Was wäre, wenn du erfährst, zu welchem Zeitpunkt du sterben wirst? | Kreatives Schreiben

Euch immer zu Beginn den Wochentag zu nennen, nur um mir selbst deutlich zu machen, dass es wieder dieser Tag ist, an dem ich jenen und diesen Beitrag veröffentliche, erschien mir heute zu langweilig. Also sage ich einfach mal nicht, was heute für ein Tag ist, ich Rebell. Stattdessen gehe ich direkt zum heutigen Thema über: Kreatives Schreiben!  „Was wäre, wenn du erfährst, zu welchem Zeitpunkt du sterben wirst? | Kreatives Schreiben“ weiterlesen

Cover-Release: Einmal im Jahr für immer

Meine Lieben, heute ist es so weit. Ich habe mich das gesamte Wochenende über mit der Überarbeitung des Covers beschäftigt und immer wieder herumgewerkelt. Das witzige? Am Ende habe ich mich für den ersten Entwurf entschieden.

Cover Einmal im Jahr für immer_Runde 3.png

Der erste Entwurf

An sich ist dieses Cover nicht der erste Entwurf, oder die erste Idee, doch von dem Endergebnis ist es schließlich der erste Schnitt gewesen, den ich gemacht habe. Zu Beginn nahm ich an, dass es zu wenig sei. Dass man dem Cover nichts entnehmen könne, kein Hinweis darauf, worum es eigentlich geht. Doch dann dachte ich mir: Muss es das? Denn ich glaube, dass das Cover selbst eine gewisse Atmosphäre widerspiegelt, die dem Leser vermittelt, was man erwarten kann. Durch die erste Coverpräsentation vor ein paar Wochen, habe ich damals einige Meinungen zur Mood einholen können. Die damaligen Eindrücke, ohne zu wissen, was im Klappentext steht, ohne zu wissen, um welches Genre es sich eigentlich handelt, haben meine Vermutung bestätigt: Die Stimmung wird richtig in Szene gesetzt, durch das teils theatralische Königsblau, die verlaufenden Farben und die Nostalgie der Sterne.
Je mehr Details ich dem Cover aussetzte, desto getrübter und gestörter schien die Stimmung zu werden. Zu Beginn hatte ich noch Luftballons gewählt, die allerdings am meisten kritisiert wurden. Danach habe ich mich mit Skylines, unterschiedliche Personenkonstellationen und kleinen Elementen aus dem Buch versucht, doch jedes Mal schien das Bild irgendwie dadurch nur unterbrochen und unstimmig zu sein.
Die Harmonie war nicht mehr vorhanden.
Nachdem ich gestern bis halb fünf Uhr morgens schließlich weiter herum experimentiert hatte, dachte ich mir: Versuch es noch einmal mit dem ersten Entwurf. Und als ich es sah, fühlte es sich einfach richtig an.

Was noch geändert wurde?

Dennoch habe ich, im Vergleich zum ersten Cover-Release, ein paar Details verändert. Zum einen habe ich die Schriftart des Autorennamens und des Klappentextes (damals noch nicht sichtbar) geändert, so dass sie leserlicher sind. Die Schrift des Buchtitels habe ich bewusst so gelassen, da es eine gewisse Leichtigkeit und gleichzeitige Verschwommenheit vermittelt, die ich gerne so beibehalten würde.
Die Luftballons habe ich, wie oben erklärt, entfernt. Sie waren vom ersten Moment an einfach Fehl am Platz.

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Der Klappentext?

Was bedeutet eigentlich Leben?

Math ist tot.
Und Amelie Red fragt sich, weshalb sie noch weiterleben soll.
Wozu den Schein wahren, wenn der Tod so schwer auf ihr lastet?

In ihrer Trauer um ihren verstorbenen Ehemann, vergisst Amelie Red, wer sie einst gewesen ist und verliert sich in ihrer eigenen Gedankenwelt.
Dann klopft ein Clown unerwartet an ihre Badezimmertür und sprengt ihr Leben mit Abenteuern, die sie nicht erleben will.
Ein Clown lässt sich allerdings nicht so einfach ignorieren, schon gar nicht, wenn im eigenen Treppenhaus ein Regenbogen erscheint, eine Hüpfburg im Wohnzimmer thront und sie das Haus nicht mehr durch die Haustür, sondern durch ein Fenster betreten muss.

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Jetzt ist es raus! Was sagt ihr? Wie gefällt es euch? Was denkt ihr über den Klappentext? Stört euch vielleicht noch etwas daran?

Wenn ihr das Cover teilen möchtet: Immer gerne! Ich würde mich sehr freuen, schickt mir gerne euren Link und sagt mir Bescheid!

