuvor. Der Sprachstil passt sich perfekt den Zügen der Protagonisten an. Die gesamte Art, wie Daemon denkt, fühlt und sich verhält, wird wirklich grandios umgesetzt. Es wirkt aus beiden Perspektiven authentisch, so dass mir die Hilfen, die an den jeweiligen Kapiteln gesetzt werden, wessen Perspektive nun aufgestellt wird, kaum von Nöten gewesen sind. Man wusste einfach, wessen Gedanken gerade niedergeschrieben wurden.
Darüber hinaus nutzte Armentrout diesen Wechsel taktisch sehr klug. Dadurch wurde die Spannung noch weiter hochgeschaukelt. Wirklich wunderbar in Szene gesetzt.
Das Ende: OH SHIT! Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie das weitergehen soll! Auf den letzten Teil bin ich wahnsinnig gespannt und fürchte mich auch etwas davor, zu erfahren, was für ein Ende allen später bevorsteht.

Fazit

Eine unglaubliche Fortsetzung. Der mitunter spannendste und auch informativste Teil dieser Reihe. So viel sei gesagt: Nimmt euch einen langen Nachmittag dafür Zeit. Wenn ihr die ersten Seiten überwunden habt, euch damit anfreundet, dass wir Katy und Daemon erst einmal getrennt erleben müssen, könnt ihr das Buch absolut nicht mehr aus den Händen legen. Es passiert schlichtweg zu viel und man will alles SOFORT erfahren.


Quellen:
Titelbild: Copyright by Sarah Ricchizzi
Klappentext: Carlsen

Gedankenbelagerung -Wenn zu viele Ideen den Autor heimsuchen

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Während der eine Schreiberling von der gähnenden Leere geplagt wird und den Plot kaum zu füllen weiß, ist der ein oder andere von einer Überhäufig von Ideen geradezu überfordert. Welche sollen verwendet werden? Welche sind gänzlich Fehl am Platz oder sollten unbedingt genutzt werden?

Wie kann man zu viele Ideen haben?

Zunächst klingt es nach einem eher ungewöhnlichen Problem von Autoren, da wir bekannt dafür sind vielmehr unter Schreibblockaden zu leiden, als unter Ideenüberhäufung. Doch das trügt.
Sobald eine Idee sich in die Gedanken nistet, erhält die Geschichten ihren eigenen Lauf. Dabei kann zu Beginn schon recht schnell das Problem entstehen, dass einem unterschiedliche Handlungsverläufe einfallen und man sich für einen Weg nicht entscheiden kann.
Aus Inspiration und Alltagsentwürfen heraus kommen einem plötzlich so allerhand Einfälle, die alle am liebsten in die Geschichte miteinfließen sollen. Vielleicht ein neuer Charakterzug? Ein zusätzlicher Mord? Ein ganz anderes Ende? Tod und Leben zugleich? Am besten alle Geschichten in einem Buch vereinen, nicht, dass es sonst nicht interessant genug wirkt?

Welche Ideen sollen umgesetzt und welche verworfen werden?

Um herauszufinden, welche Ideen sinnvoll für den Verlauf der Geschichte sind und sie nicht derart belagern, dass aus einem Roman auch hätten 10 unterschiedliche geschrieben werden können, sollte zu Beginn ein strukturierter Plot erstellt werden.
Dabei fängt es bereits beim Protagonisten an, dessen Charakterzüge auch nur gewisse Handlungen und Weggabelungen, sowie Entscheidungen zulassen. Es ist wichtig zu erfahren, in wie weit sich der Charakter entwickeln oder verändern soll und welche Wege ihn zu dieser Wendung führen.
Dann sollte entschieden werden, welche Ideen unausweichlich zum weitern Verlauf beitragen und aus dem Grund natürlich nicht fehlen dürfen.
Ein Autor selbst hat natürlich selbst auch einige Wünsche oder Einprägungen, die eigentlich nicht wirklich zum Geschehen beitragen, die Ideen jedoch trotzdem gerne umsetzen möchten. Dadurch kann die Geschichte ihren ganz eigenen Charme erhalten. Allerdings sollte in dem Punkt nicht zu dick aufgetragen werden, sonst verliert sich die Geschichte in ihren Zeilen und droht zu langweilig zu werden.

Warum eigentlich nicht alle Ideen umsetzen? Mehr ist doch immer besser!