Alles Liebe,
Sarah

 

Zwischen Leben und dem Schluss

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Mein Schatten schleicht durch die Gassen der Welt, zwischen jedem Schlupfwinkel, kennt alle Menschen und ihre Verstecke. Der Zeitpunkt folgt für sie alle, niemand kann sich davor drücken, mich bestechen oder Ausreden suchen. Es ist ein Zeitpunkt absoluter Ehrlichkeit. Der Moment der Wahrheit.
Obwohl ich meine allgegenwärtige Anwesenheit nicht vor ihnen verberge, benehmen sie sich, als hätte ihnen jemand die Unsterblichkeit geschenkt. Dem ist ganz und gar nicht so.
Denn ich bin der Tod und trachte allen Menschen hinterher, ganz gleich für wen sie sich halten.
Doch manchmal so wünschte ich mir, sie wären sich meiner bewusster. Würden fühlen, wie kostbar ihre Sekunden sind, die ihnen noch hier verbleiben. Manch einer weiß, wann ihn das Schicksal treffen wird und versuchen die Zeit hinaus zu dehnen, jeden Moment in den Erinnerungen zu speichern.
Weshalb, so frage ich mich, benehmen sie sich nicht immer so?
Wieso leben Menschen nicht jeden Tag, erfüllen ihn mit Herzenswünschen und trachten ihrer Leidenschaft hinterher? Weshalb verbringen sie so viel Zeit damit sich zu hassen, andere zu verachten, Streit und Kriege auszulösen, bei denen ich sooft zum Einsatz komme, dass ich mir mit den Jahren der Menschheit Hilfspersonal in Form von Sensenmännern und Sensenfrauen anschaffen musste.
Manchmal verbleibe ich noch einen Moment und sehe den Verbliebenen hinterher. Höre ihre Anklagen, sehe die Tränen und nehme ihre Verwürfe an mich in mir auf. Dabei beobachte ich ihren Schmerz, den Geliebten nie wieder sprechen zu können, nie wieder eine Antwort auf eine Frage zu hören, keine gemeinsamen Momente mehr teilen zu können und wie sie keine gemeinsamen Berührungen mehr fühlen werden.
Ich zerschelle ihr Leben und versuche zu verstehen, was sie durchleben, doch ganz gleich wie viel Leid ich beobachte, wie viele Bücher ich von ihnen lesen werde und wie oft ich sie mit mir nehme und auf die andere Seite führe: Ich werde das Leben der Menschen nie wirklich begreifen können.

Die Geschichte des Todes

Wenn ich mich vorstellen darf, ganz ohne Umwege oder all der Geheimnistuerei: Ich bin der Tod. Für all die zahmen und empfindlichen Gemüter dürfte es absonderlich und geradezu abschreckend wirken, weshalb wohl viele jetzt oder schon vorher die Augen von den bislang wenigen geschriebenen Worten abwenden und sich einen friedlicheren Ort, vielleicht eine Blumenwiese und eine Apfelschorle genehmigen werden. Dabei wird das hier viel interessanter!

Nun denn, das langweilige Publikum hat sich verabschiedet, dann kann ich ja loslegen. Das mit dem Tod war kein Vorwand oder gar eine Scheinlüge, um meine Geschichte spannender zu gestalten, nein, wirklich: Ich bin der Tod. Klingt ganz schön abgehoben, werdet ihr wohl denken. Ja, aber was soll ich denn tun? Ich bin nun einmal wer ich bin. Ausgesucht habe ich mir das gerade auch wieder nicht. Eigentlich schon. Doch das führt an dieser Stelle zu Weit. Noch möchte ich niemanden an diesem Punkt überfordern oder zu sehr in Anspruch nehmen. Fangen wir einfach an. Ganz bequem.

Wie schon erwähnt bin ich der Tod (ich konnte das noch nicht allzu oft öffentlich preisgeben, daher kann mein Outing ein paarmal zu oft von mir erwähnt werden, entschuldigt, falls sich etwaige Wiederholungen stapeln werden) und einige werden sich fragen, warum ich mich nach all meiner Existenz nun zu Wort melde. Vorrangig will ich mein Image etwas auffrischen, schließlich herrschen in manchen Völkern (vorrangig das der Menschen) noch recht mittelalterliche, geradezu antike Vorstellungsbilder meinerseits – also des Todes. Viele werden es kaum glauben, doch die meisten fürchten mich. Ja, wirklich! Eine erschreckende Angst und Panik verbreitet sich, sobald meine Anwesenheit nur im entferntesten wahrgenommen wird. Um das mal ganz deutlich klarzustellen: Das finde ich ganz schön unhöflich! Stelle sich nur einer vor, ich würde immerzu wie ein eingeschrecktes Gespenst vor allen anderen weglaufen (abgesehen davon, dass das ganz schön lächerlich aussehen würde, gäbe es rein populationstechnisch dann einige Probleme)! Damit dürfte geklärt sein, dass Angst in meinem Charakter eher an letzter Stelle anzutreffen ist, was nicht heißt, dass ich sie nicht empfinden kann! Doch auch dazu gibt es andere Geschichten zu berichten, die ebenfalls an dieser Stelle noch unwichtig sind.

Um mein Vorwort abzurunden und vorab nicht zu viel zu verraten, nun ich habe ja die Pointe quasi vorweg genommen, schließlich habe ich zu Beginn schon verraten, dass ich der Tod bin, möchte ich folgendes zusammenfassend und etwas bedrohlich und mit einem Hauch Spannung verbunden deklarieren: Ich bin der Tod, ich werde euch meine Geschichte offenbaren und danach werdet ihr ganz gewiss ein vollkommen anderes, ganz und gar umgeworfenes und gewiss kein negatives Weltbild mehr von mir haben.

Viel Spaß