Ob weniger nun mehr oder umgekehrt der Wahrheit entspricht sei zunächst einmal dahin gestellt. Dabei kommt es natürlich stets auf die Art der Geschichte an. In einem Krimi-Roman wäre es gänzlich unangebracht unnütze Nebengeschichten einzubinden, denn dies kann allzu schnell dazu führen, dass die Spannung abgetötet wird und man das Buch gar nicht mehr weiterlesen möchte. Das gleiche gilt für Thriller, die zumeist noch kürzer und gestraffter sind, um allein der eigentlichen Handlung den Hauptakt zu gönnen und somit kaum andere Ideen einfließen lässt.
Anders sieht es dabei zum Beispiel bei Fantasy-Geschichten aus. Dort darf schon einmal hier und dort etwas ausschweifend erzählt werden, schließlich finden sich in diesen Geschichten meist gänzlich neue Techniken und Lebensformen vor, die nun einmal ausgeschildert werden müssen. Allerdings sollte auch hier lieber nicht übertrieben werden.
Lange Erzählungen können zu absoluter Langeweile führen, die Spannung flaut ab und der Leser tut das Buch schließlich beiseite. An dieser Stelle könnte der ein oder andere Schreiberling einwenden, dass auch Nebengeschichten die Spannung so richtig anheizen können. Natürlich. Nebengeschichten dienen hier und dort auch als Element, um ein Buch zum Pageturner zu gestalten, damit man möglichst schnell weiterlesen möchte, um zum eigentlichen Punkt zu gelangen. Allerdings können auch zu viele Handlungen, selbst wenn sie ebenfalls ihre eigenen interessanten Punkte aufweisen, zu einer gewaltigen Überforderung führen und vom eigentlichen Geschehen ablenken, so dass sich der Leser irgendwann fragt, worauf der Roman eigentlich hinaus will.

 

Und nun? Sollen etwa alle nutzlosen, unverbrauchten Ideen, einfach entledigt werden?

Als Beispiel fällt mir an dieser Stelle J.K. Rowling ein. Ihre Harry Potter Romane sind dafür bekannt, dass sie sehr detaillierte Background-Stories mit sich tragen. Allerdings wurden einige pikante Geschichten erst im Nachhinein erzählt. Hier kommen alle Autoren ins Spiel: Natürlich sind jedem Autor die Geheimnisse jedes Charakters genauestens bekannt und am liebsten möchten wir alles in die Bücher hineinschreiben, damit auch die Leser alles erfahren können. Damit dies nicht ausufert gibt es Mittel und Wege die Geschichten trotzdem der lieben Welt mitzuteilen.
Nehmen wir einmal weiterhin J.K.Rowling als Beispiel. Sie erstellte nach Vollendung der Harry Potter Bücher eine Seite mit dem Namen Pottermore. Dort können Fans mehr Details und Geschichten über die Welt von Harry Potter erfahren. Dinge, die in den Büchern schlichtweg keinen Platz finden konnten. Dazu kann auch der eigene Blog dienen, in denen hier und dort Charakterskizzen ihren Platz unter der entsprechenden Rubrik finden könnten.
Eine weitere beliebte Methode wären Spin-Off Kurzgeschichten. Kurzgeschichten über die einzelnen Charaktere, die an sich einzeln, auch ohne Romanzusammenhang, gelesen werden können und in sich abgeschlossen sind.
Davon ab können Ideen, die aussortiert wurden, ihren richtigen Platz schließlich auch in anderen Projekten finden, die viel besser für sie geeignet sind.
Was ebenfalls bei einer Ideenüberlagerung geschehen kann: Der Mittelpunkt wird verrückt (<- kein Adjektiv. Verrückt -> verrücken. In diesem Zusammenhang. Von mir aus kann es natürlich auch verrückt sein, passt vielleicht auch ganz gut.). Durch zu viele aufregende und zugleich einnehmende Handlungen verliert jedes Detail für sich seine eigene Bedeutung. Das wäre für all die Geschichten auch etwas zu schade, schließlich sind wir auf all unsere Ideen mächtig stolz und erst in ihren eigenen Geschichten kommen sie so zur Geltung, wie sie es sich auch verdient haben.

TitelBild: pixabay

Unser Feind und Missetäter: Der Antagonist

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Sie tauchen zu unterschiedlichen Zeiten und Momenten auf. Schleichen sich in die Leben unserer geliebten Protagonisten. Sie nisten sich ein, streuen Unbehagen und erzeugen mehr Probleme, als es uns eigentlich lieb wäre. Allerdings ließe sich nicht ein Roman ohne sie lesen, geschweige denn schreiben. Genau genommen regieren die Antagonisten über jedes Wort, das eine Geschichte beherbergen soll.

Was ist ein Antagonist?

Zunächst sollte geklärt werden, was ein Protagonist ist: Kurz gefasst die Hauptfigur eines Romans. Unser Protagonist hat ein Ziel vor Augen. Ein praktisches Beispiel wäre die Geschichte von Rotkäppchen. Rotkäppchen soll ihrer Großmutter einen Korb von ihrer Mutter bringen. Klares, scheinbar einfaches Ziel. Eine Geschichte, die so keine Sonderheit aufweist. Jetzt allerdings kommt unser Antagonist ins Spiel.
Der Antagonist  bedeutet im altgriechischen antagonistés „Gegner, Widersacher, Feind“.* Damit die Geschichte einen interessanten Anklang erhält, wird ein Gegenspieler in die Story eingebracht, der das Vorhaben des Protagonisten in irgendeiner Weise verhindern will. Bei Rotkäppchen wurde der Böse Wolf gewählt. Und plötzlich verleiht diese Figur der Geschichte einen ganz und gar neuen Anklang und erzeugt die Spannung, die ohne sie nicht auftreten könnte.

Antagonisten in verschiedenen Formen

Der Bösewicht
Ein Klassiker. Ob der Joker in Batman, Lord Voldemort aus Harry Potter oder die Böse Königin in Schneewittchen: Ein jeder von ihnen will unserem Protagonisten böswillig Schaden zufügen, ihm das Leben erschweren und seine Ziele unerreichbar gestalten. Die  Charakterzüge sind meist gegensätzlich veranlagt. Durch einen Bösewicht kann der Leser mit dem Protagonisten gedanklich mitkämpfen und dem Ziel genauso entgegenfiebern. Dabei spielt der Antagonist meist eine ebenso große Rolle, wie der Protagonist und zeugt von einem sehr genauen Charakter und großen Auftritten. Ihre Namen bleiben dem Leser meist genauso gut im Gedächtnis, wie der des Protagonisten. Daher sollten die Charakterzüge und Intentionen sehr genau durchdacht werden, damit der Antagonist real und authentisch erscheint.

Der Konkurrent
In Liebesromanen kommt es allzu oft vor, dass neben unseres Protagonisten, ein weiterer um den Schwarm der Geschichte wirbt. Ein Konkurrenzverhalten tritt auf und wir hoffen darauf, dass unser Protagonist diese ganz und gar andere Schlacht gewinnt. Dabei stiftet der Kontrahent gewiss auch hier und dort böswilliges und handelt hinterlistig, allerdings kommt hier niemand in ernsthafte Gefahr. Durch diesen Konkurrent entsteht eine Art von Wettbewerb und die Geschichte kriegt plötzlich ein anderes Gesicht.

Der unscheinbare Antagonist
Ein Antagonist muss nicht immer eine reale Person sein. Ein kleines Beispiel wäre der Roman P.S. Ich liebe dich. Kurz gefasst: Der Ehemann der Protagonistin verstirbt und vermacht seiner Ehefrau zwölf Briefe. Durch diese Briefe soll unsere Protagonistin ihre Trauer überwinden und in ihr Leben zurückfinden. Dabei steht sich die Protagonistin durch ihre Trauer, den Schmerz und den alten Erinnerungen selbst im Wege und spielt gleichzeitig Protagonist und Antagonist.
Diese Form eines Antagonisten kann durch alte Geschichten, Geschehen der Vergangenheit, Gefühle, schlechte Charakterzüge, das Gewissen, vielleicht durch eine Legende, einem Mythos oder sonstiges allerhand nicht Greifbares hervorgerufen werden.

Die Gruppe
Bei einem Antagonisten muss es sich nicht gezielt um eine Person handeln, die es zu bekämpfen gilt. Es kann auch ein Regierungssystem sein, welches mit Hilfe einer Revolution gekippt werden soll. Das Leben unseres Protagonisten kann ebenso durch unterschiedliche Formen der Religion, Kulturen, Gesetze oder eine übergeordnete höhere Instanz erschwert werden. Dabei spricht sich der Protagonist gegen eine größere Gruppierung verallgemeinernd aus.

Vorkommen

Antagonisten können innerhalb eines Romans unerwartet zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in verschiedenen Gestalten auftreten. Manchmal erscheinen sie geheimnisvoll im Prolog, verheißen nichts Gutes und lassen bereits Schlechtes erahnen. Sie können auch über viele Seiten hinweg stets nur als Gerücht, einem Wispern, vielleicht sogar in Form einer Legende auftreten, bis sie Wirklichkeit werden.
Vielleicht erkennen wir den Antagonisten zu Beginn gar nicht als solchen, wenn beispielsweise der Bösewicht sich in Form eines Freundes tarnt und die Auflösung erst recht spät kommt, so dass der Leser nur mit Indizien zurechtkommen muss.
Bei mehrbändigen Büchern kann es sich entweder stets um denselben Antagonisten handeln oder aber der Protagonist bleibt und der Antagonist wechselt stetig.

Ohne Antagonist existiert keine Geschichte

Erst durch einen Antagonisten, ganz gleich welcher Form, herrscht innerhalb einer Geschichte das gewisse Etwas. Spannung wird erzeugt. Rätsel werden hervorgerufen. Verzwickte Charaktere entstehen. Unterschiedliche Parteien werden ergriffen. Welten prallen aufeinander, Meinungen zerfetzen sich, Argumentationen unterschiedlichster Art treten auf.
Ohne unsere Antagonisten wird keine Geschichte auf Dauer überleben.
Denn, was wäre schon ein Buch ohne Probleme?

 

Quellen

*Wikipedia